wir sind das Volk...

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04. Dez. 2007
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kurz vor der Nordsee
Hat von euch jemand den ersten Teil von dem Fernsehfilm " Wir sind das Volk" gesehen?
Ich habe wie festgenagelt vor dem Fernseher gesessen.
Da kamen Erinnerungen hoch.

Ich habe damals wie gebannt die Fernsehberichte über die Leute in der Botschaft in Prag
und dann über die Montagsdemonstrationen verfolgt.
Wie habe ich geheult als die Grenze aufging und die Menschen durften rüber.
Jahrelang hab ich mich geweigert meine Freundin in Berlin zu besuchen,weil ich Schiss hatte mit dem Zug oder dem Auto durch die DDR zufahren.
Man hörte hier ja soviel wilde Geschichten was einem so alles unterwegs passieren konnte.
1990 war ich dann das erste mal in der damaligen DDR und auch in Berlin.
Eigentlich war ich nur erschüttert wie kaputt und grau alles war.

Nach dem Film und den Reportagen hab ich mich gefragt,wieso hat sich ein Volk 40 Jahre lang solche Repressalien gefallen lassen und ist erst dann auf die Barikaden gegangen.

LG Elke
 
  • hi elke,

    leider habe ich den ersten teil verpasst. den zweiten werde ich mir aber ansehen.:)

    tja, warum lassen sich menschen so etwas gefallen?
    elke, das fragen sich millionen anderer menschen auch, die noch schlimmer dran sind.

    was hätten sie tun sollen? du weißt doch sicher, was dann mit ihnen geschah!?

    und? was lassen WIR uns alles von unseren politikern gefallen?
    haben wir die macht, daran etwas zu ändern? außer zu wählen...und dann???:rolleyes:

    ich bin übrigens schon mit 13 allein mit dem zug nach berlin gefahren und es kamen
    soldaten in den zug um zu kontrollieren. war ein komisches gefühl, aber angst hatte ich nicht.
    warum auch? hatte nix schlimmes dabei.:D

    liebe grüße von kathi
    (die dir eine gute nacht wünscht)
     
    Wir waren in Ungarn am Plattensee,als die Ungarn die Grenze aufmachten!
    Am See eine Reisegruppe aus er DDR .Mein Mann freundete sich mit 2 Männern
    an und hörte "Gerüchte ".Ich Fragte meine ungarische Freundin bat sie sich
    zu erkundigen.Eine Frau aus der Gruppe sagte:"Heute waren schon wieder
    vier weniger beim Frühstück,die haben rübergemacht ,bestimmt.Die Frau mit
    dem Neugeborenen,wer fährt mit einem zwei Wochen altem Kind in Urlaub.Die
    wußte was."Kurz darauf war es amtlich ,die Grenze war auf.Wir fuhren nach
    Hause und mit uns Wartburgs und Trabis.Auf der Autobahn hingen sie zwischen
    den LKW viele strandeten am Straßenrand, sie konnten nicht mithalten.Aber
    alle lachten ,Victorie war das Zeichen.Wir waren mit allen glücklich.
    Später im April sind wir nach Eisenach gefahren ,der DDR Grenzposten der
    für nichts in seinem Häuschen saß,war ein dermaßen attraktiver Mann ,mit
    gezwirbeltem Schnurrbart den habe ich nie vergessen.

    Dabei zu sein war damals ein tolles Erlebnis ,Zaubernuß
     
  • Hat von euch jemand den ersten Teil von dem Fernsehfilm " Wir sind das Volk" gesehen?
    Ich habe wie festgenagelt vor dem Fernseher gesessen.
    Da kamen Erinnerungen hoch.

    Ich habe damals wie gebannt die Fernsehberichte über die Leute in der Botschaft in Prag
    und dann über die Montagsdemonstrationen verfolgt.
    Wie habe ich geheult als die Grenze aufging und die Menschen durften rüber.
    Jahrelang hab ich mich geweigert meine Freundin in Berlin zu besuchen,weil ich Schiss hatte mit dem Zug oder dem Auto durch die DDR zufahren.
    Man hörte hier ja soviel wilde Geschichten was einem so alles unterwegs passieren konnte.
    1990 war ich dann das erste mal in der damaligen DDR und auch in Berlin.
    Eigentlich war ich nur erschüttert wie kaputt und grau alles war.

