Gemüsebeet und nichts wächst, was mache ich falsch?

@JoergK …“Ihr“. Mein Avatarname ist nach meinem (männlichen) Pferd benannt, ich bin weiblich. Insofern irreführend.
Anwendung der Teststäbchen hatte ich schon beschrieben.
 
  • Ich meinte auch eher das Mischungsverhältnis von Aqua dest. und Boden (50/50), Mischprobe, usw. Denn da wirken sich Unterschiede schon auf das Ergebnis aus.....
     
  • Schau Dir auch an wie das Unkraut aussieht. Wächst der Löwenzahn bspw. mickrig oder saftig groß? Das sagt auch was über den Nährstoffgehalt aus.
    Ein sehr guter Tipp !

    @Bialu
    Recherchiere mal nach Zeigerpflanzen. Das sind Unkräuter / Wildkräuter, die einen Hinweis geben auf Nähstoffgehalt, pH-Wert, Bodenverdichtung, Staunässe und andere Standorteigenschaften.
    Durch sie kannst Du ohne Untersuchungen schon einen ersten Eindruck bekommen.
     
  • Wenn der Verschnitt von den Apfelbäumen noch geschreddert ist soll das eigentlich auch mal mit raus. Würde das im Herbst dann alles mit umgegraben werden?

    Ich bin kein Freund des Umgrabens, ich würde also die Mulchschicht über den Winter auf den Beeten liegen lassen, eher noch verstärken.

    Wenn du umgräbst, im schlechtesten Fall noch jeden Spatenstich umwendest, dann gelangen Mikroorganismen von der Oberfläche viel tiefer runter, als sie sich wohlfühlen, dafür beförderst du die Bewohner der tieferen Schichten hoch - es fühlen sich beide Arten nicht wohl und brauchen Zeit, bis sie wieder auf ihre optimale Höhe gewandert sind. Lässt du alles, wie es ist, können Regenwurm und Co den Boden lockern, mit der Mulchschicht oben drauf gibst du ihnen Futter, da ziehen sie sich schon ihren Anteil runter. Im Frühjahr brauchst du dann nur zum Säen alles, was zuviel war, abharken und mit einem Sauzahn vielleicht einmal grob aufbrechen (nicht umwenden).

    Das abgeharkte Mulchmaterial kommt natürlich auf den Komposthaufen, zusammen mit allem, was übers Jahr so anfällt, hast du dann auch irgendwann eigenen Kompost für die Beete.

    Auch über die Vegetationszeit ist es gut, viel zu mulchen, so bekommst du mit der Zeit eine gute Humusschicht in deinen Beeten und verhinderst, dass zuviel Beikraut aufwächst.
     
    …Wenn du umgräbst, im schlechtesten Fall noch jeden Spatenstich umwendest, dann gelangen Mikroorganismen von der Oberfläche viel tiefer runter, als sie sich wohlfühlen, dafür beförderst du die Bewohner der tieferen Schichten hoch - es fühlen sich beide Arten nicht wohl und brauchen Zeit, bis sie wieder auf ihre optimale Höhe gewandert sind…
    Das Umgraben wird leider immer noch vielerorts aus Unkenntnis praktiziert.
    Statt mit dem Spaten die Erddecke auf den Kopf zu stellen, sollte man lieber, wie von dir angesprochen, mit dem Sauzahn arbeiten.
     
  • Da hast du Recht, @Pyromella.
    Es würde so bei unserem schweren Lehmboden allerdings nicht funktionieren. Da ist Umgraben absolut Pflicht. Der klumpt sonst zusammen wie Töpferton.
     
    Aha. Wir haben im väterlichen Garten auch mit schönstem Lehm angefangen und mittlerweile eine gute Humusschicht. Gut, das hat auch etwas länger gedauert, aber der Boden ist inzwischen richtig gut.
    Wenn der Lehm zu sehr klebt, würde ich Sand beimischen, um zuviel Staunässe zu verhindern und dann mit Kompost und Mulch an der Humusschicht arbeiten. (Mist läuft bei uns immer über den Kompost, der geht nicht direkt auf die Beete.)
     
    @JoergK
    Also wie schon oben geschrieben hab ich nur Ackerschachtelhalm und Gras, sonst hab ich kaum Unkraut im Beet. Das würde ja auf verdichteten und humusarmen Boden schließen lassen. Denke das wird auch ein Teil des Problems sein.
    Habe jetzt auf einem Teil wo die Kartoffeln waren Gründüngung gesät, das soll ja auch den Boden lockern. Will das übern Winter stehen lassen und dann einarbeiten.
     
