Tomatillos 2017

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Hi,

nachdem wir ab 2017 wieder ein halbwegs funktionstüchtiges GWH haben, zumindest überdacht, wenn auch noch ohne Türen, gehe ich auch mal wieder ernsthafter an den Tomatenanbau. Mit hinein sollen Tomatillos, die ich als Früchte und unter dem Namen "Ji-Tomate" bekommen habe. Es sind lilafarbene.

Ich hab' mir nun grade mal alles zusammengesucht, was ich euren diversen Tomatenthreads so entnehmen konnte, und weiß bisher Folgendes:

* die Keimzeit beträgt ca. 7-10 Tage
* die Dinger sind Physalis, also alles andere als Tomaten im klassischen Sinne
* wie alle Physalis sind sie nicht frostfest, man kultiviert sie meist 1jährig
* man braucht zwei, die sich gegenseitig bestäuben, wenn man ernten will
* sie schmecken eher herzhaft als süßsauer (hab' sie probiert und mag sie total gerne)
* je unreifer man sie erntet, desto herzhafter sollen sie schmecken, da sie die Süße erst mit Vollreife ausbilden

Passt das alles so?

Physalis hatte ich bisher einmal im GWH - wurde RIESIG und trug super - und mehrmals im Freiland, wurde normal groß und trug okay. Die Tomatillos müssten ergo nicht unbedingt ins GWH, oder? Nur wenn ich sie zu spät säe und sie im Spätherbst ein wenig länger beernten will, vermute ich?

Wie sind eure Erfahrungen bisher? Waren sie einfach zu ziehen, haben sie gut getragen, wo habt ihr sie gezogen? Wann sät ihr? Erst Ende März oder früher?

Freu mich auf einen Austausch mit euch.

Grüßle
Billa
 
  • Ich hatte die vor 2 Jahren (allerdings als Pflanzen gekauft). Haben mir überhaupt nicht geschmeckt und ich habe wirklich alles mögliche damit ausprobiert.
     
  • Ich hatte sie einmal, mag sie nicht sonderlich. Aber sie waren nicht schwer zu ziehen und eher robust. Ins GWH würde ich sie nicht setzen, sie vertragen genau wie Physalis auch Regen. Und ich würde jetzt mit der Anzucht anfangen.
    Physalis sind nicht frostfest, aber sie sind weniger empfindlich als Tomatillos.
     
  • Ich will mich dieses Jahr auch erstmals an Tomatillos versuchen. Ich habe Saatgut von Gerhard Bohl, und zwar Absaaten von Purple de Milpa, also auch lila Früchte.

    Ich habe auch nach Infos über den Anbau im www gesucht und bin in diversen Chiliforen fündig geworden. (Chilis und Tomatillos sind die Hauptzutaten von Salsa verde.) Dort wird auch vom Anbau im Gewächshaus abgeraten.

    Herr Bohl empfiehlt die Aussaat ab Mitte März und die Gruppierung von mehr als zwei Pflanzen, idealerweise 4-5, dann sei die Ernte besser.
     
    März ist zu spät.
    Das Foto ist vom 2.1.2015

    IMG_5723.webp

    am 20.6.2015

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    Auf dem Foto sieht es so aus, als hättest Du auch die lila Variante gehabt, oder?

    Zum Thema Geschmack: Ich habe ganz unterschiedliche Angaben zum Erntezeitpunkt gefunden (halbreif, überreif) und auch zur Verzehr (roh oder gekocht) und auch zum Thema Geschmack (von "das Köstlichste, was ich je gegessen habe" bis igitt). In welchem Zustand hast Du sie denn geerntet? Hast Du sie roh gegessen oder gekocht?
     
  • Ja, ich hatte die lila Variante (Vallisto, lila). Ich habe sie in allen Zuständen probiert, roh, gekocht, gebraten. Ist eben Geschmacksache.
     
  • Ich werde es einfach mal probieren.

    Ich habe neulich auch gelesen, man nimmt Tomatillos als Zutat für Guacamole; da brauche ich mich nicht zu wundern, warum die in Mexiko und im Süden der USA anders schmeckt als meine und ich den Geschmack nie hinkriege.

