Apfelbaum immer noch ohne Blätter

Karin17

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Hallo ☀️ !
Ich habe letztes Jahr einen Apfelbaum mit hohem emotionalen Wert gepflanzt und er hat bis jetzt noch kein einziges Blatt. Hat jemand Tipps, wie ich ihn noch retten kann? Außerdem wollte ich fragen, ob Waldboden okay ist - ich lese dazu ganz Unterschiedliches.

Vielen Dank 🙏 !
 
  • Linserich

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    Wenn er jetzt immer noch kein einziges Blatt hat, fürchte ich, hat er das Zeitliche gesegnet.

    Mach doch mal an der Stammbasis einen kleinen Zungenschnitt und schau, ob es grün unter der Rinde ist.

    Wenn es noch grün ist, solltest du ihn mal aus der Erde nehmen und die Wurzeln anschauen.

    Wegem Waldboden: kommt ganz drauf an, was für ein Wald früher da gestanden ist. Eventuell kann nämlich die Erde dann auch zu sauer sein.
     
  • Karin17

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    Wenn er jetzt immer noch kein einziges Blatt hat, fürchte ich, hat er das Zeitliche gesegnet.

    Mach doch mal an der Stammbasis einen kleinen Zungenschnitt und schau, ob es grün unter der Rinde ist.

    Wenn es noch grün ist, solltest du ihn mal aus der Erde nehmen und die Wurzeln anschauen.

    Wegem Waldboden: kommt ganz drauf an, was für ein Wald früher da gestanden ist. Eventuell kann nämlich die Erde dann auch zu sauer sein.
    Danke! Wie macht man denn einen Zungenschnitt? Und welcher Wald wäre ok, welcher nicht?
     
  • Platero

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    Jeder Waldboden ist tendenziell Nährstoffarm, Nadelstreu außerdem noch sauer.
    Das Problem dürfte aber eher sein, dass der Baum noch nicht genügend tief gewurzelt hatte, bevor der Winter kam. Und der hatte ja ein paar ordentliche Minusgrade dieses Jahr.......
    Wann im Jahr hattest du denn gesetzt?
     
  • Rentner

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    Danke! Wie macht man denn einen Zungenschnitt? Und welcher Wald wäre ok, welcher nicht?
    Hatte ich schon einige Male beschrieben, z.B. hier:

    So wie auf meinem Bild vorgehen (allerdings ganz unten, knapp über der Substratoberfläche schneiden)

    zungenschnittx7kpx.jpg

    Wenn du so saftiges Grün entdecken kannst, besteht noch Hoffnung.

    Waldböden sind schwach sauer (pH 5,5 - 6,5). So gesehen für den Apfel, der in etwa dasselbe Milieu liebt, eher vorteilhaft. Bei forstwirtschaftlich genutzten (aufgeräumten) Wäldern besteht die Gefahr einer gewissen Nährstoffarmut. Bei sich selbst überlassenen Wäldern nicht.
    Wenn die Lichtverhältnisse passen, sollte es eigentlich für den Apfel passen.
     

    Karin17

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    Danke! Jetzt bin ich verwirrt - ist Wald jetzt also gerade gut oder eben schlecht?
    Wir haben ihn Anfang September gesetzt.
    Kann ich irgendwas mit speziellem Dünger/Nährstoffen etc. machen?
     

    Platero

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    Ehemaliger Nadelwald wäre wohl nicht so toll. Mischwald dürfte kein Problem sein, jedenfalls nicht ursächlich für dein Jetziges.
    Ich denke mal, die späte Pflanzung war nicht so günstig.
    Der empfohlene Schnitt wird Klärung bringen, ob du noch hoffen kannst.
     

    Linserich

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    Ich frage mal ganz gezielt nach den Örtlichkeiten: so wie du schreibst, besteht der Wald noch? Das heisst, der Apfelbaum steht im Wald? Oder ist es ein ehemaliger Waldboden, wo Wald gerodet wurde? Die Frage, was für ein Wald es ist / war, ist noch wichtig, eben wegen der Nährstoffe und dem pH-Wert.

    Ich denke mal, die späte Pflanzung war nicht so günstig.

    So spät empfinde ich den Zeitpunkt „Anfang September“ nicht, eher sogar gut. Kann aber sein, dass es zu trocken / zu nass war und deswegen das Bäumchen nicht angewachsen ist.

    Alternativ könnten es natürlich auch Wühlmäuse oder andere Schädlinge gewesen sein, die sich an den Wurzeln gütlich getan haben. Von daher würde ich mir die Wurzeln genauer anschauen.
     
  • Karin17

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    Ich hab’s leider erst jetzt gelesen, deshalb hab ich kein aktuelles Bild vom Baum, aber den Anschnitt habe ich gemacht - ein bisschen Hellgrün ist zu sehen! Heißt das hoffentlich, er lebt noch? Es ist ein bestehender Fichtenwald an einem Sonnenhang.
     

