Wer kennt sich mit Pilzen aus???

Seh ich auch so, da lohnt sich die Mühe - oder auch das Vergnügen?
maryrose
 
  • Hallo,

    Oh Pilze! Ich liebe Sie. Mit meinen Eltern gehe ich regelmäßig Pilze sammeln. Beide sind leidenschaftliche Pilzsammler und mhmmm lecker was die so aus Pilzen zaubern.

    Steinpilze, Maronenröhrling, Hexenröhrling, Birkenpize und auch Halimasch schmecken mir am besten. Schöner Fund! :)
     
    Als aller aller erstes

    WICHGTIG
    man sollte sich niemals darauf verlassen, ich tippe drauf, oder ich würde sagen....

    Ich gehe seit über 20Jahre Pilze sammeln und sehe immer wieder giftige bis tötliche Doppelgänger in so manchem Pilzsammlerkörbchen.

    VORSICHT BITTE

    Blümchenpflücker:
    Das was du da hast sind Fichtensteinpilze (Boletus edulis) Vorkommen in Nadelwäldern.
    100%ig Fichtensteinpilz. Es gibt keine Braunkappen die eine weiße Hutumrandung haben, zudem haben Braunkappen einen leicht rotbraunen benetzten Stiehl der im Hintergrund etwas gelblich ist.
    Die Fotos zeigen eindeutig die wichtigsten Erkennungsmerkmale vom Fichtensteinpilz der von August bis November vorkommen kann. fast schneeweißer Stiehl (hat die Braunkappe nicht), Stihl ist schwarz benetzt (auf dem foto weiß weil noch juvenil, im Alter wird es bräunlich-schwarz) (hat die Braunkappe nicht), Der Hut hat einen weißen Rand (hat die Braunkappe auch nicht), Schwamm oder Schnittstellen verfärben sich nicht (bei der Braunkappe verfärben sie sich).

    Auch wenn eine Verwechslung zwischen Steinpilz und Braunkappe nicht gefährlich ist, so finde ich es doch sehr leichtsinnig einen Pilz (falsch) zu identifizieren.....

    Renate:
    Deine Pilze sind nicht 100%ig zu identifizieren (Der ganze Pilz mit nicht abgeschnittenem Stiel von der Seite von unten und von Oben zudem ein Querschnittfoto. Dann könnt ichs dir genau sagen.
    So gesehen könnte es sich evtl. um einer der folgenden handeln:
    Kuh Röhrling (Suillus bovinus) Essbar
    Ringloser Butterpilz (Suillus collinitus) Essbar
    Moor-Röhrling (Suillus flavidus) Essbar
    Körnchen Röhrling (Suillus granulatus) Essbar
    Goldgelber Lärchenröhrling (Suillus grevillei) Essbar
    Erlen Grübling (Gyrodon lividus) Essbar
    Elfenbeinröhrling (Suillus placidus) Essbar
    Parasitischer Röhrling (Xerocomus parasiticus Kein Speisepilz

    Würde ich nicht essen bis er 100%ig identifiziert ist. Durch Ferndiagnose nicht möglich, evtl. Sporenprobe nehmen.

    LG
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Hallo,
    Danke für den Hinweiß auf den Fichtensteinpilz. Die Merkmale stimmen, das Einzige was nicht stimmt ist mein "Fundort". Sie standen bei mir im Garten unter einer Buchenhecke. Kein Nadelbaum in der Nähe.
    LG
    Blümchenpflücker :grins:
     
  • Der Nadelbaum muss nicht zwangsläufig direkt daneben stehen wenn seine Wurzeln weit verzweigt unter der Erde sind. Steht evtl im Umkreis von 15meter irgendwo ein Nadelbaum?
    Es kann auch sein bzw. reicht aus wenn unter der Erde noch intakte Nadelbaumwurzeln sind. Das Myzel geht mit diesen Wurzeln eine Symbiose ein geneuer gesagt sind sie Mycorrhizapartner.

    LG
     
    Hallo Georg79,
    es steht eine Eibe in ca. 8bis 10m Entfernung, dazwischen eine asphaltierte Fläche. Wenn das dem Fichtensteinpilz genügt, um so besser. Vielleicht kommen sie ja im nächsten Jahr wieder.
    Wir sind als Kinder jahrelang mit unseren Eltern "in die Pilze" gefahren und haben ausschließlich Röhrenpilze gesammelt. Damals hieß es, bei den Röhrenpilzen gibt es nur den giftigen Satanspilz in unserer Region und der ist leicht zu erkennen. Nachdem was ich heute so höre, weiß ich nicht, ob ich mich darauf noch verlassen würde.
    Lieben Dank nochmal, man lernt doch nie aus.
    Blümchenpflücker:)

    PS. Bist du studierter Mykologe (falls es das gibt)??? Klingt alles nach fundiertem Wissen.
     
