Ich hab auch nie verstanden, weshalb das negativ aufgefasst werden soll, wenn bspw. ein Bio Franzose kein Deutsch oder Englisch mit jemanden selbst wenn er es könnte in Frankreich sprechen möchte.
Hierfür gäbe es speziell in der Konstrellation von historisch gesehen geo politische, über persönliche Einstellungen, bis hin zu einem Prinzipiellen Nein aus Gemütlichkeitsgründe zich Aspekte die da zum tragen kommen könnten.
Die Frage kann man natürlich erörtern und verstehen wollen, aber man sollte gar nicht erst Anfangen denjenigen oder diejenigen mit Semantik oder suggestive Erwartungshaltungen das vor Ort vor den Latz zu knallen.
Das kann sehr schnell schief laufen, und kann dann u.U. bei dem Gegenüber die Alarmglocken schrillen lassen, dass der andere hier mit post-kolonialen oder neo-imperialistischen Überheblichkeit Fakten schaffen möchte.
Es ist auch wie hier in Stuttgart. Das angloamerikanische Besatzer Regime ist hier sehr präsent. Banalerweise muss man sich nur mal an einem Bahnhof außerhalb des Stadtzentrums in der Nähe einer deren Stützpunkte am Bahngleich aufhalten. Glaubst Du wirklich, dass so einer getarnt in ziviler Kleidung dich in deutsch anspricht? Natürlich nicht!
Es braucht nur zwei Sekunden, Du weisst sofort wer und was er ist. Du kannst mehrfach darauf hinweisen dass derjenige bitte deusch mit dir sprechen soll, auf deutsch, lustigerweise in seiner Sprache.... es wird absolut überheblich ignoriert. Alternativ kann wahrgenommen werden wie diese über einheimische Lästern in den Glauben sie wären too big to fail.
Ich habe schon viele Länder auf kontinental Europa besucht und mich durchgeboxt. Ich schätze die Sprachen und Kulturvielfalt sehr. Es sind so viele Sprachen dabei gewesen die ich niemals auch nur ansatzweise können werde. Komischerweise ist es aber immer so, dass ich immer erst verstehen als sprechen lerne. Somit gibt einige Sprachen die ich teil oder ansatzweise verstehe, andere mehr und andere in beide Richtungen verstehen und sprechen kann. Ich habe niemals vorausgesetzt, bspw. deutsch oder englisch in Bulgarien sprechen zu müssen. Wenn aus irgend einen Grund jemand erkennt trotz der dort gesprochenen Sprache mit mir so zu kommunizieren es einfacher für mich zu machen weil er es kann, habe ich es dankend angenommen wenn schon klar war das ich es nicht kann.
Aber jetzt als Ausländer mit deutsch oder englisch in ein Lokal oder sei es nur auf einen Markt irgendwo loszulegen und davon auszugehen das wäre Standard, ganz ehrlich, das wäre mir so dermaßen peinlich und überheblich so dass ich am liebsten im Boden versinken würde.
Eigentlich bin ich Bio Kroate, in Dortmunder Nordstadt geboren und in dem sozialen Brennpunkt multikulturell aufgewachsen. Von Anfang an hatte ich mehr mit Libanesen, Marrokanern, Türken, Iranern, Italienern, Griechen, Leute vom Balkan usw. als mit deutschen zutun. Somit kenne ich von klein auf deren kulturelle Gepflogenheiten ganz gut, und verstehe manche Sprache auch einigermaßen. Auch hier fällt man selbst als Kind auf, wenn man sein Freund Zuhause in seinem Ecosystem besucht hat, dass die Menschen anders mit dir umgehen, wenn Du dich, sei es auch mit Händen und Füßen, an sie anpasst und nicht umgekehrt. Selbst wenns scheitert, zählt der Wille und die Bemühung die hoch angerechnet wird. Bringt man trotz anderer Ethnie auch noch kulturelles Verstädnis mit öffnet das einem sofort mehrere Türen.
Das ist im RL 1:1 auch als Gast auf andere Länder übertragbar.
