Mein Refugium

Rosensamen müssen zwingend stratifiziert werden.
Meine habe ich Anfang August in einem Park geerntet und einfach trocken aufbewahrt. Dann habe ich im Spätherbst eine Kiste mit Erde fertig gemacht, die Samen drin verteilt und einen guten Zentimeter Erde drübergesiebt. Das Ganze stand dann den kompletten Winter im Freien und kam im März ins Gewächshaus. Vom Erfolg war ich selbst überrascht.

Die Stratifizierung funktioniert auch nur in feuchtem Sand und wird u.a. bei Koniferen angewendet. Ganz wichtig ist auch die dauerhaft niedrige Temperatur, wie Du schreibst, @Lördag.
 
  • Langsam zeigen sich auch auf der Wildblumenwiese die ersten Keimlinge:

    wildwiese_20.05.2026.jpg


    Ich bin mal gespannt, was da so alles drin ist. Auf der Verpackung ist das nicht weiter ausgeführt, aber ich habe Samen von Sonnenblumen, Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Phacelia, Kornrade, Borretsch und diversen Malven identifizieren können. Es ist aber noch sehr viel mehr dabei.
    Eine halbschattige Ecke habe ich noch mit Samen der von mir sehr gemochten Akelei und eine vollsonnige, etwas magere Stelle mit Margeriten "nachgewürzt". Schlüsselblumensamen kamen auch noch dazu.
     
    Pfingsten stand bei uns allen ausnahmsweise mal die Work/Life- Balance im Mittelpunkt.

    wellness.jpg


    Meine Frau und ich waren mit dem Bus unterwegs und haben uns Kunst:Offen gewidmet. Hier in MV machen über Pfingsten die Künstler ihre Ateliers für Besucher auf und man kann sich alles anschauen sowie ins Gespräch kommen. Das war sehr schön und inspirierend.
    Zu Hause ist inzwischen alles durchgetrocknet und ich muß morgen erstmal meine ganzen Saatflächen wässern.:eek:
     
  • Der schwere Lehmboden an der Stelle hält das Wasser ganz hervorragend, so daß wir auf die Schnelle ein kleines Loch ausgebaggert und mit Wasser gefüllt haben. Unsere drei Mädels (Namen wurden nicht vergeben) wissen das sehr zu schätzen, wenn sie von der Engerlingsuche erschöpft sind.
    Als Nebeneffekt kommen noch die Schwalben der ganzen Umgebung und holen sich dort Baumaterial. Sonst ist es überall viel zu trocken dafür und unten am See gibt's nur Sand.

    Kunst:Offen war sehr interessant. In den vergangenen Jahren habe ich immer selbst mitgemacht. In diesem Jahr sind wir statt dessen einfach mal herumgefahren und haben Kontakte geknüpft.

    Besonders angetan war ich von den Keramiken und dem herrlichen Garten von Ines Diederich, wobei die imho besten Arbeiten leider nicht auf ihrer Webseite zu sehen sind.

    >das hier< hat mir auch sehr gut gefallen.

    Was mich hingegen sehr geärgert hat war, daß an zwei Stellen, die wir besucht hatten, offensichtlich KI- generierter Kram als Kunst angeboten wurde.
    Ich wäre dafür, solche Leute von der Aktion auszuschließen.
     
  • >das hier< hat mir auch sehr gut gefallen.
    Oh, schön südländisch, man könnte sich auf dieser Bank wie in Portugal fühlen. :)
    Na das ist ja spannend! Hab eben erfreut durch ihre Fotos geblättert, sehr ideenreich und einfach schön.

    Vom KI-Kram hätte ich ja auch gern ein Beispiel gesehen, um mich mitzuärgern oder eben auch nicht. ;)

    Und was hast du selbst so produziert, und warum hast du diesmal nicht selbst mitgemacht?

