Selbstversorgung Flächen-Aufwand und womit

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Gelöschtes Mitglied 79998

Guest
Hallo in die Runde,
meine Nachbarin gehört mit Ihren 82 zur erfahrenen Liga.
Sie versorgt sich in Sachen Kartoffeln, Gemüse usw. selbst.
Sie sagte mir, dass meine noch freie Gartenfläche groß genug ist, um da für 2 Personen Selbstversorgung zu machen.
Bedingung, Kartoffeln einlagern und Tomaten für Soßen einfrieren u.sw.
Zum Zeitaufwand sagte sie mir nur, dass der Garten Arbeit ohne Ende ist.
Ich sage jetzt nicht, wie groß meine Fläche ist.
Ziel 2 Personen

Fragen:
1. Was müsste/sollte ich anbauen?
2. Wie hoch ist der Aufwand Arbeitszeit wenn ich das alleine mache?
3. Was muss ich wie einlagern oder konservieren?
4. Wie hoch ist der Zeitaufwand zu 3. dafür?
5. Ich habe Platz für z.B. Hühner.
6. Macht es Sinn sich für Eier ein Huhn zu halten?
7. Was ist der Aufwand dafür?

Sagen wir mal so. Ich würde das gern machen. Ich bin aber noch berufstätig und hätte max. 3 Stunden Zeit täglich dafür.

Wäre das von mir allein zu schaffen?
Wieviel QM Fläche brauche ich?
 
  • Halte ich für extrem unrealistisch...
    Man kann in einem großen Garten viel anbauen.
    Aber 100% Selbstversorgung? Neben Vollzeitjob & Co?
    Ich bezweifle das ganz arg.
    Dass man es schafft, im Sommer kein gängiges Gemüse wie Tomaten, Karotten, Gurke, Zucchini, Bohnen, Salat, Spinat, Mangold, Kohl, Sellerie, Kürbis etc. pp. zukaufen zu müssen, das kann man schon schaffen. (Kostet aber natürlich auch entsprechend Zeit und Mühe.)
    Aber komplett? Wirklich Alles? (Wie der Begriff Selbstversorger impliziert) Mit Kartoffeln rund ums Jahr, Äpfeln rund ums Jahr, Weizenanbau fürs Brot? Und am besten noch einem Reisfeld dazu... Ich kanns mir beim besten Willen nicht vorstellen.
     
    Und ich finde eine pauschale Antwort ist hier auch nicht möglich. Schau Dir erstmal an, was Ihr überhaupt gerne und viel esst. Und danach bestimmt sich dann auch der Anbau.
    Zur Konservierung und den Methoden steht hier in den Threads schon viel oder schau mal bei @Golden Lotus , was sie so macht.
     
  • Danke für deine Einschätzung. Ich glaubte das auch nicht.
    Wobei sich meine Antwort wirklich nur auf 100% Selbstversorger im echten Wortsinn + neben Vollzeitjob bezog.

    Natürlich nicht auf das, was @Tubi sagt, dass man sehr vieles anbauen und machen kann.
    Denn man kann definitiv extrem viel selbst anbauen, und locker ein paar Monate im Jahr (ohne brutalen Aufwand) vom Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten leben.
    Das geht problemlos, wenn man das möchte.

    Aber: Kartoffel und anderes Gemüse und Äpfel etc. rund ums ganze Jahr zu 100% aus dem eigenen Garten - dazu selbst Getreide für Brot anbauen, Tiere halten usw... Reis, Nüsse, Körner oder was man sonst noch so isst, und das alles neben einem Vollzeitjob..? Und auf paar hundert qm Fläche..?
    Halte ich definitiv für nicht realistisch...

    Oder bezog sich die Frage jetzt rein auf Gemüse, alles andere ausgeklammert? Da die Rede auch von Tieren war, hatte ich sie im Sinne echten Selbstversorgertums aufgefasst.
     
  • Bei sehr vielen Gemüsen ist der Selbstanbau auch nicht "lohnend" im Sinne von kostendeckend oder günstiger als Gekauftes.
    Das fängt schon bei Tomaten an. Besonders, wenn man die Jungpflanzen vorgezogen kauft.
    Und man ist den jahreszeitlichen Schwankungen stärker ausgesetzt, Ernteausfälle gar nicht gerechnet.

