Wie sinnvoll ist Blattdünger?

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Hohenlohe
Hallo
Viele kennen meinen verrückten Obst - und Gemüsegarten.

Laut letzter Bodenuntersuchung ist meine Erde wenig näherstoffreich.

Ich schaffe es aber gerademal alle Pflanzen einmal im Jahr mit Mist zu versorgen was natürlich zu wenig ist.

Die Überlegung ist nun mit einem Akkugetriebenen Spritzgerät Blattdünger auszubringen für


  • Tomaten
  • Gurken
  • Obstbäume (Buschbäume)
  • Beeren
  • Blumen?
Was haltet ihr davon?
 
  • Eigentlich wenig, höchstens bei Mangelerscheinungen. Gibt ja auch Düngejauchen.

    Was sagt denn dein Humusgehalt?
     
    Ich hab keine exakte Bodenanalyse machen lassen, sondern nur Nährwertmessung, die allerdings wenig besagt und eher ungenau ist.

    Mein Nachbar praktiziert dies schon seit Jahren, wobei ich ihn nicht gerade als Vorbild nehmen möchte, weil ich ihm einiges nicht glaube.
    Nachdem aber nun auch Manfred Hans von http://raritätengärtnereimanfredhans.de/
    auf Blattdüngung schwört, stelle ich mir die Frage ob es nicht für meinen Obstgarten eine gute Lösung wäre.

    Selbst Gießdünger: MAch auch jährlich Brenneseljauche etc. ist eher mühsam auszubringen. Insbesondere wenn man dann für jede Kanne den Steilhang runter und wieder rauf muss. Hab auch schon darüber nachgedacht Dünger mit dem Hochdruckreiniger auszubringen, denn meiner hat auch eine niedrige Einstellung mit der man z.b. Putzmittel ausbringen kann und eben auch Flüssigdünger.
    Noch einfacher wäre aber definitv Blattdünger.

    Du weist ja, dass ich über 40 Obstbäume habe und mehrere Dutzend Sträucher, allein Himbeeren zu düngern ist ein Aufwand (56 rubuspflanzen).
     
  • Obstbäume hab ich noch nie gedüngt. Wie die ausschauen weiste selbst.

    Meine Beeren werden mit Rasenschnitt gemulcht und bekommen alle paar Jahre mal nen bißchen Kompost.

    Über die Blumenbeete kommen im Herbst die Blätter von den Bäumen. Diese werden im Frühjahr dann in den Boden eingearbeitet. Wenn ich dann mal Kompost übrig habe gibts ne dünne Schicht.

    Bei den Gemüsebeeten scheiden sich ja unsere Geister. Bei deiner Chaoskultur kann und will ich dir nicht reinreden. Nur, wie willst du düngen wenn Stark-, Mittel- und Schwachzehrer Seite an Seite stehen.
     
  • Guten Morgen,

    meine Meinung zu dem Thema ist wohl nicht so wichtig, aber evtl. eine Überlegung wert.

    Aquariumpflanzen können z.B. auch nur über das Wasser gedüngt werden, ohne Bodengrunddünger und gedeihen prächtig. Man sieht es den Pflanzen auch oft schon an, wenn man die Düngung vernachlässigt. Fazit: Blattdüngung.

    Falls Du keine weiteren Antworten erhalten solltest. Probiere doch einfach 1 bis 2 Bäume mit der Blattdüngung aus und seh, ob Du einen Unterschied zu den anderen Bäumen erkennen kannst. Vielleicht auch noch ein Blumenbeet.
    Am besten solche auswählen, die dem Behälter mit angesetzter Jauche/Brühe am nächsten stehen, damit der Weg nicht so weit ist.

    Und noch etwas.
    Mein Mann besaß früher einen anderen Garten, mit einem Süßkirschenbaum. In einem Jahr waren alle Kirschbäume mit einer Krankheit befallen und hatten keine Ernte. Nur sein Kirschbaum weit und breit hatte die Krankheit nicht und konnte eine Ernte einfahren. Er schwört seitdem auf Schachtelhalm zu sprühen.

    Vielleicht hilft Dir das bei Deiner Entscheidungsfindung.

    LG Karin
     
    Ackerschachtelhalm ist im eigentlichem Sinn kein Blattdünger sondern ein Mittel gegen Pilzkrankheiten. Hilft auch gegen Monilla wenn der Befallsdruck nicht so hoch ist.
     
  • Schachtelhalm und Kamille hab ich auch schon überlegt, bei Mehltau kann auch Magermilch helfen aber ich habe selten Mehltau, ich denke dafür ist es hier zu wüstenartig;)

    Bei diesem Beet z.B.
    k-Moschuserdbeere beginn Beere1.webp

    komme ich mit herkömmlichen Dünger nicht zurecht.

    Entweder ich verwende Flüssigdünger oder Blattdünger.
     
    Ackerschachtelhalm ist im eigentlichem Sinn kein Blattdünger sondern ein Mittel gegen Pilzkrankheiten. Hilft auch gegen Monilla wenn der Befallsdruck nicht so hoch ist.

