der Jahrestag des Mauerbaus zu Berlin

  • Also ich muß mal was ganz anderes einschmeißen.
    Klar, Mauer, Grenze...hab ich alles selbst erlebt.
    Auch das die Omi reisen durfte, etc.

    Aber, ich habe im Osten nie so hohe Heckenmauern gesehen wie tief im Westen!

    In meiner Kindheitsstrasse konnte ich mindestens sieben Nachbarn, links und rechts, überblicken.

    Hier glotzt man nur auf seine eigene Scholle!
     
  • Ja stimmt, im "Osten" war alles ein bisschen "kollektiver"(?).
    Jeder war (meistens) fuer jeden zugaenglich.
    Ich fand es immer sehr gut, wie die Leute in den Doerfern einen so guten Zusammenhalt hatten. Man half sich gegenseitig bei anfallenden Arbeiten, der Eine konnte dieses, dafuer der Andere jenes!
    Und man machte aus der Not eine Tugend und machte alles selbst, Reparaturen, Bauen, eben alles, was so anfiel und natuerlich im "Austausch" mit den Anderen.

    Eine meiner Verwandten war Friseuse, sie frisierte die Damen, dafuer bakam sie dann etwas Anderes, entweder auch in Form einer Gegenleistung oder aber in Naturalien.
    Ich erinnere mich sooo gut an ein Thueringer Gericht (wir waren meist in Thueringen zu Besuch), das nannte sich "Weckwerch" oder so aehnlich. (Ich sagte immer "Wegwerf" dazu, weil ich mich "wegwerfen" koennte, da es sooo lecker war.
    Es war so eine Art Leberwurst im Glas, triefte vor Fett und hatte einen unvergleichlichen Geschmack! Das wurde warm gemacht und dazu gab es Pellkartoffeln....*sabber*!!!!!!

    Kia ora
     
  • Also ich muß mal was ganz anderes einschmeißen.
    Klar, Mauer, Grenze...hab ich alles selbst erlebt.
    Auch das die Omi reisen durfte, etc.

    Aber, ich habe im Osten nie so hohe Heckenmauern gesehen wie tief im Westen!

    In meiner Kindheitsstrasse konnte ich mindestens sieben Nachbarn, links und rechts, überblicken.

    Hier glotzt man nur auf seine eigene Scholle!




    Wer eine Hecke hatte die nicht zu überblicken war, machte sich gleich verdächtig.
    Lt Statistik war ja jeder Dritte beim Überwachungsverein tätig. Trau schau wem .

    Ja stimmt, im "Osten" war alles ein bisschen "kollektiver"(?).
    Jeder war (meistens) fuer jeden zugaenglich.
    Ich fand es immer sehr gut, wie die Leute in den Doerfern einen so guten Zusammenhalt hatten. Man half sich gegenseitig bei anfallenden Arbeiten, der Eine konnte dieses, dafuer der Andere jenes!
    Und man machte aus der Not eine Tugend und machte alles selbst, Reparaturen, Bauen, eben alles, was so anfiel und natuerlich im "Austausch" mit den Anderen.

    Eine meiner Verwandten war Friseuse, sie frisierte die Damen, dafuer bakam sie dann etwas Anderes, entweder auch in Form einer Gegenleistung oder aber in Naturalien.
    Ich erinnere mich sooo gut an ein Thueringer Gericht (wir waren meist in Thueringen zu Besuch), das nannte sich "Weckwerch" oder so aehnlich. (Ich sagte immer "Wegwerf" dazu, weil ich mich "wegwerfen" koennte, da es sooo lecker war.
    Es war so eine Art Leberwurst im Glas, triefte vor Fett und hatte einen unvergleichlichen Geschmack! Das wurde warm gemacht und dazu gab es Pellkartoffeln....*sabber*!!!!!!