  • Bei Röhrenpilze gibt es viele giftige und ungenießbare... Zu den Röhrenpilzen gehören unter anderem Stielporlinge und Kremplinge...
    Der Schönfuß-Röhrling (Boletus calopus) ist z.b. kein Speisepilz und wird oft mit den essbaren Flockenstieligem Hexenröhrling (Boletus erythropus) und Netzstieliger Hexen-Röhrling (Boletus rulidus) verwechselt.
    Wurzelnder Bitterröhrling (Boletus radicans) und der Gallen-Röhrling (Tylopilus felleus) "Bitterling" sind keine Speisepilze und werden sehr oft mit dem Steinpilz verwechselt.
    Der Satans Röhrling (Boletus satanas) ist giftig und wird oft mit dem Silberröhrling (Boletus fechtneri) verwechselt.

    Es gibt noch Zahlreiche weitere Beispiele.... Und diese Pilze sind in Deutschland weit verbreitet....

    PS. Bist du studierter Mykologe (falls es das gibt)??? Klingt alles nach fundiertem Wissen.
    Nein bin ich nicht. Aber ich bin auf dem Land aufgewachsen und gehe seit meinem 6. Lebensjahr mit meinem Opa (leider verstorben) der ein wahrer Pilzexperte war, und meinem Vater in den Wald Pilze sammeln.
    Seit einigen Jahren nehme ich immer wieder mir unbekannte Pilze mit und bestimme sie mit meinen Bestimmungsbüchern.

    Man braucht dazu den unverletzten, ungeputzten und ganzen Pilz (mit "Wurzel"). Man muss sich umschauen welche Mycorrhizapartner in der Umgebung vorhanden sind, das müssen nicht immer Bäume sein... oftmals sind es nur diverse Moose oder Gräser.
    Die meisten und gängigsten Speisepilze lassen sich schon durch Bilder und die daneben stehende Beschreibung vom "Kosmos Pilzatlas" identifizieren. In schwierigen Fällen nimmt man dann zur Sicherheit eine Sporenprobe.
    Wenn man sich nicht 100%ig sicher ist wird der Pilz keinesfalls gegessen.

    Ich erinnere mich an ein Jahr wo es kaum Steinpilze gab und ich am Auto im Wald einen älteren Herrn getroffen habe. Der hatte sein Körbchen voll mit Bitterlingen... Als ich ihm sagte dass das ungenießbare Bitterlinge sind hat er mir ganz entsetzt gesagt "das sind Birkenpilze die nehm ich immer mit". Und das wo es in diesem Wald weit und breit nur 2 Birken gibt.... naja. Ich diesen älteren Herrn nie wieder beim Pilze sammeln getroffen.
    Schon ein einziger Teelöffel voll Bitterling kann eine Steinpilzmahlzeit absolut ungenießbar machen.

    Bild 1, 2 und 3 sind Fichtensteinpilze
    Bild 4 oben sind Braunkappen und unten Fichtenreizker
     

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    Hallo Georg79
    hier die passenten Fotos dazu
     

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    Renate,

    Kannst du noch was zum Fundort sagen?
    Welche Bäume standen in der näheren Umgebung und wie war der Boden (Moosig, blanke Erde oder Gras, evtl. Klee)?

    Ich bräuchte den kompletten Stiel mit Wurzel (nicht abschneiden).

    Es geht in die Richtung Lärchenröhrling oder Kuhröhrling...

    LG
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • dann kann ich ihn nicht näher bestimmen... zudem handelt es sich um recht alte Exemplare was die Sache etwas erschwehrt...

    Ohne Gewähr würde ich in vorsichtig augedrückt als Kuhröhrling oder Körnchenröhrling einstufen Meist unter Kiefern. Bei mirim Fichtenwald gibts die aber auch. Geschmacklich naja nicht wirklich ein hit.

    Bei Suillus Arten (ca. 15 verschiedene) wurden individuelle Unverträglichkeitssymptome beobachtet. Empfindliche Mägen sollten solche Pilze meiden.

    LG
     
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