Worte eines Friedensnobelpreisträgers

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  • moment. dass hartz4 nicht das gelbe vom ei ist, ist vermutlich allen klar.
    und dass es mehr hartz4-bezieher gibt als arbeitslose ist auch klar, weil ja beim hartz4 alg 2 und sozialhilfe zusammengelegt wurden.

    trotzdem ist das was völlig anderes als ein mindestlohn, denn so ein mindestlohn soll ja deutlich mehr betragen als die 352 € (oder wieviel isses jetzt? bis vor 'nem jahr oder so warns ja nur 345 €, aber da gabs ja dann die sagenhafte erhöhung...).
    Natürlich ist das was anderes als ein Mindestlohn. Denn eigentlich kann es doch nun wirklich nicht sein, das ein Arbeitnehmer mit Vollzeittätigkeit am Monatsende vor dem Staat den Offenbarungseid leisten muss um überhaupt über die Runden zu kommen.

    das ist immerhin mehr als das doppelte als hartz4. wie meinst du denn dass hartz4-bezieher überleben?
    Nein das ist falsch, denn Hartz IV ist nicht nur Grundleistung sondern auch Heizkosten und Mietzuschuss. Die durchschnittlichen Harzt IV Leistungen bewegen sich derzeit auf 750 - 950 Euro. Um mal ein Beispiel zu nennen, bei einen Stundenlohn von 7,50 Euro und einer 40 Stunden Woche kommt man im Monat auf 1.200 Euro Brutto-Monatslohn. Das ist genau die Grenze, bei der man keinen Anspruch auf ALG II mehr hat. So, und jetzt schau dir mal an wieviel Betriebe ihre Arbeitnehmer für teilweise 4,50 Euro Stundenlohn oder auf 400 Euro Teilzeit-Basis beschäftigen. Man kann es drehen und wenden wie man möchte, viele Firmen lassen sich ihr Personal zu einen grossen Teil vom Staat finanzieren.

    die zahlen gewerbesteuer. und nicht zu knapp.
    nicht umsonst sind städte wie böblingen so reich dass sie sich beheizte zebrastreifen leisten können...
    Aber das ist doch nicht die Regel. Zunächst muss man mal zwischen kleinen Handwerks- und mittelständischen Betrieben und grossen multinationalen Unternehmen unterscheiden. Die beiden ersten zahlen sicher genug, da stimme ich zu, aber gerade grosse Konzerne zahlen oft so gut wie gar nichts. Am Gesamtaufkommen gemessen, zahlen Verbraucher und Arbeitnehmer durch Umsatz- und Lohnsteuer schon mehr als zwei Drittel des gesamten Steueraufkommens. Die Gewerbesteuer kam bsw. 2007 deutlich niedriger erst an dritter, die Einkommensteuer an fünfter und die Körperschaftssteuer die ja sozusagen die Einkommenssteuer der juristischen Personen ist, sogar erst an sechster Stelle.

    nana. deutschland geht's vor allem deshalb noch vergleichsweise gut, weil da so einiges an exporten rausgeht. wir verkaufen teure produkte (hergestellt von teuren arbeitnehmern) ins ausland und kaufen billig-produkte aus dem ausland (hergestellt mit dumpinglöhnen). aber so funktioniert nun mal die weltwirtschaft.
    So funktioniert vorallen der Kapitalismus.

    wenn du den import verbieten willst, na dann gut nacht.
    guck dich doch einfach mal von da, wo du grad sitzt in deinem zimmer um. wieviel von dem was da rumsteht kommt aus dem ausland?
    Ja aber ist das nicht schlimm? Natürlich kommt bei uns fast nichts mehr aus dem Innland. Versuch doch bsw. mal einen dts. Fernseher zu kaufen. Ich fürchte da kannst du lange suchen. Logisch kann man den Handel innerhalb einer Weltwirtschaft nicht verbieten. Aber auf lange Sicht wird das nicht funktionieren wenn ein Teil der Welt nur noch produziert und ein anderer nur noch konsumiert, das klappt nicht. Wenn wir in Deutschland nicht schleunigst unsere Kaufkraft stärken, wird es ein anderes Land tun. China, Indien und andere Länder sind jedenfalls schon auf den besten Weg dahin.
     
