Es ist definitiv Robinie. Nach sieben Jahren sind sämtliche Ansprüche natürlich längst verjährt.
Da meine Terrasse sowohl ein Quer- als auch ein Längsgefälle hat und die beschriebenen Schäden trotzdem aufgetreten sind, überzeugt mich auch das Argument mit dem „Ostseeklima“ nicht wirklich. Schließlich bestehen in Skandinavien unzählige Gebäude und Terrassen aus heimischen Hölzern, die unter vergleichbaren klimatischen Bedingungen viele Jahrzehnte ihren Dienst tun.
Was bei meiner Terrasse auffällig ist: Nur ein gewisses Verziehen, Vergrauen oder die übliche Rissbildung wären für mich überhaupt kein Problem gewesen. Die eigentliche Ursache meiner Unzufriedenheit sind die teilweise erheblichen Ausbrüche im Holz und insbesondere an den Keilverzinkungen.
Was letztlich die Ursache dafür ist – ob es an der Auswahl bzw. Kombination der Holzabschnitte, an der Verarbeitung der Keilverzinkungen, am verwendeten Klebstoff oder an einer Kombination verschiedener Faktoren liegt –, kann ich als Laie natürlich nicht beurteilen. Nach sieben Jahren stellt sich für mich allerdings schon die Frage, ob ich einfach Pech mit der Qualität der gelieferten Ware hatte.
Kurz gesagt: Wer mit einem hohen Maß an Frustrationstoleranz ausgestattet ist, kann getrost zur Robinie greifen.
Im Übrigen hat sich der Händler inzwischen ebenfalls geäußert.
Ich möchte die E-Mail hier nicht im Original veröffentlichen, sondern die wesentlichen Punkte sachlich zusammenfassen:
• Robinie wird als europäisches Holz der Dauerhaftigkeitsklasse 1 beschrieben.
• Die dort genannten 20–30 Jahre beziehen sich nach Aussage des Geschäftsführers auf die „Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis und Pilzbefall“.
• Gleichzeitig weist er darauf hin, dass sich bei unbehandelter, bewitterter Robinie durch Schwind- und Quellvorgänge Risse, Absplitterungen und Verwerfungen nicht vollständig vermeiden lassen.
• Auch bei der Keilverzinkung könnten durch Feuchtigkeit, Frost und andere Witterungseinflüsse über die Jahre erhebliche physikalische Belastungen entstehen.
• Die bei unserer Terrasse entstandenen Ausbrüche an den Keilverzinkungen bezeichnet er ausdrücklich als bedauerlich.
Interessant finde ich dabei insbesondere einen Punkt:
Uns wurde beim Kauf seinerzeit eine Haltbarkeit von etwa 30 Jahren sowohl für das Holz als auch für die Keilverzinkungen genannt.
Als Laie habe ich diese Aussage selbstverständlich so verstanden, dass die Terrasse über einen entsprechend langen Zeitraum als Terrasse bestimmungsgemäß nutzbar bleibt – und nicht lediglich, dass das Holz nach 30 Jahren noch nicht verfault ist.
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, einen bestimmten Händler schlechtzumachen. Ich möchte vielmehr herausfinden, ob unsere Erfahrungen mit keilgezinkter Robinie nach sieben Jahren ein Einzelfall sind oder ob andere Besitzer ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Und noch eine kleine Kuriosität am Rande:
In seiner Antwort ging der Händler zunächst davon aus, dass ich die Terrasse bereits zurückgebaut und zu Brennholz verarbeitet hätte. Er schrieb sinngemäß, dass sich das genaue Schadensbild deshalb leider nicht mehr vor Ort gemeinsam analysieren lasse und man daher auch nicht mehr prüfen könne, ob einzelne Komponenten durch gezielten Austausch oder Nachbearbeitung hätten gerettet werden können.
Außerdem schrieb er, es schmerze ihn sehr, dass unser Projekt mit Robinienholz nach sieben Jahren auf diese Weise ende und er unsere Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Ich habe ihn daraufhin darauf hingewiesen, dass die Terrasse noch vollständig vorhanden ist und erst im nächsten Frühsommer zurückgebaut werden soll. Damit wäre eine gemeinsame Begutachtung des tatsächlichen Schadensbildes also durchaus noch möglich.
Darauf habe ich bislang keine weitere Antwort erhalten...
P.S.: Stellt doch mal Bilder von 15 - 20 Jahre alten Robinienterassen rein. Nur so als bildliches Gegengewicht zu meinen schlechten Erfahrungen. Ich will Robinenterrassen ganz sicher nicht per se verteufeln.