Trinkwasserqualität

  • kann mir bitte mal jemand schlüssig erklären,
    was die elektrische Leitfähigkeit mit der Qualität des Wassers zu tun hat?:confused:
    Die zeigt doch nur die Summe aller gelösten Salze, egal ob die gesund sind oder nicht!

    Ja, die Leitfähigkeit des Wasser zeigt u.a. die Summe der gelösten Salze, aber auch der Schwermetalle (Blei, Uran, Arsen etc.). Es geht ja allgemein um Elektrolyte:
    Die elektrische Leitfähigkeit gilt als ein Maß für die Gesamtheit der in einer Probe gelösten Elektrolyte.
    (Quelle: www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de)
    Dazu kommt, dass es von der jeweiligen Wasserleitung abhängt, was genau im Wasser enthalten ist... Bei manchen alten Leitungen ist z.B. Kupfer drin (was ich schon als sehr problematisch finde)! Es ist also nicht nur das Wasserwerk an der Verschmutzung des Wassers beteiligt, sondern auch die jeweiligen Wasserleitungen (sogar die neueren).
    Außerdem:
    Je mehr Salze und Metalle im Wasser, desto weniger kann m.W. das Wasser ihrer reinigenden bzw. entgiftenden Funktion nachkommen.

    Ich glaube auch nicht, dass man schafft, alle Schwermetalle und Medikamentenreste genügend zu reinigen. Das wäre zu teuer. Dann müssten wir das dreifache oder sogar noch mehr für unser Trinkwasser bezahlen...
    Hier ein Hinweis auf die Kosten.

    Und es ist eine Sache, ob man ein bisschen Dreck im Wasser hat oder wirklich Schwermetalle oder Medikamentenreste (z.B. Pillen - Stichwort "Verweiblichung der Fische"), die wirklich schädlich sind. Mir geht es ja nicht um einige Bakterien o.ä., die evtl. das Immunsystem fordern würden...

    Unsere Nieren können sehr viel abfangen, aber ich überlege mir momentan, ob ich mir nicht lieber eine gute Umkehrosmose-Anlage kaufe, anstatt neue Nieren... :)

    Oder liege ich mit meinen Überlegungen total falsch?

    Es gibt je auch kritische Stimmen, die ich in einem Forum gefunden habe (siehe hier). Die Studien von diesem "Wissenschaftler" Prof. Dr. Louis Claude Vincent werden in Frage gestellt (sein Grenzwert von 130 µS)...
    Anderseits wird er positiv hier dargestellt (das ist jedoch ein Verkäufer und er will ja vermutlich sein Produkt unterjubeln).

    Für mich stellt sich die Frage, warum die µS-Werte in Deutschland mit den Jahren drastisch erhöht wurden (wie auch im letzten Link zu sehen ist - viel höher als den der WHO)? Hat die deutsche Wissenschaft neue Erkenntnisse darüber oder ist es einfach zu teuer die Verschmutzung durch die Industrialisierung zu reduzieren?

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mir eine teure Anlage kaufen muss. Ich überlege mir evtl. einen Reisefilter zu besorgen und ab und zu eine Wasserkur zwecks Entgiftung zu machen (1mal pro Woche o.ä.). Ich frage mich auch, ob wir die nötigen Mineralien nicht durch die Lebensmittel bekommen oder nur durch das Wasser?

    Wenn jemand mir mehr darüber sagen kann, bin ich dankbar!
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Ihr wisst aber schon, dass Trinkwasser in Deutschland das am meisten und strengsten kontrollierte Gut ist! Kein Mineralwasser und schon gar kein Tafelwasser aus Deutschland dürfte als Trinkwasser angeboten werden, da sie alle die Trinkwassergrenzwerte überschreiten.

    Und diese Osmoseanlagen sind der größte Quatsch, da man sie ständig warten oder zumindest desinfizieren müsste da sonst die Gefahr von Verkeimungen sehr groß ist.