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  • Eigentlich sollte ich hier über Obamas Worte nachdenken, aber es macht mich nachdenklich wenn ich lese was Mitglieder hier schreiben.

    Aber letztendlich kann ich nur ein Statement aus dem Taoismus geben: Es ist wie es ist.
     
  • Und so ist das auch hier im Forum, es ist, wie es ist!

    Von A bis Z und zwischendurch alles, was das Herz (oder auch nicht) begehrt.

    Liebe Grüße
    Petra, die nun mal in Frieden ins Bett geht ;) (ohne Preis, aber auch ok)
     
    Nein das ist falsch, denn Hartz IV ist nicht nur Grundleistung sondern auch Heizkosten und Mietzuschuss.
    also seit ich mal bei der ARGE angerufen hab, weil eine mieterin einfach nicht mehr ihre miete zahlte (alg2-empfängerin) und mir mitgeteilt wurde, unsere wohnung sei zu teuer, wundert mich nichts mehr.
    auf meine frage wieviel eine wohnung denn kosten dürfe für einen alg2-single, wurde mir gesagt: 250 € warm.
    ich würd ja zu gerne wissen wo's wohnungen für 250 € warm gibt. bei uns hier jeden falls nicht.

    Man kann es drehen und wenden wie man möchte, viele Firmen lassen sich ihr Personal zu einen grossen Teil vom Staat finanzieren.
    die aussage versteh ich nicht - die firmen müssen doch trotzdem das gehalt zahlen? das zahlt doch nicht der staat? und dass 1200 € mehr sind als 750 € steht ja wohl auch ausser frage.
    irgendwo ist da doch ein denkfehler drin? oder bin ich zu doof?

    Die Gewerbesteuer kam bsw. 2007 deutlich niedriger erst an dritter, die Einkommensteuer an fünfter und die Körperschaftssteuer die ja sozusagen die Einkommenssteuer der juristischen Personen ist, sogar erst an sechster Stelle.
    hast du dazu 'ne quellenangabe? das würd ich gerne mal nachlesen...

    So funktioniert vorallen der Kapitalismus.
    nun ja, wir leben nun mal in einer kapitalistischen welt. was würdest du denn vorziehen?

    Ja aber ist das nicht schlimm? Natürlich kommt bei uns fast nichts mehr aus dem Innland. Versuch doch bsw. mal einen dts. Fernseher zu kaufen. Ich fürchte da kannst du lange suchen.
    wenn du das schlimm findest, warum kaufst du dann nicht einfach inländische produkte? klar kannst du deine tshirts anstatt aus asien auch von trigema kaufen. aber dafür legste dann halt mindestens 5 mal soviel kohle hin (wenn's langt). ok, aus heimischer baumwolle sind sie dann vermutlich auch nicht. musste halt auf leinen oder wolle zurückgreifen - irgendwas halt, was auch hier wächst. wird dann aber nochmal deutlich teurer.
    zu fernsehern hat ja niwashi schon was geschrieben.
    wenn du genau guckst bekommst du eigentlich alles aus heimischer produktion (schwierig wird's halt leider bei den rohstoffen und bei der energie).

    Logisch kann man den Handel innerhalb einer Weltwirtschaft nicht verbieten. [...] Wenn wir in Deutschland nicht schleunigst unsere Kaufkraft stärken, wird es ein anderes Land tun.
    und wie willst du die kaufkraft stärken? dafür braucht's nun mal geld. und woher nehmen?
    und dann geht das problem doch erst richtig los, denn ich behaupte mal, dass die leute trotzdem die günstigen artikel aus dem ausland kaufen werden, auch wenn sie mehr geld haben, und eben NICHT auf heimische produkte zurückgreifen.
    war da nicht schon die abwrackprämie das beste beispiel?
    und zwar nicht nur heute - sowas gabs doch schon mal anfang der 90er...
     
  • also seit ich mal bei der ARGE angerufen hab, weil eine mieterin einfach nicht mehr ihre miete zahlte (alg2-empfängerin) und mir mitgeteilt wurde, unsere wohnung sei zu teuer, wundert mich nichts mehr.
    auf meine frage wieviel eine wohnung denn kosten dürfe für einen alg2-single, wurde mir gesagt: 250 € warm.
    ich würd ja zu gerne wissen wo's wohnungen für 250 € warm gibt. bei uns hier jeden falls nicht.

