Pumpendimensionierung

Max22

Neuling
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05. Mai 2026
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Hallo zusammen,
ich habe ein 7x20 m großes Reihenmischkulturbeet angelegt und bereits eine Tropfbewässerung geplant mit 2,3l/h/33cm Tropfschlauch druckkompensiert. Macht in Summe knapp 2m³/h. Gespeist werden soll diese über unseren alten Hausbrunnen.
Dieser liegt in etwa auf gleicher Höhe wie das Beet. Die Zuleitung vom Brunnen zum Beet entspricht ca. 50m und soll über 1 Zoll Schlauch realisiert werden.
Rasensprenger oder dergleichen sind nicht geplant. Zusätzlich habe ich noch einen Abgang zur Handbewässerung über Gieslanze mit 3/4 Zoll geplant. Gieslanze mit Gieskopf LM400 (laut Herstellerangabe bis zu 102l/min bei 4bar)... mir würden so um die 60l ja schon reichen, da man sonst das Beet mehr flutet als sinnvoll bewässert.


Nach Recherche im Netz wurde mir ein Hauswasserwerk mit ca. 80l-100l Kessel empfohlen, um die Taktungen zu minimieren, wobei das nur bei der Tropfbewässerung sinnvoll wäre und trotzdem noch relativ klein... nun bin ich tatsächlich etwas ratlos was die Pumpenauswahl anbelangt.

Laut Recherche kam ich auf 3 mögliche Pumpen in der Vorauswahl, lasse mich aber gern eines besseren belehren.
JSW 200 IBO 6000l/h ... für Handbewässerung ordentlich Power, Maximaldruck 5,3bar -> Tropfschlauch (Dripline XFD) kann maximal 4,14 bar -> Druckminderer
JSW 150 IBO 4800l/h ... für Handbewässerung auch noch ausreichend
oder die JP5-48 von Grundfos... ist mir aber eigentlich zu teuer. Maximales Budget wären so 400€

Nun weiß ich allerdings nicht, wie hoch die Auslastung der Pumpe sein sollte bevor man mit Kanonen auf Spatzen schießt, oder aber wie hoch die Druckverluste durch die zwei Filter (Vorfilter am Ansaugschlauch, Scheibenfilter 130 mesh) tatsächlich sind und würde mich um einen Rat freuen. Gern auch andere Pumpenempfehlungen.
Vielen Dank!
 
  • JSW 150 IBO 4800l/h ... für Handbewässerung auch noch ausreichend
    Hallo Max,

    wie kommst Du auf die Einschätzung "ausreichend"? Die 4800l/h sagen nicht wirklich was aus über die Pumpe.

    Du bekommst immer 2 Werte, den maxmöglichen Druck und den maxmöglichen Durchfluss. Was für Dich interessant ist, was kann eine Pumpe zB bei dem Wert von 2.000l/h den sie bei Dir hauptsächlich liefern soll. Das sagt Dir die Kennlinie der Pumpe die leider oft nicht mitgeliefert wird.

    Hier habe ich zB die Kennlinie der Zehnder CPS 15/4. Die wird angegeben mit 4bar/4.000l/h. soll sie ca 2.000l/h liefern wie Du für Deine Anlage ermittelt hast, macht sie das mit ca 3bar. Wird das Wasser jetzt durch 1" über 50m gepumpt, kommen dort noch ca 2,7bar an.

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    In dem Falle würde die Pumpe am Stück liefern und noch gleichzeitig in einem Belastungsbereich arbeiten, der für sie optimal ist. Für die Handbrause bekommst Du auch immer genug Druck und Wasser.

    Du brauchst da auch keinen Kessel wie bei einem "Hauswasserwerk" sondern kannst die Pumpe über einen Durchflusswächter steuern

    Grüße
    Peter
     
    Hallo Peter,
    Vielen Dank! Auf was stell ich denn dann den Durchflusswächter und kannst du mir da auch einen empfehlen? Die Pumpe selbst muss nicht zwangsweise eine mehrstufige Kreiselpumpe sein, weil die Lautstärke in dem Keller wo sich der Brunnen befindet, egal ist.
    Die Grundfos JP 5-48, welche ich im Visier hatte scheint ja auch recht langlebig zu sein.
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    Im Pumpendiagramm dazu ist aber bei 2 m³/h schon ordentlich Druck da mit knapp 4 bar (3,7 mit Leitungsverlust)... noch ein Gedanke zum Aufbau der Bewässerung im Beet.