    Gruß von Umsi der Täglich mit Wasser zu tun hat.
     
  • Ihr wisst aber schon, dass Trinkwasser in Deutschland das am meisten und strengsten kontrollierte Gut ist! Kein Mineralwasser und schon gar kein Tafelwasser aus Deutschland dürfte als Trinkwasser angeboten werden, da sie alle die Trinkwassergrenzwerte überschreiten.

    Und diese Osmoseanlagen sind der größte Quatsch, da man sie ständig warten oder zumindest desinfizieren müsste da sonst die Gefahr von Verkeimungen sehr groß ist.

    Gruß von Umsi der Täglich mit Wasser zu tun hat.

    Das mit dem "bestkontrollierten Lebensmittel" hatten wir schon. Wenn nicht alle Schwermetalle kontrolliert werden, wenn es für Uran noch keine Grenzwerte gibt und wenn man nach Medikamentenrückständen nicht schaut, dann nutzt das ganze sehr wenig.

    Was die Osmoseanlagen betrifft, dann gebe ich dir Recht, dass bei den billigen Anlagen die Gefahr von Verkeimungen sehr groß ist! Beim Entnehmen der Filter kann es m.W. zur Verkeimungen führen.

    Deswegen überlege ich mir doch eine teure zu kaufen, wo die Filter m.W. im ganzen heiß verschweißt sind und nicht mit Luft in Verbindung kommen. Es wurde mir gesagt, dass der komplette Filter mit Gehäuse mit einem Bajonettverschluss ausgetauscht wird. Man hat auch einen Filterwechselservice (das ist bei den billigen nicht der Fall)...
     
  • Ich will die Diskussion über die gefühlten oder echten Vorteile einer derartigen Anlage nicht neu entfachen, nur ein Nachtrag:

    Es gibt in Deutschland tatsächlich kein Grenzwert für Uran alleine - der wird allerdings auch nicht gebraucht. Die Anlage 3 der Trinkwasserverordnung regelt, dass die Gesamtrichtdosis aller radioaktiven Stoffe (ausser Kalium, Radon und Tritium) 0,1 mSv/Jahr nicht übersteigen darf (das sind im Wasser hauptsächlich als Verursacher Radium, Thorium und Uran).
    Zum Vergleich was diese Zahlen in etwa bedeuten : die natürlich Belastung alleine durch das radioaktive Edelgas Radon in der Luft macht im Durchschnitt etwa 1,4 mSv pro Jahr aus.

    Die Ionen-"Belastung" im Trinkwasser sind hauptsächlich Calcium- und Magnesium-Ionen. Die übrigen Ionen, hauptsächlich aus der Erdalkaligruppe, spielen so gut wie keine Rolle.

    LG
    H
     
    Hallo,

    ich hätte eine Frage an den Mitarbeiter eines Wasserversorgers.
    Warum wurde der Grenzwert von Trinkwasser in den letzen 20 Jahren erhöht?
    Ist unser Wasser besser geworden :-).

    Es mag ja sein dass das Wasser genau überprüft wird insofern machen die Wasserversoger einen ganz passablen Job, allerdings wird das Wasser nicht beim Verbraucher überprüft und genau da liegt das Problem (unserer Rohre).
    Oder behaupten Sie das die Qualität des Wassers aus dem Wasserhahn die gleiche ist wie im Wasserwerk.

    z.b. siehe Kalk oder warum sind die Wasserspeicher blitzeblank wohl kaum weil jeden Tag geputzt wird.
     
  • Hallo
    Das Wasser wird beim Endverbraucher untersucht.
    Das Gesundheitsamt bestimmt, wo untersucht wird (Haushalte/ Grossverbraucher). Da lässt sich auch nichts Manipulieren, denn alle Ergebnisse werden auch ans gesundheitsamt geschickt. Die Proben werden bei uns am Wassermesser/Wasseruhr genommen, denn für die Hausinstallation ist der Hausbesitzer zuständig. Liefergrenze ist die Hauseinführung und nur bis dahin ist der Versorger zuständig.
    MfG
    oemmes
     
    Hallo,

    danke für die Info. Aber warum wurden dann Grenzwerte immer wieder angehoben?