    Guten Morgen,

    dazu kann ich dir was sagen. Das ist regional unterschiedlich, aber ich weiß, dass in unserer Region z.B. einer Mutter mit einem Kind eine Zwei-Zimmer-Wohnung bzw. 60 m² bis zu einer Warmmiete von 550,- € bezahlt wird. Solche Wohnungen sind dann halt meist Sozialwohnungen - da hast du Recht - die findet man nicht leicht auf dem freien Wohnungsmarkt. Dazu kommt noch der Grundbetrag von zusammen knapp 700,- € für Mutter und Kind, das Kindergeld wird voll angerechnet, Elterngeld (welches in den ersten 1 bis 2 Lebensjahren des Kindes ausgezahlt wird) nicht. Das sind nochmal 300,- Euro/Monat bei 1jähriger Auszahlung, wahlweise 150,- €/ Monat bei 2jähriger Auszahlung.

    Das wäre ALG II (nicht das Elterngeld) - und da müssen Mindestlöhne natürlich drüberkommen. Sonst muss sich keiner wundern, dass keiner arbeiten gehen will - wenn er für's Arbeiten genauso viel oder gar weniger bekommt als für's Zuhausebleiben.

    Ich bin ja für's Bedingungslose Grundeinkommen. Weg mit Arbeitslosengeld und sozialer Ächtung - und eine Diskussion über Mindestlöhne braucht's dann auch nicht mehr. Gleiche Grundbedingungen für alle. Das Geld ist da - wird nur derzeit anders rausgeballert. Da gibt's unterschiedliche Denkansätze, aber sogar Herr Althaus/ CDU hat ein Modell für das Bedingungslose Grundeinkommen erdacht. Ist also eher keine kommunistische Idee..... Wer sein Existenzminimum sicher und bedingungslos bekommt, kann sich aussuchen, ob und wieviel er womit hinzuverdienen will.

    Abgesehen davon - zu deinem Zitat:

    nun ja, wir leben nun mal in einer kapitalistischen welt. was würdest du denn vorziehen?

    Kapitalismus ist das eine Extrem - totaler Kommunismus das andere. Und - wie das eben immer ist - Extreme sind nie gut. Aber es gibt eine Riesenbandbreite dazwischen. Wir stecken - oder sind nur einen Schritt davon entfernt - im absoluten Kapitalismus. Ich finde, davon müssen wir weg. Und da gibt es zahlreiche Ansätze, die nicht in den absoluten Kommunismus führen. Nur wird heute immer so diskutiert - merkte man gerade im Wahlkampf überdeutlich - als wolle jeder, der den dicken Kapitalismus ablehnt, auf dem direkten Weg ans andere Ende - in den ultimativen Kommunismus. So erzeugt man Schreckgespenster. Dass die goldene Mitte vielleicht ein für alle denkbares Ziel wäre, wird gar nicht angedacht. Sonst wären bestimmte Koalitionen nicht von vornherein absolut verteufelt worden. Alles, was links der Mitte steht, wird nicht mit in's Boot genommen - da wird's schon regelrecht undemokratisch, wie der Wählerwille missachtet wird (ich grüße z.B. Herrn Matschie, der offensichtlich nicht rechnen kann).

    Soziale Grüße,
    Stefanie
     
    dazu kann ich dir was sagen. Das ist regional unterschiedlich, aber ich weiß, dass in unserer Region z.B. einer Mutter mit einem Kind eine Zwei-Zimmer-Wohnung bzw. 60 m² bis zu einer Warmmiete von 550,- € bezahlt wird. Solche Wohnungen sind dann halt meist Sozialwohnungen - da hast du Recht - die findet man nicht leicht auf dem freien Wohnungsmarkt.
    seit der staat einen grossteil des sozialen wohnungsbaus ins ausland verkauft hat, gibt's doch ohnehin kaum noch welche...
    und für die privaten vermieter liegt das problem halt darin, dass entsprechend die auswahl in erster linie davon bestimmt ist, ob ein potentieller mieter einen festen, sicheren job hat oder nicht.
    denn - wie es ja bei uns damals der fall war - wenn ein mieter dann in die arbeitslosigkeit fällt, kann es halt passieren, dass garkein geld mehr kommt und der mieter letztendlich ausziehen muss (hoffentlich freiwillig, denn räumungsklagen sind enorm teuer und ziehen sich ewig, natürlich mit dem entsprechenden mietausfall meist über ein jahr oder länger).

    aber was wird dann aus den arbeitlosen? wie sollen die überhaupt noch 'ne wohnung finden?
    und ohne wohnung kein job...