    Nach dem Film und den Reportagen hab ich mich gefragt,wieso hat sich ein Volk 40 Jahre lang solche Repressalien gefallen lassen und ist erst dann auf die Barikaden gegangen.

    LG Elke

    Hallo Elke,

    das haut mich ja fast um. Ich habe bis zur Wende 38 Jahre in der DDR gelebt und mir ist nie was passiert. Und als ich das erste mal im Nov.1989 meine Oma nach Kreuzberg zu ihrer Schwester begleitete, sind wir abends auf dem Heimweg in eine Demo geraten, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben Polizisten mit Schlagstöcken, Helmen und Schilden gesehen habe. Und nie zuvor habe ich in meinem Leben so viele häßliche Häuser und so viel beschmierte Hauswände gesehen, wie dort. Ich weiß gar nicht mehr, in wieviele Hundehaufen ich getreten bin. Und als ich im Sommer 1990 auf dem Weg nach Schweden mich in Hamburg verirrt habe, habe ich mich am hellen Tag gefürchtet. Im Fernsehen wurde damals immer über unsere Plattenbauten gelästert, ich dachte echt, das gäb es im "Westen" nicht, bis ich es selbst gesehen habe. Jedenfalls waren die, die ich kannte gepflegt. In Frankfurt habe ich was anderes gesehen, da ist grau noch schön dagegen.
    Dreck, Kriminalität und sonstige unschöne Dinge gab und gibt es hüben wie drüben. Aber eins hatten wir vorher nicht. In meinem Verwandten-und Bekanntenkreis gab es nicht einen Arbeitslosen. Heute gibt es da kaum noch einen, der Arbeit hat.

    LG tina1
     
  • Hallo,
    Ich kenne es aus dem wahren Leben! Hatten Verwandtschaft in der DDR und bin schon als Kind drüben gewesen also vor 40 Jahren!!! Es ist sogar schlimmer dort gewesen wie es dokumentiert wurde.Am Zoll wurde unser Auto Stundenlang regelrecht zerlegt Sitze durfte man dann auch wieder selber einbauen.Auch das Niemandsland dazwischen mit Selbstschussanlage,Hundestaffeln,Wachtürmen und vielen Grenzer mit MP, die gaben sich gegenseitig Klopfzeichen und haben sich mit Ferngläsern kontrolliert. . Wir wahren in der Nähe von Leipzig auf dem Dorf die Stasi stand zum Empfang schon vorm Haus und hat uns auf Schritt und Tritt verfolgt und Beobachtet. Wir wahren mal vor Wahlen dort ,hat man mit einem Megafon vorm Haus zur Wahl erinnert ,da kam aber Panik auf und unsere Verwandtschaft ist schnell zur Wahl gesprungen. Jeder hat jeden überwacht und musste Rechenschaft ablegen.Aber für DM konnte man alles haben nur nicht mitnehmen,wurde am Zoll wieder abgenommen.Es kann sich keiner vorstellen der es nicht selbst erlebt hat was da abging.
    Gott sei es Dank das es die DDR nicht mehr gibt .Aber möchte nicht wissen wie sich manche fühlen und mit Ihrem Gewissen aushalten die solche Posten hatten .
    Gruß
    Klaus ---- der den Film natürlich angeschaut hat und dabei alte Erinnerungen hatte.
     
    Hallo,

    meine Oma hatte jedes Jahr Besuch von ihren Schwestern aus West-Berlin und Salzgitter und die wurden niemals vor dem Haus empfangen und an der Grenze ist ihnen auch nie was weggenommen worden. Es stimmt wohl, daß es scharfe Kontrollen gab. Auch im Zug, nicht nur auf der Straße, wenn man per Pkw kam.
    Und zur Wahl sind meine Eltern auch selten gegangen. Ich übrigens auch nur ab und zu.

    LG tina1, die nichts Schlimmes erlebt hat
     
  • @ Tina

    Was mich interessieren würde,hast du nun Glück gehabt oder wurde für uns nur alles besonders schlimm dargestellt. Haben die Menschen sich wirklich in dem gezeigten Maße bespitzelt und denunziert.