    Auf jeden Fall sind jetzt 4 Körnchen Purple de Milpa in der Erde. Mal gucken, wann sie keimen.
     
    gut. Ich denke, jetzt ist es besser die Pflanzen schon anzuziehen. Ich habe meine Physalis Mitte Januar gesät.
     
    Auf dem Foto sieht es so aus, als hättest Du auch die lila Variante gehabt, oder?

    Zum Thema Geschmack: Ich habe ganz unterschiedliche Angaben zum Erntezeitpunkt gefunden (halbreif, überreif) und auch zur Verzehr (roh oder gekocht) und auch zum Thema Geschmack (von "das Köstlichste, was ich je gegessen habe" bis igitt). In welchem Zustand hast Du sie denn geerntet? Hast Du sie roh gegessen oder gekocht?

    Ich habe sowohl vom Reifezustand wie auch von der Zubereitungsart (roh oder gekocht) alles ausprobiert und nichts hat so wirklich geschmeckt.
     
    Na, wenn die alle wachsen und gedeihen und anschließend gescheit tragen, dann musst du dir überlegen, wie du die Früchte konservierst oder wem du welche schenkst. Zum roh und direkt futtern wird das reichlich. :pa:
     
    Ja, aber das ist nur die blanke Theorie...du weißt ja, wie gründlich ich bzw. mein Mitbewohner die armen Sämlinge hie und da killen. Ich muss also - wie grundsätzlich in meinem Garten - auf Masse setzen, wenn ich einige wenige übrig behalten will.

    :grins:
     
    HA...! Tagelang stand der Topf zu kalt irgendwo im Dunstkreis der Heizung...dann auf dem ebenfalls nicht sonderlich warmen Kessel im Heizkeller...und heute, wo ich kontrolliered eingreifen kann, mal ein paar Stunden auf die bruthitzige Heizung gestellt. Und PLÖPP! Zwei Keimlinge da!

    :grins:


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    Keimzeit 5 Tage.
     
    Zuletzt bearbeitet:
    [FONT=&quot]Mit dem Avatar-Namen „El tomatillero“ (= der Tomatillo-Anbauer) ist man quasi verpflichtet hier seinen Senf beizufügen.[/FONT]
    [FONT=&quot]Billabong: der Eröffnungstext passt bis auf eine Kleinigkeit. Wenn du wirklich Ji-Tomatensamen hast, dann hast du nichts anderes als normalen Tomatensamen. In Mexiko werden unsere normalen roten Tomaten als jitomates bezeichnet (= xitomatl in der aztekischen Indiosprache Nahu’atl). Und so sehen z.B. Tomatillo- Früchte aus:[/FONT]
    [FONT=&quot]
    [/FONT]
    [FONT=&quot]IMG_1018.webp gelbe, violette und grüne Sorten, Größe: 3-4 cm[/FONT]



    [FONT=&quot]Ich wundere mich, dass dieses Allround-Gemüse nicht weiter verbreitet ist. Zucchinis waren bei uns früher auch nicht bekannt und sind heute in jedem Supermarkt zu finden. Tomatillos sind im Anbau äußerst anspruchslos: keine Braunfäule, kein Ausgeizen…[FONT=&quot]problemlos im Freien !!. [/FONT] Früchte lange lagerfähig.[/FONT]


    [FONT=&quot]Geschmack, Verwendung in der Küche:[/FONT]
    [FONT=&quot]Über Geschmack läßt sich streiten, und in manchen Texten wird sogar begeistert vom Rohverzehr berichtet. Dem kann ich mich nicht anschließen, und auch in den mittelamerikanischen Herkunftsländern ist der Rohverzehr nicht üblich. In Mexiko finden sie als Dip (Salsa verde = grüne Soße) Verwendung oder werden gegrillt. Tomatillos harmonieren in der Küche besonders mit Tomaten, Paprika, Aubergine, Chili, Knoblauch, Zwiebeln, Blattkoriander (cilantro). Ich verwende sie z.B. als Zusatz in Mischgemüsen, in Kartoffelsuppe, Ratatouille…..Sie wirken als Binder und geben zusätzliche Aromen. In Tomatensuppen für Pasta etc. bringen sie auf Grund ihres säuerlichen Charakters einen Ketchup-Geschmack. Man kann sogar Marmeladen daraus machen. Es gibt zahlreiche Rezepte, aber erst müssen sie einmal wachsen.[/FONT]