    Das wäre ALG II (nicht das Elterngeld) - und da müssen Mindestlöhne natürlich drüberkommen. Sonst muss sich keiner wundern, dass keiner arbeiten gehen will - wenn er für's Arbeiten genauso viel oder gar weniger bekommt als für's Zuhausebleiben.
    genau!

    Ich bin ja für's Bedingungslose Grundeinkommen. Weg mit Arbeitslosengeld und sozialer Ächtung - und eine Diskussion über Mindestlöhne braucht's dann auch nicht mehr.
    daran glaub ich leider nicht.
    ob's nun alg ist das man bekommt oder grundeinkommen - die ächtung bliebe doch die gleiche, oder nicht? "wie, du gehst nicht arbeiten? und lebst von staatlicher alimentation? wie asozial! du lebst von unseren steuergeldern!" - das käme doch trotzdem, meint ihr nicht?

    Gleiche Grundbedingungen für alle.
    das ist unerreichbar. das fängt doch schon damit an, dass die einen einfach von anfang an mehr haben als die anderen.

    Das Geld ist da - wird nur derzeit anders rausgeballert.
    das seh ich allerdings auch so.
    spontan fallen mir da so dinge ein wie die 300 millionen, die die kfw-bank "versehentlich" an lehman bros. verschenkt hat. konsequenzen? null.
    oder dass 'ne menge politiker volle pensionen beziehen zusätzlich zu ihrem europa-gehalt (kam neulich ein bericht im fernsehen, ich hab gedacht ich hör nicht recht).
    oder dass für schweinegeld dinge gebaut werden, die garnicht benötigt werden.

    trotzdem glaub ich nicht ans grundgehalt - ich seh da einfach die gefahr, dass der anreiz, arbeiten zu gehen wegfällt und sich eine neue form von zweiklassengesellschaft bildet - diejenigen, die sich mit dem grundgehalt zufrieden geben und von vornherein zuhause bleiben und die anderen, die fleissig arbeiten gehen und sich aufregen über die "faulpelze" und "sozialschmarotzer". mittelding? damit rechne ich nicht.

    Wer sein Existenzminimum sicher und bedingungslos bekommt, kann sich aussuchen, ob und wieviel er womit hinzuverdienen will.
    siehe oben - ich fürchte halt dass viele ihren hintern dann überhaupt nicht mehr hochbekommen - warum auch?
    angeblich ist hartz4 ja auch schon existenzminimum. naja.

    Wir stecken - oder sind nur einen Schritt davon entfernt - im absoluten Kapitalismus. Ich finde, davon müssen wir weg.
    so seh ich das auch, aber im moment sehe ich leider keine vernünftigen lösungsansätze...
    und letztendlich hatten wir ja gerade erst eine (zumindest annähernd) demokratische wahl die gezeigt hat, dass "das volk" den kapitalismus wohl vorzieht.

    Alles, was links der Mitte steht, wird nicht mit in's Boot genommen - da wird's schon regelrecht undemokratisch, wie der Wählerwille missachtet wird (ich grüße z.B. Herrn Matschie, der offensichtlich nicht rechnen kann).
    das finde ich auch sehr irritierend. bin gespannt wie sich das weiterentwickelt...

    aber um auf den anfang dieses postings zurückzukommen:
    ich finde es schon erschreckend dass unser staat sich so wenig gedanken über die unterbringung seiner menschen/wähler macht.
    ohne sozialen wohnungsbau in staatlicher hand sehe ich sehr, sehr grosse probleme auf uns zukommen - es wird immer sozial schwächere geben die wohnraum benötigen, und die lässt der staat grad ganz gewaltig hängen.
     
    daran glaub ich leider nicht.
    ob's nun alg ist das man bekommt oder grundeinkommen - die ächtung bliebe doch die gleiche, oder nicht? "wie, du gehst nicht arbeiten? und lebst von staatlicher alimentation? wie asozial! du lebst von unseren steuergeldern!" - das käme doch trotzdem, meint ihr nicht?


    das ist unerreichbar. das fängt doch schon damit an, dass die einen einfach von anfang an mehr haben als die anderen.

