Nachbarin nörgelt an der Hecke herum ...

Registriert
15. Mai 2007
Beiträge
1
Hallo liebe Gartenfreunde,

wir haben 2003 ein Haus in einem Neubaugebiet gebaut. Im Mai 2004 haben wir rund um das Grundstück eine Ligusterhecke gepflanzt.

Laut § 30 des Niedersächsischen Nachbarrechtsgesetz genügt von der Wurzel gemessen ein Abstand von 25 cm zur Grundstücksgrenze, wenn die Hecke nicht höher als 120 cm ist. So hoch ist sie noch nicht und wir haben ca. 30 cm Abstand zur Grenze gelassen. Inzwischen ranken seitlich die Zweige über die Grenze, vielleicht 10 cm. Die Nachbarin beschwert sich darüber und ich habe angeboten, die Hecke von ihrer Seite aus zu schneiden. Das haben wir im vergangen Jahr auch gemacht und brav alles eingesammelt und geharkt. Das möchte sie aber nicht, mit der Begründung, ihre Pflanzen seien ja auch so sehr gewachsen und ich käme da gar nicht mehr durch.

Es ist die Seite, auf der sie eine Einfriedung errichten müsste. Das will sie aber auch nicht. Da sie diese Diskussion jedes Jahre auf's Neue anfängt, habe ich gesagt, sie könne doch einen Zaun ziehen und alles abschneiden, was durchwächst. Nein, das will sie auch nicht. Am Anfang hat sie mal betont, sie wolle keinen Zaun, die Bepflanzung könne doch ruhig ineinander übergehen. Sie hat übrigens Sträucher von 4 bis 5 m Höhe, die höchstens 2 m von der Grenze entfernt stehen. Kleinere Pflanzen und Sträucher stehen bei ihr so dicht an der Grenze, dass man wirklich aufpassen muss, wohin man tritt. Mir wollte sie erzählen, man müsse 1 m Arbeitsbreite zur Grenze lassen. Dann müssten ja zwischen allen Grundstücken 2 m Niemandsland sein, wo keiner was pflanzen darf?!? Sowas habe ich aber noch nirgends gesehen. Ist sowieso interessant, ich muss 1 m Platz lassen, sie aber nicht?

Ich glaube, sie kann mich nicht mehr zwingen, die Hecke zu entfernen, da sie nun schon drei Jahre steht und sie mich in der Zeit nicht schriftlich aufgefordert hat. Damit ist die Einspruchsfrist wohl vorüber. Allerdings habe ich ja auch den Mindestabstand eingehalten (s. § 30 oben).

Nun habe ich gelesen, wenn man sich mit dem Nachbarn einigt, kann man eine Hecke als Einfriedung auch direkt auf die Grenze setzen und dann ist jeder für die Pflege auf seiner Seite zuständig.

Da sie sich ja mehrmals mündlich geweigert hat, eine Einfriedung vorzunehmen, kann ich mich nicht darauf berufen und sagen, ich habe die Einfriedung vorgenommen und sie kann auf ihrer Seite die Hecke schneiden oder eben nicht, aber ich werde es nicht machen? Nur in der Höhe und auf meiner Seite?

Und was wäre, wenn sie doch noch einen Zaun zieht? Kann sie dann die Hecke schneiden lassen und mir die Kosten in Rechnung stellen? Oder müsste sie mich in ihren Garten lassen zum Schneiden der Hecke?

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand Rat geben könnte!

Viele Grüsse
Little Princess :eek:
 
  • hier ist keine Rechtsberatung möglich, leider
    Verjährung von Pflanzungen: 5 Jahre (das kann ich Dir aber sagen)

    niwashi, der sich bestätigt fühlt, alles sofort immer schriftlich zu machen ...
     
    Hallo Niwashi,

    eine Rechtsberatung suche ich ja auch nicht, ich möchte auch nicht anfangen, mit so einem Kinderkram Rechtsanwälte zu beschäftigen ...:rolleyes:

    Aber ich hoffe auf Antworten von "Gärtnern" in ähnlichen Situationen, die sich vielleicht irgendwie geeinigt haben.