    [FONT=&quot]Name:[/FONT]
    [FONT=&quot]Man sollte Tomatillos (Physalis ixocapa) nicht mit der Andenbeere (Physalis peruviana = edulis) bzw. der Physalis pruinosa verwechseln. Letztere sind zwar auch Lampionpflanzen, sind aber sog. Kurztagspflanzen. Unter dem Begriff Photoperiodismus kann man sich bei Google darüber schlau machen. Kurz gesagt: diese Pflanzen sind lichtgesteuert und benötigen kurze Tage (Helligkeit) und lange Nächte (Dunkelheit) um die Blütenbildung zu starten. Das ist in Äquatornähe gegeben, daher kommen diese Physalis (Andenbeere..) im Supermarkt aus Kolumbien. Weiter nördlich dreht sich das Verhältnis hell/dunkel immer mehr in Richtung lange Tage (vergl. Mitternachtsonne in Schweden). Das ist der Grund, warum bei uns die halbe Ernte der Andenbeeren nicht ausreift. Wenn Richtung Herbst auch bei uns die Tage wieder kürzer werden, ist es bereits zu kalt. Den Rest erledigt der Frost. Das nur nebenbei.[/FONT]
    [FONT=&quot]Bezug von Samen:[/FONT]
    [FONT=&quot]Die bei uns erhältlichen Samen sind Zuchtformen, gibt es z. B. als Mix bei Dom-Samen und violett (auch im Inneren) bei Pötschke oder googeln: Tomatillo Samen kaufen. Andere Quelle wurde bereits genannt. Wilde Sorten stammen aus Mexiko oder Guatemala.[/FONT]
    [FONT=&quot]Tomatillo-Sorten:[/FONT]
    [FONT=&quot]Sorten gibt es zahlreiche von grasgrün – hellgrün – hellgelb – dunkelgelb – violett bis extrem violett. Letztere werde ich in diesem Jahr testen. Die gelben und violetten Sorten sind milder, nicht ganz so herb.[/FONT]
    [FONT=&quot]Aussaat: [/FONT]
    [FONT=&quot]Jetzt bis spätestens Mitte März!!. Frühe Saat lohnt sich immer. Bei schlechter Keimung kann man immer noch einmal nachsäen.Wer auf Sortenreinheit Wert legt: nur eine Sorte pflanzen ! Tomatillo-Blüten werden gern von Hummeln besucht und verkreuzen sich daher sehr leicht. Wegen der Befruchtung immer 2 Pflanzen setzen und die langen meistens, weil Tomatillos nicht nur robust im Anbau sind, sondern auch sehr ertragreich. Sicherheitshalber aber immer mehrere säen. Die Samen sind nicht so lange keimfähig wie Tomatensamen. Bei 22-28 Grad sollte die Keimdauer höchstens 10 Tage dauern. Nicht tiefer als 0,5 cm säen. Nach dem Keimen runter mit der Temperatur, hell stellen – alles wie bei Tomate. Tomatillos neigen in der Anfangsphase zum Schießen, wachsen spargelig – Kein Problem. Wie Tomaten bilden sie leicht Adventivwurzeln, wenn man sie später tiefer setzt.[/FONT]
    [FONT=&quot]Vielleicht gibt es hier einige Neugierige, die sich an das relativ unbekannte Allround-Gemüse herantrauen, für Tomatenfreunde eine lächerliche Herausforderung in Anbau und Pflege. Ich warte auf meine ersten Keimlinge.[/FONT]


    [FONT=&quot]
    [/FONT]
     
    Moin,

    hehehe...wohl hab' ich Tomatillos, ich hab' nämlich 2016 keine Samen bekommen, sondern dicke violett-grüne Früchte. Die hab ich gefuttert und einige Samen behalten. Und die haben alle gekeimt.

    :grins:

    Ich hab' hier 12 niedliche, gesunde Babys stehen.
     
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