Gemüsebeet und nichts wächst, was mache ich falsch?

Bialu

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27. Juli 2024
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Hallo Gartenfreunde,

Wir besitzen seit Februar einen Schrebergarten aber irgendwie läuft es sehr schlecht.
Ich habe früher Gemüse im Hinterhof angebaut (Hochbeete/Kübel) und das sehr erfolgreich. Also dachte ich das wird schon werden im Garten.
Das erste Problem waren die Maulwurfsgrillen, eine echte Plage. Haben mir alles kaputt gefressen und gebuddelt. Die im Mai gepflanzten Weißkohle und Kohlrabis sind nicht gewachsen, es fehlten überall die Wurzeln. Habe dann mit Spüli und Fallen fast 100 von dem Viehchern gefangen und danach noch mit Nematoden gearbeitet und es so tatsächlich in den Griff bekommen so einigermaßen. Ich dachte super, aber die neu gepflanzten Jungpflanzen sind auch nur sehr langsam gewachsen. Am Ende hab ich kaum was geerntet. Nur die Bohnen kamen gut. An den Gurken hatte ich von 6 Pflanzen vielleicht jeweils 2 Früchte, die Kartoffeln waren nur klein, von den Grillen angefressen und teilweise pro Pflanze nur 3 dran. Und das restliche Gemüse ist genauso trostlos…
Jetzt habe ich überlegt ob der Boden evtl ausgelaugt ist. Jetzt zu meiner Frage:
Woran würde ich das erkennen? Wie könnte ich den Boden natürlich verbessern? Oder lag es dieses Jahr am Wetter oder an dem späten nochmals neu pflanzen Ende Mai?
Vielen Dank schonmal!
 
  • Hallo Bialou,
    Es war dieses Jahr ein schwieriges Jahr für fast alles. Hier gibt es extra einen „Jammerthread“, wo verschiedene Leute ihr Fazit der durchwachsenen Saison gezogen haben. Das Mal vorweg.

    Zu deinem Schrebergarten.
    Zuallererst solltest du herausfinden, mit was für einer Art Boden du es zu tun hast. Sandig, Lehmig, humusreich oder nicht, PH-Wert.
    Danach beschäftigst du dich mit den Pflanzen, die zu nächstes Jahr ziehen möchtest. Genenerell gibt es drei Kategorien, Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer. Daher gibt es die sogenannte Fruchtfolge, oder drei-Felderwirtschaft.
    Dass bei Dir nur die Bohnen (Schwachzehrer) gut gekommen sind, deutet in die Richtung, dass es sich um einen eher mageren Boden handeln könnte (Vermutung!) Auch gibt es Gemüse, die nicht gerne da stehen, wo im Vorjahr das Selbe stand (Fruchtfolge!). Da du nicht weißt, was dort in den Jahren zuvor angebaut wurde, mag das eine Rolle spielen.

    Bodenverbesserer ist in allererster Linie Kompost. Am Besten selbst hergestellt. Da er gleichzeitig Dünger ist, sollte er dort eingebracht werden, wo du Starkzehrer zu ziehen gedenkst. Danach kommen dorthin die Mittelzehrer und dann die Schwachzehrer. Dann gibts es wieder Kompost und der Kreislauf beginnt von vorn.

    Das war jetzt nur mal die Kurzversion. Damit kannst du dich den ganzen Winter über beschäftigen. Das ein-oder andere Buch schadet in diesem Zusammenhang auch nicht. Nicht alles lässt sich im Internet kompakt recherchieren.
     