    Gruss
     
    Die immer wieder betonte gute Wasserqualität in Deutschland ist nur ein schlechter Witz, die viel zu hohen Grenzwerte nur die Spitze des Eisberges.
    Vielmehr die überhaupt nicht vorhandenen Grenzwerte für Arzneimittelrückstände, Antibiotika, Östrogene, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, usw. sollten die Menschen vielleicht beunruhigen, wenn sie ihren Kaffee trinken.

    Seit vielen Jahre schon untersucht der BUND für Naturschutz die Qualität des Trinkwassers und der Gewässer in Deutschland.
    Es gab schon viele Publikationen zu diesem Thema.
    Wen es interessiert
    Wasser - BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland
    und besonders die Veröffentlichungen des Arbeitskreises ganz unten auf der Page sind sehr informativ
    http://www.bund.net/fileadmin/bundn..._wasser_hormonaktive_substanzen_bewertung.pdf

    Klar, dass die Landbevölkerung gesünder ist, wer nur ein einziges Mal Wasser aus einer Berliner Leitung getrunken hat, der weiß genau, wie giftig es schmeckt.
     
    Hallo,

    nocheinmal die Frage an den MA vom Wasserversorger.
    Warum wurden die Grenzwerte immer wieder angehoben und welche Stoffe werden ständig überprüft. Sind die Werte/Stoffe die überprüft werden die gleichen wie vor 20-30 Jahren.
     
  • Warum die Grenzwerte erhöht wurden kann ich nicht sagen (EU-weite Grenzwerte ??).
    Untersucht wird nach
    -Kationen (Ammonium, Calcium,Eisen,Kalium Magnesium,Mangan,Natrium...)
    -Anionen (Bromat,Chlorid,Cyanin,Fkuorid,Kieselsäure,Nitrat,Nitrit,Phosphat,Sulfat...)
    -Anorganische Spurenelemente (Aluminium,Antimon,Arsen,Blei,Bor,Cadmium,Chrom,Kupfer,Nickel,Quecksilber,Selen,URAN...)
    -Organische Spurenelemente ( Benzopyren, Benzol, Aromatische Kohlenwasserstoffe,
    Dichlorethan, Perfluorrierte Tenside, Pflanzenschutzmittel...)
    - Mikrobiologische Parameter ( Coliforme Keime, Escheria Coli, Coliforme Keime, Enterokokken...)

    und dann schau auf deine Mineralwasserflasche, nach was dort untersucht wird

    tüssken
     
  • Noch einmal eine Frage an den MA vom Wasserversorger,

    wenn das Wasser so sauber und rein ist warum wird es dann z.b. nicht bei Dialysepatienten verwendet.

    Informieren Sie sich einmal bitte welches Wasser bei einer Nierendialyse verwendet.
    Und stellen Sie gleich die Frage warum dieses und kein anderes Wasser verwendet wird.
     
    Bei uns wird in 2 Dialyse-Praxen das Wasser des Versorgers verwendet. Es wird noch zusätzlich aufbereitet weil die natürlichen Stoffe (Wie Eisen, Mangan...) nicht gut für die Dialysemaschinen sind.
     
    Mein Nachbar ist Vertreter von Dialysegeräten. Über Ihre Antwort verfiel er in einen Lachkrampf. Ich soll Sie fragen wie Sie zu Dieser Aussage kommen oder wer Ihnen das erklärt hat.
     
    Achso ganz vergessen ich bin Ihnen die Antwort schuldig geblieben sorry.

    Denn wenn er mit dem Wasser direkt vom Versorger (Wasserwerk) durchgespült wird krepieren würde.
     
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