    Natürlich das ist klar.

    Es hilft nur bei der Entscheidung ein teueres Sprühgerät zu kaufen, ich denke so war dies zu verstehen - oder?
     
    Du kennst meinen Garten nicht.

    Ich habe

    • über 40 Obstbäume
    • 30 Beerensarten darunter

    • 25 Trauben
    • 56 Rubus Pflanzen
    • mehrere Erdbeerbeete (die meisten sehr klein bis auf das oben gezeigte)
    • 2 GWH
    Da ist es kein Aufwand, sondern eine Arbeitserleichterung welche aber leider sehr teuer ist, denn ein vernünftiges Akkuspritzgerät kostet 500€++
     
  • Tsja, was soll Frau mit kleinem Gärtchen - nur mit Blümchen - da nur schreiben?

    Probier doch mit Deinem Kärcher ein oder zwei Bäume, ein Blumenbeet und evtl. ein Stück Beet Deiner Gemüsepflanzen aus. Sehe dann, ob es einen Unterschied zu den anderen Pflanzen gibt und überlege Dir dann, ob sich die Investition eines teuren Sprühgerätes lohnt.
    Wenn Du tatsächlich einen Unterschied ausmachen kannst, dann würde sich die Anschaffung zur Arbeitserleichterung doch immer lohnen. Du bist es Dir doch selbst sicherlich Wert.

    Aber vielleicht erhälst Du noch Antworten von Useren, welche damit auch schon Erfahrung/-en gemacht haben und berichten können.

    LG Karin
     
    Die Idee ist gar nicht so schlecht - Danke.

    Dennoch hoffe ich ob sich noch jemand anderst melden kann, der damit Erfahrung hat - gut oder schlecht.
     
    Wir haben ein 5-Liter Akku-Drucksprühgerät von Gloria mit Verlängerungsrohr.
    Ich komme gut damit zurecht.
    Ich sprühe damit vor allem Kalziumblattdüngung für Tomaten (gegen BEF).
     
    Zugegeben, in einem Gartenforum eine selten gestellte Frage. Da mit Blattdüngern eher in großen Gärten, Weinbergen oder Profilandwirtschaft gearbeitet wird.

    Gar so groß ist mein Garten nun auch wieder nicht, dennoch an der Grenze dessen was man mit regelmäßiger Bodendüngung noch bewältigen kann.

    Auf Empfehlung meiner Baumschule, von Manfred Haas aus dem Internet, meinem Nachbarn und unseres regionalen Gartencenters die auch Bauern beliefern hab ich mich nun doch dazu entschieden Blattdünger als Zusatzdünger zu verwenden.

    Dabei wird extrem niedrig dosiert, so reicht ein liter für 1000 l. Düngung muss aber mehrfach ausgebracht werden. Der NPK Dünger wirkt sowohl über das Blatt als auch über den Boden.
    Wichtiger Hinweis für Nachahmer, nur bei bedecktem Himmel ausbringen wenn es nicht regnet. Sonne könnte zu Verbrennungen am blatt führen und Regen wäscht es zu schnell ab.

    Wir haben ein 5-Liter Akku-Drucksprühgerät von Gloria mit Verlängerungsrohr.
    Ich komme gut damit zurecht.
    Ich sprühe damit vor allem Kalziumblattdüngung für Tomaten (gegen BEF).
    ICh hab mich gegen Akkusprühgerät für einen Gloria Rückenkolbensprüher mit 4 Bar Druck entschieden, den ich gebraucht in 18l Version für 40 € bekommen habe. NAchdem ich dieses Jahr schon soviel für Garten ausgegeben hatte, war ich nicht bereit nochmals tief in die Tasche zu greifen.
    Wenn es sich bewährt kann ich in 1 oder 2 Jahren immer noch aufrüsten.
     
    Ich kenne Blattdünger als Akutmaßnahme um Mangelerscheinungen anzugehen.


    Als Düngung per se stell ich mir die Frage, wie man damit langfristig den Nährstoffbedarf gleichmäßig deckt. Kompost oder Langzeitdünger im Boden stellen ein Depot dar, welches die Pflanze nach und nach anzapfen und nutzen kann. Blattdünger wird sofort aufgenommen, kann also nur vorsichtig dosiert werden, damit müsste man da ständig düngen? Stellt sich also die Frage wie. Automatisiert über ein Sprühsystem? Da kann man doch aber auch bodennah über Tropfsysteme bewässern und da Dünger zumischen. Gardena bietet sowas an, Düngerbeimischgerät, das müsste zum sprühen wie zum tropfen gleichermaßen taugen.
     
    Ich denke du hast es vollkommen richtig erfasst.

    Oftmals steht auch dabei alle 14 Tage ausbringen in Konzentration 1:1000 klingt aufwendig und ist es vermutlich auch. Da ich es aber nur als Zusatzdüngung zur einmaligen Bodendüngung verwende werde ich es vermutlich nur 3 - 4 mal im Jahr machen.
     
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