Depressionen sind natürlich Mist. Aber sieh mal Hajo, jede Jahreszeit hat auch ihr Gutes, auf das man sich konzentrieren könnte. Nutz den Winter, um deine Wohnung zu streichen.
Das dumme ist, wenn die Depression erst mal da ist, wird jede Aktivität sehr, sehr schwer. Deshalb versuche ich die Sachen vor dem Winter zu machen, weil im Winter meistens gar nichts geht. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Weihnachten wird hier oft als etwas angeführt auf das man sich freut. Ich habe einen richtigen Horror vor Weihnachten, und am liebsten wäre mir, das Fest würde gar nicht existieren. Seit ein paar Jahren versuche ich Weihnachten nach besten Kräften zu ignorieren. Inzwischen geht es besser, mein Verwandschaft hat sich daran gewöhnt, dass ich nicht zu Besuch komme, und auch nicht besucht werden will. Es war immer furchtbar, irgendwelche Entschuldigungen suchen zu müssen. Genauso wie die Geschenke.
Es ist immer noch ein bischen der Horror, weil ich weiss, dass ichden Ewartungen nicht entspreche. Aber die Besuche waren noch schlimmer. Egal wie man es dreht, diese Feste sind immer ein Graus, und Weihnachten ist das schlimmste von allen.
In dem Fall geht es mir wie den Autisten - alles was den normalen Ablauf stört, ist ein Problem. Mein Woche hat ein strenges Schema, jeder Tag einen Rhytmus - also nicht jeder Tag gleich, aber jede Woche hat die gleiche Folge von Tagen mit bestimmten Tätigkeiten. Feste bringen das alles durcheinander, und oft dauert es bis zu zwei Wochen bis alles wieder im Rhytmus ist.
Weinhachtsgebäck - hmmja. Lecker schon, aber hier kommt schon wieder sie Sorge, dass ich zunehmen könnte. Ich weiss es ist unvernünftig, aber ich kämpfe seit Jahren sehr streng um mein Gewicht. Ich weiss ich sollte da entspannter sein, ich habe noch einige Kilo bis der BMI den grünen Bereich verlassen würde, und ich wettere immer wieder gegen den Schlankheistwahn, der diese Zeit durchzieht, aber irgendwie ist es mir unmöglich gegen das Streben zum Idealbild anzukämpfen.
Kurz - ich esse fast nichts davon. Glühwein zweimal, wenn in der Firma Weihnachtsfeier ist, und wenn die Reste aufgewärmt werden. Das ist auch wieder Rhythmus, das war schon immer so. Letztes Jahr wollte ich noch mal Glühwein selbst machen, aber irgendwie kam es nicht dazu.
Einen Weihnachtsmarkt zu besuchen bricht wieder den Wochenrhythmus. Würde ich nur äusserts ungern tun, ausserdem ist es kalt. War mir schon als Kind ein Graus, wenn mich meine Eltern mitgeschleppt haben.
Ich weiss auch nicht. Ich habe so viele Probleme, manchmal wundere ich mich, dass mein Leben irgendwie funktioniert. Im Sommer ist es leichter. Im Winter schwerer. Alle schweren Krankheiten haben mich im Winter erwischt, und auch der Komplettzusammenbruch 2011.
Ich will nicht. Immer wieder sage ich, ich wandere aus, aber auch das schaffe ich nicht. Nicht mal einen Flug in den Süden.
Ich habe einen privaten Räumdienst beauftragt, weil ich sonst bei jeder Schneeflocke Panik bekomme, dass jemand stürzen könnte und mich wegen Verletzung der Räumpflicht verklagt. Mit dem Winterdienst ist eine Versicherung verbunden, die das Risiko übernimmt.
Eigentlich möchte ich Ende Oktober in den Winterschlaf, und erst Ende April wieder aufwachen. Die Zeit dazwischen möchte ich nicht haben.
Noch ein paar Wochen Zeit. Noch einmal etwas Farbe. Dann das Sterben. Die Welt dreht sich weiter, es ist ihr egal wie es uns geht. Hoffentlich komtm keine Katastrofe diesen Winter.