A tiny house...

Ich habe gestern mein Handy auf der Arbeit vergessen. Und abends sag ich zum Freund: boah, ich muß fernseh glotzen.
Und da lief ne Doku über die Zustände in mancher Waldorf Einrichtung. Es gibt ein Konzept "Langeweile". Der Anreiz zum eigenverantwortlichen, höchst kreativem Dasein wird da schon mal gelegt. Und dann sah man ein Kindelein einen Hammer auf einen Stein im vertrockneten Garten schmeißen. Mmnja.
 
  • Gut, dass Nick Cave am Sonntag gesungen hat (wir sind immer noch enthusiasmiert). Heute ist das Wetter eher so mittel. Es nieselt.
    Später schaue ich mir Hiddensee im Lieblingskino an. Ideale Nachmittagsbeschäftigung bei diesem Wetter.
    Aber vorher fahre ich zum Wochenmarkt. Ich brauche eine Minze und Blumen.
    Es verspricht ein schöner Tag zu werden.
     
    Es waren bestimmt fuffzich, sechzich Leute im Kino. Um diese Zeit! Ich war irritiert.

    Hiddensee.webp

    Dem Herrn vor mir hätte ich gerne die Haare glattgestrichen.
     
  • So, alles picobello! Innen und außen. Wegen ausgiebigen Trödelns hat es etwas gedauert.
    (Früher ist man doch auch nicht im Dreck versunken, trotz eines Acht-Stunden-Arbeitstages. Mysteriös).
    Ich lege mich jetzt raus und erhole mich von der Mühsal.
     
  • Ach das sieht traumhaft aus. Trauerweiden am Wasser haben etwas richtig mondänes.
    Ich war auch das letzte Mal im Bad. Hab ne 37er Schlagzahl gezählt beim Kraulen, immerhin.
    Und die letzten Nachzügler von Mauersegler, wohl aus Skandinavien hergezuckelt, über dem Bad verabschiedet. Man wird wehmütig.
     
    Ich hab's schon gleich nach dem Aufwachen gemerkt. Heute klappt's. Best of Bob Dylan und zwei Element of Crime-Alben später ist die Bude blitzblank. Das ist so wunderbar!
    Jetzt trinke ich einen zweiten Kaffee, fahre noch kurz zum Einkaufen und verbringe den Nachmittag unterm Schirm mit meinem schönen Buch.
     
    Zeit für ein Gedicht

    Sommersneige

    Der grüne Sommer ist so leise
    Geworden, dein kristallenes Antlitz.
    Am Abendweiher starben die Blumen,
    Ein erschrockener Amselruf.

    Vergebliche Hoffnung des Lebens. Schon rüstet
    Zur Reise sich die Schwalbe im Haus
    Und die Sonne versinkt am Hügel;
    Schon winkt zur Sternenreise die Nacht.

    Stille der Dörfer; es tönen rings
    Die verlassenen Wälder. Herz,
    Neige dich nun liebender
    Über die ruhige Schläferin.

    Der grüne Sommer ist so leise
    Geworden und es läutet der Schritt
    Des Fremdlings durch die silberne Nacht.
    Gedächte ein blaues Wild seines Pfads,

    Des Wohllauts seiner geistlichen Jahre!

    Georg Trakl
     
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