    Hallo Gartenfreunde,

    Wir besitzen seit Februar einen Schrebergarten aber irgendwie läuft es sehr schlecht.
    Ich habe früher Gemüse im Hinterhof angebaut (Hochbeete/Kübel) und das sehr erfolgreich. Also dachte ich das wird schon werden im Garten.
    Das erste Problem waren die Maulwurfsgrillen, eine echte Plage. Haben mir alles kaputt gefressen und gebuddelt. Die im Mai gepflanzten Weißkohle und Kohlrabis sind nicht gewachsen, es fehlten überall die Wurzeln. Habe dann mit Spüli und Fallen fast 100 von dem Viehchern gefangen und danach noch mit Nematoden gearbeitet und es so tatsächlich in den Griff bekommen so einigermaßen. Ich dachte super, aber die neu gepflanzten Jungpflanzen sind auch nur sehr langsam gewachsen. Am Ende hab ich kaum was geerntet. Nur die Bohnen kamen gut. An den Gurken hatte ich von 6 Pflanzen vielleicht jeweils 2 Früchte, die Kartoffeln waren nur klein, von den Grillen angefressen und teilweise pro Pflanze nur 3 dran. Und das restliche Gemüse ist genauso trostlos…
    Jetzt habe ich überlegt ob der Boden evtl ausgelaugt ist. Jetzt zu meiner Frage:
    Woran würde ich das erkennen? Wie könnte ich den Boden natürlich verbessern? Oder lag es dieses Jahr am Wetter oder an dem späten nochmals neu pflanzen Ende Mai?
    Vielen Dank schonmal!
    Schau Dir auch an wie das Unkraut aussieht. Wächst der Löwenzahn bspw. mickrig oder saftig groß? Das sagt auch was über den Nährstoffgehalt aus.
     
  • Hallo, danke für die Antwort! Mit Fruchtfolge, Starkzehrer etc. kenne ich mich relativ aus. Und nein ich weiß nicht was davor angebaut wurde, deshalb ist das sicher ein Punkt.
    Im kommenden Jahr müssen die Beete erweitert werden und ich hatte vor es wirklich mit 4 Feldabschnitten zu versuchen wo ein Abschnitt eben mit Gründüngung 1 Jahr unbearbeitet bleibt.
    Wie kann ich den PH Wert testen? Und was sagt der dann aus?
    Und wie gehe ich jetzt vor um nächstes Jahr bessere Ergebnisse zu haben?
    Ein Abschnitt hat schon Gründüngung drauf, für die neuen Beete muss ich wahrscheinlich Erde kaufen da ich so viel Kompost nicht habe.
     
  • @Tubi
    Hallo, auf den Beeten hab ich keinen Löwenzahn, nur paar einzelne auf der Wiese. Auf den Beeten hab ich nur Gras und vereinzelt Ackerschachtelhalm. Ist das ein Hinweis auf irgendwas?
     
    PH sollte für die allermeisten Gemüse rund um den neutralen Wert liegen. Liegt er stark drunter oder drüber, muss man das halt korrigieren.
    Messen kannst du mit Teststreifen für Schwimmbäder. Erde mit destilliertem (!) Wasser auflösen und messen.
    Nee, Erde zukaufen ist Quatsch! Du kannst auch als „ad hoc“ Maßnahme mit Pflanzenjauchen oder Mist aufdüngen. Mist jetzt im Herbst untergehoben ist bis zu nächsten Frühjahr soweit, dass du dort Bombenkartoffeln oder Monsterzucchini anbauen kannst.
    Bodenverbesserung mit Kompost ist ein Langzeitprojekt! Über Jahre.
     
  • @Platero
    Also Beet anlegen indem ich das Gras entferne, und da dann Mist drauf und umgraben und das bis zum Frühjahr ruhen lassen? Ohne Kompost und nichts?
    Und die vorhandenen Beete genauso?
    Unsere Gartennachbarn meinten halt sie haben sich die Maulwurfsgrillen mit Pferdemist reingeholt, deshalb hatte ich da etwas Sorge.
     
    @wilde Gärtnerin
    Hallo, danke für die Info!
    Also muss der Boden auch gelockert werden, sollte da evtl Sand eingearbeitet werden oder wie kann man da Abhilfe schaffen?
     
    Gibt ja auch Kuhmist! Wenn du den Mist direkt vom Hof holst, frisch aus den Boxen, ist da nichts drin. Wenn das Zeug erst mal lang genug in der Mistgrube oder der Miete liegt, will ich das nicht ausschließen.

    Ja. Mist untergraben und gut ist. Halt für die Starkzehrer. Für alles andere wäre das der Overkill.
     
