Eismonde

JoergK

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Bochum / NRW
Ein “abgehobenes“ Thema, aber deshalb nicht minder interessant.

Vor 1979 war nicht bekannt, dass es außerhalb der Erde flüssiges Wasser im Sonnensystem gibt.
Die Erde enthält etwa 1,33 Milliarden km3 flüssiges Wasser in den Ozeanen.

Erst die Sonden Voyager 1 und 2 entdeckten beim Vorbeiflug am Jupiter-Mond Europa eine besonders glatte Oberfläche, die nur wenige der für Gesteinsoberflächen typischen Einschlagkrater zeigte.
Daraus folgerten Wissenschaftler, dass es sich um eine Eiskruste handeln muss, die einen Ozean aus flüssigem Wasser bedeckt.
Die Vermutung wurde 1996 bestätigt.

In den Jahren danach folgten weitere Monde, auf den ein Ozean unter einem Eispanzer entweder bestätigt wurde, oder sehr starke Indizien auf seine Existenz hinweisen.

Die wahrscheinlichen Wassermengen dieser Ozeane sind auf den einzelnen Eismonden sehr unterschiedlich.
Sie erstrecken sich von etwa dem 1-fachen bis zum 20-30-fachen Ozean-Volumen der Erde !


Jupiter

Europa → bestätigt
Ganymed → sehr wahrscheinlich
Kallisto → sehr wahrscheinlich


Saturn

Enceladus → praktisch bestätigt
Titan → sehr wahrscheinlich


Uranus

Ariel → wahrscheinlich
Titania → wahrscheinlich
Oberon → wahrscheinlich
Miranda → möglicherweise
Umbriel → möglicherweise


Neptun

Triton → wahrscheinlich


Aktuell sind 2 Sonden auf Erkundungsmission, ein weiterer Flug ist terminiert:

Der Europa Clipper startete 2024 und wird 2030 am Jupiter eintreffen, um Europa in ungefähr 50 nahen Vorbeiflügen zu erkunden.

Juice (Jupiter Icy Moons Explorer ) startete 2023 und wird 2031 am Jupiter eintreffen, um vor allem Ganymed, aber auch Europa und Kallisto zu erkunden.

Dragonfly startet 2028, um ab 2034 den Titan zu erforschen.


Was hat nun ein Ozean auf einem Eismond für uns Menschen für eine Bedeutung ? Erst mal keine !

Trotzdem fände ich es absolut faszinierend, wenn in einem dieser Ozeane Leben nachgewiesen würde. Auch, wenn es “nur“ das Leben ist, was wir als “primitiv“ bezeichnen.

Eine der nächsten Fragen, die sich mir stellen würde, wäre die nach dem Ursprung.
Hat die Entstehung des Lebens auf der Erde und dem Eismond sich völlig unabhängig voneinander entwickelt, oder wurde eine Art Brut mit Kometen über das Sonnensystem, die Milchstraße, das Universum verteilt ??

Die folgenden Darstellungen einiger Eismonde von der NASA, ESA und von Wikimedia sind frei nutzbar:
Von links nach rechts 2x Europa und jeweils 1x Enceladus, Ganymed, Titan und Triton.


(1) Europa 1.webp (2) Europa 2.webp (3) Enceladus.webp (4) Ganymed.webp (5) Titan.webp (6) Triton.webp
 
  • Die Sache mit der Brut erscheint mir sehr wahrscheinlich - wobei sich diese je nach Umwelt eben anders entwickeln würde. Kometen bestehen ja zum großen Teil aus Eis; sind dann die Raumschiffe der Brut.
     
    Richtig interessant wird es, wenn eine Sonde ein Landemodul aussetzt, das das Eis durchbohrt und einen Ozean direkt untersucht.
    Um das noch zu erleben, müsste ich allerdings zur Gen Z gehören.
     
  • Würde mich auch interessieren was es da gibt oder auch nicht. Sollte es da was geben, dann eventuell nicht lang wenn wir reingucken. Beispiel wäre als die Europäer Amerika erkundeten. Wir schleppen Bakterien und sonst noch was dort ein. Geht in SiFi Filmen ja immer problemlos, glaub ich aber nicht
     
  • Erst mal sind nur nahe Vorbeiflüge geplant, bei denen u.a. Daten zur Eisstärke, Wassertiefe und organischen Verbindungen gesammelt werden.

    Hoffentlich ist es dann bei späteren Missionen möglich, die Landemodule keimfrei zu halten, wenn das überhaupt möglich ist.
     
    Hoffentlich ist es dann bei späteren Missionen möglich, die Landemodule keimfrei zu halten, wenn das überhaupt möglich ist.
    Das wird meines Wissens jetzt schon so gemacht.

    Spannend ist aber eigentlich auch der Gedanke: findet man Leben wirklich nur da wo wir es vermuten, weil es dort die entsprechenden Bausteine des Lebens hat? Oder gibt es noch andere Lebensformen, die nicht auf Wasser angewiesen sind? Zum Beispiel mineralisches Leben? Oder auf der Basis von Silikon oder... oder...
     
  • Das wird meines Wissens jetzt schon so gemacht.
    Meines Wissens nach auch, aber mit hinreichendem Erfolg ?
    Da bin ich noch nicht so sicher.

    Spannend ist aber eigentlich auch der Gedanke: findet man Leben wirklich nur da wo wir es vermuten, weil es dort die entsprechenden Bausteine des Lebens hat? Oder gibt es noch andere Lebensformen, die nicht auf Wasser angewiesen sind? Zum Beispiel mineralisches Leben? Oder auf der Basis von Silikon oder... oder...
    Oder auf der Basis von Methan oder noch anderen Elementen ?

    Spätestens dann müsste die Entwicklungsgeschichte des Lebens umgeschrieben werden.
    Ich denke aber, dass das Milliarden von Gläubigen noch für Jahrzehnte, eher für Jahrhunderte zu verhindern wissen.

    Für mich passt beides sowieso nicht zusammen, obwohl es auch Forscher gibt, die Wissenschaft und Religion miteinander verbinden.
    Ich vertrete ausschließlich die evolutionsbiologischen Ansätze, möchte aber auch niemandem seine Einstellung zum Glauben streitig machen.
     
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