    Nee, ich glaube nicht, dass das käme. Es hätten ja grundsätzlich alle erstmal das Gleiche - sagen wir mal, das Existenzminimum. Wer dann sagt, das reicht mir, arbeiten mag ich nicht - ich bleib' zuhause - der sollte dann halt auch dazu stehen. Es ist ja dann selbstgewählt - freiwilliger Verzicht auf Arbeit, freiwilliger Verzicht auf Geld. Wem das Existenzminimum nicht reicht, der arbeitet. Halbtags, ganztags, andere Teilzeit - wie er möchte. Ich seh' da die Ächtung nicht so - derjenige, der zuhause bleibt, muss halt dazu stehen - wie der, der lieber schuften geht, weil er höhere Ansprüche hat. Ich sehe halt die große Chance darin, dass man sich - weil man keine Angst vor dem Verhungern haben muss - seine Arbeit aussuchen kann. Findet man nicht direkt das Richtige, hat man immer die Chance, es später zu finden. Und die individuell richtige Arbeit resultiert in stärkerer Motivation. Ich halte das für eine große Chance für mehr Zufriedenheit und größeren output.

    Vielleicht hab' ich Illusionen - aber ich denke, einen Versuch ist es allemal wert.

    ohne sozialen wohnungsbau in staatlicher hand sehe ich sehr, sehr grosse probleme auf uns zukommen - es wird immer sozial schwächere geben die wohnraum benötigen, und die lässt der staat grad ganz gewaltig hängen.

    Ja - und es ist bereits angekündigt, dass das in der aktuellen Legislaturperiode noch schlechter werden soll. Guido hat gesprochen.

    Herzliche Grüße,
    Stefanie
     
    Es ist ja dann selbstgewählt - freiwilliger Verzicht auf Arbeit, freiwilliger Verzicht auf Geld.
    das isses doch auch jetzt schon?

    Wem das Existenzminimum nicht reicht, der arbeitet. Halbtags, ganztags, andere Teilzeit - wie er möchte.
    ohne jegliche aufrechnung mit dem grundgehalt?
    d.h. das grundgehalt gibt's dann zusätzlich zur arbeit oder wie?
    wären dann nicht dumpinglöhne die logische folge?

    Ich sehe halt die große Chance darin, dass man sich - weil man keine Angst vor dem Verhungern haben muss - seine Arbeit aussuchen kann.
    angst vorm verhungern muss doch auch aktuell in deutschland niemand haben. und seine arbeit aussuchen? naja. da glaub ich auch nicht so recht dran, denn a) hängt das selbstverständlich von der vorhandenen ausbildung ab (will garnicht wissen wieviele sagen würden: "wozu 'ne ausbildung, ich krieg doch grundgehalt?" oder - noch schlimmer: "wozu studieren? kostet doch nur 'ne menge geld und hinterher fährste eh taxi, wofür das ganze?") und b) von den vorhandenen arbeitsplätzen.
    wenn ich sehe wie schwer es derzeit sogar hier im grossraum stuttgart ist, einen anständigen job zu bekommen, sehe ich da wirklich bitterschwarz von wegen "aussuchen können".

    Findet man nicht direkt das Richtige, hat man immer die Chance, es später zu finden. Und die individuell richtige Arbeit resultiert in stärkerer Motivation. Ich halte das für eine große Chance für mehr Zufriedenheit und größeren output.
    och weisst du, ich würd ja wirklich gerne in meinem eigentlichen beruf arbeiten. nur gibt's da halt aktuell keine stellen. die gibt's derzeit nicht mal in meinem zweiten ausbildungsberuf. müsste ich meine ausbildungskosten abzahlen, ich säss in einem schuldenberg.
    wie sollte man das denn dann mit studium etc. handhaben? wer bezahlt? ich mein: bafög etc. würde dann ja auch wegfallen, oder nicht?

    Vielleicht hab' ich Illusionen - aber ich denke, einen Versuch ist es allemal wert.
    du scheinst auf jeden fall wesentlich mehr vertrauen in das gute im menschen zu halben als ich. ich hab da vermutlich schon viel zu lange resigniert...
     
