Fragen zum Ficus Carica (Feigenbaum)

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Wenn ich mir deinen Balkon so anschaue, dann würde ich die Feige im Winter in der Tat nach hinten an das Fenster schieben und bei längerem Frost ein Vlies oder eben ein Frostschutzzelt um die Feige errichten. Bei ganz starkem Frost dann noch eine Grabkerze (gut gesichert gegen das Umfallen!) darunter stellen. Es gibt übrigens auch sogenannte Frostschutzwächter für Treibhäuser.

Nachteil: es wäre direkt vor deinem Fenster und mit dem Vlies nimmst du der Euphorbia, die da neben deinem Fernseher steht, etwas Licht. Aber wenn das Vlies nicht dauernd drüber hängt, sollte das vernachlässigbar sein.
Verstehe.... weil das Teil wie ein Diffusor wirkt.
Wenn im Winter die Sonne nicht wirklich hoch über den Horizont kommt, bekommt die Euphorbia Ingens wenn überhaupt nur Tageslicht. Dort wo die zur Überwinterung aufgestellt kommt der erste Sonnenstrahl frühstens Richtung Ende März für ein paar Minuten vor Sonnenuntergang hin.
Das tut der nichts, Ab Mai sobald es angenehmer wird steht die und alle anderen eh wieder draußen auf dem Balkon.
Vor der Balkontür sind bspw. Beaucarena Recurvata und Euphorbia Trigona aufgestellt. Die sind im Gegensatz zur Ingens mehr oder minder ganzjahres aktiv, wenn auch in Zeitlupe.

Sowas hier?
 
  • Auf den Fotos zu sehen ist mineralischer Boden mit hohem Anteil an Feinmaterial und einem gewissen (geringen) Humusanteil - so, wie es in den Ländern der Exporteure üblich ist.
    Wahrscheinlich handelt es sich um den dortigen Ackerboden, also kein Pflanzsubstrat und auch nicht "organisch".
    Kann es sein, dass Du "organisch" mit "feine Körnung" gleichsetzt ? "Organisch" bedeutet nur Humus. Mineralsubstrat kann in sehr unterschiedlichen Korngrößen vorliegen.
    Weiß ich nicht. In der Beschreibung wird von Pflanzensubstrat gesprochen.
    Der Organische Anteil beträgt 10-15%
    Nein, die Körnung und dessen Volumen bezog sich auf den mineralischen Anteil. Es gibt mineralische Substrate die größer oder kleiner gekörnt sind, je nach Anwendungsfall.
    Organisch steht hier für das wie du es schreibst, Humus, nicht zu verwechseln mit Hummus :)

    Das Neudorff-Substrat ist in keinster Weise mit Mineralsubstrat vergleichbar, da es zu 90 oder mehr % aus Humus besteht.
    Genau, deshalb auch der Verweis auf das mineralisch-organisch Vulkatec Produkt.

    Die Frage ist, ist das gangbar, oder ist der organische Anteil bei ausschließlicher Verwendung zu gering?
     
  • Meine Meinung zu den gezeigten Feigen und dem überdachten Standort - für Feigen zu wenig Licht und Sonne, das klappt nicht mit leckeren Früchten...
    Von der Größe her, die Feige ist sehr wüchsig und würde bald oben anstehen, schneidest du immer zurück, gibts keine Feigen.
    Zum Substrat -Erde für mediterrane Pflanzen reicht völlig, ich versteh jetzt nicht was du dir noch für Gedanken machst, wenn in einfachen Sätzen schon alles dazu gesagt wurde.

    Meine Feige im Herbst geschnitten - trägt zweimal im Jahr aktuelle Fotos

    Anhang anzeigen 823390 Anhang anzeigen 823392 Anhang anzeigen 823393
    In der Zeit von März bis ca. Mitte/Ende September hast du auf dem Balkon trotz Überdachung ab ca. 13h die ersten Sonnenstrahlen die die erste Bodenplatten Reihe bestrahlt. Der ganze Balkon bis nach hinten ist irgendwann 3h später komplett besonnt. Die Innenräume sind einige Stunden vor Sonnenuntergang dran. Das sind jetzt Ende April die Fakten. Je näher der Sommer rückt desto früher und intensiver ist die Westbestrahlung. Westauslage hat nominell gesehen hier länger Sonnenbeschallung als die der Ostfenster. Mit Südauslage oder Garten kann ich bekanntlich nicht dienen.

