Den ersten Garten habe ich erlebt, als ich 12 war und wir umzogen - kein gutes Alter, um mit sowas anzufangen...gott, was habe ich dieses ewige Unkrautzupfen gehaßt. Zumal meine Eltern ihren Garten fast ausschließlich mit Rhododendren, Rasen und Bodendeckern gestalteten, da fehlte nur die Parkbank mit dem Penner zur öffentlichen Grünanlage. Ich war ganz froh, als ich zu Hause raus war und mich in den folgenden Jahren in diversen Etagenwohnungen wiederfand.
Zwischendurch lebte ich dann zwei Jahre auf dem plattesten Land - ohne Garten, aber mit ausgesprochen viel Natur...das war eine Zeitlang ganz toll, als ich dann mein erstes Kind bekam, war es nur noch Horror, ich dachte, ich verblöde.
Die nächste Wohnung war dann im vierten Stock mitten in der Fußgängerzone. LEBEN! LICHT! MENSCHEN!
Als unser zweites Kind auf der Welt war, hatte ich es satt, jedesmal verreisen zu müssen, wenn ich mit den Kindern raus wollte: also Haus mit Garten. Der war grün. SEHR grün. Er bestand aus Efeu und Immergrün und sah ein bißchen aus wie der Ohlsdorfer Friedhof. Ich stellte eine Sandkiste auf, fläzte mich auf die Terrasse und sagte, sehr schön, wie praktisch, Gartenarbeit kann ja machen, wer will, ich nicht...
das dauerte ungefähr ein, zwei Wochen.
Es erwischte mich ganz ungeheuerlich und innerhalb weniger Wochen wälzte ich Bücher, rodete, grub, hackte und pflanzte. Und seitdem hänge ich dran.
LG, Tina.
oh, P.S.: die Klavierlehrein meiner Tochter besprüht die Tasten vor jedem neuen Kind mit Sagrotan und arbeitet in der Schnupfenzeit nur mit Mundschutz, was den Unterricht ein bißchen gespenstisch anmuten läßt. Nützt nichts. Sie ist andauernd krank.