Spinnmilben-Invasion!

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08. Juni 2008
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an der Elbe
Komme eben nach vierwöchiger Abwesenheit zurück und finde meine Balkontomaten arg in Mitleidenschaft gezogen: 1) Die Bewässerungsanlage war von mir nur auf 2x pro Tag eingestellt worden, was für den Supersommer nicht ausgereicht hat. Mein Fehler. 2) Über die Pflanzen haben sich die Spinnmilben hergemacht. Das Problem hatte ich bisher noch nie. Viele der Tomatentrauben sind von Gespinst komplett überzogen.

Habe als Sofortmaßnahme (um Mitternacht) alle vertrockneten Blätter und aufgeplatzten Früchte entfernt und die Früchte, die besonders eklig vermilbt aussahen, aber nicht aufgeplatzt waren, mit Neudosan Blattlausfrei besprüht. Morgen gibt es dann Schmierseife.

Frage: Hat das überhaupt Sinn? Die Pflanzen sehen jetzt Palmen ähnlich - kahle Stämme, oben z.T. gesunder Neuwuchs, z.T. Milbenschaden. Ich bin fast versucht, die gesunden Spitzen abzuschneiden, ordentlich zu entmilben (Bayer Calypso???) und neu zu bewurzeln. Auf meinem Balkon habe ich im Normalfall bis zum Frost Tomaten geerntet, ich rechne also noch mit einigen Wochen Wachstumszeit... Wie schade, die schmecken alle so gut. :(
 
  • Oh je, das klingt ja heftig. Ich habe dieses Jahr auch das erste Mal Ärger gehabt, (aber nicht so heftig wie du) den unsere wissenden Leute mir hier als Spinnmilbenbefall diagnostiziert haben. Bei mir hat Sprühen mit Netzschwefel geholfen.
    Die gesunden Neuaustriebe würde ich auf keinen Fall kappen - die Pflanzen brauchen doch gesundes Laub um Kraft zu tanken, wenn du möchtest, daß irgendetwas noch ausreift. Aber jetzt noch mit neu bewurzelten Pflanzen zu starten dürfte etwas spät im Jahr sein, oder irre ich da?
    Ich wünsche dir viel Glück!

    Liebe Grüße, Pyromella
     
  • Naja, Blattlausfrei ist eigentlich nicht anderes als Kali-Schmierseife und verlangt keine Wartezeit bis zur Ernte, also: Ja, die will ich schon noch essen.

    Nun nehme ich an, eine so etablierte Invasion lässt sich mit sanften Mitteln nicht bekämpfen lässt. Eine Pflanze ist - bei Tageslicht betrachtet - sowieso hin, komplett entlaubt, kein gesunder Neutrieb, aber die anderen haben noch je eine grüne Triebspitze. Ich denke, Calypso, weil ich es im Haus habe (hatte es letztes Jahr für die ebenfalls von Milben befallene Plumeria gekauft).

    So ein Mist, ich könnte heulen.
     
  • Thiacloprid (Calypso) auf Tomaten?:d
    Neudosan ist ok, aber Calypso-Tomaten brauchste wirklich
    nicht mehr essen.
     
    Ist auch nicht meine erste Wahl, aber ich bin mir sicher, die Tomaten, die ich sonst kaufen würde, sind auch nicht nur bei Vollmond mit Einhornfürzchen behandelt worden. Sie jetzt einfach abzuschneiden und wegzuwerfen ist die einzige Alternative zur chemischen Keule, und Calypso für Gemüse ist zugelassen.

    Ich habe noch die Gartenparzelle, auf der Wildtomaten stehen, vielleicht erleichtert das meine Entscheidung. Falls die denn noch leben.
     
  • Spinnmilben mögen es trocken, Tomaten auch. Schwierig. Rechtzeitig entdeckt hilft eine Ölemulsion und noch besser Raubmilben. Aber so fortgeschrittenen...?
    Der Pflanze reichen relativ wenig gesunde Blätter, damit die Früchte noch abreifen. Einfach mal gegen die Milben angehen und abwarten.
     
    Wie soll ich dat jetzt ausdrücken? Am besten orientiert man sich dabei an Anbauverfahren aus der Zeit vor den Spritzmitteln wie etwa den alten Klostergärten. Sind wohl mit Haus- und Schrebergärten am besten vergleichbar.

    Dort wurden einfach Schutzpflamzen gegen Ungeziefer (zB Bohnenkraut zwischen die Bohnen,Läuse gehen zuerst ans Bohnenkraut) und Lebensräume für Nützlinge in den Garten integriert. Waren ja keine Dummen unsere Vorfahren. Schade das viel von dem Wissen verlohren ist.
     
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