Mein Refugium

  • @Lördag
    Wenn die Feuchtwiese dauerhaft im Winterhalbjahr so vernässt ist,
    Wenn ich es recht verstanden habe, war hier der Biber am Werk.
    Bei uns haben die vom Nabu gejubelt, als sich im renaturierten Bach Biber angesiedelt haben. „Gelungene Renaturierung, usw..“
    Die angrenzenden Bauern sind weniger entzückt über ihre gefluteten Äcker und Wiesen. Teilweise sieht man, wie die Dämme beschädigt werden, Abflusskanäle gezogen werden, etc. Die Sache ist noch nicht ausgestanden…..
     
  • @Lördag
    Erstmal, klasse dein Grundstück und wie du es bearbeitest.
    Toll das du es auch zur Erholung machst, so geht es mir auch mit meinem Garten 😍
    Deine dreiblättrige Zitrone interessiert mich sehr.
    Wie winterhart ist sie?
    Tolle Idee mit dem Gehege für Vögel
     
  • Sei froh, dass der Blauglockenbaum bei dir nicht so recht will. Er gilt als invasiv , macht Wurzelausläufer, versamt sich wie Hulle, ist extrem schnellwüchsig und treibt auch aus Wurzelresten wieder aus.
    Er steht kurz davor, verboten zu werden….
    Das scheint sehr gebietsabhängig zu sein.

    Bei mir im Garten steht z.B. ein Schmetterlingsflieder der als sehr invasiv gilt weil er tausende Samen produziert und sich über unterirdische Ausläufer vermehren soll.

    Soll wohlgemerkt - denn der steht da seit mehr als 20 Jahren und hat keinen einzigen neuen Baum gebildet.
     
    Bei mir im Garten steht z.B. ein Schmetterlingsflieder der als sehr invasiv gilt weil er tausende Samen produziert und sich über unterirdische Ausläufer vermehren soll.
    Bei uns im Ort wurde ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen, vorher war da Ackerland. Bis alle Parzellen verkauft und bebaut waren, gingen so ca. 5 Jahre ins Land.
    Auf einer Parzelle habe ich 17 kleine Schmetterlingsflieder gezählt. Und weit und breit sind keine Gärten. Erst in etwa 1 km Entfernung wieder. Die Samen sind also von sehr weit her „angereist“. Du merkst es daher nicht unbedingt bei dir selbst im Garten, wenn der sich verbreitet….
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • Ja, wie sehr sich invasive Pflanzen durchsetzen können, ist von Region zu Region wohl sehr unterschiedlich.
    Schmetterlingsflieder habe ich auch im Garten und konnte noch nie eine Vermehrung beobachten. Deshalb hatte ich mich auch gefragt, was daran invasiv sein soll. Irgendwann stieß ich bei Youtube auf ein Video aus Großbritannien, wo es darum ging, wie sich die Art dort entlang der Bahnlinien ausbreitet. Donnerwetter! Das Zeug überwuchert da alles und kommt sogar in mehreren Metern Höhe aus den Klinkerfugen.
    Von der Goldrute gab es hier mal ein paar größere Bestände, die aber nach einigen Jahren zusammengebrochen sind. Auch das Drüsige Springkraut war hier mal allgegenwärtig. Dessen Bestände haben sich aber auch allmählich auf kleinere Gruppen am Rande von Sümpfen reduziert.
    Kirschlorbeer friert hier zum Glück regelmäßig kaputt.
    Der Japanische Staudenknöterich tritt hier an Stellen auf, wo Gartenabfälle wild entsorgt wurden. Ein Aussamen konnte ich noch nicht beobachten. Riesenbärenklau habe ich hier in der näheren Umgebung noch nicht gesehen.
    Was, wie geschrieben, eine echte Plage ist, sind die Traubenkirschen. Sie wuchern wie verrückt und breiten sich durch Versamung enorm aus. Wenn man hier von einem Schwarm Stare überflogen wird, hört man kurz danach die Kerne auf dem Boden klicken. Die Wälder sehen teilweise schlimm aus, weil von den Pflanzen alles abgewürgt wird, was nachwachsen will. Eine Bekämpfung wurde vor ein paar Jahren vom Forst versucht, aber selbst der Einsatz von Glyphosat hat nur sehr kurz Erfolge gebracht.
     
    @Lördag
    Deine dreiblättrige Zitrone interessiert mich sehr.
    Wie winterhart ist sie?
    Danke!
    Die Pflanze hat jetzt ungefähr 3 Meter Höhe erreicht und sich als absolut frosthart erwiesen. Selbst strenge Winter mit eisigem Ostwind hat sie gut weggesteckt. Ein paar mal kam es vor, das die letzten, nicht verholzten Triebspitzen ein wenig zurückgefroren sind, aber sie gedeiht prächtig.
    Vor dem Laubaustrieb im Frühjahr gibt es stark duftende Blüten und im Herbst gibt es Früchte, die allerdings sehr viele Kerne haben. Man kann sie sehr leicht über Samen vermehren.
    Gekauft habe ich sie seinerzeit bei Rühlemann's.
     