    Ach je, 5 Jahre?? Aber wie gesagt, ich habe den erforderlichen Abstand ja nicht unterschritten. Eigentlich sind diese gesetzlichen Abstände auch witzig. Bei 25 cm Distanz ist ja klar, dass so ein wachsfreudiger Liguster irgendwann die Grenze "überschreitet".

    Viele Grüsse
    Little Princess :eek:
     
  • Bei 25 cm Distanz ist ja klar, dass so ein wachsfreudiger Liguster irgendwann die Grenze "überschreitet".

    Das ist klar! Willst Du uns damit sagen, dass alle Gesetze logisch und richtig gemacht sind?

    Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Schweine fliegen können. Jedenfalls muss ich als Nachbar nicht dulden, dass mein Nachbar zum Heckenschnitt mein Grundstück betritt.

    Es ist daher sinnvoll, wenn man etwas mehr Grenzabstand lässt, damit das auch gut geht.

    Einer meiner Nachbarn hatte seine Hecke zuerst auf die Grenze gepflanzt. Er musste sie dann versetzen, was ihm schon gestunken hat. Später hat er sie dann immer so geschnitten, dass sie nach dem Schnitt grenzbündig war. Das heißt, sie ist im Sommer teilweise 1 Meter zu mir herüber gewachsen. Zum Schneiden ist er dann immer bei mir aufs Grundstück gekommen, wohlgemerkt, ohne zu fragen. Es hat ihn nicht interessiert, was mit meinen Pflanzen ist, er ist einfach drüber getrampelt über mein Gemüse. Als ich ihn dann mal gesehen habe, hat er mich beleidigt. (Der ist Eigentümer und hat vermietet, wohnt aber zig km entfernt)
    Inzwischen habe ich einen Zaun angebracht, hinter dem er sich immer abquält beim Schnitt.
    Vielleicht setze ich auch noch eine Brombeere neben den Zaun, die darf dann auch zu ihm rüber, ich hoffe sie wurzelt da auch.
     
  • Hallo Unregistriertes,

    als ich letztes Jahr die Hecke auf Nachbarins Seite geschnitten habe, da habe ich erst brav gefragt, habe nichts zertrampelt, alles aufgesammelt und man hat nicht gesehen, dass ich da war.

    Ehrlich gesagt, eine Hecke, die in einem Jahr um einen Meter breiter wird, habe ich auch noch nicht gesehen ... es handelt sich bei uns um gerade mal 10 cm, die die Hecke oben an der Krone übersteht. Das sieht man daran, dass meine Nachbarin zwei Tage nach dem Pflanzen der Hecke Grenzborde gesetzt hat.

    Aber wie siehst Du denn die Tatsache, dass ihre Sträucher ruhig über meine Hecke hängen dürfen und sie bis an die Grenze pflanzt, ich aber einen Meter Arbeitsbreite hätte lassen sollen?

    Viele Grüsse
    Little Princess :eek:
     
    ... Jedenfalls muss ich als Nachbar nicht dulden, dass mein Nachbar zum Heckenschnitt mein Grundstück betritt ...
    Falsch! Du hast das Recht, das Grundstück des Nachbarn zu betreten um Deine Hecke zu schneiden - nach vorheriger Anmeldung!

    niwashi, der das aber schon mal hier geschrieben hat ...
     
  • Der Kläger musste schon seit längerer Zeit mit ansehen, wie die Hecke seines Grundstücksnachbarn immer weiter zu ihm auf das Grundstück herüberwucherte. Er verlangte daher von seinem Nachbarn, die wuchernden Zweige soweit zu beschneiden, dass diese nicht länger über die Grundstücksgrenze ragen. Der Nachbar fand sich zwar hierzu bereit, wollte aber die Arbeiten vom Grundstück des Klägers aus verrichten. Dies lehnte der Kläger jedoch ab, so dass ein Prozess unvermeidlich war. Das Landgericht München entschied dabei zugunsten des Klägers.
    Die Begründung: Der beklagte Grundstücksnachbar hat seine Hecke nicht nur so zu gestalten, dass diese nicht über die Grundstücksgrenze wuchert. Er muss auch dafür sorgen, dass er wuchernde Zweige von seinem eigenen Grundstück aus beschneiden kann. (LG München II, Urt. v. 10. 07.1987 -2S2115/86)
     