    Egal ob auf der einen oder der anderen Seite meine Pflanzen sind strategisch positioniert und gedeihen mit dem Sonnenturnus selbst in der Wohnung gut. Kommen die ab Mai raus, explodieren die nach Eingewöhnungszeit regelrecht. Wieso sollte das der Feigenbaum nicht auch tun?

    Ja kann ich mir vorstellen mit der Größe. Nur sind deine Idealbedingungen nicht 1:1 auf meine Gegebenheiten übertragbar. Deshalb suche ich nach Kompromisse.
    Und um deine Frage zu meiner Frage wegen dem Substrat zu beantworten.... es gibt mehr als nur die Eine Realität.
    Ich höre mir gerne verschiedene Meinungen an und bilde mir dann meine Eigene.

    Bzgl. dem schneiden = keine Feigen widersprichst Du dich selbst. Einerseits weißt Du darauf hin, anderseits lieferst Du im letzten Satz über deinen Fotos selbst den Beweis dass nach Schnitt Früchte getragen werden.
     
  • Ja genau. Du musst halt einfach schauen, dass die Feige darin Platz und dass das Ganze Platz unter deinem überdachten Balkon hat.
    Amateurfrage: wie verhindert so ein Zelt, dass das Kernproblem Kälte/Frost?
    Du hast Erwähnt, einer Art Grablampe oder ähnlich zusätzlich zu verwenden.
    Aber ohne frisst sich doch die Kälte von unten nach oben dennoch durch.
    Ich will nur erwähnen dass mir unbekannt ist wie Kälteempfindlich die angebotenen Feigenbäume sind.
    Ergo muss ich entsprechend zugrundeliegender Daten der kälteemopfindlichsten Gattungen ausgehen und gestaffelt anwenden.
     
    Der Vulkatec MA am Telefon hat mir dieses hier empfohlen: Kakteensubstrat mineralisch-organisch für gesunde Pflanzen
    Ich weiß nicht, wie sich Xylit als Ersatz für echte "organische Substanz" verhält, würde aber auf die Erfahrungen von VulkaTec vertrauen, wenn ich ein fertiges Gemisch kaufen wollen würde.
    Das Datenblatt unter "Downloads" ist veraltet, es passt nicht zum aktuellen Produkt.

    VulkaTec Kakteensubstrat mineralisch-organisch scheint mir für die Feige geeignet.
     
    Bei einigen stand die Sorte doch auf dem Etikett. „Gota de miel“ und „Dama de cuello Blanco“ sind die jeweiligen Sortennamen. „Col de Dame blanche“Z.B., wie sie bei Baud heißt, wird als grosswüchsige, spätreife, einmaltragende Sorte beschrieben. Für heißes Klima empfohlen, da die Früchte einen langen heißen Herbst zu Ausreifen benötigen.
    Für dich also komplett ungeeignet!
    Lass das mit den Bauhausfeigen!

    Ich halte insbesondere die Hochstämme für dich für absolut unpassend. Du hast ja nach oben nur begrenzt Platz. Warum dann also 1m auf den Stamm verschwenden?

    Winterschutz ohne aktive Wärme (Grablicht) macht keinen Sinn.
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Ich weiß nicht, wie sich Xylit als Ersatz für echte "organische Substanz" verhält, würde aber auf die Erfahrungen von VulkaTec vertrauen, wenn ich ein fertiges Gemisch kaufen wollen würde.
    Das Datenblatt unter "Downloads" ist veraltet, es passt nicht zum aktuellen Produkt.