    Ich habe logischerweise unterschiedliche Kulturen, die einen unterschiedlichen Wasserbedarf haben. Deshalb möchte ich auch zwei Hauptstränge legen, die ich dann unterschiedlich lang bewässern kann. Diese haben ungefähr jeweils die Hälfte an Wasserbedarf. Damit ist dann schon ordentlich Druck auf der Leitung wenn ich bloß einen Kreis bewässere... Somit bräuchte ich entweder eine kleiner Pumpe, oder einen Druckminderer vor dem Tropfkreis?

    Viele Grüße
    Max
     
  • Ich würde das logisch anders machen.

    Du brauchst in der Regel um 400-800liter am Gartenschlauch mit 2 bar.

    Ich würde also die Tropfer in 2 Kreise machen. Damit hast du 2x1000liter die ab 1,5bar funktionieren.

    Mit etwas geringerer Abnahme über den Gartenschlauch steigt auch automatisch der Druck.

    Somit ist auch kein druckminderer nötig.

    Statt scheibenfilter würde ich einen 10“ Filter verbauen, der 60mü filtert.

    Zu suchen wären also 1000 Liter bei etwa 2,5bar.

    Bis jetzt ist niemand auf den Brunnen eingegangen. Blind dort 2000 rauszuholen sollte man erstmal testen oder besser gleich bei der Hälfte bleiben.
    Inkl ansaugverluste macht das 35m und 1000liter.
     
  • Ich habe mich jetzt bei der Fa. Zehnder umgeschaut, die Garden 1000m passt zu deinen Angaben.
    In wie weit ist es denn kritisch, die Pumpe etwas größer auszulegen?

    Den Brunnen habe ich schon getestet, der kann die 2000

    Weshalb den 10“ Filter mit 60 mü statt dem Scheibenfilter mit 130mesh?

    Ich würde gern mit ordentlich Wasser die Handbewässerung machen, sprich 3/4“ Schlauch und entsprechender Brause. Ich habe von Gardena eine 1/2zoll Gieslanze und bin gar nicht zufrieden mit der Durchflussmenge….

    Was muss der Durchflusswächter können? Sollte man den digital einstellen können, oder reicht einer mit standardmäßig 1,5bar?
     
    Was muss der Durchflusswächter können? Sollte man den digital einstellen können, oder reicht einer mit standardmäßig 1,5bar?
    Ein- und Ausschalten und die Pumpe abschalten, wenn kein Wasser kommt. Das sind die Standardgrundfunktionen.

    https://aspri-luftabscheider.de/onewebmedia/extern/Grundfunktionen-Durchflusswächter.pdf

    Der Druck, der dort angegeben wird, ist der Einschaltdruck. Mit den standardmäßigen 1,5bar kommt man idR klar. Ein höherer Einschaltdruck wäre zwingend, wenn der oberste Verbraucher höher als 15m über dem Durchflusswächter wäre. Das kommt in der Gartenbewässerung nicht so oft vor ;)
     
  • Der Schlauch für die Gieslanze ist 1/2zoll 30m ... dort dran hängt eine Brunnenpumpe in einem anderen Brunnen, die auch die Klospühlung speist... Das System ist fest im Haus verbaut und haben wir so von den Vorbesitzern übernommen. Der Außenwasserhahn hat nur einie dünne Zuleitung aber ordentlich Druck ist vorhanden. Allerdings wird dieses gesamte Wasser über eine Wasseruhr gezählt, und als Abwasser abgerechnet. Damit soll dieser Hahn eben auch nicht mehr für die Bewässerung genutzt werden.

    Noch eine Frage zur Ansauggarnitur. Reicht da ein normales Rückschlagventil wie man es im Set erwerben kann, oder sollte es ein Schwerkraft Rückschlagventil sein?
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Der Schlauch für die Gieslanze ist 1/2zoll 30m
    Oben schreibst Du, Du möchtest 60 l/min. Ob das ein realistischer Wert ist, kann ich nicht einschätzen. Aber was man rechnen lassen kann, den Druckverlust:

    60 l/min durch 0,5" 30m = Druckverlust ca 13bar
    60 l/min durch 1,0" 30m = Druckverlust ca 0,5bar

    Also nicht beim Querschnit sparen.

    Filter auf der Saugseite sind immer problematisch. Der standardmäßige Filter in der Ansaugung ist kein Problem. Feinfilter wie ein Scheibenfilter aber sollten auf der Druckseite sein.

    Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass die sogar nach dem Magnetventil eingebaut werden sollen, damit sie nicht dauernd unter Druck stehen. Vielleicht verwechsle ich da auch was.
     
    ich hatte vor, mit 1 Zoll bis zur Zapfstelle zu gehen und dann von dort aus mit 3/4 Zoll an die zu bewässernden Stellen mit dem Schlauch. Sollte also halbwegs passen.

