Beet, Erde und Pilze..

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Wie ist das eigentlich, wenn man Tomaten im Gemüsebeet pflanzt. Jedes Jahr in die selbe Erde oder muß man die austauschen oder wie das meiste andere im Fruchtwechsel pflanzen?
Das meiste wechsel ich jedes Jahr, aber wenn man da für Tomaten ein Dach und Rankhilfen installiert, wird das blöd, die im Jahr später woanders hin zu packen.

Wie ist das, wenn die Tomaten z.B. Braunfäule hatten, kann man da im nächsten Jahr wieder ins selbe Beet oder sollte man da zeitlichen Abstand lassen? Wie lange?
Nach Kohlhernie z.b. soll man da 10 Jahre keine Kohl pflanzen...
 
  • Wenn die Erde im Winter zuverlässig und ausreichend lange durchfriert (länger als eine Woche), dann ist eine Anbaupause bei der Kraut- und Braunfäule nicht nötig. Wichtig ist, das befallenes Pflanzenmaterial rechtzeitig entfernt wird und keinesfalls auf dem Beet verbleibt. Zusätzlich sollte man Vorkehrungen treffen, die ein Aufspritzen der Sporen vom Boden an die Pflanze durch den Regen vermindern, zB Mulchen. Bei Kartoffeln ist das anders, diese können sich auch durch Heranschwemmen (sowohl oberflächlich als auch unterirdisch) infizieren. Nichts desto trotz ist ein abwechslungsreiche Kulturfolge sinnvoll. Schließlich düngt man bei Tomaten gern großzügig, was auf längere Sicht nicht gerade nachhaltig ist.
     
    Da es Starkzehrer sind würd ich zumindest jedes Frühjahr frischen Kompost einarbeiten.
    Kranke Pflanzen entsorgt man ja über den Hausmüll nicht über den Kompost , d.h wen man im Herbst alles an Pflanzenteilen entfernt hat dürfte das kein Problem sein.
    Würd Tomate draußen immer mit Kräutern(Basilikum) oder Tagetes unterpflanzen, so eine Mischkultur verhindert auch Krankheiten und Bodenpilze und man hat auch alles direkt parat für den Salat.
     
  • Die Sporen der Kraut -und Braunfäule werden nicht nur über die Luft übertragen , sondern überwintern auch bei tiefen und langanhaltenden Temperaturen im Boden .
    Das wurde vor Jahren schon belegt und die Gärtner bei uns erleben es jedes Jahr aufs neue und lernen nichts draus :rolleyes::)

    Darum würde ich an deiner Stelle ralph , solltest du die Fäule gehabt haben , entweder den Boden vor dem Winter behandeln oder die Pflanzen versetzt anbauen .
     
  • OK, danke Euch.
    Die Pflanzen hatte ich letzes Jah direkt entsorgt, natürlich nicht in den Kompost. Die Beet Tomaten dies Jahr stehen versetzt.
    Ich wollte nur langfristig den hinteren Streifen mit einem Dach versehen und da immer Tomaten pflanzen und frag mich, ob das geht.. Dach ganz vorne ist ja eher hinderlich.
     
  • Irgendwie widersprechen sich hier ja die Experten... Überwintern die Sporen nun oder nicht?

    (Bei Wikipedia steht im Beitrag zur Braunfäule bei den Kartoffeln, daß die Sporen sich NUR bei Kartoffeln vermehren und Tomaten sich nur über die Kartoffeln infizieren. Das halte ich schon mal für Blödsinn, ich hab keine Ahnung, wieviele km entfernt hier die nächsten Kartoffeln wachsen. Hier wird nur Mais und sonstiges Getreide angebaut.)

    Der Winter war ja nun hart und lang genug, um ggf. nicht winterharte Sporen zu killen. Woher also sollten die kommen?

    Mein Beet ist ein Rechteck.
    Ich hatte in meinem Beet 2012 die Braunfäule ganz rechts, links war alles ok, 2013 stehtn die Tomaten jetzt ganz hinten, wieder faul. Bislang nichts überdacht. Werd nächstes Jahr mal überdachen und mulchen.

