Pilz oder Schaden wegen Mäusen?

Und hier mein ph-Messer (ist neu, ich habe keine Ahnung wie genau der ist):
Das kannst du prüfen. Viele gängige Lösungen, die du zu Hause hast, haben (ein mehr oder weniger) spezifischen PH-Wert:
pH-Wert | bauernhof.net

Ich habe von Rasen ja keine Ahnung, aber für mich sieht das im Zusammenhang schon sehr so aus, als hätten da Mäuse unter der Schneedecke Party gefeiert.
(Gerade auch, weil du geschrieben hast, was dein Nachbar geschildert hat)

Gibt es in eurer Nähe vielleicht ein Getreidelager oder eine Mühle, die letztes Jahr dicht gemacht worden ist?
 
  • Wenn der pH-Wert wirklich bei 6.3 liegt - ich halte das Gerät eher für ein Schätzeisen - wäre das auch noch im grünen Bereich.

    Für eine richtige Boden-pH-Bestimmung nimmt man eine Bodenprobe, vermischt diese mit dem gleichen Anteil Wasser und misst darin den pH-Wert mit einer echten pH-Sonde mit Glaselektrode. Die einfachen Geräte mit Leitfähigkeitsmessung lassen sich durch Salze im Boden beeinflussen, außerdem muss pH-Wert temperaturkompensiert werden.
     
    Ja stimmt! pH misst man am besten in wässriger Lösung. Jedoch ist auch jedes Haushaltswasser anders- vom pH-Wert her.
    Wenn man es denn ganz genau wissen will, dann sollte man eher zu destilliertem Wasser greifen.
     
  • Dann aber richtig: Mindestens 12 Bodenproben mit dem Bohrstock in X oder O-Anordnung entnehmen, organisches Material (Blätter, Wurzeln) entfernen, vermengen, eine Teilmenge abnehmen, mit H2O dest ansetzen, auf 25°C bringen (pH-Wert ist für 25°C definiert), Glaselektrode mit Referenzlösungen kalibrieren, messen.

    Theoretisch beeinflusst natürlich das Mischen mit Wasser auch den pH-Wert, praktisch ist im Boden aber üblicherweise so viel pH-Puffer enthalten, dass das vernachlässigbar ist.

    @Killi: Das mit der pH-Messung sagt gar nix. Wenn sich der Schimmel vorzugsweise entlang der Mäusebahnen zeigt, ist das wahrscheinlich ein Sekundäreffekt: Die Mäuse haben entlang ihrer Gänge den Rasen abgefressen und natürlich schimmelt das abgefressene Material schneller.

    Ich würde einfach mit dem Laubrechen durchfegen und abwarten was nachkommt.
     
  • Genau deshalb wollte ich ja da Produkt verlinken bzw nennen - aber ich darf nicht. Daher: auf der Verpackung steht: "Organisch-mineralischer NPK-Dünger 5-8-12(3 )mit Langzeitwirkung. " Ist der falsch? Ist hier Stickstoff vorhanden? Ich kann mit den Angaben noch nichts anfangen wenn ich ehrlich bin :unsure:

    Ansonsten war deine Anleitung sehr hilfreich, ich werde mich dieses Jahr mehr damit auseinandersetzen und mehr düngen.

    Vielen Dank an alle :)

    Ein 5-8-12-Dünger ist entweder für den sonstigen Gartenbau, oder es ist ein Rasen-Herbstdünger. Ein Dünger für Frühjahr oder Sommer hat deutlich mehr Stickstoff. Ich nutze einen 15-10-10-Dünger von Agrar-Online, einfach weil er günstig ist. Die Zahlen geben in Prozenten den Anteil an Stickstoff, Phosphor und Kalium an. Du brauchst im Frühjahr und Sommer viel Stickstoff, im Frühjahr etwas Phosphor. Kalium kann man das ganze Jahr zuführen, meist gibt es im Herbst noch mal eine ordentliche Ladung weil das die Winterhärte erhöht.

    Was die nötigen Mengen angeht: Mit Volldüngern (wo alles dreies drin ist) reicht es für Rasen, sich um den nötigen Stickstoff zu kümmern. Gebrauchsrasen braucht etwa 15-24g Stickstoff pro qm und Jahr, davon sollte der Löwenanteil im Frühjahr und Sommer kommen. Im Herbst, ab ca. Oktober, keinen oder nur noch minimal Stickstoff. Dann ist der Dünger geeignet den Du oben hattest, da er noch mal Kalium liefert. Ich persönlich dünge im Oktober/November nur noch mit Patentkali (Kalium+Magnesium), da ich Mulche und so noch etwas Stickstoff kommt. Patentkali liefert das was nötig ist, kostet nicht viel und ist sogar in der Biolandwirtschaft zugelassen.

    Organisch-mineralisch heißt, dass Teile des Düngers erst durch Bakterien, Pilze, Insekten und Regenwürmer verarbeitet werden müssen bevor sie pflanzenverfügbar sind. Das sind Dünger die im Frühjahr und im Sommer bei Trockenheit nicht richtig funktionieren, einfach weil die Bodenlebewesen noch nicht viel tun. Für das Frühjahr ist ein rein mineralischer Dünger optimal. Man sollte sich auch nicht einbilden dass man den Pflanzen mit den biologischen Abfallstoffen in organischem Dünger was besonders gutes tut. Die Graswurzeln können ihre Nährstoffe nur in wassergelöster Form als Salz aufnehmen. Das sind genau die Stoffe, die sich im mineralischen Dünger finden. Der organische Abfall (Knochenmehl, Hühnerkot, Rinderhörner, Pflanzenreste, alles schön geshreddert) kommt durch eine lange Kette von chemischen Prozessen, und am Ende stehen als Zerfallsprodukte die gleichen mineralischen Salze.

    Die Rasengesellschaft rät von organischem Dünger insgesamt ab, bzw. nur als Phosphorquelle. Insbesondere als Stickstoffquelle ist das für Rasen (anders als für andere Pflanzen) keine leistungsfähige Lösung. Die Gräser bekommen nur soviel Stickstoff, wie die Regenwürmer verstoffwechseln können. Haben die nach Frost oder Trockenperioden keine Aktivität, hungert der Rasen.
     
    Ein 5-8-12-Dünger ist entweder für den sonstigen Gartenbau, oder es ist ein Rasen-Herbstdünger. Ein Dünger für Frühjahr oder Sommer hat deutlich mehr Stickstoff.

    Das war auch mein Herbstrasendünger (ausgeworfen im Herbst) - daher hab ich ja gefragt. Es hieß, der Schneeschimmel kann sich bilden wenn ich Herbstdünger zu viel Stickstoff vorhanden ist. Daher frage ich mich: Darf im Herbstrasendünger gar kein Stickstoff mehr sein, sprich: ich hab den falschen ausgewählt?
     
  • Du sprichst immer in Prozenten. Dein Rasen reagiert auf die absolute Menge. Wenn Du zB 50g ausbringst und darin 8% Stickstoff sind, dann sind das 4g Stickstoff. Das wäre zuviel, denn es führt noch einmal zu kräftigem Wachstum. Der Stickstoff muss im November knapp werden, damit der Rasen Winterhärte aufbaut.
     
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