    Kia ora




    Kenne ich auch Kia, Weckewerk. Aber eigentlich mehr aus dem Hessischen..
    liegt ja gleich nebenan. In Thüringen nahe der hessischen Grenze war ich auch sehr oft,
     
    Ich habe eben mal nach Weckewerk gegoogelt ..... :)




    Weckewerk ist eine nordhessische Wurstspezialität. Es wird aus gekochten Schwarten und Gehacktem sowie Fleisch- oder Wurstbrühe vom Schwein hergestellt, mitunter kommen gekochte Fleischstücke, Blut und Innereien dazu. Gestreckt wird die Wurst mit altbackenen Brötchen, die dem Weckewerk seinen Namen geben: „Wecke“ oder „Wegge“ ist die traditionelle Bezeichnung für Brötchen in Nordhessen. Gewürzt wird mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Majoran, regional auch mit Kümmel, Nelkenpfeffer und Knoblauch. Die Zutaten werden durch den Fleischwolf gedreht und vermengt. Für den baldigen Verzehr gelangt Weckewerk in dieser Form oder abgefüllt in Schweinedarm in die Küche. Für die längere Aufbewahrung wird es in Gläsern konserviert oder im großkalibrigen Kunstdarm gekocht.




    Weckewerk oder Weckwurst wird kalt gegessen oder in der Pfanne gebraten. Da der ehemalige Oberbürgermeister von Kassel Philipp Scheidemann Weckewerk fast angebrannt gemocht hat, wird diese Zubereitungsform auch nach Bürgermeisterart genannt.




    http://de.wikipedia.org/wiki/Weckewerk
     
  • Ja hohe Hecken haben wir hier auch.

    Aber nicht direkt nur im Baugebiet wo bis 1995 ca. noch Zuckerrüben angebaut wurden. Hier ca. 2m tiefer im alten Dorfgebiet hab ich neulich mal Th... gefragt (der hat einen Containerdienst) "Sag mal die Kiesel bei dir, sollen die weg?" Er hat gelächelt: "Wenn ihr wollt, holt es euch, die großen gerne auch, sind Natursteine die über sind." Mein GG hat dann nochmal gefragt, was er dafür bekommt.

    Und Th...ist es auch, der mit dem Radlader kommt wenn wir im Schnee versinken, denn die Stadt räumt hier nicht.

    Suse
     
    Die Mauer wurde doch nur deshalb gebaut, damit die "bösen Kapitalisten"
    nicht auf die Idee kamen, vom Westen in den Osten zu flüchten.
    Ähm... nun ja... und wie die "bösen Kapitalisten" nach der Wende alles platt gemacht haben, dass kann man ja nun in vielen Landstrichen immer noch sehr gut sehen. In meiner ehemaligen Heimatstadt hat so ziemlich jede Firma dichtgemacht. Die wenigen die noch bestehen, haben ihre Mitarbeiter auf max. 5-10 Prozent heruntergefahren und selbst von denen arbeitet die Hälfte zum Billigtarif. Die Stadt ist sein Jahren pleite und die Arbeitslosigkeit liegt bei mehr als 50 Prozent. Auf Grund der Landkreisreform gibt es auch den Landkreis nicht mehr und die Einwohnerzahl hat sich glatt halbiert.

    Aber was solls... dafür sind die Strassen nun erste Klasse, jeder Trottel latscht mit zwei Handys durch die Gegend und es gibt den Trend - jedem Bürger seinen eigenen Einkaufsmarkt. Ist doch immerhin auch was. Ansonsten wage ich mal zu behaupten, hätte Honecker & Co. die DDR für ausländische Investoren geöffnet, so nach chinesischen Vorbild, die DDR würde es heute noch geben. :-P

    Mal im Ernst, ich finde ja, die Menschen haben heute genug neue Probleme als das sie sich um sowas wie für den Jahrestag des Mauerbaus interesstieren würden. Schließlich interessiert sich ja bsw. auch niemand für die Geschichte der deutschen Republik.
     
