A tiny house...

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  • Oh, ich hab’s vergessen. Gut, dass keiner kam. Ich kenne diesen Brauch nicht. Wir sind immer am Martinstag umhergezogen.
     
    Oh, ich hab’s vergessen. Gut, dass keiner kam. Ich kenne diesen Brauch nicht. Wir sind immer am Martinstag umhergezogen.
    Als wir noch kein Kind im Haus hatten wurde von diesem Tag kein Aufhebens gemacht. Jetzt ist das anders und die Kinder haben Spaß. Es ist okay.
    Ich gehöre zur Boomer Generation und bin zudem auf dem Land aufgewachsen. Das gab es noch kein Halloween. Wir hatten an St. Martin Rummelebooze.
     
    Halloween wurde auch in dieser Region erst nach meiner Kinderzeit bekannt und ich habe da nie einen Zugang zu gefunden.

    Zu meiner Kinderzeit in Schwelm gab es nur Martinssingen mit Laternen und Süßkram-Sammeln. (Und von der katholischen Kirchengemeinde gab es einen Martinsumzug mit Brezelessen hinterher. Mein großer Bruder hat einige Jahre den Martin gespielt, weshalb wir einen teilbaren roten Mantel aus Vorhangstoff mit Klettverschlussnaht in der Verkleidungskiste hatten.)

    Ich habe in Münster dann erstaunt erfahren, dass es das hier nie gegeben hat. Man feiert nicht St. Martin, (Ausnahme; die Gemeinde St. Martini) sondern St. Lambertus.(17. September)
    Für Lambertus werden auch Laternen gebastelt, aber mit denen wandert man dann zu einem zentralen Feuer und singt Lieder, es scheint eher mal ein Erntefest gewesen zu sein, was hier in der Stadt schon ein bisschen seltsam wirkt.
     
  • In einigen Bundesländern ist der (heutige) Reformationstag wieder Feiertag.
    Bei uns (Hessen) leider nicht.

    Hier feiern die Katholiken dann Fronleichnam und wir anderen haben auch frei. Einige Bläser gehen zu den Katholiken, um ihren Gesang zu verstärken. 😀
     
  • Heute hatte ich ein schönes Erlebnis mit einem Mann (noch nicht im kritischen Alter).
    Ich musste auf die andere Seite der Isar, eh schon schlimm genug und dann fummelt die MVG wieder an den U-Bahnen umeinander und die fahren dann natürlich nicht wie sie sollen bzw. wie gewohnt. Die Durchsagen versteht kein Mensch, aber der Mann hat mir den Weg gewiesen (eine Station zurück, drei vor) und hat mich an meinem Ziel herzlich verabschiedet. Ohne Geschaftlhuberei, ohne Mansplaining. So muss es sein!
     
    Zeit für ein Gedicht

    Herbst
    Traumstill die Welt. Nur ab und zu ein heisrer Schrei
    Von Raben, die verflatternd um die Stoppeln streichen.
    Der düstre Himmel drückt wie mattes schweres Blei
    Ins Land hinab. Und sacht mit seinen sammetweichen
    Schleichschritten geht der Herbst durch Grau und Einerlei.

    Und in sein schweres Schweigen geh auch ich hinein,
    Der unbefriedigt von des Sommers Glanz geschieden.
    Die linde Stille schläfert meine Wünsche ein.
    Mir wird der Herbst so nah. Ich fühle seinen Frieden:
    Mein Herz wird reich und groß in weitem Einsamsein.

    Denn Schwermut, die die dunklen Dörfer überweht,
    Hat meiner Seele viel von ihrem Glück gegeben.
    Nun tönt sie leiser, eine Glocke zum Gebet,
    Und glockenrein und abendmild scheint mir mein Leben,
    Seit es des Herbstes ernstes Bruderwort versteht.

    Nun will ich ruhen wie das müde dunkle Land ...
    Beglückter geht mein Träumerschritt in leise Stunden,
    Und sanfter fühle ich der Sehnsucht heiße Hand.
    Mir ist, als hätt ich einen treuen Freund gefunden,
    Der mir oft nahe war und den ich nie gekannt ...

    Stefan Zweig
     
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