Auch aus Kroatien ist mir bekannt wie bspw. deutsche Besucher glauben dort überall mit deutsch auftreten zu müssen, weil die Leute dort könnens ja. Klar in Touri Hochburgen wird multilinguistisches Personal genau für die Klientel angestellt. Das Land ist nicht besonders groß, aber sobald diejenigen raus fahren und im Hinterland sind wird es zäher.
Dennoch findet sich der Eine oder Andere der es irgendwie aus Gastarbeiter Tage her kann. Aber glaubst Du wirklich die Leute machen das gerne? Natürlich nicht! Ganz ehrlich, denen geht das maximal auf den Piss.
Das würden sie dir höchstwahrscheinlich schon aus Charme und Geldnot nie direkt sagen. Kannst Du aber beide Sprachen wird dir immer auffallen wie über dich abgelästert wird, sobald Du dich umgedreht hast und weg bist.
Da teilten sich Gäste mit deutscher und anglo-amerikanischer Sprache Platz 1 in der Rangliste.
Und mit der Sprache kommt dann auch noch der Unwille sich der Kultur und nicht anders herum - anzupassen.
Das sind so zwei no-gos die mir immer wieder auffallen, auch wenn ich mich von Touri hochburgen meist fernhalte und nicht der typische Urlauber bin.
Du wirst niemals auch nur ansatzweise in das Land, Kultur, Gepflogenheiten.... eintauchen können, isf. Du dort auf Kommunikation und Andere angewiesen bist, aber keine Ambitionen verfolgst dich in deinem Wesen und der Sprache anzupassen.
Bist du in der Pampa allein, und machst da dein Ding, ist das natürlich eine andere Sache.
Der Irrglaube, runtergebrochen auf die Komponente "Sprache", überall mit Englisch durchkommen zu können ist schon recht amüsant. Das mag funktionieren, dennoch wirst Du platt gesehen immer draußen bleiben. Bei manch Leuten kommt da gar der Würgreitz hoch weil hier sofort das tief verwurzelte Gefühl aufkommt, dass hier wieder der neo-koloniale Hegemon mit imperialistischer Sprache vor der Tür steht.
Einen Vorteil hat man in Europa in Sinne der Sprache aber die einem viele Türen öffnet.
Wenn Du eine slawische Sprache beherrscht, verstehst Du zumindest ansatzweise automatisch auch viele andere. Das erlaubt dir zu deuten worüber da grade gesprochen wird.
Und fängst du dann mit deiner an, selbst wenn die nicht ganz von den anderen verstanden wird, bist kulturell sofort assimiliert und drin.
Das funktioniert von Südost, Ost Europa bis hinter den Ural immer wieder.
Wenn dann noch als Tarnmittel dein Aussehen dazu kommt, dass dich optisch nicht grade als jemanden daher identifiziert, ist es immer wieder einer Gaudi wenn andere dich versuchen monitär über den Tisch zu ziehen und tuscheln wie sies machen weil du mit deutsch oder englisch angefangen hast, dann aber bspw. in Bulgarien mitbekommst wie in Bulgarisch und teilweise Türkisch versucht wird Absprachen zu treffen und dann plötzlich anfängst mit kroatisch (was die auch verstehen) genau auf deren Absprachen einzugehen.
Da steht die Welt Kopf. Und weil man aufgeflogen ist, wird mit Schlichten devot versucht, es ganz schnell anders aussehen zu lassen.
Kurzum, Eloquenz und Multilingualität gepaart mit kultureller Resilienz öffnet dir Türen.
Erwarte niemals dass andere sich an dich anpassen.
Und ja ich verstehe vollkommen, weshalb ein Franzose kein Deutsch oder Englisch mit einem in Frankreich sprechen will, selbst wenn er es könnte.
Das hat m.M. nichts mit Überheblichkeit zutun.
Oder hast Du etwa mal erlebt, dass sich ein Angelsachse die Mühe macht bei Einreise in ein nicht natives Land, deren Sprache zu sprechen?
Nein, der setzt das einfach weil so indoktriniert plump voraus. Dementsprechend wird er indirekt behandelt.