Hier tropft es noch leicht, der Nachmittag ist trocken angesagt.
Auf dem Markt war es deutlich leerer als sonst zu der Tageszeit.
Meine Geflügelhändlerin hielt mir grinsend ein Schild unter die Nase, das darauf hinwies, dass sie Verpackungsmüll vermeiden wollten und jetzt ein Tablett hätten, mit dem sie private Plastikdosen entgegennehmen könnten. Sie meinte nur, sie wüsste ja, dass ich schon ganz lange meine eigenen Dosen mitbrächte, aber jetzt sei es auch offiziell von der Marktleitung erlaubt und nicht nur vom Standinhaber beschlossen.
Es hatte wohl in einer anderen Stadt deshalb Unmut gegeben. Mit dem Tablett zum hin und herreichen ist die Praxis aber jetzt überall gestattet, wo dieser Geflügelhändler seinen Marktstand aufbaut.
Es ist ein langsamer Prozess, aber vor 10 Jahren wäre es noch ein Grund für lange Diskussionen gewesen, ob man sein Zeug befüllt bekommt, ohne dass da wenigstens eine Plastikschicht mitgewickelt wird.
Heute habe ich selbstverständlich Dosen und Beutel in ausreichender Anzahl dabei, um alles, was auf meiner Liste steht, transportieren zu können. Denn auch beim Gemüsehändler zwingt mir niemand mehr eine Tüte für den Brokkoli auf, sondern man freut sich, dass ich meinen Extrabeutel dabei habe und rauspacke.