  • das isses doch auch jetzt schon?


    ohne jegliche aufrechnung mit dem grundgehalt?
    d.h. das grundgehalt gibt's dann zusätzlich zur arbeit oder wie?
    wären dann nicht dumpinglöhne die logische folge?

    Ja, das Grundgehalt bekäme JEDER. Bedingungslos - also ohne jegliche Auflagen. Auch du und ich. Und das wird nicht mit dem Einkommen verrechnet. Was du dazu verdienst, ist deine Sache.

    Ja, wahrscheinlich würde es die Industrie dann mit Dumpinglöhnen versuchen. Aber das wäre ja nicht mehr existenzbedrohend. Und wo man sagen kann, ich komm' erstmal mit meinem Geld aus, für so'n Gehalt komm' ich nicht zu dir, würde sich das regulieren. Gerade bei ordentlich ausgebildeten Menschen, auf die die Industrie angewiesen ist. Wenn die nicht drauf angewiesen sind, jede Bezahlung annehmen zu müssen, kann man ihnen nicht jede Bezahlung bieten.

    Zu dem Mangel an Stellen - ja, das ist ja einer der Grundgedanken des Grundeinkommens. Wenn ein Staat so stark rationalisiert, dass Menschen keine Arbeit mehr bekommen können, dann muss er für einen Ausgleich für das Abschaffen von Arbeitsplätzen aufkommen. Will sagen - natürlich auch die Wirtschaft. Die muss für jeden abgeschafften Arbeitsplatz was in einen Topf tun. Der Mensch ohne Arbeit kann ja nicht mit 'nem Zelt in die Wälder ziehen und sich von Wildbret ernähren. Das verbietet ihm der Staat ja auch. Also müssen die, die an der Abschaffung von Arbeitsplätzen verdienen, einen Ausgleich zahlen.

    Und wenn der Mensch mit einem Grundeinkommen sich dann leisten kann, nur noch halbtags arbeiten zu gehen - dann bekommst du auch wieder mehr freie Arbeitsplätze. Teilzeit wahrscheinlich - aber das reicht ja dann auch vielen. Bewirkt m. E. eine Steigerung der Lebensqualität - und wenn die Leute dann Geld und Freizeit haben, eine Steigerung der Kaufkraft und des Konsums.

    Das ist jetzt SEHR vereinfacht ausgedrückt. Besuch' mal Götz Werner............ das Modell finde ich derzeit am besten.

    Ich schwanke übrigens ständig zwischen Idealismus und Resignation. Die ist auch mir nicht fremd .......
     
  • Ja, wahrscheinlich würde es die Industrie dann mit Dumpinglöhnen versuchen. Aber das wäre ja nicht mehr existenzbedrohend. Und wo man sagen kann, ich komm' erstmal mit meinem Geld aus, für so'n Gehalt komm' ich nicht zu dir, würde sich das regulieren. Gerade bei ordentlich ausgebildeten Menschen, auf die die Industrie angewiesen ist. Wenn die nicht drauf angewiesen sind, jede Bezahlung annehmen zu müssen, kann man ihnen nicht jede Bezahlung bieten.
    glaubst du nicht, dass dann ruckzuck jeder deutsche arbeitsplatz von auswärtigen besetzt würde? und dass deutsche arbeitnehmer garnichts mehr finden könnten, selbst wenn sie wollten?

    Wenn ein Staat so stark rationalisiert, dass Menschen keine Arbeit mehr bekommen können, dann muss er für einen Ausgleich für das Abschaffen von Arbeitsplätzen aufkommen. Will sagen - natürlich auch die Wirtschaft. Die muss für jeden abgeschafften Arbeitsplatz was in einen Topf tun.
    ich glaub nicht dass das funktionieren würde.
    die firmen rationalisieren ja (oder machen dicht) derzeit, weil die rechnung nicht aufgeht. wenn die unternehmen dann auch noch für jeden arbeitsplatz, den sie nicht bieten können (wie willst du das überhaupt ausrechnen, wieviele arbeitsplätze da theoretisch sein könnten?) bezahlen müssen, dann machen sie sofort dicht, weil sich's nicht lohnt.
    hätten wir dann nicht bald ein land gänzlich ohne industrie?