  • Boden lockern reicht. Das ergibt sich aber von selbst, wenn die Beete ordentlich bewirtschaftet werden. Das heißt, jeden Herbst umgraben. Mit oder ohne Schollenwenden ist Geschmackssache.
     
  • Erde kaufen tue ich nicht mehr. Die aus dem Garten-/ Baumarkt ist teuer, die aus dem Kompostwerk von zweifelhafter Qualität (Kunststoff, auch Unkraut, o.k. Vielleicht zum Auffüllen).
    Erde habe ich ja. Ich tu sie "verbessern". Zum einen kommt der Karnickelmist rein, weiterhin wird mit Rinder- oder Pferdepellets aufgedüngt.
    Wenn vorhanden, kommt auch noch Geschreddertes zur Auflockerung und Kompost mit rein.
    Das kommt dann in die Kübel und wird in den Beeten untergefräst ( mit der Motorhacke).
    Die Kübelerde kommt dazu im Herbst auf einen großen Haufen und wird im zeitigen Frühjahr aufbereitet.
     
    @Platero
    Also Beet anlegen indem ich das Gras entferne, und da dann Mist drauf und umgraben und das bis zum Frühjahr ruhen lassen? Ohne Kompost und nichts?
    Und die vorhandenen Beete genauso?
    Unsere Gartennachbarn meinten halt sie haben sich die Maulwurfsgrillen mit Pferdemist reingeholt, deshalb hatte ich da etwas Sorge.
    Wie kommen sie darauf?
    Also, ich hatte die schon, bevor ich jemals mit Pferdeäpfeln gedüngt hatte in meinem gepachteten Garten. Im Hausgarten zum Glück nicht.
    Dieses und auch schon letztes Jahr habe ich keine gesehen.
    Was hast Du für einen Boden: Lehm?
    Versuche viel Mulchmaterial zu bekommen wie Grasschnitt und Blätter (außer von Walnuss).
     
    @Bialu
    Ebenfalls zur Bodenverbesserung geeignet sind Urgesteinsmehl für die Spurenelement-Versorgung und Tonmehl (Bentonit) bei sandigem Boden. Beides unterstützt aber nur und ist zur Bodenverbesserung weniger wirksam als Kompost usw.
    Ein hoher Humusanteil ist eigentlich schon die halbe Miete.

    Ganz wichtig ist - wie schon geschrieben wurde - der pH-Wert. Den solltest Du möglichst bald messen.
    Die genannten Teststäbchen liefern ein recht genaues Ergebnis. Wie die Probennahme und das Ansetzen der Messproben funktioniert, schreiben wir Dir gerne. Da gibt es ein paar Dinge zu beachten.
    Die billigen Testgeräte aus dem Baumarkt, die man einfach in den Boden steckt, taugen nichts.
    Auch recht einfach zu handhaben und mit grobem, aber noch brauchbarem Ergebnis ist das Neudorff Test-Set:
     
    @Tubi @Pyromella
    Ja keine Ahnung wie sie drauf kommen. Ich hab bis Februar noch nie was von Maulwurfsgrillen gehört. Wusste nicht mal das es sowas gibt.
    Es ist schon Grasschnitt und Pflanzenmaterial als Mulch auf den Beeten. Nur halt erst seit Kurzem, da für die Nematoden gegen die Grillen alles runter musste. Wenn der Verschnitt von den Apfelbäumen noch geschreddert ist soll das eigentlich auch mal mit raus. Würde das im Herbst dann alles mit umgegraben werden?
    Was mir noch einfällt, ich habe beim Arbeiten im Beet nie groß Regenwürmer und so gesehen. Kann es sein das die Überhandnahme der Grillen alles an Bodenlebewesen vertilgt hat und jetzt zu wenig da sind? Die sind ja auch für die Bodengesundheit wichtig.
     
    Da @Platero sie vorgeschlagen hat, möchte ich ihm / ihr nicht vorgreifen ;)
    Ich warte mit der Antwort daher bis morgen, wenn sie dann noch nötig ist.....
     
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