    Edit: Hat sich erledigt. Hier schon ausführlichst diskutiert...
    http://www.hausgarten.net/gartenforum/tomaten/40222-bodenbehandlung-bei-braunfaeule.html
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Also ich bin ja kein Experte, sondern nur blutiger Anfänger, aber ich erlaube mir trotzdem mal zu antworten:

    Die Braunfäule ist ein Algenpilz, sie vermehrt sich über zwei Arten von Sporen weiter. Einmal sind das die Zoosporen und zum Andern die Oosporen.
    • Dabei sind die Zoosporen die Sporen die hauptsächlich in der Luft sind. Sprich, über die sich die Braunfäule hauptsächlich weitervermehrt. Je nach Quelle sind diese Zoosporen 2-4 Wochen lebensfähig. In Abhängigkeit der Witterung.
    • Dem gegenüber stehen Oosporen. Seit Einschleppung der "neuen Population" in den 70er oer 80er Jahren hat die Braunfäule die Fähigkeit sich zusätzlich auch über Oosporen zu vermehren. Diese Oosporen sind sehr lange, mehrere Jahre, je nach Quelle ist von bis zu 15 Jahren die Rede, keimfähig. Diese Oosporen sind sehr wiederstandsfähig, vertragen hohe Temperaturschwankungen und Trockenheit sehr gut.
    Welche genaue Bedeutung aber bei der Überdauerung der Braunfäule im Boden durch Oosporen zu tragen kommt ist meines Kentnisstands noch nicht ausreichend geklärt.

    Der größte Infektionsherd dürfte tatsächlich von der infizierten Kartoffel ausgehen. Dabei sollte man nicht unterschätzen wie weit sich die Sporen mithilfe des Windes von A nach B transportieren lassen. Ich hab dazu allerdings keine genauen Zahlen. Und das nicht nur der Kartoffelanbau von Bauern sondern etwa auch der Heimgarten-Anbau berücksichtigt werden sollte. In meiner alten Heimat ist etwa Kartoffelanbau auf den Äckern völlig untypisch, so wie bei Dir. Und doch ist die Braunfäule jedes Jahr "im Normalfall" ein Problem.

    Grüßle, Michi
     
    In meiner alten Heimat ist etwa Kartoffelanbau auf den Äckern völlig untypisch, so wie bei Dir. Und doch ist die Braunfäule jedes Jahr "im Normalfall" ein Problem.
    Grüßle, Michi
    Eben deshalb wage ich mal die Vermutung, daß es noch andere Übertragungs / Infektionswege geben muß.
    Ich werd 2014 mit Dach und Windschutz arbeiten.. Muß mal sehen, wie ich für Nachbarn und Gattin das optisch ansprechend löse.
     
    Außer die Kartoffel hab ich keine Idee. Hätte ja gesagt wild gekeimte Tomaten, Schwarze Nachtschatten, etc. - aber die Braunfäule als Mycel kann auch nur auf lebenden Organismen überwintern.

    Aber ich geh mal stark davon aus, dass es zumindest Hobby- bzw. Privatgärtner geben muss, die Kartoffelanbau betreiben. Von da aus der Pilz seinen Weg findet.

    Ansonsten hab ich mal schnell gegooglet wie weit Pollen eigentlich fliegen könnten, den erst besten Link hab ich mal rausgepickt wo von einer Reichweite von "deutlich über 100 km" die Rede ist - bei günstigem Wetter. Das könnte ich mir bei Sporen auch vorstellen.

    Grüßle, Michi
     
  • Hallo Michi,
    mir hat mein Landschaftsgärtner gesagt, dass die Pilze dann übertragen werden, wenn dass Getreide gemäht und gedroschen wird und zwar durch den Wind.
    Wir hatten dieses Jahr während der Getreideernte eine Witterung, die nicht gut war für die Krautfäule, für die Tomaten schon....hirne mal.
    LG Anneliese
     
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