Mein Heimatdorf ist in den 70er Jahren eigemeindet worden und damit Teil einer neuernannten Stadt geworden.
Ich bin Anfang der 70er nach München gezogen und wohnte - wie MariaSchwarz --in der Maxvorstadt, fast 15 Jahre lang.
Der Kontakt zur Heimat und zu den Eltern war aber fast wöchentlich da.
In dieser Zeit wurde aus dem verschlafenen Dorf mit Wirtshaus/Brauerei (gibt es immer noch und schon seit vieleln Jahrhunderten), Metzgerei, Bäckerei, Konditorei, Kolonialwarenhändler (ja, so nannte er sich), Textil- und Haushaltswarengeschäft (sogar einen Hufschmied hatten wir noch) ein Stadtteil mit zunehmender Bebauung.
1986 bin ich mit meinem Mann wieder in - eben jetzt nicht mehr Dorf sondern Stadt - zurückkehrt, zunächst noch ins alte Elternhaus, nebean begann dann Fastneubau/Renovierung der alten Schreinerwerkstätte meines Opas, wo wir nun 40 Jahre wohnen.
Wir wohnen noch im alten Teil, wo es noch größere Gärten gibt, aber auch die werden weniger, weil die Erben verkaufen und die Grundstücke von Bauträgern aufgekauft und dicht bebaut werden.
Die Wirtschaft gibt es noch - zum Hotel gemausert, die Brauerei nicht mehr, die Konditorei gibt es auch noch - in dritter Familienhand, das Haushaltswarengeschäft auch noch in dritter Hand.....
Und viele neue Geschäfte sind dazu gekommen und auch weitere Lokale.
Man kann hier zu Fuß alles einkaufen, auch Mode. Und einen Superfriseur haben wir auch. Und noch viele Ärzte, sogar einen Zahnarzt.
Also rundum gut versorgt.
Was nicht mehr geht: Banküberweisungen einwerfen (nur noch Geldautomat) und die Apotheke hat vor ein paar Jahren geschlossen.
Aber: alles ist anonymer geworden, ich kenn fast niemand mehr - außer den Nachbarn in unserem Teil und noch ein paar alte Schulfreunde.
Aktuell hat unser Stadtteil um die 4.300 Einwohner.
wilder Gärtnerin