    Häßliche Ecken gibt es hier auch in den Städten.Da hast du vollkommen Recht.
    Und über Arbeitslosigkeit brauchen wir nicht zu diskutieren.Wer Arbeit hat muß mehr und schneller arbeiten um die Arbeit zubehalten.Eine Arbeitsstelle auf zwei Leute aufzuteilen,nein das geht gar nicht.Dann bleibt zuwenig für Chefe über.

    Eigentlich hatte ich wenig Kontakt,aber was mir noch so in Erinnerung geblieben ist....
    Als ich noch ein Kind war kam einmal im Jahr meine Großtante aus der damaligen DDR zu meinen Großeltern zu Besuch.Sie wollte alles am liebsten mitnehmen.Sie sagte auch immer "Das könnt ihr mir ruhig mitgeben,bei uns gibts ja nischt!"Jedesmal habe ich bevor sie kam meine Spielsachen versteckt.

    Trotz allem freut es mich,das es diese Grenze nicht mehr gibt.Man kann sich doch nicht demokratisch nennen und sperrt dann seine Leute ein.

    LG Elke
     
    Hallo Elke,

    das haut mich ja fast um. Ich habe bis zur Wende 38 Jahre in der DDR gelebt und mir ist nie was passiert. Und als ich das erste mal im Nov.1989 meine Oma nach Kreuzberg zu ihrer Schwester begleitete, sind wir abends auf dem Heimweg in eine Demo geraten, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben Polizisten mit Schlagstöcken, Helmen und Schilden gesehen habe. Und nie zuvor habe ich in meinem Leben so viele häßliche Häuser und so viel beschmierte Hauswände gesehen, wie dort. Ich weiß gar nicht mehr, in wieviele Hundehaufen ich getreten bin. Und als ich im Sommer 1990 auf dem Weg nach Schweden mich in Hamburg verirrt habe, habe ich mich am hellen Tag gefürchtet. Im Fernsehen wurde damals immer über unsere Plattenbauten gelästert, ich dachte echt, das gäb es im "Westen" nicht, bis ich es selbst gesehen habe. Jedenfalls waren die, die ich kannte gepflegt. In Frankfurt habe ich was anderes gesehen, da ist grau noch schön dagegen.
    Dreck, Kriminalität und sonstige unschöne Dinge gab und gibt es hüben wie drüben. Aber eins hatten wir vorher nicht. In meinem Verwandten-und Bekanntenkreis gab es nicht einen Arbeitslosen. Heute gibt es da kaum noch einen, der Arbeit hat.

    LG tina1



    Hallo Tina,

    ich bin auch in der DDR geboren und war erst 9, als die Mauer gefallen is, und als so kleines Kind hab ich nicht sooo viel mitgekriegt, und es hat ja auch net interessiert (als Kind). Aber meine Eltern und Großeltern haben so ziemlich eine ähnliche Meinung wie Du.

    Ich denke mal, der stinknormale Mensch in der DDR, der nicht sonderlich politisch engagiert war, der konnte in der DDR schon ganz gut leben. Ich meine, es war ja im Grunde für jeden gesorgt. Bis zum Fall der Mauer hatte ich in meinem ganzen Leben noch z.B. keinen einzigen Obdachlosen gesehen. Ich weiß noch wie schockiert ich war, als kleines Mädchen, da sind meine Mutter und ich gerade über den Alexanderplatz gelaufen, und da waren auf einmal so viele Obdachlose, und alle haben gebettelt und so.

    Und eines weiß ich noch, dafür wäre ich dankbar wenn das unsere Politiker heute auf die Reihe kriegen würden: es gab IMMER Betreuungsstellen für die Kinder arbeitender Mütter. Ich meine, da gab es Kinderkrippen, die BAbies ab 6 Wochen genommen haben, und Kigas waren grundsätzlich bis 18:00 Uhr geöffnet, zu erschwinglichen Preisen, und in den Ferien wurden Ferienlager angeboten. Ich weiß gar nicht, wohin mit meiner Tochter in den Ferien, jetzt wo sie Schulkind is!! Gott sei Dank habe ich eine ganz tolle Tagesmutter, die meine beiden kids schon als Babies betreut hat, aber hey, die Frau arbeitet natürlich auch nicht umsonst! Es ist echt zum Ko..., was ich von meinem hart verdienten Geld wieder f. Kinderbetreuung raushauen muss!