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    Wenn der Schnitt wirklich ganz weit unten ausgeführt wurde, dann sieht das richtig gut aus!
    Unter keinen Umständen würde ich das Bäumchen jetzt stressen und ausgraben.
    Hab Geduld.
     

    Platero

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    Das Bäumchen lebt noch, das ist schon mal gut.
    Ein Foto der Örtlichkeit wäre gut. Ich habe Schwierigkeiten, mir den Apfel in einer Fichtenschonung vorzustellen.
     

    Karin17

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    So, jetzt hab ich Fotos von dem Bäumchen und dem Wald rundherum. Falls man es nicht so gut erkennen kann - es ist das mit dem Schild dran. Rundherum sind kleine Fichten gepflanzt. Was meint ihr? 🌼
     

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    Karin17

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    Direkt daneben (sieht man auf den Fotos kaum) ist eine kleine asphaltierte Straße, die aber kaum befahren ist. Ich habe jetzt mit 2 Baumexperten telefoniert. Der eine meinte, auf keinen Fall jetzt umpflanzen, weil der Schnitt grün zeigt und es also „im Saft“ ist, frühestens Oktober. Der andere meinte, unbedingt sofort umpflanzen, weil der Boden zu sauer ist, und das die letzte Möglichkeit ist, es zu retten, wenn es bis jetzt noch kein Blatt hat... 🤔
     

    Platero

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    Ich meine, der Baum hat am jetzigen Standort keine Chance.
    Die Fichttensind jetzt noch klein, werden aber im Verhältnis viel schneller wachsen, als der Apfel und die Endgrosse bei Fichten.....wenn sie dürfen bis weit über 25 Meter.
    Wenn du mal in einer ausgewachsenen Fichtenschonung guckst, da wächst gar nichts, noch nicht mal die gängigsten Gräser/Unkräuter. Höchstens ein paar Pilze, aber die brauchen für ihr Überleben auch kein Licht.

    Zum Anderen sieht mir das aus wie eine professionell angelegte Neupflanzung vom Förster. Wie kommst Du auf die Idee, da einfach was hin zu Pflanzen?
    Wenn dem so sein sollte, wird der Förster deinen Apfel eh umhauen, sobald er ihn entdeckt.

    Also ist ein „Umzug“ des Apfelbäumchens dringend an zu raten. Ob jetzt oder später, weiß ich nicht.
    Eventuell fragst du mal den Besitzer einer Streuobstwiese, ob er dem Apfel einen Platz einräumt. Der würde sich dann auch um den nötigen Schnitt und die Pflege kümmern und eich eventuell im Herbst ein paar Äpfel eures Bäumchens überlassen.
     

    Linserich

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    Ich stimme @Platero zu. Der Apfelbaum wird an diesem Standort auf die Dauer keine Chance haben, da die Fichten ihn überholen werden.

    Von daher würde ich ihn jetzt trotz allen Warnungen und Empfehlungen jetzt umpflanzen, sofern du einen geeigneteren Standort hast. Oder falls Dir selber das Waldstück gehört: entferne die nächstgelegenen Fichten im Umkreis von ca. 5 - 10 m. Du kannst sie ja als Weihnachtsbäume im Herbst verkaufen.
     

    Pepino

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    Oder versuche den Boden um den Baum mit Erde und Dünger vl besser anzupassen und pflanze ihn erst um, wenn er sich gefestigt hat.
     

    Rentner

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    ...Der eine meinte, auf keinen Fall jetzt umpflanzen, weil der Schnitt grün zeigt und es also „im Saft“ ist, frühestens Oktober....
    Dieser Experte hat Ahnung!
    ...Der andere meinte, unbedingt sofort umpflanzen, weil der Boden zu sauer ist, und das die letzte Möglichkeit ist, es zu retten, wenn es bis jetzt noch kein Blatt hat... 🤔
    Dieser Experte hat keine Ahnung.
     

    Platero

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    Ich schätze, der Grund gehört ihr nicht. Insofern finde ich es schwerst übergriffig, da auch noch Dünger einzubringen, der der eigentlichen Pflanzung schadet.
    Wie fändet ihr es denn, wenn irgendjemand in eurem Garten Dünger hinschmeisst, weil er das grad mal gut findet?
     

    Karin17

    Neuling
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    Hallo! Das ist der Wald einer Freundin - das einzige Gebiet, das ich damals gefunden habe, wo ich die Erlaubnis hatte, ihn zu setzen, mir sicher sein konnte, er würde nicht entfernt und jederzeit hinkonnte!
     

    Gartenfreund1985

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    Hast du einen Wurzelschutz gegen Wühlmäuse gemacht?
    Obstbäume lieben sie, gerade wenn sonst nur Nadelgehölz daneben ist.
    Gegen Frass und Fegeschäden bei Hasen und Red/Rotwild würde ich einen ordentlichen Baumschutz machen.