    Also ich hab beim Pflanzen der Hecke so viel Platz gelassen, das ich sie auch noch von meinem Garten aus schneiden kann. Ca. 30 cm - aber ich bin schlank ;) Ich kann nicht erwarten, das der Nachbar seinen Garten so gestaltet, das ich von dort aus die Hecke schneiden kann. Um Recht geht es nicht immer, sondern um miteinander auskommen.

    In Rechtsstreitigkeiten kann man auch mal überlegen, einen Schlichter als unabhängigen Dritten, einzuschalten.


    Sharif
     
    ich finde das Urteil grad nicht, aber es ist so; übrigens, jeder Schnitt des Nachbars an deiner Hecke ist Sachbeschädigung, die Ernte am Baum unzulässig ... der Gesetzgeber kennt sich wohl selber nicht so aus, was er nun will ... will er was?

    abgesehen davon halte ich mich nun aus diesen leidigen Diskussionen raus, da mich Nachbarschaftskonflikte dieser Art nerven ... kann denn niemand voraussschauend seinen Garten anlegen? oder holt von mir aus SuperRTL, die suchen immer Psychopathen!

    niwashi, der mit seinen Nachbarn gut kann und seine Hecke von dessen Grundstück auch ohne zu fragen schneiden kann und darf ...

    PS unregistrierte Besserwisser dürfen ruhig auch angemeldet besser wissen ... es läßt sich ja belegen, was Du schreibst ... also warum sich verstecken???
     
    Ich bin auch vorsichtig und schlank genug, um da ohne Beschädigungen an der Hecke entlang zu gehen. Und ich würde auch gern friedlich miteinander auskommen. Wenn sie aber nicht will, dass ich auf ihre Seite zum Schneiden komme, selbst nicht schneiden will, obwohl ich es ihr erlaubt habe, keinen Zaun ziehen will, mich aber auch nicht auffordert, die Hecke zu beseitigen ... was soll ich denn jetzt bitte tun??

    Hab' leider das Pech, eine Nachbarin zu haben, die schon einige Male die Polizei gerufen hat, weil irgendjemand gewagt hat, nach 13.00 Uhr noch Rasen zu mähen oder am Sonntag mal ein Brett zu sägen ... ohne vorher mit dem Betreffenden zu reden übrigens. Man kann sich ja vorstellen, im Neubaugebiet haben die Leute immer so einiges zu tun, was sie selbst machen, und haben meistens nur am Wochenende die Zeit dazu.

    Ihr könnt Euch also denken, wie allseits beliebt diese Frau ist. An mir liegt's nicht.

    Zur vorausschauenden Gartengestaltung: deswegen habe ich ja seinerzeit im Internet gegoogelt, wie viel Platz ich lassen muss. Bin auch ein unerfahrener Gärtner. Ich hielt es aber für unproblematisch, einmal im Jahr auf Nachbars Seite die Hecke zu schneiden, weil ich mir das anders auch nicht vorstellen konnte. Und einen Meter Arbeitsbreite hinter einer Hecke habe ich nun wirklich noch nicht gesehen ...

    Von ihr war es aber genauso wenig vorausschauend. Ein Riesenbungalow und drumherum genau die 3 m Grenzabstand, die man bei der Bebauung einzuhalten hat. Und diese 3 m sind rund um's Haus wirklich zugeballert mit allem, was der Gartenmarkt so hergibt. Das ist schon mehr ein Urwald. Ich käme aber nie auf die Idee, ihr zu sagen, ihre Sträucher/Bäume müssen weg, da zu hoch und zu nah an meinem Grundstück.

