AW: Tomatenzöglinge 2013
Ja, das geht...
Die Samen die du von 'ner F1 gewinnst sind dann in der Filialgeneration 2 (F2). Da werden sie dann in ihren Merkmalen aufspalten. Und ab da wird die Linie von Generation zu Generation stabiler. Bis am Ende 'ne genetisch stabile, sog. samenfeste Sorte steht. Die genetische Stabilität lässt sich exakt in Prozent ausdrücken:
F3 = 50% genetisch stabil
F4 = 75% genetisch stabil
F5 = 87,5% genetisch stabil
F6 = 93,75% genetisch stabil
F7 = 96,875% genetisch stabil
F8 = 98,4375% genetisch stabil
F9 = 99,21875% genetisch stabil
F10 = 99,609375% genetisch stabil
F11 = 99,8046875% genetisch stabil
und so weiter...
Soweit zum Einfachen teil. Die Tatsache, dass so Absaaten eben genetisch instabil sind macht die Sache kompliziert. Du musst in jeder Generation selektieren, Auslese betreiben. Das heißt du musst möglichst viele Pflanzen anziehen und dabei die Pflanze finden, welche einerseits am Besten ist (Ertrag, Geschmack, Gesundheit, ...) und gleichzeitig den Merkmalen der Original-Hybridsorte am Ähnlichsten ist.
Und wiegesagt: Um so mehr Pflanzen du dabei hast wird das Endergebnis ein besseres sein. Die Schwierigkeit liegt als an der Menge der Pflanzen. Diese Dehybridisierung kann man in einem Spektrum von Hobbygärtner-Charakter bis professionelle Pflanzenzüchtung betreiben.
Wahrscheinlich hast du bislang nicht verstanden, weshalb das Prinzip gilt "umso mehr, um so besser". Man könnte es so formulieren: Es wäre schade, wenn ein unentdecktes Talent in der Samentüte schlummern würde und du dann im Garten stehen würdest, und würdest 'ne weniger gute Pflanze selektieren und mit der weiterzüchten.
Oder es geht da auch um die Merkmale. Ich mach mal ein Beispiel: Nehmen wir 'ne fiktive Hybridsorte. Diese fiktive Hybridsorte hat gelbe Früchte. Das Gen für gelbe Früchte "r" ist rezessiv. Da rezessive Gene im Verhältnis 3:1 aufspalten würde eine von vier Pflanzen gelbe Früchte produzieren. Die anderen drei Pflanzen würden rote Früchte produzieren. Willst du also eine gelbe Tomate selektieren benötigst du vier Pflanzen in Deinem Garten.
So, nun nehmen wir an die fiktive Sorte hat ovale Früchte. Das Gen "o" für ovale Früchte ist ebenfalls rezessiv. Nun benötigst schon schon 16 Pflanzen. Eine von 16 Pflanzen wird Früchte produzieren, die sowohl gelb, als auch oval sind.
Nun stellen wir uns vor die fiktive Hybridsorte hat neben den ovalen Früchte auch 'n kleinen Nippel am Blütenende. Das Gen dafür nennt sich "bk" - und es ist wieder rezessiv (rezessive Gene werden immer klein geschrieben, dominante positiv). Willst du also 'ne Pflanze, die gelbe, ovale Früchte und mit Nippel produzierst, wird eine von 64 Pflanzen diese drei Merkmale tragen.
Packen wir 'n weiteres Gen dazu: "cr" für platzfeste Früchte. Eine von 256 Pflanzen wird alle vier Merkmale tragen.
Und so kann man das weiter treiben:
5 rezessive Merkmale: 1 von 1.024 Pflanzen
6 rezessive Merkmale: 1 von 4.096 Pflanzen
7 rezessive Merkmale: 1 von 16.384 Pflanzen
8 rezessive Merkmale: 1 von 65.536 Pflanzen
9 rezessive Merkmale: 1 von 262.144 Pflanzen
10 rezessive Merkmale: 1 von 1.048.576 Pflanzen
11 rezessive Merkmale: 1 von 4.194.304 Pflanzen
12 rezessive Merkmale: 1 von 16.777.216 Pflanzen
Vielleicht versteht mich ja jetzt einer, dass ich nicht verrückt bin und es schon seinen Grund hat, warum ich 'nen großen Acker benötige. :grins:
Grüßle, Michi
Ja, das geht...