    Die Lage ist jetzt nicht perfekt dort, darf man fragen wieso dir dieser junge Baum so wichtig ist?

    lg
     

    Galileo

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    Hallo Karin,

    was dem Bäumchen jetzt helfen könnte - wenn Du den "Wurzeldruck" durch andere Pflanzen minderst.
    Also eine Baumscheibe anlegen, so groß wie die Baumkrone und dort alles mit Wurzeln entfernen.
    Eine wasserdurchlässige Gewebefolie (Bändchengewebe) darauf wird weiteren Wildwuchs unterdrücken.
    Aber nicht die Unkrautschutzmatten aus dem Baumarkt, die lösen sich schnell auf
    und der Kunststoff verteilt sich :(
    Grobes Pinien-Rindenmulch wäre stattdessen auch eine Option oder das billigere Fichten-Rindenmulch. Dann solltest Du vorher Hornspäne ausbringen, das kompensiert die Versäuerung, die entstehen würde.
    Mittelfristig würde Ich, nach und nach, im Abstand von 1 - 2 m einen Graben 30 cm tief, Spatenbreit um den Baum ausheben und mit Sand oder billigem Torf füllen.
    Das behindert die flachwurzelnden Fichtenwurzeln in den Baumbereich einzudringen und dem Apfel die Nahrung zu "klauen".
    Einmal jährlich den Graben kontrollieren und die durchgedrungenen abschneiden.

    wünsche viel Erfolg :)
     
    Zuletzt bearbeitet:

    Desperado

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    Wenn ich sehe, dass der Baum noch nicht mal einen Pflanzschnitt erhalten hat, gehe ich jetzt mal davon aus, dass auch die Wurzeln vor der Pflanzung nicht angeschnitten wurden. Bei wurzelnackten Bäumen, die nicht direkt aus der Erde kommen, sondern irgendwo in der Baumschule für den Verkauf in Sand eingeschlagen wurden, ist das aber ein absolutes Muss, weil die Baumwurzeln an den verbräunten Stellen nicht mehr austreiben. Auch sollte man spätestens vor dem Austrieb im Frühjahr einen Pflanzschnitt durchführen.
    Bei dieser schwachen Unterlage (M9) sollte man auch noch einen Pflock zum Anbinden reinschlagen.

    Mein Vorschlag wäre, den Baum nochmal auszugraben und zu schauen, ob er neue Wurzeln geschlagen hat und gegebenenfalls die Wurzeln, sofern sie verbräunt sind, soweit zurückzuschneiden, bis die Anschnittfläche weiß ist. Und natürlich musst Du noch die Terminale und die Leitäste einkürzen.
    Am besten pflanzt man den Baum in einen schweren Lehmboden und gießt nochmal ordentlich an.
     

    Galileo

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    Meine Vergrößerung des Etiketts gibt nicht her, dass es sich um eine M9-Unterlage handelt.
    Und wenn schon, es geht hier nicht um die optimale Pflanzmethode mit PflanzSchnitt, sondern darum, was jetzt gut für das Bäumchen ist.
    Weiter oben kann den Beiträgen entnommen werden, dass der Baum grad voll im Saft steht und jedwedes Umpflanzen und Beschneiden zusätzlicher Stress wäre, geschweige denn mehrere Schubkarren Lehmboden auf den Berg zufahren... ;)
     

    Desperado

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    Hallo Karin,

    was dem Bäumchen jetzt helfen könnte - wenn Du den "Wurzeldruck" durch andere Pflanzen minderst.
    Also eine Baumscheibe anlegen, so groß wie die Baumkrone und dort alles mit Wurzeln entfernen.
    Eine wasserdurchlässige Gewebefolie (Bändchengewebe) darauf wird weiteren Wildwuchs unterdrücken.
    Aber nicht die Unkrautschutzmatten aus dem Baumarkt, die lösen sich schnell auf
    und der Kunststoff verteilt sich :(
    Grobes Pinien-Rindenmulch wäre stattdessen auch eine Option oder das billigere Fichten-Rindenmulch. Dann solltest Du vorher Hornspäne ausbringen, das kompensiert die Versäuerung, die entstehen würde.
    Mittelfristig würde Ich, nach und nach, im Abstand von 1 - 2 m einen Graben 30 cm tief, Spatenbreit um den Baum ausheben und mit Sand oder billigem Torf füllen.
    Das behindert die flachwurzelnden Fichtenwurzeln in den Baumbereich einzudringen und dem Apfel die Nahrung zu "klauen".
    Einmal jährlich den Graben kontrollieren und die durchgedrungenen abschneiden.

    wünsche viel Erfolg :)


    Lass diesen Quatsch mit dem Rindenmulch sein. Dieser Scheiß versauert nur den Boden und zieht Ameisen und anderes Ungeziefer an. Genausowenig gehört dieser ganze Plastikscheiß in die Umwelt. Und mit Hornspänen hebt man auch keinen pH-Wert an. Dazu nimmt man idR einen kohlensauren Magnesiumkalk.
     
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