    @Pyromella
    Das mit dem Umgraben habe ich auch schon so gehört. Als wir den Garten übernommen haben wusste ich das nur noch nicht. Und es war auch das Problem das alles mit Wiese überwuchert war und durch Löscharbeiten der Boden richtig festgefahren war.
    Ich wolle über den Winter überall Gründüngung machen. Der Mulch der drauf ist aktuell sollte also vorher etwas oberflächlich eingearbeitet werden und dann die Gründüngung gesät oder? Würde das Sinn ergeben? Auch bei neu angelegten Beeten? Ich wollte warten bis es etwas kühler ist wegen meiner Tochter, die ist noch ein Baby und ich will sie nicht so lange in der Hitze lassen. Ist es im September denn schon zu spät Gründüngung auszubringen? Ich habe einen Mix aus verschiedenen Pflanzen weil ich nicht wusste was ich nehmen soll. Es sind auch Pflanzen bei die den Boden lockern sollen.
     
  • Ich denke mal, bei festgefahrenem, zugewuchertem Boden blieb dir kaum etwas übrig, als alles gründlich durchzuwühlen.

    Den Mulch einarbeiten kannst du, der Samen vom Gründünger muss halt mit der Erde in Kontakt kommen, einfach auf eine Mulchschicht draufwerfen dürfte nicht funktionieren.

    Bis wann im Jahr man Gründüngung aussäen kann, liegt ein bisschen daran, in welchem Klima man gärtnert. Sitzt du hier im milden Münsterland, dann wäre September gar kein Problem. Gärtnerst du dagegen im Hochschwarzwald, dann könnte dir der erste Frost zwischenfunken, bevor der Gründünger auch nur ein bisschen gewachsen ist. Die meisten Gründünger erfrieren ja irgendwann und bleiben dann als zusätzliche Mulchschicht liegen. Deshalb ist es halt gut, wenn die Pflanzen noch Zeit hatten zu wachsen und nicht direkt nach dem Keimen vom Frost geholt werden.

    Auf deinem Samenpaket sollte drauf stehen, bis wann im Jahr man deine Samenmischung säen kann. Das passt du dann ein bisschen an deinen Standort an. Zu streng würde ich sowas alles aber nicht nehmen. Im schlimmsten Fall setzt du die Kosten für ein Päckchen Gründünger in den Sand, der Garten übersteht es auch, wenn er noch ein Jahr auf Gründüngung wartet - da ist es doch wirklich wichtiger, dass es deiner Tochter gut geht. (y)
     
  • @Pyromella
    Auf der Packung steht ganzjährig drauf. Hier in Brandenburg ist es auch eigentlich nicht zu früh frostig, werde es einfach versuchen. Wenn’s noch klappt ist es wie du sagst, dann hab ich halt ne Packung Samen verloren. Ist dann auch egal.
     
    @Bialu
    Den Ackerschachtelhalm hatte ich überlesen. Sorry.
    Wie wilde Gärtnerin schon schriebt, ist er ein Zeiger für Bodenverdichtung und damit verbunden für viel Bodenfeuchtigkeit, also Staunässe.
    Das passt zu Deiner Angabe zur Befahrung im Zuge von Löscharbeiten.

    Eine Bodenlockerung ist also notwendig für die erfolgreiche Kultur von Nutz- und Zierpflanzen, wie von Pyromella geschrieben.
    Hier nur auf Gründüngungspflanzen zu vertrauen, könnte aber recht lange dauern.

    Warum also nicht noch in diesem Herbst den Boden für´s kommende Jahr vorbereiten, sofern Du Zeit dazu hast ?

    Abhängig von der Größe der Beete und Deiner körperlichen Konstitution kann das durch Umgraben passieren.
    Einfacher geht es mit einer gemieteten Bodenfräse aus dem Baumarkt oder der Werkzeugvermietung. Damit schafft man an einem Tag ein Vielfaches gegenüber dem Spaten. Die paar € Mietgebühr sind es allemal wert.
    Bei den Bodenfräsen lässt sich der Lenkholm absenken und sich die Maschine im Kombi oder mit einem kleinen Anhänger transportieren. Die Arbeitstiefe reicht bis etwa 20 cm.

    Wichtig ist, keine Motorhacke zu benutzen.
    Wesentlicher Unterschied:

    Die Bodenfräse wird über 2 Räder angetrieben, das rotierende Fräswerk läuft hinterher und kann je nach Bodenverdichtung auch cm für cm abgesenkt werden. So kann man verdichtete Böden nach und nach tief lockern.

    Motorhacken besitzen keine angetriebenen Räder, sondern bestenfalls kleine Führungsräder. Sie läuft auf den Messern und springt bei härterem Boden ganz fürchterlich. Sie ist nur für lockere Böden geeignet, die Arbeit auf verdichteten Böden ist eine Qual bis nahezu unmöglich.

    Grasbüschel sollten zwischendurch oder nach dem Fräsen abgeharkt oder abgesammelt werden. Dann kommt im Frühjahr nicht so viel wieder durch.

