Sommerhitze

  • In Bochum liegen wir bisher im Mai mit knapp 90 mm im grünen Bereich.


    Sommerhitze und Wassermangel sind unmittelbar miteinander verknüpft.
    Ein Gedankenspiel zum Wasser.....

    Mich verwundern Aussagen unterschiedlicher Stellen, die sich (scheinbar) widersprechen.
    Ich breche mal 3 Punkte der Einfachheit halber auf´s Gröbste herunter. Wohlwissend, dass die Gesamtzusammenhänge wesentlich komplexer sind.

    1.) Regenwasser sammeln ist gut für die Pflanzen und entlastet die Kläranlagen.
    Aber wer kennt im Hochsommer nicht die Berichte über stark gefallene Flusspegel und den zum Erliegen kommenden Schiffsverkehr ? Es folgen Gebote zum Wassersparen und Verbote zu bestimmten Verwendungen des Wassers.
    Je mehr Menschen Regenwasser abgreifen, desto mehr verschärft sich rein rechnerisch gesehen die Situation der Pegelstände.

    2.) Manche Wasserversorger empfehlen, die Toilettenspülung 1x extra zu drücken, weil durch moderne Wasserspar-Spülungen Feststoffe nicht hinreichend weiter transportiert werden
    Doch wieder "Verschwendung" von kostbarem, teuren Trinkwasser ?

    3.) Aktuell betragen die Füllstände der meisten deutschen Talsperren ~50-90 %.
    So auch die Wehebachtalsperre bei Jülich, Aachen und Düren mit gut 50 %. Daher finde ich die heutige Meldung zur Wasserknappheit in Jülich zumindest überraschend. Vermutlich sind die Verantwortlichen etwas übervorsichtig.


    Die Erwärmung und jahreszeitlich bedingte Wasserknappheit lassen sich nicht so einfach aufhalten, geschweige denn umkehren. Aber sollte es in D. nicht zumindest finanziell möglich sein, durch den Bau von Talsperren den Wassermangel heraus zu zögern, bis wir hier irgendwann Mittelmeer-Klima haben ?
    Noch herrscht in D. humides Klima. Die Jahresniederschläge sind also höher als die jährliche Verdunstung.

    Und noch einen letzten Schritt weiter.
    Es werden über tausende Kilometer Pipelines mit enormem Durchmesser für Öl und Gas gebaut.
    Mindestens genauso wichtig sind solche Leitungen für Trinkwasser außerhalb der Industrieländer. Denn auch dort gibt es einen Wasserüberschuss in Äquatornähe und ein Defizit in den Subtropen.

    Im Grunde wieder ein Verteilungsproblem.
     
  • Na-ja, Regenwasser sammeln macht den Kohl nicht fett. Im Gegenteil: Um so mehr, um so besser, um möglichst wenig Trinkwasser benutzen zu müssen.

    Und für uns Hobbygärtner wird Regen sammeln immer mehr ein Thema. Das haben manche vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm: Wie in Jülich wird es (Trink)wassermangel zukünftig immer häufiger geben. Und damit einhergehend Verbote zum Gießen mit Trinkwasser oder die Wasserentnahme aus Gewässern.

    Da kann sich glücklich schätzen, wer viel Regenwasser gehamstert und die Pflanzen zur Sparsamkeit erzogen hat.

    Das eigentliche Problem ist die Flächenversiegelung. Anstatt, dass Regenwasser im Boden versickert, und somit dem Grundwasser zugeführt wird, landet es in der Kanalisation und somit in Flüssen. Das führt dann bei Unwettern oder Dauerregen unter Umständen zu Hochwasser.

    Und weil im Grundwasser nicht viel ankommt, haben wir in Trockenphasen dann tendenziell das Problem von Trinkwasser Knappheit. Und Quellen führen wenig Wasser oder trocknen aus, was dann zu Niedrigwasser in Flüssen führt.

    Und der zweite menschgemachte Mitspieler ist der Klimawandel. Das Wetter ist weniger wechselhaft. Mehr stationäre Wetterlagen. Oft lange Trockenphasen oder Regenphasen.

    In langen Trockenphasen verliert der Boden seine Wasseraufnahmefähigkeit. Endet dann die Trockenphase mit einem Starkregenereignis wie einem Unwetter, verschlämmt alles und fließt ab, anstatt einzusickern, was dann ein weiterer Faktor für Hochwasserereignisse sind.

    Ich denke da an das Hochwasser in Braunsbach und Umgebung, welches sich übermorgen zum zehnten Mal jährt.

    Und eigentlich könnte man da ewig weiter reden. Beispielsweise die Alpen und dessen Gletscher, die durch den Klimawandel verschwinden, aber dem Bodensee und dem Rhein im Sommer als Wasserspender dienen.