    Ich kann nur sagen, dass ich in der DDR eine ganz super glückliche Kindheit hatte. Damit will ich nicht verleugnen, was schlechtes vorgefallen is... gar nicht. Aber auch hier im Westen stinkt Schei... immernoch nach Schei... - und net nach Rosen! ;)
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Hallo,
    ich habe in den 70iger Jahre als Jugendliche an einer von der Bundesregierung geförderten Berlinreise teilgenommen. Es ging dabei Bewusstsein für die Deutsch/Deutsche Teilung zu bilden. Eigentlich bin ich mitgefahren um für wenig Geld in Berlin Party zu machen und halt nebenbei an dem Programm teilzunehmen.
    Mich hat diese Reise, obwohl wir alle von Mauer und DDR wussten, nachhaltig schockiert. Diese hochgesicherte Mauer die, die Menschen in der selben Stadt trennte, war so abartig, dass es für jemand der es nicht gesehen hat, einfach unvorstellbar ist. Die Geisterubahnhöfe, durch die man gefahren ist, dort standen im spärlichenLicht nebeneinander unbeweglichblickende Soldaten. Die Schikanen am Grenzübergang Friedrichstraße, die Gruppe wurde willkürlich auseinandergerissen, man wurde behandelt wie der letzte Schwerverbrecher, ätzend!. Dann kam man aus dem Bahnhof raus und dachte man sei in den 50iger Jahren gelandet und alles grau, grau, grau!

    Wir trafen uns damlals ILLEGAL mit Jugendlichen aus Ostberlin. Natürlich sie hatten alle eine Lehrstelle, wo wir sie auch drum beneidet haben. Sie durften aber nicht lernen, was ihren Interessen entsprach, einige schon, einige nicht und keiner wusste so ganz genau warum das so war.

    Die DDR war eine Diktatur, wer unauffällig war konnte sich dort sicher sein und wurde gut versorgt.

    Personalintensive Grenzüberwachung und Bespitzelung, günstige Betreungs- und Versorgungsangebot, Vollbeschäftigung um jeden Preiß kosten viel Geld und ein grund für die Wende war auch, dass die DDR bankrott war.

    Auch hier und jetzt gibt es viel Schlechtes, siehe z.B. aktuelle Finanzkrise, wie wird sie sich für uns auswirken?

    Mein Vater hat früher immer Adenauer zitiert, der angeblich gesagt haben soll: "Demokratie ist ein schlechtes System, aber sag mir ein besseres !"
     
    Die DDR war eine Diktatur, wer unauffällig war konnte sich dort sicher sein und wurde gut versorgt.

    Personalintensive Grenzüberwachung und Bespitzelung, günstige Betreungs- und Versorgungsangebot, Vollbeschäftigung um jeden Preiß kosten viel Geld und ein grund für die Wende war auch, dass die DDR bankrott war.

    Auch hier und jetzt gibt es viel Schlechtes, siehe z.B. aktuelle Finanzkrise, wie wird sie sich für uns auswirken?

    Tja, um so weniger kann ich die schon seit einiger Zeit aufkommende Ostalgie nicht verstehen, die die DDR als DAS menschenfreundliche System verklärt, das es niemals war. In der letzten "Zeit" war ein bemerkenswerter Artikel über dieses Phänomen des Vergessens über die DDR, das einhergeht, diese zu verklären. Selbst ehemalige Stasischergen sehen sich nun als DIE Verfechter der Demokratie an.