    ----
    Das Schweinebild ist toll anzusehen, vor allem bei diesen Temperaturen. :giggle: Solch nützlichen Lehm haben wir hier in der Karstgegend nicht. Aber 3 Mädels ohne Namen? Das geht doch nicht! :oops:
     
    Aber 3 Mädels ohne Namen? Das geht doch nicht! :oops:

    Nein, das ist besser so. Wenn sie Namen haben, dann fällt der Umzug in die Kühltruhe noch schwerer.
    Wir versuchen trotzdem, ihnen ein möglichst schönes Leben zu bieten.

    Und was hast du selbst so produziert, und warum hast du diesmal nicht selbst mitgemacht?


    Ich hoffe, das wird nicht als Werbung mißverstanden. :unsure:
    Angefangen hat das Ganze eigentlich mit meinem Hobby, Musikinstrumente zu bauen.
    Das hier ist eine dreisaitige Bluesgitarre (gestimmt: G-D-g):

    3_String__02-1.jpg


    3_String__07.jpg


    Später kamen dann meine Metallarbeiten dazu. Z.b. diese Stelen hier:

    stelen_2.jpg


    Sie stehen auf den Urnengräberfeldern zweier Friedhöfe. Der Korpus besteht jeweils aus 2mm CorTen- Stahl und die "Medaillons" aus 1mm V4A.
    Ich wollte eine Form finden, die möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Weltbildern anspricht und ich glaube, das hat ganz gut funktioniert. Mancher sieht einen Engel, andere eine Blume oder einen Sonnenaufgang.

    Nachdem nun mein Bus nach sieben Jahren endlich fertig geworden ist, habe ich zu meiner Frau gesagt: "Komm, wir fahren einfach los und gucken mal, was die Anderen so machen."
    Es war ein sehr schönes Pfingstwochenende und ich konnte einen Haufen echt interessanter Kontakte knüpfen.
     
    Bei den vielen Dingen, die Du gemacht hast und machst, frage ich mich, Dein wie vieltes Leben es ist, oder wie Du es hinbekommst, dass Dein Tag 48 Stunden hat. :D
     
    Nein, das ist besser so. Wenn sie Namen haben, dann fällt der Umzug in die Kühltruhe noch schwerer.
    Ah, ja, kann ich verstehen. War schon etwas Aufruhr damals im Kindergemüt, wenn ich meinen Seppi essen musste ...
    dreisaitige Bluesgitarre
    Eine Kanistergitarre! :) Da möcht ich doch gern mal hören, wie die klingt. Vorstellen kann ich es mir grad nicht.
    Die Corten-SonnenaufgangBlumenEngel gefallen mir auch. Die Form ist tatsächlich universell verständlich.

    Schöne Sachen machst du! (y)
     
  • Hi, bitte entschuldigt, daß ich ein paar Tage nichts von mir hören lassen habe. Die letzten Tage waren etwas stressig und ich hatte abends keinen Elan mehr, um sinnvolle Beiträge zu schreiben.

    Jörg: Das werde ich interessanterweise öfter mal gefragt. Tatsächlich versuche ich eigentlich hauptsächlich, alles so effektiv wie möglich zu gestalten. Wichtig ist auch Kontinuität: Bei der morgendlichen Runde schnell mal für 5 Minuten Unkraut im Treibhaus zu zupfen bringt mehr, als es wachsen zu lassen und samstags den Kampf aufzunehmen. Inzwischen ist die Mischkultur hoch genug, um die wirklich penetranten Unkräuter gut genug zu unterdrücken.
    Meiner Meinung nach ist einfach nur "dran bleiben" und die Vermeidung von Zeitdieben wie "sozialen Medien" oder dem Fernseher absolut ausreichend, um eine ganze Menge zu bewegen.

    Rosabelverde: Danke! Ich gucke mal, ob ich bei Gelegenheit mal eine Aufnahme hinbekomme.

