Garagendach begrünen

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Hallo 😉 Wir wollen gerne unser (noch tristes) Garagendach begrünen. Die Garage ist eine Fertiggarage und schon etwas älter. Das Dach selbst wird von einer Art Rahmen, der circa 20 cm hoch ist, umgeben. Meiner Meinung nach eignet sich das gut, um da etwas anzupflanzen. Hat jemand schon mal ein ähnliches Projekt verwirklicht? Auf was müssen wir achten? Natürlich fragen wir Google aber da ist von „bloß nicht“ bis „kein Problem“ wieder mal alles zu finden.
 
  • Wie tragfähig ist das Garagendach? Hält es das Gewicht von Substrat/... aus? Dabei bedenken, wenn es nass ist, wiegt es um ein vielfaches mehr.
    Wie sieht es mit Möglichkeiten der Bewässerung aus bei längerer Trockenheit?
    Wie ist der Abfluss von Wasser auf diesem Dach geregelt?
     
    Die Pflanzen werden ja so gewählt, dass sie auch die Trockenheit überstehen. 2 Monate sind in der Regel auch kein Problem. Die Trägfähigkeit ist eher das Problem. 200-300kg pro m² kommen da schnell zu sammen.
     
  • Vor drei Jahren habe ich diese Idee auch verwirklicht.
    Als Erstes muß die Tragfähigkeit geklärt werden. Ich hatte noch die UL von 1984 woraus dies hervorging. Bei mir 250 kg/m². Deshalb darf bei mir die Bepflanzung einschl. Substrat nur 120 kg wiegen. Die restl. 130 kg werden für Wasser und Schnee gerechnet.
    Heute abend habe ich Zeit und werde dann Aufbau und Bepflanzung näher beschreiben.
     
    Zuerst habe ich mich schlau gemacht, welche Bepflanzung möglich ist.
    Eine extensive Begrünung nur mit Sedumsprossen wollte ich nicht - zu langweilig und habe mich für ein Zwischending entschieden. Die Substratauflage ist jetzt ca. 12 cm hoch.
    Dann kam das nächste Problem: Ich fand nur Komplettlösungen mit Schutzfolie, Dränschicht und Substrat - alles sehr teuer. Nachdem das Dach noch einwandfrei war und auch der Wasserablauf funktionierte habe ich zuerst den losen Kies abgekehrt und auf den unten stehenden Anhänger geschüttet.
    Als nächstes wurde ein Malervlies aufgelegt, damit man beim Betreten des Daches nicht die Folie beschädigt.
    Dann kam die Dachfolie und direkt darauf das Dachgartensubstrat.
    Die Bepflanzung beschreibe ich, wenn eine Rückmeldung kommt.
     
  • Das schliesst man aus der Anwendung. Deshalb gibt es dafür auch Pflanzen, die dafür besser geeignet sind als andere.
    Muss man aber nicht aus der Anwendung schließen. Habe seit gut 10 Jahren auch ein begrüntes Dach. Und das ist richtig intensiv begrünt.
     
    Die Idee war, hauptsächlich Sommer- und Herbstblüher als Bienenweide zu pflanzen.
    So habe ich Oregano, Thymian, Sedum Herbstfreude und S. Matrona, Küchenschelle, Calamintha nepeta und vieles mehr, teilweise als Topfware und teilweise selbst gesät und getopft, gepflanzt. Besonders gut macht sich Aster oblongifolius, welche ich von einem befreundeten Gärtner geschenkt bekam. Auch der Wirbeldost hat sich gut ausgesät und zeigt jetzt schöne Samenstände. Manche Pflanzen wurden weniger, andere wiederum haben sich gut vermehrt.
    Zusätzlich habe ich Crocus tommasianus gesteckt - ein totaler Reinfall. Dagegen machen sich die Tulpen turkestanica einwandfrei. Die haben mehrere Blüten pro Stiel und später schöne Samenstände.
    Auch die Küchenschelle, die reine Art, versät sich sehr gut.
    Mit Iris barb. Nana kam eine zusätzliche Pflanze dazu. Bei Lukonbulbs ist die Auswahl riesig und zu Preisen von weniger als 1 € kann man zuschlagen. Über 100 Pflanzen in verschiedenen Farben blühen im April.
    Die Arbeit hält sich sehr in Grenzen. Ende Februar steige ich aufs Dach und schneide alle Samenstände zurück, stopfe sie in einen Gartensack und werfe diesen runter..
    Dann bekommen alle Irishorste einige Körnchen Blaukorn.
    Im Sommer gieße ich mit der Handbrause, wenn es einige Wochen nicht geregnet hat.
    Im Herbst werden, wenn notwendig, Gehölzsämlinge entfernt.

    42639239ar.jpg

    Aster oblongifolius
    42639257ic.jpg

    Wirbeldost
    42639283ai.jpg

    Iris und Samenstände der Tulpe, im Vordergrund die Küchenschellen leider nur schlecht zu sehen.
     
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