  • Ok , dann hab ich dich jetzt falsch verstanden .
    Ich wollte damit auch nur ausdrücken, dass meiner Meinung nach die Bedeutung der Geschichte extrem unterschätzt wird. Wüssten bsw. mehr Menschen das man mit dem Begriff des demografischen Wandels bereits in den zwanziger Jahren die Ängste der Mesnchen schürte, wüssten Mehr Menschen wie verdammt langwierig und schwer der Kampf um eine soziale Marktwirtschaft war, hätten es Lobbyisten und Poltiker nicht so einfach gehabt einen funktionierenden Sozialstaat zugunsten privater Geldinteressen leichtfertig zu opfern.

    Und was den Mauerbau betrifft, nun ja, ich wage zu behaupten, der Bau der Mauer war doch viel weniger das Problem als die fehlende Reisefreiheit.
     
    Du siehst das m.E. sehr verkürzt, Frank.

    Es war nicht nur die fehlende Reisefreiheit. Es war die Gesamtsituation mit der die Menschen der DDR nicht mehr leben wollten.

    Die Demokratie der Weimarer Republik war eine Stunde im Geschichtsunterricht, die unter dem Gesichtspunkt der SED-Sicht behandelt wurde, wenn's hochkam. Außerdem bekannte sich die DDR-Führung zum diktatorischen Staat, in dem die "Diktatur des Proletariats" ausgeübt wurde. Von Demokratie war da nicht die Rede.

    Die DDR-Führung wollte sich ein eigenes ökonomisches Gesetz schaffen, das Neue Ökonomische Gesetz der Planung und Leitung der Volkswirtschaft. Das ging gründlich in die Hose.

    Die Gesamttendenz der Wirksamkeit dieser objektiven Gesetzmäßigkeiten im Sozialismus geht dahin, dass die sozialistische Gesellschaft immer weniger Arbeits- und Zeitaufwand zur unmittelbaren Reproduktion ihres Lebens benötigt, und zwar nicht durch Einschränkung ihrer Bedürfnisse, sondern vielmehr durch ihre allseitige, immer rationellere und effektivere Befriedigung, so daß die Entwicklung der sozialsitischen Ökonomik in zunehmendem Maße Freizeit produziert. Diese Freizeit sozialistischer Menschen ist nicht einfach Nichtarbeitszeit, sondern ...

    Mit der Entwicklung der sozialistischen Gesellschaftsformation verschwindet der Gegensatz von Arbeitszeit als Nichtfreizeit zur Freizeit als Nichtarbeitszeit. Die Arbeit wird als positiv schöpferische Tätigkeit immer mehr zu einer normalen gesellschaftlich üblichen Lebensgewohnheit und schließlich - wie Lenin sagte - zur "Arbeit, die geleistet wird, aus der Gewohnheit, für das Gemeinwohl zu arbeiten, ..."
    Nachzulesen in "Politische Ökonomie des Sozialismus..." Dietz Verlag Berlin, 1. Aufl. 1969, Seit 241.

    Auch das ist wohl sehr lebensfremd. Ja, wenn alle Menschen engelsgleich und selbstlos gewesen wären. Aber das waren ja nicht einmal die die Mitglieder des ZK der SED, die sich ihr eigenes Paradies abgeschottet in Wandlitz errichteten.

    Nein, all das hat mit fehlender Reisefreiheit nicht viel zu tun. Es sei denn, du akzeptierst, dass diese Reisefreiheit nicht gewährt werden konnte, weil die Menschen sonst möglicherweise der verlogenen Politik dieser Betonstrategen entrinnen wollten.

    @ Suse, was sind "Offiziere der Fallis"? Den Begriff kenne ich nicht.
     
    Du siehst das m.E. sehr verkürzt, Frank.

    Es war nicht nur die fehlende Reisefreiheit. Es war die Gesamtsituation mit der die Menschen der DDR nicht mehr leben wollten.
    Ja sicher doch. Ich meinte Reisefreiheit ja auch nur in Bezug auf die Mauer. Das es nicht das einzige Problem war ist doch klar. ;)
    Die USA sichern bsw. ihre Grenzen zu Mexiko auch mit einen eiseren Zaun der teils noch höher ist als die Berliner Mauer. Und trotzdem finden die meisten Menschen diese Grenze völlig in Ordnung. Klar, weil die Menschen auf beiden Seiten schließlich die volle Reisefreiheit haben. Die bestehenden Probleme dort, hängen vielmehr mit anderen Dingen zusammen, bsw. dem sozialen Gefälle. Nur mal als Beispiel.

