Hallo Kati,
Das Bäumchen sieht doch ganz gut aus.
Jetzt würde ich nicht schneiden, die Pflanze steht in vollem Wachstum. Der nächste gute Zeitpunkt ist Ende Juni / Anfang Juli oder in der Winterruhe.
Bei der zukünftigen Form gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Möchtest Du unter dem Baum mehr Bodenfreiheit, z.B. um besser Rasen mähen zu können, würde ich den jetzigen Leittrieb (gerade mit wenig Seitenästen) am Stamm entfernen. Der starke abgebogene Seitenast sollte dann mit einem Pfahl und Kokosstrick begradigen werden. Die Krone kann anschließend auch etwas in Form gebracht werde.
- Ist mehr Bodenfreiheit nicht nötig und soll der Baum insgesamt kleiner bleiben, möchte ich empfehlen, ihn wie jetzt als Busch weiter wachsen zu lassen und mit einer zweistämmigen Hohlkrone zu erziehen. Auch dann kann ein schwacher Kronenschnitt im Sommer durchgeführt werden.
Grüße,
Jörg
[Entfernt, da verunglimpfend]
Was daran passt:
- Jetzt nicht schneiden (starker Austrieb, volle Vegetation): sinnvoll
- Sommerschnitt (Juni/Juli) bei Prunus: fachlich richtig
- Alternative Winterschnitt: grundsätzlich möglich (wenn auch nicht optimal)
Die eigentlichen Probleme....
1. Grundproblem des Baums wird nicht erkannt
Der Baum ist leider nicht optimal aufgebaut, hat keinen klaren Leittrieb mehr, zeigt Wuchsschwäche (6 Jahre, kaum Entwicklung) und hat Schäden am Stamm/Leittrieb.
Das ist kein "sieht gut aus", sondern aufbau- und entwicklungsbedürftig!
2. Falsche / fragwürdige Empfehlung: "Leittrieb entfernen"
"Den jetzigen Leittrieb entfernen", das ist der größte Schwachpunkt.
Der schwache gerade Trieb ist der ursprüngliche Leittrieb. Ihn komplett zu entfernen heißt, die Baumstruktur endgültig aufgeben.
Der Ersatz (schiefer Seitentrieb), ist ungünstig angesetzt, hat einen schlechten Winkel, und ist statisch langfristig problematisch.
Fachlich sauber wäre den Leittrieb neu aufbauen / ableiten und nicht einfach entfernen.
3. "Seitentrieb hochbinden" -> typischer Hobbyfehler
Funktioniert bei jungen Bäumen begrenzt. Aber ersetzt keine saubere Schnittführung und führt oft zu instabiler Krone.
Bei Obstgehölzen gilt Schnitt > Binden, nicht umgekehrt!
4. "Busch / zweistämmige Hohlkrone" -> wirkt fachlich, ist aber hier nicht passend!
Zwetschge wird normalerweise als Baum mit Leittrieb + Leitästen erzogen.
"zweistämmig" erhöht Bruchrisiko, und führt zu Konkurrenztrieben.
"Hohlkrone" ist bei Zwetschgen möglich, aber nicht in dieser Ausgangslage sinnvoll.
Das ist eher Begriffsdropping als saubere Lösung
5. Schadstellen werden ignoriert.
Auf deinen Bildern klar sichtbar:
- Rindenschäden / alte Verletzungen am Leittrieb
- teilweise schlechte Überwallung
Das hätte man bewerten müssen!
- vital?
- tragfähig?
- ggf. Ableitung nötig?
-> dies kommt in der Antwort gar nicht vor!
Was eine gute Antwort wiedergewgeben hätte ware, Baum ist strukturmäßig schlecht aufgebaut.
Daher ist die Zielsetzung, klaren Leittrieb definieren oder neu aufbauen.
Entscheidung daher, schwachen Leittrieb behalten und fördern, oder auf besseren Trieb sauber ableiten (nicht einfach kappen). Keine Mehrfachstämme erzeugen.
Als Schnitt wäre ein gezielter Aufbauschnitt, nicht nur „ein bisschen formen“ angesagt.
Unterm Strich ein paar richtige Basics, verfehlt aber das eigentliche Problem komplett, und gibt wie so oft strukturell fragwürdige Empfehlungen ab.
Oberflächlich kompetent klingend, aber fachlich nicht sauber. Daher kritisierbar, besonders beim Thema Leittrieb und Kronenaufbau.