    Deswegen nervt es mich ja so. Leute, die andere pausenlos belehren wollen und alles nur zu ihren Gunsten auslegen. Sie wollte doch, dass die Bepflanzung ineinander übergeht. Konnte ja nicht riechen, dass ihr Grünzeugs zwar in meins übergehen darf, aber gefälligst nicht umgekehrt.

    Viele Grüsse
    Little Princess :cool:
     
  • Wie bereits angedeutet, ist es vielleicht das Beste einen Schlichter kommen zu lassen.

    Ich musste Jahrelang erdulden, das der Nachbar immer wieder Zweige der 2 Laubbäume meines Garten, die schon ewig stehen, über den Zaun geworfen hat.


    Sharif
     
  • Wie bereits angedeutet, ist es vielleicht das Beste einen Schlichter kommen zu lassen.

    Ich musste Jahrelang erdulden, das der Nachbar immer wieder Zweige der 2 Laubbäume meines Garten, die schon ewig stehen, über den Zaun geworfen hat.


    Sharif

    Hallo Sharif,

    wie kommt man denn an so einen Schlichter?

    Viele Grüsse
    Little Princess :cool:
     
    Hallo, wenn du einen Schlichter bestellst, und es kommt zu einem Schlichtungsgespräch dann mußt du für dieses Gespräch bezahlen. Grüße von M
     
    bei den Städten gibt es glaub ich Schlichterstellen.
    Sicherlich kostet das auch etwas, aber so wie ich gehört habe nicht viel.


    Sharif
     
    Danke für Eure Antworten ;-)

    Naja, ich würde ja dafür sogar was bezahlen, wenn ich dann endlich meine Ruhe hätte.

    LG
    Little Princess :cool:
     
    Ich würde die Nachbarin zu Kaffee und Kuchen einladen und mit ihr das Problem in Ruhe besprechen.

    Wenn erst ein Schlichter bestellt werden muss, geht das Theater doch erst richtig los.

    Liebe Grüße
    Petra, die wieder mal froh ist, keine Nachbarn zu haben
     
    Ich glaub du hast das Pech erwischt so einen Nachbarn zu erwischen den du es eh nicht Recht machen kannst egal was du machst auch wenn ihr euch in diesem Fall einigen werdet ich glaub es wird nicht lang dauern und es wird etwas neues geben!
    Ich hoffe ihr findet einen Weg um in Frieden miteinander auszukommen und ich glaub du wirst dort noch öfters zurückstecken müssen um unnötigen Stress aus dem Weg zu gehen!
    Alles Gute!

    Gruß Gerd
     
    Ich würde ihr auch gern wünschen, daß sie ein einigermaßen nettes Verhältnis mit der Nörglerin haben könnte, Gerd - aber für mich sieht das nicht so aus.
    Nur ja nicht immer den unteren Weg gehen, Kleineprinzessin, das habe ich viel zu lange gemacht. Wenn man bei solchen Menschen nicht direkt zickig wird und sie in ihre Grenzen schubst, piesacken sie immer weiter! Bis Du platzt. Und dann haste viel zu spät genau das Verhältnis welches Du schon vor 20 Jahren gehabt hättest, nur hättest Du Dich in dieser Zeit weniger auch über Dich selbst geärgert.
    Ich beneide Pere weiterhin für ihre fantastischen Wohnverhältnisse!!!!
    warnende Grüße!!!!
     
    es gibt so leute, denen passt nichts!

    gott sei dank sind die nicht unsere nachbarn... glück gehabt!

    als wir unser haus kauften, war es bereits 8 jahre alt und es hatte sich so eingespielt, dass unsere beiden hecken, die die nachbargrundstücke abgrenzen, sowohl von uns als auch von den nachbarn gepflegt werden.

    von uns auf der unsrigen seite und oben... von den nachbarn auf deren seite...

    hat ja jeder was von der hecke :)

    aber: das ist sicherlich ein glücksfall!

    also LittlePrincess - ich glaub, du kannst machen, was du willst! DIESER nachbarin wirst du es wohl nicht recht machen können.

    frag sie doch nochmal bei ner tasse kaffee, was genau sie sich denn vortsellt...

    phila
     
  • Zurück
    Oben Unten