    VulkaTec Kakteensubstrat mineralisch-organisch scheint mir für die Feige geeignet.
    Das Vulkatec Substrat hat einen gewissen Anteil Kompost.
    Der Hinweis jedoch von Vulkatec Filtervließ über die Trennschicht im LC50 Topf zu legen, davon rät der Topf Hersteller kategorisch ab.
    Die beiliegende Tüte mineralisches als Drainageschicht auf den Trennboden legen und dann was auch immer darüber. Vließ würde das angedachte Verwurzeln in Richtung Tank genau durch diese öffnungen zwecks Selbstversorgung verhindern und das System zum erliegen bringen.
    Das klingt plausibel, und ist mir mit auschließlich mineralischen Substrat gänzlich unbekannt gewesen.
    Als Alternative zum organisch-mineralischen Vulkatec Substrat wurde ich auch hierauf aufmerksam gemacht, mit Pinienrinde als organischen Bestandteil: Pflanzsubstrat CITRUSPON
     
  • Es ist dann wohl eher eine dieser beiden Sorten…..und man weiß nicht, welche. Was ja noch schlimmer ist.

    Oder keine der beiden Sorten. Man weiß es eben nicht, wie so oft bei Angeboten aus dem GC oder Baumarkt.

    Ich würde solche besonderen Pflanzen auch nur in einer Spezial-Gärtnerei kaufen. Sie sind dann teurer, aber man weiß recht sicher, was man hat.

    Zu "Cuello Dama Blanco" schreibt der Palmenmann übrigens:
    "Durch eigene Erfahrungen klappt das Auspflanzen dieser Bäume im Raum Dortmund/ Ruhrgebiet wunderbar bis ca. -14/-16°C. Wenn es doch mal kälter wird sollte man frühzeitig den Baum ähnlich wie Rosenstämmchen gegen frostige Winde usw. schützen."

    Anmerkung i.e.S.:
    Bei Kübelkultur würde ich sie solchen Temperaturen nicht mehrere Tage lang aussetzen.
    Dann lieber ein einfaches Zelt kaufen / bauen, das innen mit Luftpolsterfolie ausschlagen (spart Heizkosten) und einen preiswerten Frostwächter reinstellen.
    Gegen kontraproduktives Aufheizen durch die Sonne sollte ein dünnes weißes (Teich-)Vlies zwischen Zeltwand und Folie schützen.
     
    Die absoluten Tiefsttemperaturen sind eben nur ein Kriterium, das es zu berücksichtigen gilt….
    Und wenn Moni trotz Rückschnitt Früchte erntet, ist das nicht unbedingt ein Widerspruch. Sie hat einen großen Baum und muss den nie so komplett und so hart schneiden, wie du es müsstest. Die Situation kannst du nicht vergleichen.
     
    Amateurfrage: wie verhindert so ein Zelt, dass das Kernproblem Kälte/Frost?

    Winterschutz ohne aktive Wärme (Grablicht) macht keinen Sinn.
    Im Prinzip geht es um die Zeitverzögerung der Abkühlung. Tust du einen Schutz drum herum, hält er die abkühlenden Winde ab und es wird etwas verzögert kalt unter der Haube. Zudem strahlt das Haus trotz Isolation eine leichte Wärme ab, die du mit dem Zelt auffängst. Manchmal reichen schon 1 - 2 Grad Wärmeunterschied aus. Und mit der Grabkerze brichst du die absoluten Kältespitzen. Etwas Frost hält die Feige ja schon aus.

    Ic h habe letztes Jahr drei kleine Feigen in meinen Garten gepflanzt und sie absolut ohne Winterschutz gelassen. Alle drei treiben aus, obwohl es heuer mehr als -10 °C wurde. Die genauen Sortennamen kann ich dir nicht sagen, zwei sind aus einem Kern gekeimt, eine ist ein Steckling, leider weiss ich nicht mehr, woher.
     
    Oder keine der beiden Sorten. Man weiß es eben nicht, wie so oft bei Angeboten aus dem GC oder Baumarkt.

    Ich würde solche besonderen Pflanzen auch nur in einer Spezial-Gärtnerei kaufen. Sie sind dann teurer, aber man weiß recht sicher, was man hat.

    Zu "Cuello Dama Blanco" schreibt der Palmenmann übrigens:
    "Durch eigene Erfahrungen klappt das Auspflanzen dieser Bäume im Raum Dortmund/ Ruhrgebiet wunderbar bis ca. -14/-16°C. Wenn es doch mal kälter wird sollte man frühzeitig den Baum ähnlich wie Rosenstämmchen gegen frostige Winde usw. schützen."

