Mein Refugium

Lördag

Neuling
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24. Apr. 2026
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Ort
Mecklenburgische Seenplatte
Hallo in die Runde,
ich stelle hier mal mein Gartenprojekt vor. Wir leben auf einem alten Mecklenburgischen Bauernhof und ich bin dabei, eine nicht mehr für Tiere genutzte Koppel zu einem Zwischending aus Obstwiese, Gemüsegarten und "Minipark" umzugestalten.
Angefangen habe ich damit im letzten Frühjahr, indem ich aus alten Beregnungsrohren und Wildzaun erstmal eine vernünftige Einfriedung gebaut habe:

refugium_2.jpg


Die gut 100m lange Nordwestseite bekommt einen 5m breiten Streifen aus verschiedensten Bäumen und Büschen, wie Kopfweiden, Haselnuss, Kornelkirsche, schmalblättrige Ölweide, div. Wildrosen, Blutjohannisbeere, Jasmin, Weigelie, Holunder, Eberesche, Schlehe, Blutpflaume, Maulbeere usw., nach Größe gestaffelt. In einer Ecke habe ich mageren Sandboden und versuche, eine kleine Wacholderheide zu etablieren.

weiden_1.jpg


Von der Dreiblättrigen Zitrone habe ich über hundert Sämlinge gezogen, mit denen ich ein katzensicheres Gestrüpp für die Singvögel anpflanzen werde.

dreibl_zitrone_3.jpg


In die Wiese werden nur schmale Wege und ein paar Stellen zum Verweilen gemäht. Der Rest bekommt nur einen jährlichen Schnitt.
Leider besteht die Wiese hauptsächlich aus Windhalm. Deshalb werde ich sie in den nächsten Tagen mit der Kreiselegge bearbeiten und den 5kg- Eimer Wildblumenmischung verteilen, den ich mir zum Geburtstag schenken lassen habe.

sitzecke_17.06.2025.jpg


Für das Getier habe ich zwei Strauchhaufen angelegt, die offenbar gut angenommen werden. Die von den Vögeln verstreuten Hagebuttensamen haben z.B. wohl ganz gute Chancen, anzuwachsen.

strauchhaufen_winter.jpg


hagebuttensamen_2.jpg


Im zeitigen Frühjahr gab es durch Tauwetter und gefrorenen Boden eine kräftige Überschwemmung, die den mich massiv ärgernden Wühlmäusen wohl nicht gut bekommen ist:

flut_3.jpg


Das Gartenland diente in den letzten Jahrzehnten als Koppel und wurde erstmal gepflügt. In diesem Jahr werde ich es wohl damit nicht sehr leicht haben, da alles voll Quecken ist.
Mein Plan ist, darauf eine Art Dreifelderwirtschaft zu betreiben. Ein Drittel wird genutzt und die anderen zwei mit Phacelia, Lupinen usw. bestellt. Dieses Jahr säe ich dick Phacelia - in der Hoffnung, daß sie alles andere abwürgt.

beete.jpg


Leider kommen auch ungebetene Gäste. Die Fuchsfähe, die hier gerade markiert, hat ordentliche Duftspuren hinterlassen. :(

fuchs.jpg


Die Paarung fand natürlich im frisch eingesäten Beet statt, was danach so aussah:

fuchstritt.jpg


Also habe ich erstmal ein paar alte Telefonisolatoren an die Bäume geschraubt und Saft vom Koppelzaungerät rübergeholt. Erstaunlicherweise hält der Draht 77m freie Spannlänge aus.

oberleitung.jpg


Bis jetzt waren noch keine neuen Fährten zu sehen.

gartenland_26.04.26.jpg


Dann habe ich noch ein Blaubeerbeet angelegt:

blaubeerbeet_1.jpg


...und meine Lesesteine an drei Stellen als Wohnung für Eidechsen und Mauswiesel zurechtdekoriert.

lesesteinhaufen_1.jpg


Demnächst mehr...
 
  • Danke!
    Ich betrachte diese Arbeit als Erholung und wenn man jeden Tag eine halbe bis ganze Stunde was macht, kommt man erstaunlich weit.

