Hallo,
es gibt aber noch andere Insekten die Bestäuben, bei mir im Garten zur Obstblüte waren das Tausende von Hummeln.
Zur Obstblüte sind erst die Hummelköniginnen unterwegs, und sicher nicht in der Zahl die du angibst. Erst später wachsen die Kolonien unter guten Bedingungen auf 50 bis 600 Tiere an, je nach Art. Da müsstest du ja jetzt Millionen von Hummeln im Garten haben. Das ist schon deswegen ausgeschlossen, weil die Insekten im Spätsommer alle am Hungertuch nagen in unserer ausgeräumten Landschaft. Sie würden verhungern. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren noch extrem verschlechtern (erneuerbare Energien).
Im Frühjahr können Wildbienen eine gute Rolle bei der Bestäubung haben, wenn sie in ausreichender Zahl vorhanden sind. Wildbienen sind Spezialisten und sie befliegen nur "ihre" Pflanzen. Ihr Lebensrhythmus ist auch genau auf den Blühzeitraum ihrer Pflanzen abgestimmt. Sie sterben wenn die Blütezeit vorüber ist. Daher gibt es schon ab Juli praktisch keine Wildbienen mehr.
Was die Honigbiene auszeichnet ist ihre im Frühjahr vorhandene große Zahl und die Tatsache, dass sie blütenstet ist. Eine Biene befliegt auf ihrem Ausflug also nur eine Art und stellt damit die Bestäubung sicher. Weiterer Vorteil, sie ist schneller, da sie den Mechanismus der Blüte gut beherrscht.
Zu Glauben, dass Hummeln und Wildbienen die Honigbienen ersetzen könnten ist falsch.
Gerade bei Früchten, wo eine gute Bestäubung notwendig ist, merkt man das Fehlen der Honigbienen am meisten. Gute Kirschernte ohne Honigbienenbestäubung ist nicht möglich.
Außerdem sind auch Wildbienen und Hummeln von Umwelteinflüssen betroffen, die auch den Honigbienen zu schaffen machen. Man kann kaum annehmen, dass Gifte und Nahrungsmangel an deren Populationen keinen Schaden verursachen. Nur wird man es kaum bemerken, wenn eine Wildbienenpopulation ausgelöscht wird oder Hummelvölker vergiftet sterben oder schlicht an Nahrungsmangel im Sommer zugrunde gehen. Die Honigbienen, heute alle in Obhut des Menschen, werden hingegen gut beobachtet und gepflegt. Störungen werden in der Regel schnell bemerkt und der Imker wird versuchen dem nachzugehen und entgegenzusteuern. Z. B. indem er füttert oder tote Bienen untersuchen lässt. Das Sterben von Honigbienen bedeutet auch, dass wohl auch Wildbienen und Hummeln sterben oder zumindest in Gefahr sind. Die Honigbiene ist also auch ein Indikator für den Zustand der Umwelt, weil gerade sie gut beobachtet wird.
Jeder kann in seinem Garten viel für bestimmte Wildbienenarten und Hummeln tun. Ich kann nur jeden ermuntern sich diesem Thema zu widmen und diesen Insekten Nisthilfen zur Verfügung zu stellen, aber auch geeignete Blumen wachsen zu lassen. Naturschutz fängt im Garten an. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Fläche der Kleingärten (ohne Hausgärten) in Deutschland doppelt so groß ist, wie die der Naturschutzgebiete. Und besser verteilt sind sie allemal.
Link:
Wildbienen und Hummeln
Apisticus, der auch Wildbienen unterstützt