    Tubi: Ich bin leider besser im Gitarre bauen als im Spielen. Viel mehr als einige einfache Bluessachen bekomme ich nicht hin. Wir haben hier einen Raum als Musikzimmer hergerichtet und treffen uns da gelegentlich mit ein paar Leuten zum Musizieren. Dabei bin ich letztendlich am Schlagzeug gelandet, was mir irgendwie am Besten liegt. Mal gucken, wie sich das entwickelt.

    Im Refugium habe ich gerade massiven Ärger mit Nacktschnecken. Einige junge Maulbeersteckinge wurden furchtbar zugerichtet und die Indianerbanane hat auch ordentlich Schaden genommen.
    Weißkohl und Broccoli sind ausgerottet.
    Um wenigstens die sauren Gurken und die Kürbisse zu retten blieb mir nur noch Ferramol übrig.:(
    Auch auf der Blumenwiese haben die Biester zugeschlagen und alles, was nach Ringelblumen u.ä. aussah, vernichtet. Ich weiß nicht, wie viele von den Viechern ich inzwischen gekillt habe.
    Immerhin gibt es noch reichlich andere Sämlinge, die hoch kommen:

    wildwiese_03.06.2026.jpg


    Die Funktion meiner geplanten Dreifelderwirtschaft scheint wohl nur theoretischer Naur zu sein. Ich habe Phacelia gesät, um die Quecke abzuwürgen. Das Ergebnis des Kampfes sieht bis jetzt eher nach einem vorsichtigen Unentschieden aus.

    phacelia_03.06.26.jpg
     
    Es ist ja nun schon ein Weilchen her, daß ich Neues vom Refugium gepostet habe. Drum zeige ich mal ein paar Bilder, wie es weiterging.
    Wohl durch die lange Trockenheit haben sich auf der Blühwiese nur wenige Arten durchgesetzt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Kornblumen, Phacelia, Borretsch, Lein und gelegentlich Cosmea.
    Ich lasse das Ganze sich dann in Ruhe aussamen und werde nach dem ersten Frost mit dem Schlegelmäher drüber fahren. Im Frühjahr säe ich dann noch ein paar trockenresistente Arten dazu und egge flach durch. Mal sehen, was dabei herauskommt und was die Schnecken übrig lassen.

    refugium_06.07.26_1.jpg


    refugium_06.07.26_2.jpg


    Apropros Schnecken: Die braunen Nacktschnecken haben sich zu einer nicht beherrschbaren Plage entwickelt. Es sind ohne jegliche Übertreibung tausende, die mein Freilandgemüse vernichtet haben. Allein an einem einzigen Abend habe ich nur im Gemüsebeet 417 Stück beseitigt und eine Besserung war überhaupt nicht zu merken.
    Einlegegurken, Kürbis und Paprika: 100% ausgerottet
    Weisskohl und Rosenkohl: bis auf jeweils einen ausgerottet.
    Brokkoli und Blumenkohl: ausgerottet
    Rote Bete: tiefe Fraßlöcher
    Chicoree: wenige Überlebende, stark geschwächt

    refugium_06.07.26_3.jpg


    refugium_06.07.26_7.jpg


    kuerbiswrack.jpg


    Für das nächste Jahr muß ich mir eine andere Strategie ausdenken. Das Mulchen mit Stroh geht nicht. Es bietet den Viechern den perfekten Unterschlupf.
    Ich überlege, bei den Pflanzen wo es geht mit Mulchvlies zu arbeiten und rundherum eine Art Schneckenzaun zu konstruieren.
    Dann den eingesperrten Erstbefall mit einer vorsichtigen Ladung Ferramol bekämpfen und vielleicht Glück haben.:unsure:

    Meine stecklingsvermehrten Johannis- und Jostabeeren sind sehr gut gewachsen. So sehr, daß ich für das kommende Jahr noch mit den ersten Früchten rechne.
    Vielleicht habe ich es beim Einpflanzen etwas mit den Hornspänen übertrieben, denn die Pflanzen haben besonders empfindlich auf Trockenheit reagiert. Daher auch die braunen Blätter im Bild.

    refugium_06.07.26_4.jpg


    Gut sehen auch die Schlehen aus. Selbst die Exemplare, die beim Ausgraben fast sämtliche Wurzeln eingebüßt hatten, sind ordentlich angewachsen.

    refugium_06.07.26_5.jpg


    Anfang Juli stand die Phacelia in voller Blüte.

    refugium_06.07.26_6.jpg


    Bis demnäx.
     