    Die Motivation für Selbstanbau ist für viele eine andere. Die Freude, etwas Eigenes zu erzeugen, ein gewisses Maß an Selbstwirksamkeit erfahren. Und natürlich ist die Qualität bei ganz vielen Gemüsen eine andere, gar nicht zu vergleichen. Auch kann man Arten und Sorten anbauen, die man im Handel nicht bekommt.

    Hühnerhaltung z.B. halte ich für sehr unrentabel im wirtschaftlichen Sinn. Und du hast nie Eier, wenn du welche brauchst und ganz viele, wenn kein Bedarf besteht. Abgesehen davon, dass Du es in einem Wohngebiet erst gar nicht dürftest.
     
    Das fängt schon bei Tomaten an
    Das kann ich wiederum nicht bestätigen... hier hat es sich wirtschaftlich zu 100% rentiert - allerdings habe ich 120kg Tomaten geerntet und wir kaufen nur Bio - sehr teuer. Da kostet das Kilo im Schnitt 9-16kg (tatsächlich die Preise bei uns in einer der teuersten Regionen des Landes).
    Wenn ich da nur vom niedrigsten Wert ausgehe, habe ich Tomaten für über 1000 Euro geerntet, und das hat sich in unseren Augen mehr als gelohnt. Zumal der Großteil der ausgefallenen, bunten Cocktails (von denen ich viele hatte) hier eben für fast das doppelte verkauft wird und es somit praktisch noch mehr war.

    Aber die Rede war soweit ich verstanden hatte (?) nicht wirklich von "Selbstanbau", ich finde der lohnt eigentlich immer und ist doch auch immer machbar, wenn man einen Garten und Lust dazu hat, sondern von echter "Selbstversorgung" (inkl Tierhaltung)
    Was darunter alles fällt... das kann man mit einem normal großen Garten neben einem normalen Berufsleben kaum abdecken.


    Hühnerhaltung z.B. halte ich für sehr unrentabel im wirtschaftlichen Sinn. Und du hast nie Eier, wenn du welche brauchst und ganz viele, wenn kein Bedarf besteht.
    Weiß nicht ob man das so pauschalisieren kann. Hier bei uns im Dorf haben total viele Hühner und sind sehr zufrieden. Aber sie machen dabei nicht auf Selbstversorger, sie bauen sonst kaum was an. Frische Eier scheinen ihnen einfach wichtig zu sein.
    @heiteck scheint auch positive Erfahrungen mit der Hühnerhaltung zur Abdeckung des Eigenbedarfes zu machen.

    Ich würde überhaupt nicht sagen, dass das im Einzelnen alles keinen Sinn macht - nur z.B. als Vollberufstätiger plötzlich alles machen zu wollen, also von Null auf hundert vom Ziergärtner, der keine Tomatenpflanzen ziehen möchte, wie Uwe mehrmals schrieb, zum reinen Selbstversorger, der keine Lebensmittel mehr kauft sondern sich zu 100% aus dem Garten ernährt... wofür man zum Einen eben extrem viel Zeit und Kraft bräuchte, viel Platz und Hintergrundwissen, das man sich über lange Zeit erarbeitet haben müsste... das halte ich für schwierig.
    (Fände allerdings umso spannender und interessanter, wenn jemand das wirklich ernstaft versuchen und dokumentieren würde. 👍)

    Die meisten Leute machen es halt doch so wie @Tubi sagt - überlegen sich, was ihnen wichtig ist, picken sich paar Sachen raus und fangen an. Das wächst ja meist auch von Jahr zu Jahr...
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Obwohl es wenige Dinge gibt, die ich so liebe wie Gartenarbeit sehe ich die Arbeit dennoch und überlege mir tatsächlich immer wieder wieviel Aufwand ich neben meinem übrigen Alltagsleben bewältigen kann. (Tendiere auch dazu, aus Leidenschaft und Neugierde mehr zu machen als ich am Ende zeitlich bewältigen kann)

    Wenn man es wirklich nur als Arbeit sieht ohne dabei Freude zu verspüren, macht es nur wenig Sinn.

    Denke, wenn man sich wirklich zu 100% mit der Arbeit seiner Hände selbstversorgen möchte (bitte im Sinne von alles selbst erzeugen + Tiere halten, nicht im Sinne von "viel Gemüse anbauen"), der muss dafür leben. Zu 100%. Viel Raum für andere Hobbies oder Interessen bliebe da nämlich nicht!

