Zeitarbeit - Erfahrung ?

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Mein Sohn ist gerade mit seiner Ausbildung in der Metallbranche fertig und nun auf der Suche nach einem Job. Derzeit laufen 95 % aller Jobangebote über Zeitarbeitsfirmen oder Personaldienstleister.
Mir ist schon klar, dass dies wahrscheinlich der Weg sein wird, um den Einstieg ins Arbeitsleben zu schaffen.
Einige Angebote hören sich ganz gut an, aber ich bin irgendwie skeptisch, weil ... wenn, dann hört man nur negatives.
Aus diesem Grund würden mich Eure Erfahrungen mit Zeitarbeit interssieren und worauf sollten wir unbedingt achten, um nicht auf die Nase zu fallen.

Danke schon mal im Voraus für Eure Beiträge.
 
  • Hallo

    Den Vertrag mehrfach durchlesen und genau auf das geschriebene achten da können ganz schöne Klauseln drin sein.
    Er ist jung und vielleicht auch unabhängig, soll wenn es geht den Weg nicht scheuen auch weiter weg nach Arbeit suchen (Schweiz und Co).
     
    Dazu noch ein Hinweis aus der Firma in der mein GG arbeitet:

    Gerade kleinere (Handwerks)Firmen suchen händeringend gutes (handwerkliches) Personal, das einen Festvertrag auch möchte, müssen aber auf Leiharbeiter zurückgreifen, da die Leiharbeiter diesen Vertrag nicht wollen (warum auch immer).

    Wenn Dein Sohn somit das Glück hat über eine Zeitarbeitsfirma an eine kleinere Firma vermittelt zu werden und sich engagiert anstellt, hat er dort bessere Chancen als in vielen großen Firmen.
     
  • Gerade in den jetzigen Krisenzeiten...

    ... ist es viel wichtiger, auch als qualifizierter Handwerker, Facharbeiter oder Ingenieur, möglichst flexibel zu sein und auf keinen Fall das Risiko eines festen Arbeistvertrages einzugehen. Womöglich kann man sich in einer mittelständischen Firma oder einem Familienbetrieb, die noch Wert auf veraltete Ideale wie Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit oder gar menschliche Wertschätzung legt, nicht adäquat und vor allem flexibel, verwirklichen.

    Auch sollte unbedingt darauf Wert gelegt werden, dass man bei seinen Lohn- oder Gehaltsvorstellungen nicht in die Falle starrer tariflicher Vereinbarungen tappt. Hier sind unbedingt Betriebe bzw. Leiharbeitsfirmen vorzuziehen, die sich durch flexible Regelungen auszeichnen. Selbstverständlich muss man dabei natürlich Abstriche dahingehend machen, dass die Bezahlung nicht immer der Ausbildung entspricht, aber ich finde, es gibt ein ungeheuer befreiendes Gefühl, sich vom üblichen Anspruchsdenken zu befreien.

    Selbstverständlich bleibt dem Berufseinsteiger somit zwar der vollwertige erste Arbeitsmarkt längerfristig bis dauerhaft verwehrt, wie Untersuchungen belegen, aber das geht Jungakademikern ("Generation Parktikum") ja ähnlich, da ist es nur fair und gerecht, wenn die Nachteile gleich verteilt sind.

    Positiv zu erwähnen wäre hier auch die Gewerkschaft GNBZ, lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Diejenigen, die ohne zu murren für 800€ brutto arbeiten gehen, statt sinnlos zuhause am Fliesentisch vor der 42"-Glotze zu sitzen und sich eine Zigartte nach der anderen zu stopfen, das sind die wahren Helden des Alltags, denen gehört unser vollster Respekt, nicht denjenigen, die glauben, eine erfolgreich absolvierte Ausbildung bedinge automatisch auch einen erfolgreichen Berufseinstieg!
     
  • AW: Gerade in den jetzigen Krisenzeiten...

    ......ist es viel wichtiger, auch als qualifizierter Handwerker, Facharbeiter oder Ingenieur, möglichst flexibel zu sein und auf keinen Fall das Risiko eines festen Arbeistvertrages einzugehen.


    Stellschnecklein

    Das solltest Du mal genauer erklären WAS genau GEGEN einen festen Arbeitsvetrag spricht.

    Kennst Du die Kündigungsfristen bei einer Zeitarbeitsfirma?

    Grüßle
     
    ich dachte er/sie meints ironisch, ansonsten kann ich es mir nicht erklären
    lg Ise,- die schonmal bei einer zeitarbeitsfirma gejobbt hat....aber dort nur jobs bekommen sollte die nicht unbedingt passten
     
  • wenn Dein Sohn flexibel ist, dann sollte er sich im Süden (Ba.Wü. z.B.) umschauen. Hier werden gerade händeringend Facharbeiter gerade aus Metall gesucht.

    Wenn nicht (was ich durchaus gut verstehen kann), dann sollte er darauf achten, dass er eine tarifgebundene Zeitarbeitsfirma bekommt ( ABER KEINEN Tarifvertrag mit der Christengewerkschaft, sondern mit dem DGB abgeschlossen!!)

    Wenn er bei der IG Metall Mitglied ist, dann kann er da seine Angebote prüfen lassen.

    Ich drück die Daumen, dass er was "festes" findet. Es ist leider häufig eine Illusion, dass aus der Zeitarbeit ganz viele in ein festes Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Bei uns gibt es große Autobauer (mit Stern z.B.), die halten sich Leiharbeiter über Jahre...

    Grüße
    Schoko
     
    AW: Gerade in den jetzigen Krisenzeiten...

    ...Diejenigen, die ohne zu murren für 800€ brutto arbeiten gehen, statt sinnlos zuhause am Fliesentisch vor der 42"-Glotze zu sitzen und sich eine Zigartte nach der anderen zu stopfen, das sind die wahren Helden des Alltags, denen gehört unser vollster Respekt,
    Hallo

    Ich seh es eigentlich nicht ganz so!
    Was ist der Dank dafür,für die welche sich "den A----" aufreißen und am Ende nicht mehr in der Tasche haben!Hier müsste an ganz andere Stelle umgedacht werden und es dürfte keiner für solch ein Geld arbeiten gehen wenn ein anderer das selbe bekommt fürs nichts tun (damit sind nicht die gemeint die so wie so auf Arbeit nichts machen;))!
     
    Ich danke Euch für die vielen Hinweise. Momentan liegen ihm 2 konkrete Angebote für Montagetätigkeit vor, die sich auf dem Papier ganz gut lesen, aber Papier kann natürlich auch sehr geduldig sein. Vermittlungsgutschein durch die ARGE bekommt er noch nicht, da er ja erst seit dem 01.02. arbeitssuchend ist und somit ist die Vermittlung über private Jobvermittler derzeit für uns finanziell nicht machbar. Aber für ihn ist es erfreulicherweise selbstverständlich, so bald wie möglich etwas zu finden.
    Ich hab ja Tante Gockel zwischenzeitlich auch schon gequält. Dadurch stellt sich mir die Frage: Sind Zeitarbeitsfirmen an den Tarifvertrag für Zeitarbeit gebunden?

    Sohn hat nächste Woche das erste Vorstellungsgespräch, mal sehen was rauskommt.
     
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