Makro und Fotoleidenschaften (ein Kreativ-Blog)

  • Ich male meist Partien, die dann in sich abgeschlossen sind. Der Übergang zum nächsten Teilbereich ist gar nicht mal so schwierig, die Hauttöne krieg ich schon hin, und oft ist eh ein Schatten vorhanden, und die sind leichter zu treffen. Es ist allerdings ratsam, z.B. bei den Augenbrauen auch den nächsten Fetzen Hautton aufzubauen, weil man ja dennoch naß-in-naß arbeitet.
    Wenn alles trocken ist und ich dennoch etwas verändern will, mach ich schon mal ein ausölen. Im Englischen oiling out. Eine dünne Schicht Öl wird aufgetragen, wieder abgewischt, es soll ein hauchdünner Film aufliegen. Das sollte man allerdings sparsam einsetzen, nicht 5 mal über die gleiche Stelle, es könnte klebrig werden.

    Der geschätzte Scott Waddell malt auch nicht in strikter alla prima oder Schichten, sondern tastet sich je nach Tag weiter zum nächsten Auge ran, oder Mund, und das funktioniert schon.
     
  • Fjäril, verstehst Du Englisch, kannst Du Dir ein Video anschauen und die Prozesse nachvollziehen?
    In diesem hier beschreibt Waddell wirklich gut, wie er vorgeht.

     
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  • Hehe, ja, das Gefühl des Verfolgtwerdens hab ich auch des öfteren.

    DAs Blatt hat DIN A4 Maße, nicht zu klein also. Meine Pinsel sind schon ziemlich fein, das stimmt. Wenn ich sehe, wie Waddell mit einem riesigen Pinsel diese feinen Übergänge schafft, werd ich auch blaß. Aber nu, jeder macht es anders. Ich bin es von den Buntstiften gewohnt, eine feine Spitze zu haben.

    So, auf geht es, ich will den Tag nutzen, der Mund ist dran.
     
  • Bei der Zeichnung dachte ich noch "bisschen groß der Mund". Aber mit Farbe wirkt er gleich ganz anders.
    Ich dachte mir, ich schaue mir mal Videos an, wie jemand Portraits malt. Habe vor Schreck gleich wieder abgeschaltet .. für Malerei, wie Du sie machst, haben die meisten Leute keine Geduld (und vermutlich auch nicht das Können). Warum muss ein Portrait fertig sein, kaum dass man angefangen hat? Sieht dann auch so aus ..
     
    Ein Mund hat nicht die klaren Umrisse wie ein Auge beispielsweise, die Verblendung ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Größenverhältnisse.
    Ja klar, Malerei kann durchaus schön sein, wenn man alla prima beherrscht. Wer Ungleichheit da nicht sofort ausbügelt, hat das entsprechende Ergebnis.

    Proportionen sind das A und O in der Malerei, das kann schon mal schiefgehen, auch bei guten Malern. Ein langer Hals, ein kurzer Arm.
    Beim Gesicht fällt es nur am schnellsten auf, und ich ärgere mich jedesmal, wenn ich die Nase oder den Mund verhaue.
     
    Wer Ungleichheit da nicht sofort ausbügelt, hat das entsprechende Ergebnis. Proportionen sind das A und O in der Malerei, das kann schon mal schiefgehen, auch bei guten Malern. .. ich ärgere mich jedesmal, wenn ich die Nase oder den Mund verhaue.
    Das meinte ich nicht mal. Ich geriet an ein Video, wo jemand mit einem riesigen Pinsel erst mal die ganze Lenwand mit Farbe zukleckerte .. Das Ergebnis .. naja, wenn das jemand richtig kann, kann man die Person vielleicht sogar erkennen, weil unser Gehirn zu einigem fähig ist.
    Ach ja, verhauen ist ein gutes Stichwort. Ich konnte nicht weitermalen an dem Gesicht, weil die Augen nicht stimmten. D.h. irgendwie wäre es natürlich gegangen, aber ich wollte lieber neu anfangen. Das passiert mir immer wieder, erst wenn ich etwas nach ein paar Tagen noch mal ansehe, sehe ich, was anders sein sollte.
     
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