Moin. Diese Aussage ist leider nur bedingt richtig. Mit dem Einführen der Kodierpflicht für Diagnosen war ja nur die halbe Wahrheit erzählt. Die Kostenträger haben sehr frühzeitig angefangen, die kodierten Diagnosen mit den Leistungsziffern und Verordnungen abzugleichen. Diese Praxis führte vor allen in der Anfangsphase (wo der Umgang mit der Kodierung noch unsicher war) in vielen Fällen zu Leistungskürzungen, die für viele betroffene Praxisinhaber nicht nachzuvollziehen waren. Es entwickelte sich quasi konsequent eine Schulungskultur für MFA, damit jede, aber wirklich auch jede und die allerletzte Diagnose verschlüsselt wurde. So wurden in einigen Arztpraxen auch Verdachtsdiagnosen bei der Abrechnung aufgeführt, die real gar nicht Bestand hatten. Ein Rasierwasser mit grenzwertiger Eigennote führte in einem Fall zu der Diagnose F12.1V (schädlicher Gebrauch von Cannabis (Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: schädlicher Gebrauch). Nicht der Regelfall, aber wie das Leben immer wieder zeigt: wirf mit Dreck, irgendwas bleibt hängen. Nikotin- und Alkoholkonsum (auch in akzeptierten Grenzen) wurden durch die Unflexibilität des ICD10 geradezu automatisch zu "schädlichem Gebrauch" aufgebauscht. Die Prüfungsanträge der GKVen und die Kürzungswut der KVen haben im Nahgang bei vielen Arztpraxen eine Kodierhysterie ausgelöst. Allein der Patient (um den saich ja eigentlich alles dreht) blieb ahnungslos...... sie erfahren aber nicht persönliches, wie kooperation von patient und arzt z.b. dass übergewicht benannt wurde als risikofaktor, dass geraucht wird oder alkohol getrunken. auch sehen sie nicht blutergebnisse oder blutdruckwerte. .....