    In der DDR gab es aber nicht nur eine Mauer an der Grenze sondern auch wenig Reisemöglichkeiten. Jedenfalls für Menschen die jünger als 60/65 Jahre waren und in der DDR kein Vermögen hatten. Denn solche Leute gab es ja auch. Ein Handwerksmeister mit dem meine Eltern öfters zusammenarbeiten mussten, hatte auf Grund von etlichen Erbschaften sehr viel Vermögen in Ost- und Westmark. Die D-Mark lagen auf einen Konto der Staatsbank. Der Typ ist jedes Jahr zig mal zu Verwandten nach San Francisco gereist. Wober er nur eine begrenzte Menge D-Mark mitnehmen durfte. Frei nach dem Motto - wer bleibt schon freiwillig im Westen wenn man doch im Osten ein Vermögen hat und dort leben kann wie im Paradies. Genauso handhabte man das mit vielen anderen Handwerkern und Geschäftsleuten. Auch eines der vielen Ungerechtigkeiten der DDR.
    Die Demokratie der Weimarer Republik war eine Stunde im Geschichtsunterricht, die unter dem Gesichtspunkt der SED-Sicht behandelt wurde, wenn's hochkam. Außerdem bekannte sich die DDR-Führung zum diktatorischen Staat, in dem die "Diktatur des Proletariats" ausgeübt wurde. Von Demokratie war da nicht die Rede.
    Ja ja, dass ist schon alles richtig. Aber ich bin halt ein Mensch der gerne mal etwas hiinterfragt und nicht einfach in schwarz-weiß Kategorien denkt. Ich finde, in der Praxis sah das Leben in der DDR doch schon ein klein wenig anders aus als es heutzutage in den Medien oft dargestellt wird. Wobei ich nicht besser meine, sondern einfach vielschichtiger. Heute geht einfach vieles unter bzw. passt genauso wenig in die westliche Idologie wie umgekehrt früher im Osten. Einiges, oder besser noch, Weniges ist tatsächlich besser, vieles ist einfach anders.


    Auch das ist wohl sehr lebensfremd. Ja, wenn alle Menschen engelsgleich und selbstlos gewesen wären. Aber das waren ja nicht einmal die die Mitglieder des ZK der SED, die sich ihr eigenes Paradies abgeschottet in Wandlitz errichteten.
    Und dennoch sollten wir nicht vergessen das es den Menschen damals lediglich um etwas mehr Gerechtigkeit innerhalb der DDR ging. Und mal ganz ehrlich, da war auch sehr viel Dummheit im Spiel. Muss man leider so sagen wie es ist. Denn im Vergleich zu heutigen Luxusvillen vieler Poltiker und Unternehmer war Wandlitz doch geradezu eine billige Sozialsiedlung.

    Ich hab viele der damaligen Montagsdemos miterlebt. Ich war dabei als tausende Menschen lauthals gegröhlt haben, als man sagte das der damalige Landrat unsere Kreisstadt ein Gehalt von 2.700 Ostmark Brutto bekommt. Und was soll ich sagen, das erste das der neue Landrat nach der Wende machte, ist sich das Gehalt auf mehr als 9.000 D-Mark hochzuschrauben und den alten Lada durch einen BMW der Luxusklasse zu ersetzen. Und von solchen Beispielen könnte ich seitenlang berichten.
     
    In der DDR gab es Landräte? Das ist mir neu. Waren das nicht die Kreisparteisekretäre?

    Es kommt immer drauf an, womit verglichen wird. Der Normalmensch der DDR hatte eben nicht diese Einkaufsmöglichkeiten und nicht die Ausstattung, die die Typen in Wandlitz hatten.

    Ich glaube nicht, dass die Mexikaner den Zaun gerne sehen oder gerecht empfinden.

