Tolle Landesgartenschau ... und was wird daraus?

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12. Jan. 2012
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Ort
Thüringer Wald
In unserem Städtchen fand 2015 eine in jeder Beziehung gelungene Thüringer Landesgartenschau statt.
Stadtrat und -verwaltung haben sehr viel Bürgeranerkennung erhalten,
weil sie sicherstellten, dass die Ausstellungsflächen, welche ausschließlich innerhalb der Stadtgrenzen lagen, in geeigneter Form den Bürgern auch weiterhin als Parkanlagen zur Verfügung stehen. Sie stellten sich dem Kopfschütteln gern, weil sie bereits vor Beginn der Gartenschau die Pflege der Parkflächen nach der Schau unter Vertrag gebracht hatten, darunter auch mit Schulen.
Zu den Flächen gehörten Treuhand- Industriebrachen, Abrissobjekte, ein verwildertes Wasserbiotop, ein eingezwängter Gebirgsfluss, Jahrhunderte vernachlässigtes Schlossgartengelände, insgesamt die am wenigsten ansehnlichen Flächen der Stadt.
Ich halte es am meisten anerkennenswert, dass den Verlockungen von "Investoren", denen anschließend die geordneten Flächen ganz plötzlich gefielen, widerstanden wurde.
Da gibt es eindeutige Beschlüsse dazu.
Am heutigen kalten und regnerischen Sonntag, fünf Jahre nach der Landesgartenschau wurde uns wieder einmal bewusst, mit wieviel Umsicht zu Werke gegangen wurde, und dass die Stadt ihr "Tafelsilber" nicht verhökern musste, weil sie das Kunststück fertig brachte, schuldenfrei aus dieser Großaktion herauszugehen.
Das Foto zeigt den heutigen Anblick der Teichanlagen im ehemaligen Viba- Park.

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  • Ja, an die LaGa in Schmalkalden denke ich noch mit viel Freude zurück - auch ich empfand sie als wirklich gelungen und ein großes Plus für Euer Städtchen.
    Um so schöner, daß das Konzept einer nachhaltigen Nutzung durch die Bürger tatsächlich aufgegangen ist, leider geschieht dies viel zu selten.

    LG über'n Ruppberg
     
  • Die Treuhand hatte bei uns allerhand Schaden angerichtet, u a. den ältesten und dabei auch im internationalen Geschäft erfolgreichen Industriebetrieb platt gemacht. Die Laga wurde wie erwähnt genutzt, um solche Industriebrachen aufzuarbeiten. Das findet allgemeine Anerkennung.
    Mich persönlich beeindruckte die nach Originalzeichnungen erfolgte Wiedererstehung der Terrassengärten unseres vielgerühmten Renaissance- Schlosses, dessen Stützmauern seit Jahrhunderten als "Steinbruch" geplündert wurden.
     
    @der allgäuer, wurden sie nicht.
    Den fotografierten Zustand findest Du gegenwärtig bei allen naturnah gehaltenen Teichanlagen, denn hier muss Schilf geschnitten und ausgelichtet werden, um den Parkhabitus zu gewährleisten.
    Wenige hundert Meter entfernt befindet sich unter originalem Baumbewuchs eine ganz andere Teichlandschaft, wo dies von Natur aus nicht nötig ist. In der Folge einer warmen Quelle "versammelt" sich hier in normalen frostigen Wintern übrigens das wilde Wassergeflügel der gesamten Region.
    Am Westende des gleichen Parks wurde mit der Renaturierung unseres namensgebenden Bergflusses demonstriert, wie jährliche Hochwasserprobleme durch modernen ("alten") Wasserbau gelöst werden können. In Deiner Heimat kennst Du bestimmt auch Flüsse, die nach der Schneeschmelze 1: 1000 "anwachsen".
     
  • Ich dachte, es wäre allgemein üblich, dass die Anlagen weiter genutzt werden.

    Bei uns wurde allerdings vieles mutwillig von sehr mutigen Mitbürgern zerstört.
     
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