    Aber ich will auf den Punkt kommen und ein Fazit ziehen: Regen sammeln, auf jeden Fall. Wenn es nicht gesammelt wird, landet es bedingt durch Flächenversiegelung eh in den Flüssen, ohne dass es eine nachhaltige Wirkung für Flusssysteme hat. Und durch Regenwasser entlastet man das Trinkwasser bzw. Grundwasser. Pflanzen mögen Regenwasser ohnehin lieber.

    Flüsse brauchen Quellen, Grundwasser, Oberflächenwasser (Wasser, welches nicht im Boden versickert) und Schmelzwaser (Schnee, Gletscher), um zu leben. Nicht Flächenversiegelung, nicht Kanalisationen.
     
  • Also nur noch mal zur Verdeutlichung:

    Flächenversiegelung und Kanalisationen sind wie "Durchfall" für Flüsse. Es flutscht einfach kurz und heftig durch. Aber dann ist das Wasser auch schon wieder weg.

    Bodenversickerung und Grundwasser sind wie ein Schwamm: Wasser wird aufgenommen und im Grundwasser gespeichert. Dabei gemächlich und nachhaltig über Quellen oder im Flussbett (Grundwasser drückt ins Flussbett) abgegeben. Das ist das Lebenselixier für einen Fluss, auch in Trockenphasen.

    Und Oberflächenwasser (was bei Regen nicht versickert sondern abfließt) sind für den Fluss die Linsen und Spätzle. Also die Ballaststoffe: Mehr Volumen, es fließt mehr. Aber keine Katastrophe.
     
    Ich kümmere mich nicht um Pressepanik. Mein Brunnen hat einen konstanten Pegel. Den kann ich selbst messen. Anwohner in der Gegend regen sich über Ablagerungen auf, die bei höheren Abnahmemengen gelöst werden. Resultat der Spargemeinschaft. Sparen senkt die verbrauchskosten, was anteilig den grundbetrag erhöht. War schon beim Strom so. Gleichzeitig verkaufen wir Wasserrechte an Konzerne. Alles erschrack als Tesla seinen möglichen verbrauch bekannt gab. Jetzt verbrauchen sie deutlich weniger als genehmigt, der minimal höhere Verbrauch bei Erweiterung ist wieder Diskussion…
    Im Endeffekt ist Wetter sehr subjektiv. Jüngere Menschen vertragen Wechsel oder „extreme“ leichter. Nur werden wir nicht jünger. 30 grad am Strand mit Eis sind leichter als 30grad bei der Arbeit. Bei uns ist alles „normal“, nur tiefrote Wetterkarten bei 28 grad kommen von den Medien. Ich halte landwirtschaftliche Prognosen und Auswertungen viel aussagekräftiger als irgend ein Bericht über Wasserknappheit und Dürren…
     
  • bei uns geht es noch mit der Hitze, wir liegen bei gut 500 Höhenmetern und sind von sehr viel Wald umgeben. Das merkt man deutlich. Es sind in der Regel mindestens 5 Grad weniger als in den Tallagen. Wir haben auch rund ums Haus viele große Bäume was sich sehr vorteilhaft auf das Kleinklima auswirkt. Gegossen wird ausschließlich mit Wasser aus unserem Teich, dort laufen die Entwässerungen der Felder und der Dachflächen rein.

    Meine Eltern hatten immer Landwirtschaft, die schlimmsten Jahre waren 1975 und 1976, da hat es ab dem Frühjahr bis in den Herbst keinen Tropfen geregnet. Für uns damals eine Katastrophe, für den Rest der Nation einfach zwei schöne Sommer. Das krasse Gegenteil 1984 wo fast alle Feldfrüchte im Dauerregen verrottet sind.

    Ich will hier nicht den Klimawandel leugnen aber extreme hat es schon immer gegeben und wir täten gut daran weniger zu jammern als viel mehr uns der Herausforderung zu stellen.
     
    Den Klimawandel gibt es, gar keine Frage. Was unsere heutige Zeit dazu bewirkt, muss wahrscheinlich neu bewertet werden. Die Römer hatten zu ihrer Siedlungszeit hier wohl um die 6 grad mehr. Die Wanderwege über die Alpen werden nach und nach wieder sichtbar…

    Die Bewässerung mit Regenwasser finde ich prinzipiell super. Aber ich halte es für utopisch, damit einen Garten bewirtschaften zu können…

    Ich werde heute 4h den Rasen bewässern. Dann ist der erstmal versorgt…
     
    Meine Tante aus Alberta/Kanada hat mir heute einen Artikel über "Omega-Block" geschickt. Dieses Thema kannte ich bisher nicht, aber jetzt ist das ganz aktuell, deshalb möchte ich das hier mit anderen teilen.
    Am 16. Mai hatten sie in Kanada noch Schnee
    Alberta, 16. Mai 2026.webp
    Und jetzt bekommen sie die Hitzewelle. Im Omega-Block Bericht sieht es so aus
    Omega Block.webp
    Und hier ist die aktuelle Infromation für Europa > Omegalage
     
  • Meine Tante aus Alberta/Kanada hat mir heute einen Artikel über "Omega-Block" geschickt. Dieses Thema kannte ich bisher nicht, aber jetzt ist das ganz aktuell, deshalb möchte ich das hier mit anderen teilen.
    Am 16. Mai hatten sie in Kanada noch Schnee
    Anhang anzeigen 826492
    Und jetzt bekommen sie die Hitzewelle. Im Omega-Block Bericht sieht es so aus
    Anhang anzeigen 826493
    Und hier ist die aktuelle Infromation für Europa > Omegalage
    Danke für den interessanten Artikel, ich hab's jetzt nur überflogen und werde mir das heute Abend noch mal in Ruhe durchlesen.
     