    Hier leben viele Landwirte, die ja hauptberuflich einiges anbauen und erzeugen. Nicht einmal die sind zu 100% Selbstversorger. Die gehen auch einkaufen und kaufen einiges zu. Wer kann schon wirklich alles anbauen, was er wirklich braucht und alle Tiere halten?

    Ok, als Vegetarier mit extrem eingeschränktem Speiseplan geht es vielleicht, wenn man auf Reis & Co. verzichtet.
    (Selbst für Veganer, die zu 100% von pflanzlichem leben, das nicht getötet wird, also auch keine Wurzeln und Knollen etc. stelle ich es mir nicht so einfach vor... wie sieht es mit der Gewinnung von Pflanzenölen aus, etc..? Dafür muss man ja Unmengen Pflanzen anbauen...)
     
  • Egal wie groß oder klein ein Garten ist, man muss an Anbaumaßnahmen Spaß haben und die Einstellung sollte stimmen.

    Wenn ich in einem anderen Beitrag von dir @UweKS57 lese, das du "noch nicht mal" bereit bist Tomaten selbst anzuziehen, dann wird das mit der "Selbstversorgung" (die ich jetzt zunächst mal auf Gemüse beziehe) extrem schwierig.

    Das du Waschbären und evtl. auch Füchse im Garten hast, machen die Hühnerhaltung etwas kostspielig.
    Du brauchst sicher eingezäunte Bereiche.
     
    @UweKS57
    Ich würde einfach langsam anfangen und mich Stück für Stück vor arbeiten und schauen wie alles zu schaffen ist.
    Wir , mein Mann und ich, sind beide Zuhause, haben einen Garten von ca.600 qm Zier und Nutz und das schaffen wir so ganz gut, würden wir arbeiten gehen , würden zuviel liegen bleiben und der Spaß würde fehlen , der ist wichtig , denn wenn ich immer nur muß, dann geht doch die Freude an dem ganzen weg
     
    Veganer essen keine Wurzeln und Knollen? :unsure:
    Das ist mir neu. Aber egal, ist nicht das Thema hier.
    Selbstversorgung ist unrealistisch. Aber mehr selbst anbauen geht sicher. Ich habe auch Sachen, die nicht viel Aufmerksamkeit brauchen im Anbau. Wenn Ihr die mögt, würde ich die auch empfehlen. Kürbis, rote Beete z.B. sind solche. Ich mag sie sehr gerne.
     
    Wir kennen Veganer, die keine lebenden Pflanzenteile essen. Aber ich kenne mich da persönlich gar nicht aus - mir klingt das auch bisschen extrem..?
    Beruhigend, wenn die meisten Veganer das anders sehen, denn das finde ich persönlich doch einen Schritt zu heftig (auch aus gesundheitlicher Sicht)

    Aber sorry, OT - dem Rest schließe ich mich natürlich an.
    Mehr anbauen geht immer, wenn man will. Man kann definitiv sehr, sehr viel selbst anbauen, wenn man das möchte. Und ich persönlich betrachte das auch keinesfalls als Zeitverschwendung (bei den aktuellen Preisen für Bio Gemüse und Obst sogar als wirtschaftlich rentabel obwohl das niemals meine Motivation war. Es ist jetzt nur ein netter Nebeneffekt.)
     
    Wir kennen Veganer, die keine lebenden Pflanzenteile essen. Aber ich kenne mich da persönlich gar nicht aus - mir klingt das auch bisschen extrem..?
    Beruhigend, wenn die meisten Veganer das anders sehen, denn das finde ich persönlich doch einen Schritt zu heftig (auch aus gesundheitlicher Sicht)

    Aber sorry, OT - dem Rest schließe ich mich natürlich an.
    Mehr anbauen geht immer, wenn man will. Man kann definitiv sehr, sehr viel selbst anbauen, wenn man das möchte. Und ich persönlich betrachte das auch keinesfalls als Zeitverschwendung (bei den aktuellen Preisen für Bio Gemüse und Obst sogar als wirtschaftlich rentabel obwohl das niemals meine Motivation war. Es ist jetzt nur ein netter Nebeneffekt.)
    Darüber schreiben wir hier zum Glück nicht 😂
     
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