biotekt
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Kannst du mir dann einen Rat geben, welche Elemente besser geeignet sind?
Hallo Tina,
das möchte ich diesmal nicht direkt tun - u.a. weil das anhand deiner Fotos schwieriger ist - allerdings auch, weil ich aktuell sehr wenig Zeit habe.
Prinzipiell finde ich es gut, dass du mit gitterartigen Elementen, statt (nur) mit Seilen und Schnüren arbeitest. Aber deine Gitter sind für die meisten Kletterpflanzen entweder zur grob (Profile [hier Latten/Leisten] zu dick/breit] oder zu eng - oder beides.
Sie bieten den meisten Kletterpflanzen keine Möglichkeit, ihre Kletterstrategie wirklich zu entfalten - z.B. indem Blattsielranker die Leisten nicht umfassen können, indem Schlingpflanzen darin keinen Platz zum Schlingen/Winden finden (Bild 1) oder indem sie einfach zu klein für fast jede ausdauernde Gerüstkletterpflanze sind und das natürlich auch offensichtlich wird (Bild 2 - nicht zuletzt eine Gestaltungsfrage). Ich könnte noch etliche Bilder von Kletterhilfen aus allen gebräuchlichen Werkstoffen einstellen - egal ob vom Heimwerker, aus dem Fachversand oder direkt vom Fachmann - die ungeeignet sind und/oder schlecht aussehen und/oder versagen (zu Bruch gehen), aber ich schenk mir das - die bisherigen Beispiele sollen reichen..
Obwohl ich nicht verstehe, was an diesen Dingern verkehrt sein soll, denn meine Schwiegermutter hat seit gut 20 Jahren ein solches Holzgitter an der Wand, und da gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten...und so gute Weintrauben gibt es in keinem Supermarkt ! Wieso sollte das nicht funtionieren ??
Na ja - keine Schwierigkeiten gibt es meistens nur, wenn man sich um solche Konstruktionen intensiv kümmert. Wein findet daran Halt (lange Sprossranken), aber man wird sehr viel schneiden müssen (was natürlich kein Schaden sein muss).... Eine Rebe entwickelt jedoch (wie auch viele andere Kletterpflanzen) Holz, das zwar viel schlanker ist, als das nichtkletternder Gehölze, aber doch einen gewissen Durchmesser entwickelt. (Vgl. (Bild 3) Trieb einer Rebe, die Stäbe links im Bild sind 9 mm dick). Man kann Zwängungen in und hinter einem Rankgitter zwar durch Leiten und Schneiden vermeiden, aber wenn man z.B. das nicht tun muss, wird das Begrünungsergebnis mit weniger Aufwand besser und dauerhafter.
Ich habe mehrere durchsichtige Schnüre gespannt, an denen sich der Knöterich diesen Sommer schon komplett bis unters Dach gewunden hat. Auf dem Foto hatte ich ihn bereits wieder gestutzt, weil er alles überwuchert hatte. Und da er im Topf bleibt, hat er auch nicht allzu viel Spielraum, hoffe ich.
Ich halte das für einen "temporäre Maßnahme". Knöterich braucht Platz und stabile Seile - besser biegesteife
Rundprofile zum Klettern. Als Kübelpflanze ist er auf Dauer ungeeignet. Selbst in 150-l-Gefäßen kümmert er nach wenigen Jahren und kümmern bedeutet nicht nur verhältnismäßig geringen Wuchs. sondern vor allem Verkahlung und wenig Blüten.
Nochmal zu den Gittern : Wir haben 5cm Abstand zur Wand, da wir Abstandshölzchen dazwischen gebohrt haben.
Mit 5 cm Wandabstand kommen einjährige Pflanzen und ein paar sehr filigrane ausdauernde Pflanzen zurecht, aber optimal ist anders. Aber nicht nur der Bewuchs spricht für größere Wandabstände, sondern auch Vogelsch.... Wenn Nester direkt an der Wand anliegen oder nächtigende Vögel dicht davor hocken, hinterlässt das oft interessante Muster an der Fassade, die man (wenn schon, dann) lieber auf dem Boden hätte.
Ich bin dankbar für jede Form von Kritik und Ratschläge, also immer her damit !!!
Ich hab aktuell keine Zeit für intensivere allgemeine Beratungen (Gründe siehe auch in Rubrik "Stauden und Kletterpflanzen"), aber ich hoffe, dir ein paar beachtenswerte Aspekte genannt zu haben.... Weitere findest du auf der Domaine, wo auch die o.a. Bilder hinterlegt sind.
Grüße
TB