Für stills verwende ich je nach geplanter Szene, Restlicht, gewünschter Detailtiefe und Terrain Gegebenheiten entweder eine Sony A7S, A7R2 oder Hasselblad L1D-20c. Entscheidend ist aber nicht die Kamera mit dem Body und seiner Auflösung an sich, sondern auch das Objektiv mit seiner Brennweite, Restlichtentfindlichkeit und ggf. ND Filter. Ich nutze Equipment das relativ alt ist. Für deep dive Panos sind Weitwinkel nicht förderlich. Höhere Brennweiten haben am Ende mehr Detailtiefe. Erfordern aber beim shooting mehr Zeit und Sinn fürs Detail. Zudem musst Du dann logischerweise auch mehr Aufwand in Sinne der Anzahl der Fotos machen, um mal bspw. 180° überlappend abzudecken.
Das Limit ist nie die Technik, sondern derjenige der dahinter steht. Das selbst auch dann, wenn Narrative dir das ständig einreden wollen. Auch bin ich kein Fan ständig dem Neusten hinterher zu rennen oder von überschärften oder übersättigten Darstellungen -> Life isn't sharp!
Das was du hier leider aufgrund der arg limitierten Bildbeschränkungen im Forum siehst, ist nicht das was 1:1 aus der Kamera herauskommt und dann final als Endprodukt dasteht.
Das Endprodukt sind deep dive Panoramen, mit sehr viel Detailtiefe und irrsinnig hoher Auflösung und je nach Format, aber grundsätzlich sehr großer Datei. D.h. wenn Du dir bei 100% Auflösung ein Bild anschaust, siehst du es nicht wie hier, sondern du zoomst quasi ins Bild hinein.
Es hat quasi den Effekt wie du es von Satellitenfotos her kennst. Somit ist es möglich jede Ecke des Panoramas im Detail zu betreachten, und wenn man will, kann das bspw. als Unikat auf Gallery Print mit Alu Dibond meterweise zum Aufhängen produziert werden, dafür ist die Auflösung ideal.
U.a. ist auch deshalb Panorama /= Panorama.
Die Arbeitsschritte sind sehr aufwendig. Wenn du Routine hast, ist es nur noch Planung und Zeit die du vor Ort und danach investieren musst. Wichtig dabei ist, dass du das Talent entwickeln musst, auch ohne Ortskenntnis und Planung grundlegend die Szenarie als Ganzes zu erfassen. Und am wichtigsten, das Pano als Endprodukt schon zu sehen, bevor du damit überhaupt angefangen hast. Der Rest kommt dann ganz von alleine.
Ein deep dive Panorama besteht grundsätzlich immer aus mehreren Einzelaufnahmen in der Vertikalen und Horizontalen. Es gibt viele Techniken, das zu machen. Bei mir ist es überwiegend manuell, wenn es das Terrain erfordert und ich nicht anders hinkomme, automatisiert.
Kurz gesagt, manuell bedeutet, du führst den zuvor austarrierten Videokopf auf dem Stativ mit Kamera darauf bei jeder Auslösung selbst, und stellst in der H/V sicher, dass sich jedes Bild das du machst, zu ca. 30-50% überlappt. Dabei nehme ich mir für jedes Bild zusätzlich eine dig. Wasserwaage in der Kamera zuhilfe. Deine Gegner dabei sind Zeit, Wolken, Wind, Sonneneinstrahlwinkel ... halt alles was sich bewegt, und möglicherweise Leute die dich während der Aufnahme ablenken, indem sie dich in Gespräche verwickeln wollen (niemals ablenken lassen, die Landschaft wartet nicht auf dich!). Dabei kalkulierst du an den äußeren Rändern jeweils Überschuss ein.
Automatisiert passiert das über ein Gimbal in Sinne der Aufnahme selbst. Der Gimbal dient hierzu samt Gyroskop zur korrekten Nevilierung der Neutralachse auf beiden Achsen. Dennoch sind die Gegner dieselben. Deshalb ist die Sicht des Ganzen und Planung unerlässlich. Manchmal ist es aber auch so, dass für Planung keine Zeit ist. Dann funktionierst du einfach und reagierst, in der Hoffnung dass verwertbares Material für die eigentlichen Arbeitsschritte danach, um das Panorama zu produzieren vorhanden sind.
Hast Du vor Ort alles fertig gemacht, ist der workflow im postprocessing danach grob zusammengefasst folgender... du sichtest grob die einzelenen Bilder die du vor Ort geschossen hast. Dann werden diese einzelnen Bilder in einen Renderer geworfen.
Über die Jahre habe ich mir diverse Profile für verschiedenste Szenarien erstellt. Das sind unzählige kleine sich gegeneinander beeinflussende und komplexe Parameter die ein erstes brauchbares Endresultat bringen.
Erfahrung mit dem und anderen Tools helfen hier weiter. Danach wird üblich ein rundes oder kugelrundes Panorama aufgefaltet, und erstmals dank deiner miteinklakulierten Überschüsse zurechtgeschnitten. Irgendwas zwischen 180 bis 360° Abdeckung wird dabei schon rauskommen. Anschließend wird es nochmals gerendert wo aufs Detail geachtet wird, so dass die vielen einzelnen Bilder aus der ein Pano besteht, auch bei 100% Darstellung keine Fehler enthalten.
Hast du dich hier bei der Aufnahme ablenken lassen oder die Reihenfolge in der H/V nicht eingehalten, oder bei der Aufnahme geschlampt, ist alles für die Tonne - da du hier schon Zuhause bist, und nicht mal eben zurück kannst. Zudem ist das Gesamtszenario in der Landschaft dann anders, und du müsstest von vorne beginnen.
Ausgabeformat ist ein 16bit Tiff was i.d.R. ein überarbeitetes Vorstufen Raw für das postprocessing entspricht.
Üblicherweise sind die Panoramen dann pro Stück im Bereich 1 bis 15GB pro Bild groß.
Dann gehts ins Postprocessing deiner Wahl um das Bild im Rohformat so zu bearbeiten, wie du es optisch für richtig hälst.
Am Ende kommt eben das raus was du hier siehst, nur in Auflösungen wie bei dem Beispiel von 27684x9564 oder höher mit mehreren hundert DPI, und tendentiell eher Richtung Gigapixel.
Selbst wenn das in einem handlicheren Format wie jpeg ausgegeben wird, so hat bspw. das Foto da immer noch 281MB.
Leider aufgrund der Beschränkungen in dem Forum deshalb nur als 12% Export, was dann nach hochladen und transcodierung nochmal verkleinert wurde, und leider in dem wie du es hier dargestellt bekommst, nur ein Sandkorn vom ganzen Endprodukt ist.
Ich hab zum besseren Verständnis einen sehr frühen Arbeitsschritt nach Sichtung des Rohmaterials, und eine unbegradigte Vorschau in niedriger Auflösung nach den ersten Zusammenfügen der einzelnen Bilder eines anderen Panoramas anbeigefügt.
Und ein weiterer sehr wichtiger Arbeitsschritt danach, der darstellt, wie die Kontrollpunkte der einzelenen Bilder im Verhältnis der Abweichungen und Übereinstimmungen für das dann final zu rendernde Panorama zueinander stehen.
Die Schritte sind noch weit vor der Bildkomposition, die dann abschließend irgendwann in Lightroom oder ähnlich gemacht wird.