    Also müssen die, die an der Abschaffung von Arbeitsplätzen verdienen, einen Ausgleich zahlen.
    ich glaub eher die gehen dann einfach ins ausland.

    Und wenn der Mensch mit einem Grundeinkommen sich dann leisten kann, nur noch halbtags arbeiten zu gehen - dann bekommst du auch wieder mehr freie Arbeitsplätze.
    daran glaub ich noch weniger.
    hat sich doch längst gezeigt, dass man eine vollzeitstelle nicht einfach in zwei teilzeitstellen aufsplitten kann. das funktioniert nur bei den einfachst-jobs, und für die werden halt keine "normalen" gehälter bezahlt.

    dass mehr freie arbeitsplätze entstehen würden glaub ich auch nicht. wir haben halt derzeit einfach zu wenig arbeit, die wird auch nicht mehr, wenn einige auf vollzeit verzichten.

    Teilzeit wahrscheinlich - aber das reicht ja dann auch vielen. Bewirkt m. E. eine Steigerung der Lebensqualität - und wenn die Leute dann Geld und Freizeit haben, eine Steigerung der Kaufkraft und des Konsums.
    also wie du mit teilzeit die kaufkraft steigern willst, ist mir schleierhaft.
    bei teilzeit hast du logischerweise weniger geld, also auch weniger kaufkraft, da beisst die maus keinen faden ab.
     
    also wie du mit teilzeit die kaufkraft steigern willst, ist mir schleierhaft.
    bei teilzeit hast du logischerweise weniger geld, also auch weniger kaufkraft, da beisst die maus keinen faden ab.

    Ich kann jetzt nicht auf alles eingehen, weil ich jetzt wieder meiner Tochter beim Küchenaufbau helfen muss. Nur dazu - du könntest ja nur darum Teilzeit arbeiten, weil du das Bedingslose Grundeinkommen hast - das würde dir den Wegfall des Gehaltsanteils von Vollzeit auf Teilzeit ersetzen. Zumindest in den unteren bis mittleren Einkommen.
     
    Nur dazu - du könntest ja nur darum Teilzeit arbeiten, weil du das Bedingslose Grundeinkommen hast - das würde dir den Wegfall des Gehaltsanteils von Vollzeit auf Teilzeit ersetzen. Zumindest in den unteren bis mittleren Einkommen.
    ich arbeite doch im moment auch teilzeit. und ja, das reicht grad so.
    bekäme ich dazu noch ein grundgehalt von ca. 800 euros, dann würds mir richtig super gehen. aber wie das finanziert werden soll versteh ich trotzdem nicht.
     
    Hallo ,

    also Semiplena das seh ich doch dann eher wie loschdi.

    Ein Grundgehalt für alle .... denke erst mal ist das nicht finanzierbar.
    Dann halt ich es für total ungerecht.
    Wieso sollte die Frau eines gut-oder sogar besserverdienenden
    Immomakler (nur mal als Beispiel ) , dann noch ein Grundgehalt
    beziehen ? Sie ist nicht darauf angewiesen und kann ihren
    Lebenunterhalt auch so ganz angenehm bestreiten.


    Dann würd ich es gescheiter finden zbs. den Mütter die
    wegen der Brutpflege ihren Job aufgegeben haben ein
    Grundgehalt zu zahlen und dass dann nicht nur 2 oder 3
    oder 5 Jahre sondern eben solange die Kinder , Kinder sind.

    Denen würds nämlich wirklich helfen und wäre eine schöne
    Zugabe für den "Einverdiener-Haushalt".
    Dann könnten auch mehr Frauen zu Hause bleiben und die
    Familie versorgen und viele Kleinkinder müssten nicht schon
    mit 2 oder 3 Jahren in eine Kita gehen weil du Mutter
    arbeiten muss.
    Um irgendwelchen Disskusionen schon vor zu greifen,
    ich meine jetzt diese Mütter die gerne zu Hause bleiben
    würden und die anderen können ja trotzdem arbeiten gehen.



    LG Feli
     
    ich glaub das wird bei uns hier ab näxten Jahr realisiert ...
     
    Dann würd ich es gescheiter finden zbs. den Mütter die wegen der Brutpflege ihren Job aufgegeben haben ein Grundgehalt zu zahlen und dass dann nicht nur 2 oder 3 oder 5 Jahre sondern eben solange die Kinder , Kinder sind.