    Gruss

    Iru
     
  • Hallo an meine beiden Vorrednerinnen,

    ich bin in der DDR geboren und auch dort aufgewachsen und lebe bis heute in dem gleichen Bundesland.
    @äpfelchen
    Ich habe selten das "Westfernsehen" verfolgt. 1. wollte es mein Vater nicht und 2. war ich 6 Jahre lang im Internat wegen Berufsausbildung und Studium und da durfte man es sowieso nicht sehen.
    Ich war nie ein politisch aktiver Mensch, wobei ich nicht sagen will, daß ich mich nicht für Politik interessiert habe. Ich habe Verwandte im ehemaligen Westberlin, die dort schon immer wohnen und welche in Salzgitter, die 1953 dorthin gingen. Sie haben immer gesagt, daß wir froh sein können, daß es uns so gut geht. Ich habe in der Verwandtschaft niemanden, der irgendwie bespitzelt wurde und von uns hat sich keiner als Spitzel betätigt oder betätigen müssen. Wir waren nie in einer Partei und sind es auch jetzt nicht. Ich bin in der Nähe der Stadt Halle groß geworden, also im Einzugsbereich der Buna-Leuna Chemibetriebe und meine Eltern wohnten, als ich noch klein war in der Nähe eines großen Zementwerkes. Da war die Versorgung mit Waren, die es woanders nicht gab, gesichert. Damit wollte man die arbeitende Bevölkerung bei Laune halten. Sicher gab es auch Dinge, die man gern gehabt hätte, aber man vermißt wohl nichts, was man nicht kennt oder an was man nicht gewöhnt ist.
    Was mich persönlich sehr geärgert hat, daß man nicht reisen konnte, wohin man wollte. Und bei Reisen in die sozialistischen Länder durfte man nur begrenzt Währung tauschen.
    Unser Geld war ja nicht frei konvertierbar und ich kann mir auch nicht denken, wie man die Leute mit Devisen hätte versorgen können, damit die ihre Reisen finanzieren konnten. Ich wäre ja eingeladen worden. Aber man kann ja nun wohl schlecht den einen reisen lassen und es dem anderen verbieten. Bringt doch nur Ärger mit sich und den wollte man wohl vermeiden. Deshalb durften nur einige auserwählte raus. Wer keine Verwandten "drüben" hatte und halbwegs ein bißchen Grips im Hirn, hatte doch geschnallt, daß er im "Westen" auch nicht im Schlaraffenland landet und wäre nach einem Besuch wohl auch wiedergekommen.
    Mein Mann war damals bei der Polizei tätig und daher weiß ich, daß nicht nur liebe nette friedliche "Wessis" rüberkamen, sondern auch allerlei kleine und große Gauner. Angefangen vom Drogendealer bis zur Industriespionage u.ä.
    Sicher hat man da auch den einen oder anderen beobachtet. Aber einem Normalo wäre gewiß nicht auf die Füße getreten worden.
    Die Schwestern meiner Oma und die Cousine meines Vaters z.Bsp. waren begeisterte Hobbyschneider und haben immer Wolle und diverse Nähutensilien mitgenommen, weil es bei uns billiger war. Dafür haben sie und Kleidung mitgebracht, wie "echte" Jeans. Da ist nie jemandem was am Zoll weggenommen worden. Die mußten auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie kontrolliert worden sind, obwohl ich zugeben muß, daß so was unangenehm ist.
    Ich war Jungpionier, FDJ-ler und war in verschiedenen Interessengemeinschaften organisiert. So waren die Kinder und Jugendlichen von der Straße weg und es gab Probleme, wie sie jetzt an der Tagesordnung sind(terrorisierende Mädchengangs u.ä.)nicht. In der Schule wurden keine Handys und Markenklamotten geklaut, weil keiner welche hatte.
    @KIMI
    Ich bin auch Deiner Meinung. Bin froh, daß ich kein kleines Kind mehr habe.
    Ich war auch mal alleinerziehende Mutter und war berufstätig. Das war wohl fas jede Frau.
    Da hat keine gejammert, das war der Normalfall.

    Und mit unserem Trabbi sind wir prima bis Rumänien gefahren, haben an der Ostsee gezeltet und im Wohnwagen des Betriebes Urlaub gemacht und fanden es die normalste Sache der Welt.