    P. trifoliata wird immer mit ungefähr -20° C angegeben. Ich habe sie auch seit vielen Jahren. Auch bei kurzfristig -16° C hatte sie keinerlei Frostschaden.
    Man muss sich nur Zeit nehmen für den Schnitt und braucht dicke Handschuhe - sonst wird es schmerzhaft.
     
    Danke!
    Die Pflanze hat jetzt ungefähr 3 Meter Höhe erreicht und sich als absolut frosthart erwiesen. Selbst strenge Winter mit eisigem Ostwind hat sie gut weggesteckt. Ein paar mal kam es vor, das die letzten, nicht verholzten Triebspitzen ein wenig zurückgefroren sind, aber sie gedeiht prächtig.
    Vor dem Laubaustrieb im Frühjahr gibt es stark duftende Blüten und im Herbst gibt es Früchte, die allerdings sehr viele Kerne haben. Man kann sie sehr leicht über Samen vermehren.
    Gekauft habe ich sie seinerzeit bei Rühlemann's.
    Dankeschön für die ausführliche Info.
    Dann werde ich auch mal bei Rühlemann schauen 😉
     
  • Ja, wie sehr sich invasive Pflanzen durchsetzen können, ist von Region zu Region wohl sehr unterschiedlich.
    Schmetterlingsflieder habe ich auch im Garten und konnte noch nie eine Vermehrung beobachten. Deshalb hatte ich mich auch gefragt, was daran invasiv sein soll. Irgendwann stieß ich bei Youtube auf ein Video aus Großbritannien, wo es darum ging, wie sich die Art dort entlang der Bahnlinien ausbreitet. Donnerwetter! Das Zeug überwuchert da alles und kommt sogar in mehreren Metern Höhe aus den Klinkerfugen.

    Das kann ich bestätigen. Im Garten bleibt es bei einem Exemplar - aber wenn ich am Münsteraner Hauptbahnhof zwischen den Gleisen schaue, wie er sich dort ausbreitet, glaube ich doch, dass er Potential zum Wuchern hat. Vielleicht braucht der Samen offenen Boden zum Keimen?
     
  • Das würde sich ja auch gut mit meiner Beobachtung decken. Als aus dem Acker Bauland wurde, war da ja im ersten Jahr so gut wie nichts. Später, als das übliche Zeugs dazu kam, waren die Flieder eventuell schon gekeimt.
     
    Das würde sich ja auch gut mit meiner Beobachtung decken. Als aus dem Acker Bauland wurde, war da ja im ersten Jahr so gut wie nichts. Später, als das übliche Zeugs dazu kam, waren die Flieder eventuell schon gekeimt.

    Da hatte sich also eine Ruderalgesellschaft gebildet. Bei trockenem Untergrund treten auch gerne schnell Birken auf.
     
    Was, wie geschrieben, eine echte Plage ist, sind die Traubenkirschen. Sie wuchern wie verrückt und breiten sich durch Versamung enorm aus. Wenn man hier von einem Schwarm Stare überflogen wird, hört man kurz danach die Kerne auf dem Boden klicken. Die Wälder sehen teilweise schlimm aus, weil von den Pflanzen alles abgewürgt wird, was nachwachsen will.

    Die Kirschen fühlen sich also in Deiner Umgebung immer wohler. Das könnte vielleicht mit der Trockenheit der letzten Sommer zusammenhängen. Die Kirschen bevorzugen feuchte Standorte.

    Interessant wäre noch zu wissen, ob es sich um die heimische Traubenkirsche (Prunus padus) oder um die nordamerikanische Verwandte P. serotina handelt, die hier als invasiv gilt.
     
    Meiner Meinung nach handelt es sich um die invasive Spätblühende Traubenkirsche. Zu DDR- Zeiten hatte die hiesige Kolchose erstaunlicherweise die gute Idee, Gehölzstreifen anzulegen. Dabei wurden die gepflanzten Arten wohl nach Nützlichkeit als Bienenweide ausgesucht. (Die Imkerei wurde damals sehr gefördert.) Dementsprechend setzen sich die Streifen hauptsächlich aus Robinie, Bergahorn, Traubenkirsche, Felsenbirne, einer niedrigen, mir unbekannten Lindenart und darunter Bauernjasmin und jeder Menge Schneebeeren zusammen. Da damals -vor Allem im landwirtschaftlichen Breich- Grundstücksgrenzen kaum beachtet wurden, führte eine Kuhtrift, die von einem solchen Gehölzstreifen begleitet wurde, quer über mein Grundstück. Dabei waren auch ein paar von den Traubenkirschen, die ich entnommen und durch Linden ersetzt habe.
    Im Hochsommer entwickelten viele Traubenkirschen in der Umgebung helle Blattverfärbungen. Keine Ahnung, wie das entsteht.

