So, jetzt ist gerade etwas Zeit.
Meine nächstgelegene Kirche läutet nur zu den Gottesdiensten und Mittags um 12.00 Uhr, aber einige der münsteraner Kirchen haben auch ein Geläut, dass die Viertelstunde schlägt. Es gibt halt so viele Kirchen, dass man eigendlich, egal wo in der Stadt man ist, immer in Hörweite einer Kirchenglocke ist.
Sobald "meine" Kirche läutet, muss ich Tür und Fenster schließen, wenn ich telefonieren möchte - sonst versteht man kein Wort. Aber für mich gehören die Glocken einfach dazu, es würde ohne sie etwas fehlen.
Als unsere Kirche mal zu ungewohnter Zeit geläutet hat, bin ich nachschauen gegangen, ob etwas passiert wäre - es war schon enttäuschend, weil ich in der Zeit eigendlich drauf gewartet hatte, dass der neue Papst gewählt wäre und dann wurde nur für einen Schulgottesdienst geläutet, der bei uns nicht auf dem Gottesdienstplan stand...
Die übernächste Kirche fängt morgens um 7.00 Uhr mit den Viertelstunden-Schlägen an. Da habe ich an manchem stillen Sommermorgen den Eindruck gehabt, dass vorher noch alle geschlafen hätten und das der Weckruf für das Viertel wäre, den schönen Sommer-Samstag nicht zu verschlafen. Es ist eine volltönende, ziemlich tiefe Glocke, die sie dafür nutzen. Ich mag den Klang sehr.
Die Glocken der Innenstadtkirchen sind auf einander abgestimmt, so dass es einen harmonischen Klang gibt, wenn Dom, St. Lamberti (das ist die mit den Wiedertäuferkäfigen am Turm), Liebfrauen Überwasser, St. Martini und welche Glocken man je nach Windrichtung gerade dazu hört, zusammen läuten. Ich finde es jedenfalls immer toll, wenn ich zur richtigen Zeit gerade auf der Aabrücke stehe. Unterhalten kann man sich dann allerdings nicht mehr, dazu ist es zu laut.
Und sonst? "In Münster regnet es, oder es läuten die Glocken. Wenn beides zeitgleich stattfindet, ist Sonntag," heißt es hier. Geregnet hat es dafür dieses Jahr aber zu wenig.