    LG tina1
     
  • so, jetzt will ich auch mal...
    kurz zu meiner person, ich bin in west-berlin aufgewachsen und habe das ganze
    als erwachsener und bei vollem bewußtsein erlebt.
    wie glaube ich iru bereits schrieb, fällt auch mir dieses phänomen "vergessen" auf.
    wenn ich mich heute so umhöre so bekomme ich den eindruck als wenn in der DDR
    nur 2 sachen zum perfekten leben gefehlt haben. REISEN + BANANEN
    ich weiß, ich weiß, es ist nicht gerade sachlich aber so kommt es mir gerade vor!!!!
    sicherlich war das kinderbetreuungssystem und die nicht vorhandene arbeitslosigkeit
    eine schöne sache. aber zu welchem preis??????
    dieser "staat" war mehr als pleite. eigentlich war er tot.
    ich war oft in ost-berlin zu besuch und habe 25 DM "eintritt" bezahlt. das geld habe ich zum schluß meistens verschenkt, weil man ja nicht einkaufen konnte. die mauer selbst
    hat man als berliner eigentlich garnicht wahrgenommen. sie war halt da. und wenn man nach "westdeutschland" mit dem pkw wollte, mußte man halt durch diese kontrollen durch.
    aber das war eigentlich nicht weiter problematisch. auch bei den grenzern und bei den vopo´s gabs solche und solche. einige waren nett, andere weniger.
    niemand hat damals gesagt das der westen das scharaffenland ist. und sicher gibt es viele wessies die damals in den osten gegangen sind um die ossis zu über den tisch zu ziehen.
    aber auch viele ossies haben schnell erkannt, wie´s "geldverdienen" funktioniert und haben das eigenen volk beschis.... aber so ist der mensch halt. habgierig und rücksichtslos. egal ob ost oder west.
    sicherlich kann man sich im "westen" einen hohen und luxuriösen lebensstandard
    schaffen. aber dafür muß man auch sehr hart arbeiten.
    ich bin froh und glücklich darüber in einer demokratie geboren zu sein wo ich offen meine kritik auch über die regierenden sagen kann, ohne das ich gleich weggesperrt werde.
    der sozialismus als lebensform ist mit sicherheit ein tolles system.
    ABER ER FUNKTIONIERT NICHT!!!!!!!!!!!!!
    auch mich als kapitallismus geprägter mensch hat die einheit sehr viel geld gekostet.
    aber ich jammer nicht darüber. denn am schluß wiegt die einheit deutschlands für mich mehr als alles geld. die bürger der ehemaligen DDR haben etwas einmaliges in der weltgeschichte errungen. sie zwangen einen "staat" gewaltlos in die knie.
    ich habe absolute hochachtung vor jedem der in leipzig und anderswo an den demos
    teilgenommen hat. denn diese leute haben mit allem rechnen müssen. auch mit einer gewaltsamen niederschlagung oder mit gefängnis.
     
    Hallo,

    in vielen Dingen kann ich Dir recht geben. Das mit dem Reisen und den Bananen sehe ich nicht so. Mir persönlich hat es nur am Reisen gefehlt, denn wie ich schon sagte, was man nicht kennt oder nicht gewohnt ist, vermißt man nicht.
    In der Verwandtschaft meines Mannes gab es welche, die den "Reichtum" ihrer Verwandten in der Nähe Kölns gesehen haben und sofort waren die drüben und genau so schnell wieder hier. Zuvor hatten sie gekündigt und dann war der Arbeitsplatz besetzt, als sie wieder auftauchten. Das die lieben Verwandten inzwischen mehr als 40 Jahre für ihr Häuschen gearbeitet haben, fiel denen erst später auf.
    Der Kapitalismus ist meiner Meinung nach auch nicht das GELBE VOM EI.
    Gewiß gibt es im Osten und Westen Leute, die ihre Mitbürger über den Tisch ziehen und die wird es wohl immer geben.
    Ich war auch auf den Montagsdemos und hatte ein mulmiges Gefühl. Doch als ich im Nov.89 in Westberlin in eine Demo geraten bin, hatte ich eine Scheißangst.

    LG tina1
     
    Das Thema bewegt die Gemüter.
    ich habe gute Freunde, die in Dresden aufgewachsen sind. Auch sie hatten eine schöne Kindheit und dass der Staat einiges für die Jugend geboten hat, dass streitet ja auch keiner ab.

