Hier passiert grad das Gegenteil: die Amseln sind braver geworden!
Unsere erste Heidelbeerernte vor Jahren haben sie über Nacht vernichtet, sie fielen im Rudel über die noch unreifen Früchte her und fraßen ratzekahl die 4 Sträucher leer. Seitdem haben wir alljährlich beim ersten Anblick einer Amsel in Beerennähe die Sträucher mit Moskitonetzen verhängt. Wochenlang musste man den Anblick dieser unschönen weißen Gespensterriege auf der Terrasse ertragen, wenn man die Ernte für sich haben wollte ... bis letztes Jahr, die Moskitonetze waren schon entfaltet und bereitgelegt, sich keine Amsel in einem der Kübel sehen ließ. Hat offenbar noch etwas Zeit mit den Netzen, dachte ich ... und, Überraschung: schon viele Beeren blau und noch immer keine hungrigen Amseln ... !? Ausgewandert waren sie nicht, sie unterhielten sich allabendlich wie gewohnt auf den Dächern und stocherten tagsüber fleißig in Mulch und Rasenschnitt, interessierten sich aber kein bisschen für die Heidelbeeren und überließen kampflos die komplette Heidelbeerernte uns!
Und dieses Jahr das gleiche! 
Die Heidelbeeren tragen üppig, ich hab bereits gut die Hälfte gepflückt, aber die Vögel haben sich nicht beteiligt. Gestern kam der Nachbar zum Plausch vorbei und erwähnte unter anderem, er wundere sich, dass er dieses Jahr die Vogelschutznetze für seine Heidelbeeren gar nicht gebraucht hätte!
Ein Rätsel. Haben die einfach ihre Diät geändert? Es gibt keine anderen Früchte, die sie so mühelos klauen könnten. Die Kirschendiebe waren wie immer die Stare, die Amseln kamen nur in Maßen zum Zuge. Also von was leben sie jetzt, zumal es seit 3 Wochen keine Kirschen mehr gibt?
Natürlich verzichte ich gern auf den Anblick der Terrassengespenster. Aber sehr merkwürdig find ich das Verhalten der Amseln schon. Mir soll's recht sein, ein Ärger weniger!
