Kirschbaums Wurzeln

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19. März 2010
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Hallo Gartenfreunde,
Unser Kirschbäumchen steht jetzt ca. 6 Jahre - in den letzten zwei Jahren kränkelte er etwas. Möglicherweise ein Pilz, leider bemerkt man den ja erst, wenn es zu spät zum Spritzen ist... Jetzt habe ich bei den stürmischen letzten Tagen bemerkt: Unser Baum wiegt sich nicht im Wind. ER WACKELT! Bei näherer Untersuchung habe ich festgestellt, dass die Wurzeln gar nicht mehr richtig ins Erdreich packen. Man hat das Gefühl, der Baum sei nur in die Erde gesteckt und man könnte ihn einfach herausziehen wie einen Besenstiel. Das geht natürlich nicht wirklich. Aber er ist locker. Können die Wühlmäuse und Maulwürfe die Ursache sein? Oder bin ich schuld, indem ich gegen den Pilz untätig war und der Baum geht jetzt kaputt? Zurzeit blüht er allerdings sehr schön.
Ich bin nahe dran, den Baum wegzumachen und statt dessen eine Birnenquitte hinzustellen. Zumal ein kranker Kirschbaum wohl auch für meine Kirschlorbeerhecke nicht zuträglich wäre...
Kennt jemand dieses Phänomen?
Sonnige Grüße
Kleeblume
 
  • Hallo,

    Wenn junge Bäume (die schonmal standfest waren) nur noch locker im Boden sind, und sofern Wühlmäuse vorhanden sind dann ist i.d.R. der Täter schon ermittelt. Wühlmäuse (Schermäuse) können fast das sämtliche Wurzelwerk fressen (Maulwüre fressen Würmer/Egerlinge und Co.).

    Schermausbekämpfung (in welcher Form auch immer: Fallen, Gift oder den Baum im Kaninchendrahtkorb Pflanzen) bei jungen Bäumen (die Quitte wäre genauso gefährdet) ist erforderlich.

    LG,
    Mark
     
    Ich glaube, nach der Blüte nehme ich mal den Spaten und buddle nach den Wurzeln, um zu sehen, ob die frei liegen. Dann war's die Schermaus. Fallen muss ich regelmäßig stellen und habe auch immer mal wieder "Erfolg". Gift kommt nicht in Frage, das tu ich den Nachbarn nicht an, deren Katzen sich bei uns auch schon mal einen "Snack" im Garten fangen :-) Die Katzen möchte ich auf diesen Umwegen nicht auf dem Gewissen haben.

    Das mit dem Kaninchendraht hab ich schon einmal gehört, frage mich aber immer, ob der im Erdreich nicht anfängt zu rosten und damit Stoffe freisetzt, die mir die Erde vergiften. Auch das stelle ich mir für die Pflanzen nicht so toll vor.

    Und sollte der Draht nicht rosten: Wie weit um den Wurzelballen herum muss der Draht gelegt werden?
     
  • Hallo,

    Bei richtige Anwendung ist Gift eine Alternative (die Schermäuse sterben in die Gänge - ergo können nicht von Katzen gefressen werden). Katzen fangen i.d.R. keine Schermäuse. Wie Du schon selber bemerkt hast, oberirdisch siehst Du so gut wie nie Schermäuse.

    Zu die andere Frage: mit unverzinkte engmaschige Drahtkorb den Pflanzloch (3-4 x so groß wie die Wurzelballe (wurzelnackt entsprechend groß) auskleiden und bis es wegrostet (schadet den Baum nicht) soll der Baum genügend Wurzel gebildet haben das die Schermäuse nicht mehr anhaben können bei mittel bis starkwüchsige Bäume. Schwachwüchsige Bäume haben entsprechend kleinere Wirzelwerk und müssen ständig geschützt werden (oh ja, bei verzinkten Draht halte ich das minimale Auswaschung für bedenkenlos).

    LG,
    Mark
     
  • So, nun konnte ich die Finger nicht stillhalten und habe am Baumstamm gegraben. Dicke große Gänge kamen ca. eine Hand breit unter der Bodenkante zum Vorschein! Der Stamm war unterhalb der Grasnarbe dünn und schwach... Dann gings ganz schnell. einmal kippen und der Baum lag da... Er hing im Prinzip nur noch an drei Wurzel-Strängen, die anderen waren alle verkümmert oder praktisch nicht mehr da. Sicher hatte der Baum in den letzten zwei Jahren mit so wenig Wurzelwerk keine Kraft gegen Krankheiten. Die Äste hatten schon schwarze trockene Stellen. Krank. Schade drum! Der nächste Baum bekommt einen Korb. Mal sehen, ob ich eine Quitte kriege.
    Mark, vielen Dank für Deine Ratschläge!
    Unter meiner Kirschlorbeerhecke sind auch wieder neue Gänge. Falle ist aufgestellt...
    LG
    Kleeblume
     
    Hallo Kleeblume,

    tut mir leid daß die Schermäuse ganze Arbeit geleistet haben...:(
    ich wünsche Dir viel Waidmanns(frau)heil!

    LG,
    Mark
     
  • Nun, da ich in der Tat Waidmanns Frau bin, ereilt mich schnell das Jagdfieber.
    Mein Mann, der der eigentliche Jäger ist, teilt dann jedes Mal meine Freude nach einem Erfolg bei der Jagd.

    In diesem Sinne: Waidmann's Dank!
     
    Mark, falls Du hier noch liest: Kannst Du mir ein Gift gegen die Wühlmäuse nennen?

    Gruß
    Kleeblume
     
    Hallo,

    Ich hole einfach das was der Baywa vor Ort vorrätig hat.....

    meine Erfahrung nach gibt's kein Unterschied in der effektivität oder Anwendung. Sind auf Basis von Johannesbrot oder Futtermöhren mit
    Mittel die zur inneren Blutung führt.

    Beispiel wäre Neudorff Quiritox, aber es gibt viele Hersteller mit vergleichbare Produkte, Rest vom letztes Jahr habe ich leider nicht mehr (also kann ich Dir nicht sagen was ich letztes Jahr genommen habe).

    LG,
    Mark
     
    Eindrahten dürfte reichen, die Mäuse kommen nach der Chemieattacke aus den umliegenden Gärten schnell nach. Achte beim eindrahten (engmaschiger Wühlmausdraht darauf, dass der Draht auch bis zur Oberfläche geht, damit die Mäuse nicht dran vorbeigraben, allerdings auf keinen Fall direkt um den Stamm fixieren, da Strangulations-/Einwachsgefahr. Bei dem neuen Baum würde ich eventuell auch gleich einen ordentlichen Verbissschutz gegen Hasen und Rehe, am besten auch aus Draht, anbringen.
     
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