    Im Gewächshaus sieht es momentan so aus:

    gewaechshaus_28.04.26.jpg


    Die Tomaten schieben schon die ersten Blüten und die Tage werde ich sie zum ersten Mal ausgeizen. Letztes Jahr habe ich sie versuchsweise zweistämmig gezogen, indem ich den untersten Geiztrieb gelassen und hochgeführt habe. Das war ein voller Erfolg. Der Ertrag pro Pflanze war besser und sie sind nicht so sehr groß geworden. Die Jahre davor hatte ich immer das Problem, daß sie Ende Juli an der Decke ankamen und ich nicht mehr wußte, wo ich sie entlangführen soll.

    tomate_28.04.26.jpg


    Auf dem Anzuchtregal habe ich ein paar Boxen mit Erdbeeren zum Naschen, die jetzt langsam reifen:

    erdbeeren_28.04.26_1.jpg


    erdbeeren_28.04.26_2.jpg


    Und natürlich bin ich damit beschäftigt, Pflanzen für mein Refugium zu vermehren. Letztes Jahr habe ich von einigen sehr schönen Apfelrosen die Hagebutten geerntet, die Samen stratifiziert und ausgesät. Von den Pflänzchen konnte ich bis jetzt ca. 150 Stück pikieren und plane, sie in die Blühhecke zu integrieren.

    rosen_28.04.26.jpg


    Der heute geerntete Porree hier ist vielleicht kein Rekordexemplar, aber er hat den klompletten Winter im Gewächshaus zugebracht und hätte jederzeit geerntet werden können. Das merke ich mir. Auch Rote Bete sind Weihnachten noch völlig ok.

    porree_28.04.26.jpg


    porree_28.04.26_1.jpg
     
  • Was für ein tolles Gewächshaus! Ein Pflanzenpalast, würd ich sagen. :giggle: Bin sehr gespannt, wie es bei dir weitergeht.
    Ja, fast schon ein professionelles Gewächshaus….
    Und im Gegensatz zu vielen Projekten, die hier so vorgestellt werden, habe ich das Gefühl, das hier könnte was werden.
    Pfiffige Ideen, Ressourcen, handwerkliches Geschick und keine Scheu vor Arbeit. Die Chancen stehen gut! 🤓
     
  • Die Größe kann man eigentlich nur im Haupterwerb oder wohlverdienten Ruhestand bewirtschaften.
    Lördag ist zu beneiden.
     
    Das schaffen wir ganz gut zu verbrauchen. Von den Tomaten verarbeitet meine Frau viel zu Ketchup, Soßengrundlagen usw.
    Salatgurken werden direkt verbraucht (davon haben wir nur immer 2..3 Pflanzen).
    Die Einlegegurken ernte ich immer sehr jung und wir legen sie in 12,5kg- Honigeimern ein. Das reicht dann meistens so bis Januar.
    Wenn wirklich was außer Kontrolle gerät, wie z.B. Zucchini oder manchmal die Chilies, dann finden sich im Dorf auch dankbare Abnehmer. Die Kinder werden auch immer reichlich ausgestattet, wenn sie uns besuchen.

    Mit der Mischkultur schaffe ich den Arbeitsaufwand eigentlich immer ganz gut im Zaum zu halten. Wichtig ist halt, bei der Pflege und beim Unkraut jäten jetzt am Ball zu bleiben. Hier ist meiner Meinung nach Kontinuität das Wichtigste: In der Mittagspause (ich habe 100m Arbeitsweg) schnell mal hacken oder gießen oder abends ne halbe Stunde was machen reicht eigentlich aus.

    Neu ist jetzt das Gartenland für mich. Bisher fand alles im Gewächshaus statt und ich muß Erfahrungen sammeln.
    Kartoffeln, Chicorree usw. haben wir natürlich schon öfter angebaut, aber Möhren, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln, Radieschen & Co. eher nicht, weil wir im Hausgarten extrem schweren Lehmboden haben, in dem Experimente damit gescheitert sind.
    Ich versuche einfach, dort auch mit Hilfe der Mischkultur den Arbeitsaufwand kurz zu halten.
    Die Beete sind 20m lang und ungefähr 1,20m breit. Außen ist jeweils eine Reihe Knoblauch oder Zwiebeln. Weiter innen kommen dann Möhren, Knoblauch usw. Einige Beete bekommen eine Reihe Zuckermais in der Mitte, an dem dann Erbsen hochrankeln und die Stickstoffversorgung verbessern sollen.
    Sowie die Sämlinge groß genug sind, um vernünftig auffindbar zu sein, wird scharf durchgejätet und mit kurzgehacktem Stroh gemulcht, Deshalb liegen auch die beiden Rundballen bereit. Die Ecke ist sehr zugig und bis die Windschutzhecke groß genug ist, bleibt das die einzige Möglichkeit, den Boden vor dem Austrocknen zu schützen.
    Mal gucken, inwieweit sich die ganze Theorie in die Praxis umsetzen läßt.

