Hajo *drückdichganzfeste*
Danke
hast schon mal überlegt mit jemanden drüber zu sprechen, der sich damit auskennt?
Ja, die erste Therapie habe ich 2009 begonnen, seit 2011 habe ich neue Therapetin und bessere Medikamente. Das hilft zumindest das schlimmste zu verhindern. Das plötzliche Ende des Sommer hat mich ziemlich runtergezogen, fühlte sich zeitweise an wie Entzugserscheinungen durch Sonnenmangel. Inzwischen habe ich mich wieder etwas gefangen, der Mangel ist jetzt normalzustand.
Und das mit dem September als Wendepunkt, das musste ich an dem Tag einfach loswerden. Es ist für mich tatsächlich so. Der September markiert für mich das Ende der Wohlfühlzeit, es beginnt eine Zeit des Übergangs, dann kommt eine gefährlich-schwierige Zeit bis es dann, meist im April, wieder besser wird, und dann ab Mai wieder Wohlfühltage beginnen.
Im Winter kommt vieles zusammen - kalt, dunkel, wenig Farbe, viel Schmutz. Im Sommer kann man gut draussen leben, im Winter ist es draussen eine latente Bedrohung durch Erfrieren. Es ist eine Zeit die mich viel Kraft kostet, mich gegen all die negativen Einflüsse zu stemmen, und irgendwann ist die Kraft dann aus.
Ich weiss dass andere Winter mögen, den Schnee und Wintersport. Auch Weihnachten - was mir an Weihnachten gefällt ist all das Licht und die glitzernde Dekoration. Farbig, bunt, sauber, funkelnd. Das hat vieles was dem Winter fehlt.
Ich behalte die Deko oft bis Ostern, weil es sonst wenig schönes in meiner Umgebung gibt.
Im Moment bin ich auf der Siche nach LED Leuchten mit "Tageslicht" Spektrum, so dass ich die Wohnung besser beleuchten kann, ohne dass die Stromrechnung durch die Decke geht. Komischerweise hat der Media-Markt nur "warmweiß", auch Bauhaus, und bei OBI gibt es nur eine einzige Sorte LED-Straher mit Tageslicht Charakteristik, die ich aber nur in einem Zimmer einsetzen kann.
Aber selbst der ganze Zimmer-Dschungel, das Licht und die Heizung helfen nur wenig - wenn ich morgens das Haus verlasse, dann bekomme ich den Winter sofort in aller Deutlichkeit unter die Nase gerieben, und das zehrt. Aber das einzige was ich machen kann, ist meine Umgebung so hell und schön wie möglich zu gestalten, und ansonsten auf die Medikamente zu hoffen. Hexen können die Psychiater alle nicht, ehrlich gesagt, wenn die Medikamente nicht helfen, dann können sie sehr wenig tun. Sie können gut (er-)klären, was für Störungen in der Psyche Ursache für die Probleme sind (oder sein könnten) reparieren können sie sie meist nicht. Sie können helfen, damit besser umzugehen, und zu verstehen. Ich könnte auch stärkere Medikamente bekommen, aber die haben dann auch heftige Nebenwirkungen, z.B. Schwindelanfälle und Konzentrationsstörungen. Das geht bei der Arbeit nicht.
Mal sehen. Letztes Jahr war es bis Januar/Februar gut, und der milde Winter hat mir gut gefallen. Vielleicht klappt es dieses Jahr wieder. Aber im Moment regnet es draussen, die Sonne ist schon wieder weg, das Grau hat gewonnen.