    Anmerkung i.e.S.:
    Bei Kübelkultur würde ich sie solchen Temperaturen nicht mehrere Tage lang aussetzen.
    Dann lieber ein einfaches Zelt kaufen / bauen, das innen mit Luftpolsterfolie ausschlagen (spart Heizkosten) und einen preiswerten Frostwächter reinstellen.
    Gegen kontraproduktives Aufheizen durch die Sonne sollte ein dünnes weißes (Teich-)Vlies zwischen Zeltwand und Folie schützen.
    Grade Dortmund, Pott? Hehe, da komm ich her ;)
     
    Danke für die vielen Eingebungen.
    Ich habe einiges gelernt, mir meine Eigene Meinung gebildet, und weiß nun im Detail was und wie ichs machen werde.

    Ein gewisser Eindruck bleibt, dass hier manche auf maximalen Ertrag getrimmt sind, Angst vor falscher Sorte haben, und nicht wirklich viel Verstädnis für Gestaltungswünsche haben. Wenn ich Baumgefühl, Schatten, Atmosphäre und wenn auch zweitrrangig ein paar Feigen signalisiere, wird mir hin und wieder mit zumindest subjektiv, mit Ertrag pro Jahr und Sortenoptimierung entgegnet. Andererseits wird mir entgegnet dass die womögliche Sortenfindung in der Problematik der sog. späten Ernte münden wird. Kurz: es waren keine Andeutungen für eine Massenernte vorhanden. Also ist das Risiko für mich fast egal. Das und anderes sind komplett verschiedene Zielesetzungen.

    Mein Fazit lautet:
    • Sorte unbekannt → kein Dealbreaker
    • Hochstamm → für mich sinnvoll
    • Rückschnitt → kein Problem
    • Standort → gut bis sehr gut
    • Risiko → überschaubar
    Ich denke nicht dass ich hier irgendwas falsch mache, im Gegenteil. Das passt ziemlich gut zu meinem Vorhaben.

    Entschieden habe ich mich für Bild Nr. 2 der beiden vorgestellten 160cm Varianten.
    Eingetopft wird der in einem LC50
    Substrat wird mineral-organische Lechuza Citruspon werden
    Ich werde mir einen passenden rollbaren Untersatz für das Systemgewicht zulegen
    Ein ungenutzt kapazitativen Sensor habe ich noch um den Feigenbaum ins Monitoring zu holen.

    Der Baum wird nicht zur Überwinterung in die Wohnung geholt. Warum weshalb wieso habe ich verstanden.
    Die Winterstrategie wird u.a. so umgesetzt, wie von @Linserich angestoßen.
    Ich werde mir ein Zelt besorgen.
    Der Rollbare Untersetzer wird ganzjährig installiert bleiben.
    Bei dem Systemgewicht ist Kokosmatte wegen instabilität auf dem rollbaren Untersetzer nicht ideal.
    Deshalb werde ich als Bodenentkopplung eine Holzplatte Multiplex / Siebdruckplatte / Massivholz, etwas größer als Rolluntersetzer, mind. 18–21 mm, imprägniert dafür zulegen.
    Ich will das nicht selektiv im Winter drunter hieven, das wird zu schwer sein. Deshalb werde ich die Holzplatte wie auch den rollenden Untersetzer ganzjährig installieren. Ergo werden beide schon vor dem Umtopfen da sein müssen.
    Topf wird mit Zelt nicht nur aus thermischen Gründen näher an die Hauswand geholt, sondern auhc weil es windgeschützter sein wird.
    Topf wird mit Seitenisolierung (z. B. Matte, Luftpolster, Jute, Kork) umwickelt und schützt die entscheidende Zone der Wurzeln.
    Vlies Über Baumkrone ab -8C oder -10C
    Stamm bleibt frei.
    Zelt soll minimale Luftzirkulation gewährleisten.

    So wie der Bauplan fürs Winter Setup und handling klar ist, ist mir nun auch ein Winter Einleitungs-, und Frühlings- Ausleitungsplan klar, div. Schnitt und Strukturregeln klar, ab wann, womit und wie gedüngt wird, und wie ich ihn in meiner Wunschform erhalten kann.

    Als erstes wird der Baum da sein, der Rest wird ein wenig dauern. In der Zwischenzeit kann sich der Feigenbaum vor dem Umtopfen erstmal an seine neue Umgebung gewöhnen.
     
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