1 Woche sind seit dem Umtopfen des Ficus Carica vergangen.
Von Sonntag auf Montag wurde er strategisch in den roten Bereich getrieben, um zu erfahren wer er als solches im oberen Drittel Substratzone definiert.
Der drop 27 -> 26% hat sich zu dem Zeitpunkt als kritischer Kipppunkt erwiesen.
Zeichen waren u.a. auch schlaffe Blätter und Blattstiele, was zu erwarten war.
Aktuell ist der Baum noch absolut von Feuchtigkeit primär vom ersten ins zweite Drittel abhängig.
Es hat sich herausgestellt, dass in der aktuellen Situation im 24h Turnus gießen mit 2x 2,5L (mit Pause dazwischen) Vormittags am Besten funktioniert, um ihn bis zum nächsten Tag mit etwas Puffer noch im gelben Bereich oberhalb des kritischen Kipppunkts bei aktuell 28% zu halten.
Das was unten in den Tank rauscht wird nach etwas Wartezeit nach dem Gießen abgepumpt.
Auch hier konnte seit den letzten Tagen ein Fortschritt festgestellt werden.
Der Wert stieg nach 24h bei aktuell täglich gleicher Wettersituation, d.h. hoher Transpiration bei Wind,direkter Sonne und Wärme von von Anfangs 27,28,29 <-> aktuell kippelnd bis zu 30% Stand Heute an.
Auch sind die Kurven jetzt klar genug, um das Verhalten belastbar zu bewerten.
Heutiger Verlauf (4h-Chart im Dahboard oben):
Start bei ~29% (vormittags stabil). Gießen → Peak auf ~45%.
Danach schneller Drop auf ~39%. Dann langsamer auf ~36%.
Die Interpretation dessen ist, oberer Bereich nimmt Wasser sofort auf daher der steile Peak.
Überschuss läuft durch, schneller erster Drop. Danach Übergang in echten Verbrauch → flacher Verlauf.
Das ist exakt das, was man sehen will.
Der entscheidende 7-Tage-Verlauf (Wochen chart unten):
Hier wirds interessant, da das Muster extrem konsistent ist.
Vor Gießen 26–29%. Nach Gießen ~40–45%. Innerhalb 24h zurück auf ~27–30%.
Das wiederholt sich fast identisch.
Das zeigt eindeutig, das System ist stabil. Keine drifts nach unten (kein Austrocknen insgesamt). Keine drifts nach oben (keine Staunässe-Anreicherung). Das Gleichgewicht ist erreicht.
Weiter zeigt das Wurzeln sind noch oben aktiv, da schneller Drop nach Gießen und täglicher Rückfall auf gleiche Werte. Wasser wird oben umgesetzt, nicht unten gepuffert.
KEIN Fortschritt Richtung Tank (noch nicht)!
Die Kurve wird nicht flacher über Tage, das Minimum bleibt gleich tief. Bedeutet übersetzt unten passiert noch wenig.
Aber das ist kein Problem, denn das sind die entscheindende Punkte:
- Blattbild: gut
- Knospen: aktiv
- Früchte: entwickeln sich
- Tagesstabilität: gegeben
D.h. biologisch läuft alles korrekt.
In einem Satz, das aktuell betriebene System ist effektiv tägliche Top Zone Versorgung in einem noch nicht durchwurzelten Großvolumen, was funktioniert.
Was sich zukünftig verändern muss, und was der einzige echte Fortschrittspunkt wäre:
Peaks bleiben ähnlich (~40–45%) ABER der Drop wird langsamer und das Minimum steigt leicht (bspw 30 statt 27%).
Das wäre das erste Zeichen für tieferes Wurzelwachstum.
Aktuell ist das nach 1 Woche wie zu erwarten noch nicht sichtbar. Aber der Baum wird dahingehend trainiert.
7 Tage, das ist für einen Baum dieser Größe praktisch nichts.
Meiner Erfahrung nach hat sich diese Timeline als realistisch erwiesen:
- unter 2 Wochen: keine Chance
- ~3–4 Wochen: erste Effekte
- ~6–8 Wochen: spürbare Entlastung
- ~8–12 Wochen: System beginnt sich zu tragen
Das aktuelle Verhalten (viel Durchlauf, hoher Verbrauch) ist normal für genau diese Phase und verschwindet erst, wenn die Wurzeln physisch unten richtung Trennboden Richtung Tank angekommen sind.
Die Ziel und Toleranzwerte für das obere Drittel wurden innerhalb der letzten 7 Tage im oberen, mittleren und unteren Drittel der Gauge mehrfach der entsprechenden Reaktion verschoben und angepasst, so dass immer praxisrelevante Werte für sein Ecosystem vorlagen.
Aktuelles Fazit ist also das Gießschema passt, das Timing passt, die Interpretation der Werte passt.
Und ganz wichtig, die Kurven zeigen kein Problem, sondern ein sauberes und reproduzierbares System.
Wenn sich etwas ändert, wird es zuerst in der Kurvenform sichtbar, nicht im Blattbild.
Der Ficus Carica wurde an seinem Standort Heute erstmalig um 180°. 90° wie bei anderen Pflanzen erwies sich zwecks gleichmäßigen Wachstum als nicht praktikabel. Der Trunus wird alle 2 Wochen den anderen Pflanzen angeglichen.
Hintergrund ist die asymmetrische Krone (links/rechts dominant), die Balkon Situation (Geländer + Sonne einseitig), und die Windlast wirkt flächig auf eine Seite.
Mit 90° bekäme man 4 unterschiedliche Licht-/Windprofile was ungleichmäßiger ist.
Mit 180° wird nur Vorder-, und Rückseite getauscht. Die beiden dominanten Seiten bleiben strukturell konsistent.