wollte sie so ungefähr ende januar in mein zimmergewächshaus säen.
Da bin ich gleichzeitig zweierlei Meinung. Verrückt, was? Auf der einen Seite ist frühe Anzucht vorteilhaft, weil die Pflanzen so früher mit der Blüte beginnen würden. Andererseits steht noch nicht all zu viel Licht zur Verfügung, die kleinen Keimlinge könnten unter Lichtmangel leiden.
Solltest du Ende Januar mit der Anzucht beginnen, könnten die Pflanzen auch bald zu groß werden. Insofern du bereit bist die Pflanzen bei Bedarf (sollte es die ein und andere Nacht noch einmal bedenklich kalt werden) von der Terasse reinzuholen, ist das aber kein Problem. Ein wirkliches Problem wäre es, wenn du die Pflanzen ins Beet pflanzen würdest. Töpfe kann man durch die Gegend tragen. Das Gemüsebeet nicht.
Müsste man abhängig vom Einzelfall machen, inwiefern es bei Dir sinnvoll ist noch ein wenig zu warten, oder ob du starten solltest. Am effektivsten wäre natürlich eine Pflanzenlampe, welche das natürliche, schwache Sonnenlicht unterstützen würde.
Es geht aber auch ohne, und das auch ziemlich gut um diese Jahreszeit. Wenn die Fensterbank hellstmöglichst ist, gleichzeitig aber nicht zu warm. Denn um so kühler die Fensterbank ist, um so weniger Licht benötigen die Pflanzen. Um so weniger leiden sie an Lichtmangel.
wenn sie groß genug sind, wollte ich sie in töpfe ?!?! auf meine überdachte terasse stellen... geht das?
Ja, das geht. Vorrausgesetzt die Terasse ist hell, also sonnig und warm. Ich pflanze meine Paprika und Chili Pflanzen ausschließlich in dunkle Töpfe. Schwarzes (z.B. schwarze Kleidung) zieht Wärme magisch an. Eben auch dunkle, schwarze Töpfe. Das macht den Pflanzen warme Füße, ähm. Wurzeln. Das scheint ihnen zu gefallen.
Hmmm... Lass mich überlegen...
Bei Paprika oder Chili Sorten, die größere Früchte produzieren (z.B. Gemüse-Blockpaprika wie man ihn aus dem Supermarkt kennt) ist es vorteilhaft die ersten Blüten zu entfernen. Das tut einem zwar Weh. Ausgerechnet die ersten Blüten, auf die man sich so gefreut hat. Macht aber Sinn das zu tun. Denn dann geht die Kraft nicht gleich in die Fruchtbildung über sondern die Pflanze wächst erst noch ein bisschen weiter und verzweigt sich mehr.
sind diese pflanzen anfällig für krankheiten, wie die tomaten?
Die Pflanzen können natürlich allerlei Krankheiten bekommen. Könnte Dir 'ne riesen Palette an möglichen Krankheiten auftischen. Aber ich will Dich nicht entmutigen. Auf was du möglicherweise anspielen könntest, ist die gefährliche Braunfäule, welche die Tomaten befällt. Auch die Paprika und Chili Pflanzen können an Braunfäule erkranken. Allerdings äußerst selten, wirklich sehr, sehr, sehr selten. Selbst wenn im Garten ein extrem hoher Befallsdruck herrscht, d.h. mehrere Hundert Tomatenpflanzen durch die Braunfäule hingerafft wurden und es nur noch so vor Braunfäule-Sporen wimmelt, werden die Pflanzen i.d.R. nicht befallen.
Meine ganz persönliche Erfahrung ist die, dass meine Tomaten irgendwie immer an irgendwelche Zimperlichkeiten leiden. Obwohl ich sie nicht verhätschle (verweichle), zuviel oder zuwenig Pflege. An Paprika und Chili Pflanzen habe ich noch nie eine nennenswerte Krankheit gehabt. Obwohl man ihnen nachsagt, sie seien wärmebedürftiger als Tomaten, machen sie mir in schlechten Sommern auch mehr Spaß, als Tomaten.
muss ich wegen schnecken aufpassen?
Eher auf gefräßige Raupen. Ich habe viele, viele Schnecken in meinem Garten. Aber weder meine Tomaten noch die Paprika bzw. Chili Pflanzen werden von den Schnecken angefressen. Also kurzum: Schnecken waren noch nie ein Problem bei mir. Allerdings Raupen um so mehr. Da gibt es einen unscheinbaren braun-grauen Nachtfalter, der sich Gemüseeule nennt, der legt seine Eier in die Pflanzen ab. Und die Raupen sind äußerst gefräßig. Verputzen alles: Blätter, Stängel, Blüten, Früchte, ja sogar Wurzeln! Die sind bei mir schon eher ein Problem, diese Raupen!
Aber das ist halt immer regional unterschiedlich. Vielleicht gibt es bei Dir diese fiesen Raupen garnicht. Dabei haben Deine Schnecken Heißhunger auf Paprika Pflanzen!?
Ganz wichtig! Die Erde enthält zwar eine gewisse Menge an Nährstoffen, womit die Nährstoffversorgung in den ersten Wochen garantiert sein wird. Aber damit Deine Pflanzen keinen Hunger bekommen musst du nachhelfen.
Eine Möglichkeit wäre Flüssigdünger. Da kannst du einen flüssigen Tomatendünger verwendet. Oder einen Blumendünger (Blühpflanzendünger). Der Dünger sollte auf Kalium hin optimiert sein. Ggf. sich beraten lassen im Laden. Mit diesme wöchentlich düngen, so wie es auf der Flasche steht.
Eine andere Möglichkeit ist Langzeitdünger. Das sind häufig so Düngelkügelchen. Diese werden während der Pflanzung mit der Erde vermischt. Sie geben ihre Nährstoffe nach und nach ab. Damit sind die Pflanzen meist den ganzen Sommer über mit Nährstoffen versorgt. Hier tuts auch ein Tomaten-Langzeitdünger ganz gut.
bestimmte töpfe und wieviel durchmesser? loch unten im topfboden?
Dunkle Töpfe sind immer vorteilhaft. Ich verwende meist 5 Liter Töpfe. Bei Pflanzen mit großen Früchten verwende ich auch 10 Liter Töpfe.
Meine Töpfe sind wie folgt groß:
5 Liter = 22,7 x 17,9 cm
10 Liter = 28,4 x 22,5 cm
Grüßle, Michi