    PS: Größer lasse ich die Einlegegurken nicht werden.

    sauregurken_2.jpg
     
    Sieht klasse bei Dir aus! Einfach nur toll.
    Wie viele Tomaten setzt Du jedes Jahr?
    Wie bewässerst Du?
    Wie groß ist Dein GWH?
    Und aus welchem Material sind die Platten? Oder ist es wirklich Folie? Hat Dein GWH Fenster? Wie warm wird es im Sommer darin?

    Um den 100 m Arbeitsweg beneide ich Dich!
    Klingt nach Home Office. 😁
    Ich habe 100 km am Tag zu fahren. Manchmal 2 Stunden Zeit weg. Könnte ich auch gut für den Garten gebrauchen.
     
    Ja, Fragen über Fragen. Ich kann mich auch kaum zurückhalten.

    Aber Du, Lördag, schreibst ja viel und ich lese erst mal ´ne Weile mit - bis Du vielleicht irgendwann zur Gewächshaus-Technik kommst.
     
    Hallo Tubi, danke!
    Ich hatte immer bis zu 24 Tomatenpflanzen (hauptsächlich Pannovy). Nachdem ich das mit der zweitriebigen Erziehung ausprobiert habe, sind es weniger geworden. Die Zahl diesen Jahres hab ich nicht im Kopf und muß direkt mal nachzählen.
    Zum Bewässern wird Brunnenwasser genutzt. Das Ganze läuft noch durch einen schwarz angemalten, alten Pufferspeicher mit 600l Volumen, so daß das Wasser von der Sonne schonmal ordentlich vorgewärmt wird.
    Gegossen wird einfach per Schlauch. Meiner Meinung nach bringt es mehr, alle paar Tage reichlich zu gießen, anstatt per Computer irgendwelche Tröpfchen zu dosieren.
    Die Grundfläche des Gewächshauses ist 6 x 12m = 72m² und die Platten bestehen aus 10mm Polycarbonat. Gekauft habe ich das Ganze damals bei eBay- Kleinanzeigen von einem etwas fragwürdigen Händler - und prompt ins Klo gegriffen. Deshalb sind die Giebelwände selbst gebaut.
    Ich habe nur in den Giebelseiten Fenster, die jeweils knapp 2m² Fläche haben. Sie sind drehbar gelagert und reichen zusammen mit den Türen völlig aus, um die Temperatur im Griff zu halten. Über genaue Zahlen kann ich, ehrlich gesagt, gar nichts sagen. Ich halte es aus und die Pflanzen sehen ok. aus...
    Beim Bau habe ich Druckluftleitungen zum Gewächshaus verlegt, mit denen ich irgendwann per Arduino und Pneumatikzylindern das Klima regeln will, aber bis jetzt bin ich noch nicht dazu gekommen, das umzusetzen.

    Was ist ein Office?:giggle:
    Ich habe eine Metallwerkstatt.
     
    Toll, da hast Du ja riesig viel Platz :love:
    Und Belüften kannst Du ja auch prima. Ein Paradies!
    Sowas würde hier gar nicht hinpassen, ohne das von den Obstbäumen was weggenommen werden würde. :unsure:
     
    Die Grundfläche des Gewächshauses ist 6 x 12m = 72m²
    Wenn meins solche Maße hätte, stände da für den Sommer ein Schlafsofa drin! :giggle:

    Zum Bewässern wird Brunnenwasser genutzt.
    Da hast du einen nicht genug zu schätzenden Vorteil gegenüber uns hier - was nützen uns die Regenfässer, wenn es nicht regnet, die Geländestruktur aber keinen Brunnenbau zulässt!
     
    Ich brauche für mein Wohlbefinden immer sehr viel Tageslicht. Die Idee mit der Liege hatte ich auch. Für mich wären aber eher die sonnigen Tage im Februar- März, wo die Temperatur da drin über 20°C klettert, interessant.
    Letztendlich landen dann aber immer bald wesentlich mehr Pflanzen im Gewächshaus, als geplant und ich muß mit meinem Biergartenstuhl auskommen.;)

    Dein Problem mit dem Wasser ist ja blöd. Meine Idee wäre, einen IBC- Container auf den PKW- Anhänger zu stellen und aus einem offenen Gewässer zu befüllen.:unsure: Gäbe es die Möglichkeit in Eurer Gegend?
     
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