Die Presse hat ein neues Opfer

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Hallo zusammen,

Möllemann, der sich vor vielen Jahren für eine Friedenslösung im Nahen Osten einsetzte, hatte durch ein Faltblatt Palästinenser-Politik der israelischen Regierung und den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, kritisiert. Dieser versuchte dann M. als als anti-israelisch und anti-semitisch abzustempeln.

Möllemann fiel irgendwann aus einem Flugzeug und sein Tod wurde niemals aufgeklärt.


In Grass Gedicht geht um Kritik an der deutschen und isrealischen Regierung und um Weltfrieden!


Stellschnecklein: 1500 Juden aus aller Welt appelierten letzte Woche an die Sicherheit der Menschen in Israel und Palästina. Denk mal darüber nach.

Ich setz mich mal zwischen Euch an den Stammtisch.

Liebe Grüße Hope
 
  • Nikolai Nikolajewitsch Ge.
    Ein Russe, ein Maler, lange vor den Geschehnissen um Krieg oder Frieden oder Verdrängen oder dem israelischen Staat.

    Hat so sinnige Bilder gemalt wie:

    Judas, das Gewissen

    oder aber auch

    Pontius Pilatus zu Jesus: Was ist Wahrheit? – Quid est veritas?

    Vielleicht müssen wir einfach nur den alten Jesus wieder ausgraben, der das ganze angezettelt hat. Armer alter Gekreuzigter Freund.
    Heute ist immer noch Karfreitag.

    Beste Grüße
    Doro
     
  • Hallo Doro,

    hab mir seine Bilder angeschaut. Sehr eindrucksvoll und bedrückend. Passend zur Situation im Nahen Osten und zum heutigen Tag.

    @ Pit
    War Männerstammtisch. Die Mädels sind nur für Getränke zuständig :):grins:

    Allen einen geruhsamen und besinnlichen Abend.

    Liebe Grüße
    Hope
     
  • Dir auch noch einen schönen Abend und nebenbei bemerkt:

    No Hope without Dope!
     
    … Stellschnecklein: 1500 Juden aus aller Welt appelierten letzte Woche an die Sicherheit der Menschen in Israel und Palästina. …
    In Israel dürfen sie wenigstens demonstrieren, im Iran könnte das für die Demonstranten sehr gefährlich werden und auch in Palästina, wenn die Richtung nicht genehm ist…
    … Vielleicht müssen wir einfach nur den alten Jesus wieder ausgraben, der das ganze angezettelt hat. Armer alter Gekreuzigter Freund.
    Heute ist immer noch Karfreitag. …
    Die iranische Kultur reicht bis auf den weisen Kyros zurück, auch die Geschichte des Judentum ist viel älter als Jesus Christus, Mohammed oder einige selbsternannte Propheten unserer Zeit. Was sollen da ein paar anmaßende Worte mit dem erhobenen Zeigefinger?
    Darüber lachen doch beide Länder!

    Immer wenn Günter Grass bei Christian Müller in Wurzbach seine Lithographien drucken lässt, wird vorher groß die Presse benachrichtigt und ein riesiger Akt der medialen Selbstinszenierung daraus gemacht. Dieser Mangel an Bescheidenheit und Kontemplation ist es, den ich an Grass nicht mag.
    Seine aktuelles Gedichte ist zwar literarisch eher bescheidenen, aber eigentlich nicht mehr als ein Treppenwitz der Geschichte.
     
  • Warum regst Du dich eigentlich so auf?
    Ich finde das Ganze irgendwie richtig Grass, ehrlich gesagt. :confused:
     
    Seine aktuelles Gedichte ist zwar literarisch eher bescheidenen, aber eigentlich nicht mehr als ein Treppenwitz der Geschichte.

    für nen Treppenwitz hast du es aber sehr ernst genommen ...
    ob GG sein Tun nun medial vermarktet oder nicht, ist doch hier nicht von Bedeutung, sondern mehr der Inhalt und der scheint so manchen Intellekt(uellen) zu überfordern ...

    niwashi lacht auch nicht ...
     