    Müsste zwei verschiedene Likes vergeben, das geht leider nicht. Das Phazelia-Feld sieht toll aus und ist sicher wunderbar für diverse Insekten. Ja, Mulch ist super für Schnecken, nackte Erde hält sie leider auch nicht ab.
     
    Deine Schnecken sind ja schlimm wie Wildschweine! :eek: Mei, wär ich da frustriert ... so macht das alles ja gar keinen Spaß mehr! :mad: Immerhin hast du von deinen Sträuchern Positives zu berichten, beruhigend, und deine Kornblumen- und Phaceliafelder machen Freude beim Betrachten. (y)

    Ja, Mulch ist super für Schnecken
    Ist das bei jedem Mulchmaterial so, egal was man aufstreut? Ich wollte in Zukunft mehr mit Rasenschnitt und Laubhäcksel mulchen, aber wenn ich mir dadurch solche Schleimerrudel heranziehe ... dieses Jahr haben sie sich hier in Grenzen gehalten, es war ihnen zu trocken.

    Da bleibt wirklich nur noch Mulchvlies. Drücke schon mal die Dauen, Lördag, dass dein Plan aufgeht. Willst du den dieses Jahr noch realisieren, oder ist der für die nächste Saison?
     
    Ist das bei jedem Mulchmaterial so, egal was man aufstreut?
    Alles, was den Boden feucht hält und wo sie drunterkriechen können. Ich lege auch gerne Rasenschnitt auf den Boden, aber nur ganz dünn. Sieht für mich besser aus als nackte Erde und sorgt dafür, dass Regen- bzw. Gießwasser nicht so auf die Erde klatscht. Wirklich feucht bleibt die Erdoberfläche dabei nicht.
     
    Furchtbar, oder? Sogar am Kartoffelkraut waren sie dran, wenn auch nur mit geringem Appetit.

    Aber es gibt nicht nur negatives zu berichten:
    Die Rosenhecke macht sich super. Vereinzelt gab es sogar schon Blüten. Dafür, daß die Pflanzen erst im vergangenen Winter gesät wurden, finde ich das erstaunlich. An der Stelle ist der Boden recht sandig und nährstoffarm und die Pflanzen wachsen ohne zusätzliche Nahrung wie verrückt. Als sie noch im Topf waren, haben sie sehr empfindlich auf Düngergaben reagiert. Sowas kenne ich sonst von Rosen gar nicht.

    rosen_24.08.26.jpg


    Im Gewächshaus sieht es gut aus. Meine Gehölzstecklinge sind gut gewachsen und ich werde sie da drin noch überwintern, damit sie bis zu den Eisheiligen noch etwas Vorsprung bekommen.

    gewaechshaus_stecklinge_24.08.26_1.jpg


    Meinem dreiwüchigen Urlaub waren auch einige Wochen mit etwas Zeitmangel vorausgegangen, was dazu geführt hat, daß das Gewächshaus einen gewissen Dschungelcharakter angenommen hat.

    gewaechshaus_24.08.26_1.jpg


    gewaechshaus_24.08.26_3.jpg


    gewaechshaus_24.08.26_4.jpg


    In diesem Jahr trägt die Kiwi "Hayward" zum ersten Mal und ich bin ganz erfreut, daß "Jenny" offenbar als Befruchter funktioniert. Die zu diesem Zweck daneben gepflanzte rein männliche hat nämlich noch immer keine Blüten gehabt. So kann ich sie wohl nun als Zierpflanze rauspflanzen und den Platz anderweitig nutzen.

    gewaechshaus_24.08.26_2.jpg
     
  • Zurück
    Oben Unten