    Aber mal ganz abgesehen davon, dass dieser Zaun Einwanderer und nicht ausreisewillige Familienangehörige verhindern soll, sind dort auch Selbstschußanlagen installiert oder wird von Wachtürmen aus von USA-Grenzposten auf Menschen, die diesen Zaun überwinden wollen, geschossen?
     
    In der DDR gab es Landräte? Das ist mir neu. Waren das nicht die Kreisparteisekretäre?
    Bei Gründung der DDR gab es noch die gleiche Aufteilung in Länder und Kreise. Irgendwann, ich glaube es müsste so Ende der fünziger oder Anfang der sechziger Jahre gewesen sein, hat man dann die neue Unterteilung in Bezirke eingeführt und die Landkreisreform umgesetzt. Dadurch entstanden sehr viel kleinere Landkreise. Nur der Name war etwas anders. Die Landkreise hießen in der DDR Rat des Kreises. Interessant dabei ist die Tatsache das diese Kreisräte sehr viel mehr zu tun hatten, Computer gab es nicht und sie hatten trotzdem weniger Arbeitskräfte als heute. Ach ja... mein Vater war mehr als 25 Jahre stellvertretender Abteilungsleiter. Stellvertreter deshalb weil mein Vater in der SED war und die Abteilungsleiterstelle Mandatsgebunden, fest an die LDPD vergeben war. Auch das gab es, aber das will heutzutage schon gleich gar niemand mehr wissen.

    Es kommt immer drauf an, womit verglichen wird. Der Normalmensch der DDR hatte eben nicht diese Einkaufsmöglichkeiten und nicht die Ausstattung, die die Typen in Wandlitz hatten.
    Jepp... ganz genau. Deshalb denke ich, dass die Wende in der DDR und die Einheit zwei völlig verschiedene Dinge sind.

    Aber mal ganz abgesehen davon, dass dieser Zaun Einwanderer und nicht ausreisewillige Familienangehörige verhindern soll, sind dort auch Selbstschußanlagen installiert oder wird von Wachtürmen aus von USA-Grenzposten auf Menschen, die diesen Zaun überwinden wollen, geschossen?
    Und ob da geschossen wird. Seit 1990 sind an dieser Grenze weit mehr als 3.000 Menschen umgekommen. Das sind mehr Tote als in all den Jahren an der innerdeutschen Grenze. :(
     
    Ah, wieder was gelernt. Nee, Kreisräte kannte ich nicht. Das mit der Bindung an bestimmte Parteien schon.

    Es wird an dem Grenzzaun zu Mexiko wohl kaum auf eigene Bürger geschossen, weil sie mal kurz "rüber" wollen und auch nicht von offizieller Seite. Inwieweit diejenigen, die da schießen, bestraft werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Weißt du es?

    Aber mal zurück zu unserem Thema:

    Ich wohnte 3 Jahre in einem Haus im Grenzgebiet von Berlin. Meine Nachbarin, eine Rentnerin konnte in das Fenster ihrer Schwester, die auf der anderen Straßenseite wohnte, sehen, diese aber nicht besuchen. Die Grenze lag dazwischen.

    Als dann auch Rentner für einen gewissen, vorher festgelegten Zeitraum Verwandte besuchen durften, packte die Ostschwester ihren Koffer und fuhr zur Westschwester. Da sie ja über den Tränenpalast ausreisen mußte und nicht einfach mal so schräg über die Straße gehen durfte, dauerte ihre Reise einen halben Tag.

    Bei der Schwester angekommen, stellte sie abends fest, dass sie vergessen hatte, das Licht im Wohnzimmer auszumachen. Obwohl die kWh nur 8 Pf kostete und die Lampe bestimmt nicht viel Strom verbrauchte, hatte sie sich ausgerechnet, daß bei ihrer Rente, der Strom zu teuer wird.

    Die Nachbarin anrufen, die die Blumenpflege übernommen hatte, ging auch nicht. Die hatte kein Telefon. (Anmeldezeit für einen Telefonanschluß lag bei über 10 Jahren.)