Die Samen die du von 'ner F1 gewinnst sind dann in der Filialgeneration 2 (F2). Da werden sie dann in ihren Merkmalen aufspalten. Und ab da wird die Linie von Generation zu Generation stabiler. Bis am Ende 'ne genetisch stabile, sog. samenfeste Sorte steht. Die genetische Stabilität lässt sich exakt in Prozent ausdrücken:
F3 = 50% genetisch stabil
F4 = 75% genetisch stabil
F5 = 87,5% genetisch stabil
F6 = 93,75% genetisch stabil
F7 = 96,875% genetisch stabil
F8 = 98,4375% genetisch stabil
F9 = 99,21875% genetisch stabil
F10 = 99,609375% genetisch stabil
F11 = 99,8046875% genetisch stabil
und so weiter...
Soweit zum Einfachen teil. Die Tatsache, dass so Absaaten eben genetisch instabil sind macht die Sache kompliziert. Du musst in jeder Generation selektieren, Auslese betreiben. Das heißt du musst möglichst viele Pflanzen anziehen und dabei die Pflanze finden, welche einerseits am Besten ist (Ertrag, Geschmack, Gesundheit, ...) und gleichzeitig den Merkmalen der Original-Hybridsorte am Ähnlichsten ist.
Und wiegesagt: Um so mehr Pflanzen du dabei hast wird das Endergebnis ein besseres sein. Die Schwierigkeit liegt als an der Menge der Pflanzen. Diese Dehybridisierung kann man in einem Spektrum von Hobbygärtner-Charakter bis professionelle Pflanzenzüchtung betreiben.
Wahrscheinlich hast du bislang nicht verstanden, weshalb das Prinzip gilt "umso mehr, um so besser". Man könnte es so formulieren: Es wäre schade, wenn ein unentdecktes Talent in der Samentüte schlummern würde und du dann im Garten stehen würdest, und würdest 'ne weniger gute Pflanze selektieren und mit der weiterzüchten.
Oder es geht da auch um die Merkmale. Ich mach mal ein Beispiel: Nehmen wir 'ne fiktive Hybridsorte. Diese fiktive Hybridsorte hat gelbe Früchte. Das Gen für gelbe Früchte "r" ist rezessiv. Da rezessive Gene im Verhältnis 3:1 aufspalten würde eine von vier Pflanzen gelbe Früchte produzieren. Die anderen drei Pflanzen würden rote Früchte produzieren. Willst du also eine gelbe Tomate selektieren benötigst du vier Pflanzen in Deinem Garten.
So, nun nehmen wir an die fiktive Sorte hat ovale Früchte. Das Gen "o" für ovale Früchte ist ebenfalls rezessiv. Nun benötigst schon schon 16 Pflanzen. Eine von 16 Pflanzen wird Früchte produzieren, die sowohl gelb, als auch oval sind.
Nun stellen wir uns vor die fiktive Hybridsorte hat neben den ovalen Früchte auch 'n kleinen Nippel am Blütenende. Das Gen dafür nennt sich "bk" - und es ist wieder rezessiv (rezessive Gene werden immer klein geschrieben, dominante positiv). Willst du also 'ne Pflanze, die gelbe, ovale Früchte und mit Nippel produzierst, wird eine von 64 Pflanzen diese drei Merkmale tragen.
Packen wir 'n weiteres Gen dazu: "cr" für platzfeste Früchte. Eine von 256 Pflanzen wird alle vier Merkmale tragen.
Und so kann man das weiter treiben:
5 rezessive Merkmale: 1 von 1.024 Pflanzen
6 rezessive Merkmale: 1 von 4.096 Pflanzen
7 rezessive Merkmale: 1 von 16.384 Pflanzen
8 rezessive Merkmale: 1 von 65.536 Pflanzen
9 rezessive Merkmale: 1 von 262.144 Pflanzen
10 rezessive Merkmale: 1 von 1.048.576 Pflanzen
11 rezessive Merkmale: 1 von 4.194.304 Pflanzen
12 rezessive Merkmale: 1 von 16.777.216 Pflanzen
Vielleicht versteht mich ja jetzt einer, dass ich nicht verrückt bin und es schon seinen Grund hat, warum ich 'nen großen Acker benötige. :grins:
Grüßle, Michi