    traubenkirsche_laub.jpg


    Ein paar von den Stammstücken habe ich aufgeschnitten und bin ganz angetan. Das Holz ist sehr hart und schwindet kaum. Farblich erinnert es an Pflaume.
    Ich nehme an, daß es sich ganz gut als Instrumentenholz eignet und werde eine Tagelharpa draus bauen, wenn die ersten Bretter trocken genug sind.

    traubenkirsche_brett.jpg
     
    Die Gehölzzusammensetzung ist interessant. Robinien und Felsenbirnen sind hier weniger verbreitet.

    Im Hochsommer entwickelten viele Traubenkirschen in der Umgebung helle Blattverfärbungen. Keine Ahnung, wie das entsteht.
    Das sieht nach Eisenmangel aus - grüne Blattadern und gelbe Interkostalfelder.
    Warum er erst im Sommer auftritt, weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass bei kalkhaltigem Boden der Boden - pH-Wert mit zunehmender Trockenheit steigt. Aber das ist nur eine Ferndiagnose-Vermutung.

    Sehr schönes Holz übrigens.
     
    werde eine Tagelharpa draus bauen
    Mit Schädel und Hörnern? Mit Bogen? Mit all diesen suggestiven Verzierungen, die da so möglich sind? Und wie groß soll deine Tagelharpa werden? Wie lange dauert es vermutlich, bis das Holz richtig abgelagert ist?

    Entschuldige, wenn ich dich hier mit Fragen zutexte :giggle: - ich bin sooo gespannt auf deine Tagelharpa! Schade, dass es bis dahin noch dauern wird.
     
    Mit Schädel und Hörnern? Mit Bogen? Mit all diesen suggestiven Verzierungen, die da so möglich sind? Und wie groß soll deine Tagelharpa werden? Wie lange dauert es vermutlich, bis das Holz richtig abgelagert ist?
    Ich vermute, daß es noch ungefähr ein Jahr dauert, bis die Bretter soweit sind.
    Das erste Modell wird sicher eher einfach aufgebaut sein, denn ich muß natürlich zunächst mal Erfahrungen sammeln, auf was es beim Bau überhaupt ankommt.
    Meine erste Gitarre war jetzt auch nicht unbedingt vorzeigbar.:ROFLMAO:

    Heute durfte ich überrascht zur Kenntnis nehmen, daß der Schmetterlingsflieder einen Haufen Samen ausbildet. Bisher waren die Blüten immer unbefruchtet. Falls das Ganze noch reif werden sollte, teste ich mal die Aussaat. Sollte da tatsächlich was auflaufen, werde ich in Zukunft den abgeblühten Blüten bei Zeiten die Schere zeigen.

    schmetterlingsflieder_26.10.26.jpg


    Meine etwas unfreiwillig mitten in Frühling umgepflanzte Mispel hat es geschafft und trägt sogar ein paar Früchte. Das hat mich sehr gefreut.

    mispeln_26.10.26.jpg


    Die Kartoffelrosen entwickeln gerade recht hübsche Herbstfarben. Interessanterweise sehen an ein und der selben Pflanze manchmal einzelne Triebe aus, als seien sie am Vertrocknen, obwohl sie gesunde, pralle Knospen in den Blattachseln haben und gleich daneben ist ein Trieb, der aussieht wie das pralle Leben und noch gar nicht mitbekommen hat, daß wir nicht mehr Juni haben.
    Einzelne Pflanzen haben schon reife Hagebutten, die voller Samen sind. Das finde ich recht beeindruckend, wenn man bedenkt, daß sie ein Dreivierteljahr alt sind.

    kartoffelrosen_26.10.26.jpg


    Im Gewächshaus habe ich noch ein Experiment vorbereitet:
    Ein paar Kirschwildlinge wurden im Juli vor der Wiesenmahd gerettet und in Töpfe gepflanzt. Nun überwintere ich sie da drin und warte auf den Moment, wenn im Spätwinter die Knospen schwellen. Da die Kirschen draußen ja noch hinterher hinken, will dort ich Edelreiser schneiden und sofort auf die Treibhauspflanzen aufedeln. Ich denke, das müßte für die Edelreiser weniger Stress bedeuten, als wochenlang aufbewahrt zu werden.
    Ob ich Glück beim Denken hatte, wird sich zeigen.:giggle:

    topfkirschen_26.10.26.jpg
     
    Leg bei den Brettern für den Instrumentenbau lieber noch 1-2 Jahre drauf….wär schade, wenn dir das dann reißt! Bei Brennholz ist 1 Jahr schon sehr grenzwertig wenig. 😉
     
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