    Sie packte also wieder ihren Koffer und fuhr am nächsten Morgen zurück.
     
    Es wird an dem Grenzzaun zu Mexiko wohl kaum auf eigene Bürger geschossen, weil sie mal kurz "rüber" wollen und auch nicht von offizieller Seite. Inwieweit diejenigen, die da schießen, bestraft werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Weißt du es?
    Nein, natürlich weiss ich keine genauen Einzelheiten. Da müsst ich mich auch erst genauer schlau machen. Aber ich meine ganz prinzipiell. In Deutschland gedenkt man den Mauertoten als eines der grössten Ungerechtigkeiten der Nachkriegsgeschichte überhaupt, während man von toten Mexikaner kaum etwas gehört hat. Frei nach dem Motto - wenn Menschen raus wollten und zu Tode kommen sind sie Helden, wollen sie statt dessen rein und kommen um, sind sie halt einfach selbst schuld? Find ich nicht gut sowas.

    Bei der Schwester angekommen, stellte sie abends fest, dass sie vergessen hatte, das Licht im Wohnzimmer auszumachen. Obwohl die kWh nur 8 Pf kostete und die Lampe bestimmt nicht viel Strom verbrauchte, hatte sie sich ausgerechnet, daß bei ihrer Rente, der Strom zu teuer wird.
    Ähm... äh... ich glaube aber, dass hat auch ein wenig etwas mit der Sparsamkeit der Kriegsgeneration zu tun. Meine Oma war damals auch so, bis ihr mein Vater mal erklärt hat wie man die Stromkosten berechnen kann. Die Mindestrente lag wohl so bei 250 im Jahr 1989 bei 300 Mark. Natürlich kann man davon keine großen Sprünge machen. Allerdings betrug die Miete auch nur 20 Mark, 15 Mark Versicherung und 20 Mark Strom, bei einer Neubauwohnung waren übrigens die Heizkosten inclusive. Eine 60 Watt Lampe hätte man auf jeden Fall 14 Tage durchlaufen lassen können ohne arm zu werden. Wenn ich das richtig überschlagen habe, komme ich gerade auf 1,60 Mark.
     
    Mal im Ernst, ich finde ja, die Menschen haben heute genug neue Probleme als das sie sich um sowas wie für den Jahrestag des Mauerbaus interesstieren würden. Schließlich interessiert sich ja bsw. auch niemand für die Geschichte der deutschen Republik.


    Ich interessiere mich dafür ..... halten zu Gnaden. :)


    Wenn's erlaubt ist ..... :)
     
    ....

    Ähm... äh... ich glaube aber, dass hat auch ein wenig etwas mit der Sparsamkeit der Kriegsgeneration zu tun. Meine Oma war damals auch so, bis ihr mein Vater mal erklärt hat wie man die Stromkosten berechnen kann. Die Mindestrente lag wohl so bei 250 im Jahr 1989 bei 300 Mark. Natürlich kann man davon keine großen Sprünge machen. Allerdings betrug die Miete auch nur 20 Mark, 15 Mark Versicherung und 20 Mark Strom, bei einer Neubauwohnung waren übrigens die Heizkosten inclusive. Eine 60 Watt Lampe hätte man auf jeden Fall 14 Tage durchlaufen lassen können ohne arm zu werden. Wenn ich das richtig überschlagen habe, komme ich gerade auf 1,60 Mark.

    Sogar das Warmwasser war in der Neubauwohnung in der Miete drin und der Verbrauch wurde nicht gemessen. Gas war auch nicht wesentlich teurer, wenn ich nicht irre, bezahlte man 16 Pf für den m³. Nun lebte man auch Anfang der 1970er Jahre nicht nur von Strom, Miete und Versicherung.

    Findest du es nicht aber auch traurig für die beiden Schwestern, dass sie ihren gemeinsamen Urlaub nicht fortsetzen durften? Es war gewiß nicht die materielle Seite, die ich darstellen wollte.
     
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