    Ist der Boden gelockert, lässt sich anschließend aufgebrachter Sand, Humus u.a. recht einfach mit der Fräse einarbeiten.

    Jetzt kannst Du bodenlockernde Gründüngung säen und oberflächlich einharken. Sie wirkt noch tiefer als die Fräse, was Deine späteren Kulturpflanzen unterstützt.

    Je nach Klimazone sind nach Angabe von Saatguthändlern im Herbst noch Lein, Luzerne und Ölrettich möglich. Aber auch eine Mischung mit anderen Gründüngungspflanzen ist denkbar.
    Wie dann im Frühjahr mit den Gründüngungspflanzen verfahren wird, ist abhängig von der Pflanzenart.

    Anschließend kannst Du Dich zurücklehnen und die Kulturen für´s nächste Jahr planen ;)

    Grüße,
    Jörg
     
    @JoergK
    Also der ph Wert vom Boden ist bei 6. Ist das gut oder schlecht?
    Das mit der Bodenfräse kam mir auch schon ein. Aber die Fläche ist gespickt mit Steinen. Funktioniert das trotzdem?
    Ich habe eigentlich vor es im Herbst noch anzugehen, aber hab halt mit Baby nicht so extrem Zeit jetzt.
     
    Der pH-Wert ist OK, kann aber abhängig vom geplanten Gemüse auch etwas höher sein. Wenn Du es genauer wissen möchtest, suche im Netz oder Gartenbuch mal nach den pH-Werten für bestimmte Gemüse-Sorten.

    Die Fräse verpackt Steine bis etwa 5 cm Durchmesser problemlos, ohne Schaden an den Messern zu nehmen. Bei gößeren Steinen oder Bauschutt würde ich aber besser darauf verzichten.

    Auch tief wurzelnde Gründüngung funktioniert noch im Herbst, auch wenn Du dann bzgl. der Pflanzenart eingeschränkter bist. Luzerne und Ölrettich können lt. Saatguthersteller noch im September ausgesät werden.
     
    @JoergK
    Ok, ich werde den PH Wert erstmal so belassen und mich jetzt nach und nach dran machen die neuen Beete anzulegen. Werde wohl nur ohne Fräse Arbeiten müssen, ich vermute das da teilweise Schutt liegt. Hab gestern einen Teil aufgegraben weil ich ein Nest von Maulwurfsgrillen gefunden hab. Die alte Gartenlaube wurde nach dem Brand halt abgerissen und ein Teil vom Schutt liegt ringsum noch verstreut im Boden, mal mehr, mal weniger. Das werde ich per Hand alles erstmal bearbeiten müssen. Vielleicht kann ich die Fräse ja später zum lockern noch benutzen. Mal sehen.
    Vielen Dank auf jeden Fall für die Tipps!
     
    @JoergK
    Ok, ich werde den PH Wert erstmal so belassen und mich jetzt nach und nach dran machen die neuen Beete anzulegen. Werde wohl nur ohne Fräse Arbeiten müssen, ich vermute das da teilweise Schutt liegt. Hab gestern einen Teil aufgegraben weil ich ein Nest von Maulwurfsgrillen gefunden hab.
    Oh, hast Du vielleicht ein Foto gemacht, wie das aussieht?
    Die alte Gartenlaube wurde nach dem Brand halt abgerissen und ein Teil vom Schutt liegt ringsum noch verstreut im Boden, mal mehr, mal weniger. Das werde ich per Hand alles erstmal bearbeiten müssen. Vielleicht kann ich die Fräse ja später zum lockern noch benutzen. Mal sehen.
    Vielen Dank auf jeden Fall für die Tipps!
     
    @Tubi
    Du meinst das Grillennest?
    Nee leider nicht, wenn man die Gänge langgeht gehts dann plötzlich senkrecht runter. Wenn man da gräbt kommt man mit etwas Glück an nen Hohlraum, faustgroß würd ich sagen. Und da waren dann die Eier drin, so gelblich braun und paar Larven. Eigentlich dachte ich die vermehren sich nur im Frühjahr und die schlüpfen recht schnell und schwärmen dann aus. Aber Hauptsache wieder was weg. 🙈
     
    @Tubi
    Du meinst das Grillennest?
    Nee leider nicht,
    Schade.
    wenn man die Gänge langgeht gehts dann plötzlich senkrecht runter. Wenn man da gräbt kommt man mit etwas Glück an nen Hohlraum, faustgroß würd ich sagen. Und da waren dann die Eier drin, so gelblich braun und paar Larven. Eigentlich dachte ich die vermehren sich nur im Frühjahr und die schlüpfen recht schnell und schwärmen dann aus. Aber Hauptsache wieder was weg. 🙈
    Wie tief sind die Nester etwa unter der Erdoberfläche?
     
  • Zurück
    Oben Unten