    … ernst genommen ...

    Ach nö, extra einen Thread hätte ich deswegen nicht eröffnet. Eigentlich ist mir der Grass ziemlich egal. Leider rufen seine eigentlich banalen Entgleisungen aber gerne Leute auf den plan, die mir dann nicht mehr so egal sind.

    Aber ich halte Grass nicht für einen nennenswerten Grafiker, wogegen ich seine früheren Bücher ganz gut fand. Natürlich steht es ihm frei, als Literaturpreisträger auch gleich seine zeichnerischen Ergüsse zu vermarkten, macht Udo Lindenberg auf andere Weise mit seinen "Malen-nach-Zahlen"-Bildern ja auch, aber bei Grass empfinde ich es als eitles Gebaren.
     
  • Eigentlich ist mir der Grass ziemlich egal.
    Und warum dann der ganze Hype?
    bud.gif
     
  • Die iranische Kultur reicht bis auf den weisen Kyros zurück, auch die Geschichte des Judentum ist viel älter als Jesus Christus, Mohammed oder einige selbsternannte Propheten unserer Zeit. Was sollen da ein paar anmaßende Worte mit dem erhobenen Zeigefinger?
    Darüber lachen doch beide Länder!

    Der Zeigefinger war net oben. Eine Bemerkung annehmen oder nicht, das kann auch mal ohne Echauviertheit geschehen.

    Sicher sind die Kulturen älter....so wie die Mama vonne Jesuuuus auch viel älter war, noch dazu Jüdin...ups, was für ein Kuddeldaddel-Du. Wenn soviele Faktoren für ein jahrtausendaltes ist ja nur ein-Mißverständnis zusammenfallen, mag es im einzelnen für einzelne sehr schwer sein, den Gordischen Knoten zu entrollen.


    Beste Grüße
    Doro
     
    Wäre es vielleicht was anderes gewesen, stammte der Text nicht von Grass seinem langen Pfeifenstiel, sondern von jemand ganz anderem?

    Von Uli Wickert, der hebt bestimmt nicht den Zeigefinger, sondern eher das Gläserl Wein und sinniert sich einen von den Tagesgeschehnissen. Mal schauen, ob da auch was von Stammtisch-Floskeln zu bemängeln wäre.

    Beste grüße
    Doro
     
    Das Leben birgt …

    … weniger Überraschungen als man denkt. Meist passen die Äußerungen zu den Personen, siehe auch Martin Walser. Andere Literaten haben einen viel zu gewichtigen Ruf zu verlieren, als dass sie sich zu unbedachten Äußerungen hinreißen lassen würden, schließlich wollen sie auch in Jahrzehnten noch ernstgenommen werden. Es fällt in der aktuellen Grass-Sache aber auf, dass die Kritik nicht nur aus der linksliberalen Ecke kommt, sondern tief in rechtskonservative Kreise hineinragt. Was die heutige Journaille degegen schreibt, nehme ich nach Guttenberg, Wulff und Gauck nicht mehr ernst, die Meute dreht von taz bis F.A.Z. ihr Fähnchen nach dem Wind, egal woher er gerade weht, und schreibt gegenseitig voneinander ab.

    Wickert z.B. ist einerseits kein Nobelpreisträger, anderseits als Journalist und Moderator auch in der Kunst der Diplomatie soweit geschult, dass Denken in Schwarzweisskategorien nicht sein Ding ist. Natürlich ist auch ein Wickert nicht davor gefeit, auf seine alten Tage noch "komisch" zu werden, aber das wird dann ggf entsprechend kommentiert werden. Die angeblichen "Denkverbote", gemeint sind wohl eher Schreibverbote, die von bestimmter Seite ("man darf nichts gegen Israel sagen", "Journalisten sind alles Linke, die jeden vernichten, der die Wahrheit schreibt") immer wieder hervorgekramt werden, existieren nämlich gar nicht. Aber hinter solchen Schutzbehauptungen kann man sich und seinen Mangel an Mut prima verstecken.
     