    Sollte man dann den Filter vielleicht lieber vor dem Durchflusswächter installieren, dass man den Durchflusswächter schont und die Druckminderung vom Filter sich nicht auf die Kreis auswirkt?
     
  • Sollte man dann den Filter vielleicht lieber vor dem Durchflusswächter installieren, dass man den Durchflusswächter schont und die Druckminderung vom Filter sich nicht auf die Kreis auswirkt?
    Nein. Den Druckverlust hast Du in jedem Fall. Auf der Druckseite kannst Du den Verlust aber durch eine entsprechende Pumpenleistung ausgleichen. Wäre der Filter auf der Saugseite kann er uU auch die Pumpe schädigen.
    Scheibenfilter 130 mesh)
    Beim Thema Gartenbewässerung bin ich absoluter Laie. Aber nachdem, was ich so gelesen habe, kommen viele auch ohne dem aus. Entscheidend ist, inwieweit der Brunnen auch Sand liefert. Hast Du das getestet?
    Reicht da ein normales Rückschlagventil wie man es im Set erwerben kann, oder sollte es ein Schwerkraft Rückschlagventil sein?
    Es reicht auf jeden Fall. Allerdings werden bei fertigen Ansauggarnituren idR nicht besonders wertstabile PVC-Schläuche mit billigen RV kombiniert.

    Ein Vorteil so eines Schwerkraftventils zB wäre der größere Durchfluss.


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    Der hier ließe sich bei Bedarf einfach reinigen

    Bildschirmfoto 2026-05-06 um 12.06.04.webp
    Du hast die Qual der Wahl ;)
     
  • Moin!
    Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass die sogar nach dem Magnetventil eingebaut werden sollen, damit sie nicht dauernd unter Druck stehen.
    Die Standard-Y-Filter dürfen unter Dauerdruck betrieben werden und sind ja auch dafür da, die Magnetventile vor Schmutz zu schützen, dementsprechend werden sie vor den Ventilen verbaut.
    Aber keine Regel ohne Ausnahme: Es gibt Filter speziell für Mikrobewässerung, meist mit integriertem Druckminderer, die tatsächlich nicht unter Dauerdruck stehen dürfen und dementsprechend nach dem Ventil montiert werden müssen. Das steht dann i.d.R. mit in der Beschreibung.

    Vorfilter nur, wenn du gute Gründe hast. Saugleitung immer so dick und kurz sowie mit so wenig Armaturen wie möglich ausführen.

    weil die Lautstärke in dem Keller wo sich der Brunnen befindet, egal ist.
    Wenn über dem Keller eine Wohnung ist, solltest du das vorher testen.
    Mal ab davon, dass mehrstufige Kreiselpumpen auch effizienter sind.

    Gruß
    Steffen
     
    ich hatte vor, mit 1 Zoll bis zur Zapfstelle zu gehen und dann von dort aus mit 3/4 Zoll an die zu bewässernden Stellen mit dem Schlauch. Sollte also halbwegs passen.

    Sollte man dann den Filter vielleicht lieber vor dem Durchflusswächter installieren, dass man den Durchflusswächter schont und die Druckminderung vom Filter sich nicht auf die Kreis auswirkt?
    Du hast wahrscheinlich noch keinen derart langen 3/4“ Schlauch durch den Garten geschleift??

    Der 10“ Filter hat eine größere filterfläche. Er filtert feiner bei weniger Verlust. Darf übrigens ohne Probleme unter Druck stehen. Ich hab auch 25m Schlauch dran, aber 1/2“ ohne Probleme. Dann musst du halt mit höheren Druck rein.

    Ein hww oder gar ein aussenwassehahn, gern mit druckminderer haben zum Teil wirklich ungeeignete durchfluss raten und drücke.

    Ich gehe übrigens in den Vorgarten mit 50m pe20 der in 15m 1/2“ Schlauch endet. Das geht auch. Eingang ins Rohr mit 2 bar fliessdruck.

    Ich grübel gerade wirklich ob du uns hier veralbern willst. Du willst mit 60l pro min wässern!? Das sind 3,6 Kubikmeter pro Stunde! Da solltest du bei der Feuerwehr anfangen… da brauchst du auch nicht mit 3/4“ Schlauch ins Rennen gehen. Von deinem Gießkopf gibts auch das 170er Modell. Wir befinden uns weiterhin im gewerblichen Bereich… diese Durchsätze sind im Hausgarten mehr als unüblich.
    Ich würde dir prinzipiell raten, die Zapfstelle so zu optimieren, dass du einen kürzeren Schlauch nutzen kannst. 30m in jede Richtung ist schon echt viel Fläche.
     
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