  • Die Frage die sich auch hier wieder stellt, wie soll man die Farbgebung werten??? Der normale Somme ist heute rot bis lila... Die Hitzetoten sind gern mal ertrunkene Badegäste... Also erstmal Piano, in der Regel haut die Vorhersage nicht mal 3 Tage hin...
     
    wie soll man die Farbgebung werten?
    Mit der Legende wäre es aussagekräftiger.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, betrifft das meinen Post :)
    Mehr dazu in engl. Sprache
    Omega block pattern to influence our weather this week

    An upper air pattern known as an Omega Block is developing over North America this week. This pattern will bring prolonged heat to the Prairies, while areas near the Pacific and Atlantic coasts will experience cooler, unsettled weather. To understand how this pattern will influence our weather, it helps to first look at the jet stream.
    Understanding the jet stream
    High in the atmosphere, fast-moving rivers of air called jet streams flow around the planet, separating warm and cool air masses. Jet streams usually follow a wavy path that changes over time, as weather systems move from west to east.
    Omega Block.webp
    Visualization of the jet stream in the upper atmosphere, flowing along a wavy path. Credit: NASA.
    When the jet stream is strong, weather systems tend to move quickly. But when it slows down and becomes wavier, weather patterns can become “stuck” – like an atmospheric traffic jam.
    What is a blocking pattern?
    A blocking pattern happens when the jet stream slows down and becomes wavier. This can create persistent areas of high and low pressure that block the normal movement of weather systems and force them to follow a different path. Blocking patterns can lead to extreme weather. Areas under strong high pressure may see many days of hot, dry weather, increasing the risk of heat waves and worsening drought. Meanwhile, areas near low-pressure troughs can experience prolonged unsettled weather and heavy rainfall, which may lead to flooding.

    An omega block forms when a strong ridge of high pressure becomes trapped between two troughs of low pressure. The jet stream then takes on a shape similar to the Greek letter omega (Ω), which is where the pattern gets its name.
    0.webp
    Weather model output showing jet stream winds in the upper atmosphere over Canada later this week, revealing an omega block pattern. The shape of the jet stream resembles the Greek letter omega (Ω).
    How the omega block will affect the weather
    The centre of this omega block will set up over the middle part of the country this week, bringing well above-normal temperatures. Record-breaking heat is possible across parts of the Prairies and nearby areas of the North. It will also feel humid at times in the Prairies this week. The prolonged heat will also increase wildfire danger in areas where little or no rain falls.

    At the same time, cooler-than-normal conditions are expected in the Yukon and parts of British Columbia, as well as across much of eastern Canada later in the week. Above-normal precipitation is also likely in parts of British Columbia and the western Prairies, where severe thunderstorms may develop at times. Parts of Quebec and the Maritimes are also expected to see wetter-than-normal conditions.​
    1.webp
    6-day forecast of temperature anomaly (difference from normal), from May 26-31, across Canada. This same wavy jet stream pattern is also affecting other parts of the Northern Hemisphere. Across the Atlantic, a strong blocking ridge continues to bring record-breaking heat to parts of western Europe.​
     
    Das ist, was ich mit der o.g. stationäre Wetterlagen meinte: Omega-Wetterlagen. ;)

    Zum ersten Mal in Berührung kam ich mit dem Begriff im Sommer 2010. Da hatten wir so ein festsitzendes Wetter:

    Hochwasser im Dreiländereck Deutschland - Polen - Tschechien. Hitze- und Dürrewelle in Russland mit katastrophalen Waldbränden. Und in Pakistan dann die Flutkatastrophe.

    Und in meinem Garten wütete die Braunfäule. Im August verlor ich jede einzelne Tomatenpflanze. Auch die vermeintlich "resistenten". Das waren bestimmt an die hundert Pflanzen und am Ende habe ich nur eine Handvoll geerntet.
     
    Nach wetter.com zieht die Gewitterzelle gerade über Dich hinweg, @Pyromella.

    Uns streift sie nur, eben Wetterleuchten und jetzt schüttet es.
    Wenn ich in Münster wäre, würde das passen, ich bin aber in Schwelm - das Gewitter soll laut Regenradar von Wetter.online in ca einer halben Stunde hier sein, der Regen schon früher. Es wird aber schon dunkel.
     
  • Zurück
    Oben Unten