    Meine heute 85jährige Tante ist im dritten Reich großgeworden. Ihre Jugend war von ständiger Angst geprägt, dass mein Opa, der einfach nicht anders konnte, als auch öffentlich an Hitler Kritik zu üben, abgeholt wurde. Trotzdem erzählt sie mir im stillen Kämmerlein wie schön es beim Bund Deutscher Mädchen war und dass sie als Arbeitertochter dann auch die Möglichkeit hatte mal zu campen. Nur diese Generation hat überhaupt keine Möglichkeit in Jugenderinnerungen zu schwelgen, weil das 3. Reich eine noch schlimmere Diktatur war.

    In der BRD gab es ja massive Kritik und Demonstrationen gegen die Politik und das System (in den 60iger, 70iger und 80iger Jahren) und das hat man bestimmt auch in der DDR mitbekommen, die sowas ja gerne als Propaganda nutzte. Woher kam die Illusion, dass im Westen alles toll ist???

    Ich bleibe dabei: Demokratie (und der damit verbundene Kapitalismus) ist ein schlechtes System. ABER WIE SIEHT EIN BESSERES FUNKTIONIRENDES SYSTEM AUS ???

    Auf Dauer funktioniert hätte die DDR nicht und eine Diktatur war sie allemal. Trotzdem haben viele Menschen dort gut und sicher gelebt. Und jeder soll doch eine gute und schöne Erinnerung haben dürfen. Aber bitte auch nicht die Realität aus den Augen verlieren und sich nach etwas sehnen, was es nie gab.

    LG Mona
     
    Hallo,

    ich kann nur nochmals sagen, außer Reisen hat mir nichts gefehlt. Ich hatte früher keinen Luxus und heute auch nicht. Ich hatte eine schöne Wohnung, ein Auto, auch wenn es nur ein Trabbi war. Ich hatte Arbeit und darüber, ob ich sie verlieren würde, mußte ich nicht nachdenken müssen.
    Das im Westen alles besser ist, meinte jeder zu wissen, der dort Verwandte oder Bekannte hatte, die durch Arbeit dieses finanzieren konnten. Arbeitslose oder gar obdachlose Verwandte hatte wohl keiner, jedenfalls keiner, den ich kenne. Bei allen war es so, das es den "Wessis" in deren Augen besser ging. Die hatten Südfrüchte, einen Geschirrspüler, manche sogar ein Häuschen, ein Auto und und ...und Malle war für die kein Ort, den sie nie erreichen würden.
    Ich weiß nicht, ob ich bespitzelt wurde, jedenfalls ist es mir nicht aufgefallen. Aber warum hätte man mich bespitzeln sollen?Ich habe nirgends gearbeitet, wo man hätte eine Geheimnis verraten können.
    In meinem Leben hat sich einiges verändert. Ob das nun besser ist, daß mein Pkw früher 500 Kubik hatte und der jetzige 2000 ist mir wurscht und ob der früher 2,50 lang war und der jetzige fast 5m kann einem auch egal sein. Früher mußte ich 48 Quadratmeter putzen und 4 Fenster und heute 170 Quadratmeter und 18 Fenster. Ob man das als Fortschritt bezeichnen kann, ich weiß nicht.
    Was bitte hätte ich vermissen sollen? Ich weiß es nicht, lasse mich aber gern belehren. Ich möchte keinen Streit vom Zaun brechen, aber der Sozialismus war nicht zu finanzieren und den Kapitalismus finde ich, man möge den Ausdruck mir nachsehen, Scheiße.
    Ob dazwischen noch was anderes sein könnte, finanzierbar und wo man sich sicher und wohlfühlt, ich weiß es nicht.

    LG tina1
     
    Jetzt melde ich mich auch mal zu Wort. Aber nicht politisch, sondern zum Film.
    An und für sich eine toller Film. Was mir nebenbei aufgefallen ist das er sehr schlecht vertont war. Egal ob da jetzt ein Lada, Wartburg oder Trabant gefahren ist, es wurden immer Trabantgeräusche abgespielt.:D

    Freundschaft
     
    Ich möchte keinen Streit vom Zaun brechen, aber der Sozialismus war nicht zu finanzieren und den Kapitalismus finde ich, man möge den Ausdruck mir nachsehen, Scheiße.
    Ob dazwischen noch was anderes sein könnte, finanzierbar und wo man sich sicher und wohlfühlt, ich weiß es nicht.

    LG tina1

    Ja, da bin ich genau deiner Meinung !
     
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