    Denen würds nämlich wirklich helfen und wäre eine schöne
    Zugabe für den "Einverdiener-Haushalt".
    Dann könnten auch mehr Frauen zu Hause bleiben und die
    Familie versorgen und viele Kleinkinder müssten nicht schon
    mit 2 oder 3 Jahren in eine Kita gehen weil du Mutter
    arbeiten muss.

    Ja, die kriegen's ja auch. Es kriegt eben jeder, Kinder bekommen einen geringeren Betrag, aber auch die bekommen es schon. Und man kriegt es sein Leben lang - nicht nur, solange man Kinder großzieht oder so - das wäre ja nicht bedingungslos! Auch die Rente stockt später dann darauf auf. Hat man weniger gearbeitet, hat man ja auch geringere Rente - aber man hat auch immer noch das Grundeinkommen.

    Und es heißt bedingungslos, weil einfach davon ausgegangen wird, dass alle Leute, ohne Ansehen ihres Status, das Gleiche als Basis haben sollen. Als Menschenrecht sozusagen - von Geburt an. Bedürftigkeit ist eben nicht Bedingung - dann kommen wir ja wieder dahin, dass man die Bedüftigkeit erst nachweisen muss, dann kommt die Frage warum ....usw. Also bekommt es auch die Gattin eines Immobilienmaklers. Eben absolut bedingungslos!

    Es ist finanzierbar - es gibt da ganz verschiedene Rechenmodelle zu den unterschiedlichen Ansätzen zum Grundeinkommen.

    Aber bitte - ich kann euch das nicht vorrechnen oder wirklich gut erklären. Gebt den Begriff in eine Suchmaschine ein - Wikipedia erzählt dazu übrigens auch schon eine Menge - und schaut euch die recht unterschiedlichen Modelle an. Und glaubt mir - darüber wird wirklich nachgedacht!

    Bedingungslose Grüße,
    Stefanie
     
    Hallo,


    ich hab mir die Seite "grundeinkommen.de" angeschaut.
    Hab mich durch ein paar Seiten gelesen.


    " Freiheit statt Vollbeschäftigung"

    na prima sag ich da nur.

    Dann sind ja alle blöd die den ganzen Tag arbeiten.
    Die zahlen nämlich dann auch dieses Grundeinkommen
    derjenigen die sich nen Lenz machen.
    Der Bäcker steht nicht mehr um Mitternacht auf .. ja wieso sollte
    er denn. Die Apotheke macht um 15 Uhr dicht und der Bauer
    verkauft die hälfte seiner KÜhe, weil er kann ja dann ne
    Stunde länger schlafen.
    Ist jetzt alles bissel übertrieben geschrieben,aber auf sowas läuft es dann
    doch hinaus.



    Bist du eigentlich Mitglied dieser Gruppe Semiplena ? mir kommts
    irgendwie so vor als würdest hier doch ganz schön Werbung
    dafür machen.


    LG Feli
     
    Bist du eigentlich Mitglied dieser Gruppe Semiplena ? mir kommts irgendwie so vor als würdest hier doch ganz schön Werbung dafür machen.

    DAS nehm' ich jetzt ehrlich übel.

    Wär' ich Mitglied dieser Truppe (welcher überhaupt - da gibt es einige???), würde ich ganz sicher kein Wort darüber verlieren. Weil ich Schleichwerbung grundunanständig finde. Und dass es mir einer zutraut, auch.

    Ganz abgesehen davon - was sollte "Werbung"?? Das ist weder ein Produkt noch eine einzelne Partei. Das ist eine Weltanschauung.

    Ich hab' jetzt keine Lust mehr. Es gibt genug Infos über das Bedingungslose Grundeinkommen - wen's interessiert, der soll sich die Infos suchen.

    Seltsam finde ich, dass hier offenbar noch keiner davon gehört hat. ALLE im Bundestag vertretenen Parteien haben sich bereits damit befasst. Seltsam, dass Menschen, die vor 5 Wochen irgendeine dieser Parteien gewählt haben, sich so wenig mit deren Zielen befasst haben. Man muss keiner "Truppe" angehören, um darüber Bescheid zu wissen. Man muss nur interessiert sein.

    Angefressene Grüße,
    Stefanie
     
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