Samen von sortenechten Tomaten gewinnen?

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Unterthingau / Allgäu
Ich habe in einer Gartensendung gehört, dass die Kerne von reifen Tomaten Stoff um sich herum haben, der vor Keimung in der Tomate schützt. Man sagte noch, dass man die Kerne vergären lassen soll. Wer weiß, wie man das macht?
Ich habe dazu lauwarmes Wasser mit etwas Zucker hergenommen, u. die Tomatenkerne hineingegeben, u. diese 3 Wochen an einem warmen Ort stehengelassen. Jetzt haben die Kerne kleinste weisse Austriebe. Dadurch sind meine Tomatenkerne vermutlich nicht mehr brauchbar, denn ich will sie ja erst im nächsten März aussäen. Hilfe!!! Eisenkraut
 
  • Hallo,
    zur Fermentierung sollte man kein Wasser nehmen, weil sonst das Saatgut keimt!
    Ich tue die Samen einfach in ein feines Kunststoffhaarsieb und spüle sie unter Wasser ab, dabei reibe ich mit dem Zeigefinger den Glibber ab. Das funktioniert prima und mein Saatgut ist auch mehrere Jahre keimfähig.
     
    Eisenkraut,

    es geht auch mit Wasser. So mache ich es immer.

    Als Anfänger empfehle ich Dir folgendes:
    Tendenziell solltest Du aber - wenn Du gären willst - die Samen entnehmen, und in ein Töpfchen packen; bevor sich ein Schimmelrasen bildet solltest Du Wasser hinzufügen und so oft sauberspülen bis sie eben sauber sind.

    Dein Problem waren die 3 Wochen! Das ist viiiiiel zu lang.

    LG
    Simone
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Hallo,

    in meinen Kindheitstagen, habe ich es gerochen, wie die Firma Christensen, die heute nach Samen produziert, es gemacht hatte. Die haben die Tomatenbrühe in große Kübel gefüllt und draußen stehen gelassen. Das hat richtig gegährt und roch beim Vorübergehen fürchterlich. Ich glaube, so nach einer Woche ließ sich dann die Gallert-Schicht lösen und die Samenkörner sind ausgewaschen worden.

    L.G. Karl
     
  • Da ich nur kleine Mengen an Samen gewinne, mache es wie Tubirubi und spüle die Samen einfach in einem Sieb unter Wasser.
    Anschließend lege ich sie auf Küchenrolle, reibe mit einem anderen Stück Küchenpapier den Glibber gründlich ab, spüle sie anschließend nochmal im Sieb mit Wasser ab - dann sind sie vollkommen sauber.
    Keimfähig sind sie auch (schon getestet).

    Für größere Mengen an Kernen ist das Verfahren möglicherweise zu aufwendig - ich habe auf diese Weise nur aus vielleicht 15-20 Tomaten Kerne gewonnen und fand das dafür völlig ok, kann also bei den richtig großen Dimensionen nicht mitreden. ;)
     
    Liebe User! Danke für Eure Tipps,- das genügt mir.- Schade für meine schönen u. reichlichen Kerne! Ich hebe sie aber trotzdem beschriftet auf,- vielleicht sind noch welche darunter, die noch nicht gekeimt haben. Ich habe aber noch Tomaten,- u. von denen versuche ich erneut, Samen zu gewinnen. Danke! Eisenkraut
     
    Huhu :)

    Darf ich mal fragen, welche Vorteile es hat, die "Glibberschicht" zu entfernen? :confused:

    Ich trockne meine Samen immer direkt so, wie sie aus der Frucht kommen... Bisher mit super Erfolg!

    Liebe Grüße
     
    Die Glibberschicht soll ein vorzeitiges Keimen in der Tomate verhindern.
    Ich habe scheinbar die gleiche Gartensendung wie der Eröffner gesehen.

    Ich kann es nicht wissentschaftlich belegen aber von der Logik leuchtet es mir ein .
     
  • Dankeschön...
    So gesehen ist es ja positiv.
    Wieso wascht ihr die dann ab?
    Meine Tomaten keimen innerhalb von 2 Tagen (mit Glibberschicht) :)
     
  • Na die Antwort ist doch ganz einfach .Den Samen nehme ich im August säen im
    März. Ich will doch den Samen nicht in der Brühe überwintern.
     
    Ich machs ähnlich wie Tubirubi. Im feinen Metall-Sieb auswaschen, ein bisschen hin und herschieben und dabei mechanisch im Sieb reinigen, dann trockentupfen, trocknen lassen und gut ist.
    Gekeimt ist bisher noch alles und auch zügig.
     
    Nein selbstverständlich keine dumme Frage. Und natürlich funktioniert es , ist
    ja die natürliche Vermehrung.

    Ein Freund von mir schmiert den Samenglibber auf Küchenkrepp und verteilt
    ihn dann mit einem Löffel , lässt das ganze dann nat.trocknen.
    Im Frühjahr legt er das Tuch einfach in die Saatkiste wie ein Saatband.