    Du polemisierst Personen und schreibst selbst ab,was du in der Presse findest. Mir wäre es lieber, du würdest dich konkret persönlich mit dem Text aus einander setzen. Ich empfinde die Aussagen in dem Gedicht z.B. überhaupt nicht rechtskonservativ, wobei mir ehrlich gesagt wurscht ist, ob die Gefahr für den Weltfrieden rechtskonservativ oder linkssozialistisch begründet wird. De facto ist der gesamte nahe Osten ein Pulverfass, das jederzeit hoch gehen kann. Meiner bescheidenen Meinung nach kann man gar nicht genug davor warnen. Mit welchen Worten auch immer.

    Ich habe auch kein Problem damit, die Israelis als Buhmänner hinzustellen. Vielleicht steht es gerade uns Deutschen zu, den Mund ganz weit aufzumachen. Wer wider besseren Wissens ob der drohenden Gefahr schweigt, der macht sich mitschuldig!

    Tono... Friedenstaube
     
    Vielleicht steht es gerade uns Deutschen zu, den Mund ganz weit aufzumachen. Wer wider besseren Wissens ob der drohenden Gefahr schweigt, der macht sich mitschuldig!

    Tono, ein interessanter Aspekt. :)
    Vor langer Zeit habe ich das KZ Dachau besucht, einfach schrecklich, was da geschah. Bloß, ausgestellt werden dort auch Zeitungsausschnitte aus lokalen Tageszeitungen, wer nicht lesensunkundig war und etwas zwischen den Zeilen gelesen hätte, hätte es gewußt, sicherlich nicht alles, aber was er hätte lesen könnnen, wäre schlimm genug gewesen. Damals haben auch zuviele geschwiegen. :(

    Sind wir Deutschen zu einem Volk der Duckmäuser geworden? lies mal: Westerwelle verhöhnt das libysche Volk (Der Link ist eher wahllos, es geht um die grundsätzliche Problematik.)
    Auch da hat sich unsere Regierung möglichst rausgehalten, wie beschämend, wenn man weiß, aus der eigenen Vergangenheit, was eine Diktatur bedeutet.

    Sind die Deutschen "Weicheier"? Geht es ihnen zu gut oder sind sie zu egoistisch, weil sich jeder auf seinen eigenen Lebensraum begrenzt, solange es keine "Grenzverletzungen" gibt ist es einem sch**ßegal wie es außerhalb des "Tellerrandes" ist?

    Der "Teller" variert natürlich, für mich ist es mein Lebensraum, für die Bundeskanzlerin sollte es eigentlich die Welt sein (nicht zum Erobern, sondern unter dem Gesichtspunk der Auswirkungen ihrer Entscheidungen), oder vielleicht besteht in ihrem Innersten auch nur ein ganz privater "Teller". Ich bin überzeugt das sie keinen "Wulff"-Teller hat, nur sollte sie nicht vielleicht manchmal mehr "Mann" sein und Israel wie jeden anderen Staat sehen.
     
    Lachhaft finde ich persönlich den Vorwurf, Grass wäre ein SS-Mann gewesen.

    Heute dürfen 17-Jährige Männer nur dann Auto fahren, wenn Mama, Papa, oder ein anderer Erwachsener daneben sitzt.
    Als damals 17-jähriger hat er sich wahrscheinlich in der allgemeinen Euphorie, die man gezielt unter dem maskulinen spätkindlichen Kanonenfutter entfacht hat, einfach verführen lassen. Gewisse Dinge muss man immer aus der Sicht der damaligen Umstände und Gegebenheiten betrachten. Sesselfurzende Oberlehrer tun sich, knappe 70 Jahre später, in der selbstgefälligen Beurteilung der damaligen Lage naturgemäß immer etwas leichter.
     
    Ich hoffe er antwortet nicht,
    schließlich hat er zu ihnen ja auch ursprünglich gar nichts gesagt!
     
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