    Ein anderer Kumpel nimmt die letzten reifen Tomaten, bedeckt sie mit 1-2 Schaufeln
    Kompost und lässt der Natur ihren Lauf.

    Ich finde spülen und Briefumschlag besser .Viele Wege führen nach Rom .
     
    Es war ja nur eine reine :"Vielleicht-kann-ich-ja-was-lernen-Frage" ;)

    Ich schmier den ganzen Glibberkram in einen Kaffefilter, drück alles Platt...
    2 Tage auf nem Regal in der nähe des Ofens und ich kann die Körnchen ganz einfach mit dem Fingernagel, Kaffeefilterrückstandsfrei (schreibt man das so :d ) abkratzen und in meine kleinen Zipp-Beutelchen füllen.

    Ich gehe halt gerne den einfachsten Weg... Und daher auch meine Frage:
    Wenn es kaum oder gar keine Vorteile hat, den Samen vorher vom Glibber zu befreien, warum soll ich mir dann die Arbeit machen.
    Wenn dies natürlich deutliche Vorteile mit sich bringt, sehe ich allerdings ein, dass sich der Mehraufwand lohnt und werde meine Vorgehensweise ggf. überdenken :)

    Liebe Grüße
     
    Der zusätzliche Aufwand bei der Saatgutgewinnung hat Haltbarkeit und Qualität zum Ziel. Fermentieren, Erhitzen, Bleichen, usw... ist die Antwort auf die Frage: "Wie schaffe ich es, möglichst viele Krankheiten auszuschließen und gleichzeitig eine hohe Haltbarkeit zu erzielen?"
     
    ja die natürliche Vermehrung.

    Das ist ja eben der Knackpunkt!

    Der natürliche Prozess ist sinngemäß folgender: Die überreife Frucht fällt zu Boden. Natürliche Verrottungsprozesse vergähren das innere der Frucht. Der keimhemmende Glibber wird abgebaut/umgewandelt. Die Samen keimen aus. Wachsen im Schutz der großen Mutterpflanze heran und die verrottende Frucht dient den kleinen Keimlingen als Startkapital (Nährstoffe, Wasser).

    So wie es sich bei den Wildtomaten verhält, isses auch bei den heutigen Kulturtomaten nicht anders. Wie sich die glibbrigen Samen bei einer essreifen Tomate anfühlen, weis jeder. Die flutschen einem so schnell aus den Fingern. Aber greift mal in eine stark überreife, matschige, stinkende, schimmelnde Tomate. Die Samen werden sich nicht mehr glibbrig anfühlen...! Da flutscht nix!

    Demnach würde ich sagen, dass gerade die Fermentation der Tomatensamen dem natürlichen Prozess am nähesten kommt.

    Das war eigentlich für mich die Hauptintention es mal mit dieser Methode zu versuchen. Aber ich war auch auf der Suche nach einer unkomplizierten Methode, die sich auch für größere Mengen eignet. Ich meine sie mit der Fermentation gefunden zu haben.

    Samen entkernen, d.h. glibbrige Samen raus. Ab damit in ein Glas (etwa so Einweg-Plastikbecher (0,2 l)). Dann etwas Zucker dazu, für 3-4 Cherrytomaten reicht etwa 'ne Messerspitze. Dann einfach bei Zimmertemperatur stehen lassen. Täglich umrühren wird empfohlen, um der Schimmelbildung entgegen zu wirken. Nach ein paar Tagen (da können schon wenige Tage ausreichend sein!), ist der Glibber abgebaut. Es bleibt 'ne stinkende Brühe übrig. Diese Brühe in ein feines Sieb kippen und die Samen im Sieb am Wasserhahn sauber waschen. Fertig. Dann trocknen.

    Sollte der Brei im Verlauf des Gährprozesses zu arg eindicken (passiert wenn man z.B. Brei aus nur 1 Cherrytomate macht), dann ein klein wenig Wasser zugeben. Aber mit Gefühl. Auch etwas Zucker in diesem Fall nachfügen.

    Hinweis zum Schluss: Die von der Natur gewollte Oberflächenstruktur der Samen sorgt dafür, dass Samen sich immer glibbrig anfühlen, wenn sie nass sind. Egal ob der Glibber abgebaut ist oder nicht. Davon sich nicht beirren lassen!

    Zur Fermentation kann ich folgendes Fazit ziehen: Ich finde die Methode einfach. Eignet sich sehr gut auch für größere Mengen an Saatgut (etwa das Beispiel mit der Firma Chrestensen). Der einzige Nachteil ist der Geruch. Das Ergebnis jedenfalls sieht gut aus: Zumindest optisch. Ich bin da vielleicht auch etwas eigen, ich mag es nicht wenn irgendwie Glibber, Zeitung- oder Küchenpapierreste am Korn kleben. Ich will ein blankes, sauberes Korn. Und das hab ich mit der Fermentationsmethode. Deshalb bin ich da hellauf begeistert und stolz, wenn ich meine Samenkörner bestaune!

    Grüßle, Michi
     
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