Mulch-Material gesucht

Kieselsteinchen

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Hallo liebe Community,

ich bin neu im Forum, da ich auch im Garten"business" neu bin.
Früher hatte ich nur Kräuter, Tomaten und verschieden Kübelblumen auf dem Balkon.
Nun haben wir allerdings ein Haus gebaut und ich bin dabei, die ersten provisorischen Beete anzulegen.
Im Sommer würde ich gerne mulchen; da au dem Grundstück aber aktuell nix wächst, wird das schwierig.

Nun zu meiner Frage: Das nix wächst, stimmt nicht ganz. Ackerschachtelhalm fühlt sich pudelwohl auf unserem 850qm Grundstück.
Die Bodenverdichtung, die er mir anzeigt, werde ich nächstes Jahr mit Gründüngung angehen.
Bis dahin würde ich ihn gerne nutzen. Auf alle Fälle werde ich Ackerschachtelhalm-Jauche ansetzen - aber kann ich auch mit der Pflanze mulchen?

Vom Mulchen mit Zeitungen habe ich auch schon gehört, bin aber skeptisch.

Was meint ihr?

Viele Grüße und ich bin gespannt auf eure Expertise.
 
  • Pyromella

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    Hallo @Kieselsteinchen , willkommen im Forum.

    Wächst wirklich kein Gras, das eh gemäht werden muss, auf dem ganzen Grundstück? Mit Rasen/Wiesenschnitt kann man nämlich wunderbar mulchen.

    Ob man mit dem Schachtelhalm mulchen kann, oder ob man ihn damit noch weiter verbreitet, müssen dir die User raten, die da eigene Erfahrung mit haben.

    Zeitung? Bestimmt theoretisch möglich, aber es sieht wahrscheinlich nicht schön aus.

    Was willst du denn mit dem Mulchen erreichen? Ausschließlich verhindern, dass zuviel Wasser aus dem Boden verdunstet, oder willst du auch noch Nährstoffe zuführen? Dann bist du bei den Jauchen natürlich auf der sicheren Seite. (Aber denk beim Ansetzen dran, dass sie stinken können, stell den Eimer oder wo du die Jauche drin ansetzt in einen abgelegenen Winkel.) Urgesteinsmehl soll gegen den Geruch helfen, aber den Tipp gebe ich weiter, ohne ihn selbst getestet zu haben.

    Zur Bodenverbesserung kannst du eigendlich alles, was an organischem Material anfällt kleinschneiden und auf den Beeten verteilen, das wird dann wie ein Flächenkompost. Pass nur auf, dass du keine Samen und frischen Wurzeln verteilst, sonst jätest du manche Beikräuter mehrfach. Aber z.B. äußere Blätter eines Kopfsalats oder was du sonst vom selbst gezogenen Gemüse auf den Kompost geben würdest, kannst du auch direkt an Ort und Stelle zum Mulchen nehmen. Regenwurm und Co freuen sich über das Futter und bedanken sich mit gutem Boden.

    Liebe Grüße, Pyromella
     

    elis

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    Vielleicht kannst ja deine Nachbarn fragen, ob sie Dir ihren Rasenschnitt geben zum mulchen. Wie willst Du den Deinen Garten jetzt nutzen ? Warum sääst Du denn jetzt keinen Gründünger ? Zeit genug wäre ja noch. Da gibt es ja Sorten, die ganz tief wurzeln und die Verdichtung vielleicht durchbrechen. Da würde ich mich aber vorher beraten lassen.
     
  • Knuffel

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    Hallo Kieselsteinchen,

    Mit dem Ackerschachtelhalm mulchen würde ich auf keinen Fall. Auch keinen ausgestochenen auf den Kompost. Weg vom Grundstück über Restmüll, Biotonne oder Grünschnittplatz.

    Das Zeug ist die Pest: Es bildet ein unterirdisches Geflecht, dass bis zu 4 m Durchmesser haben kann und ebenso tief wurzelt. Sobald er hoch genug ist und aussieht wie ein kleines Tannenbäumchen, versamt er sich zudem.

    Nur durch lockern des Bodens wirst du ihn nicht loswerden.
    Es ist eine üble Arbeit, aber besorge dir einen Distelstecher und hole jedes Fitzelchen Pflanze und Wurzel raus, dass du findest.
    Es wird dir wie im falschen Film vorkommen, denn am nächsten Tag sieht es aus als hättest du nichts gemacht.
    Da hilft nur dran bleiben, denn damit schwächst du die Pflanze.

    Es hat bei mir 3 Jahre gedauert.
    Im ersten habe ich quasi keinen Erfolg bemerkt außer, dass die Pflanze irgendwann im Herbst ihre Aktivität eingestellt hat.
    Im zweiten Jahr war es anfangs sehr schlimm, aber es hat schneller nachgelassen als in ersten Jahr.
    Im dritten Jahr habe ich anfangs kräftig gestochen und fand dannden Sommer übernur noch wenige Triebe.
    In Jahr 4 und 5 gab es ebenfalls nur noch einzelne Triebe.
    Und seitdem ist es durch.
     
  • Kieselsteinchen

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    Liebe alle,

    ich danke euch herzlich für die vielen Antworten!
    Es wächst tatsächlich kaum Gras bei uns; das bisschen, was da ist, mag ich ehrlich gesagt nicht abschneiden, weil es kleine grüne Inseln in einer großen, braunen Verdichtungswüste darstellt.

    Die Nachbarn nach Rasenschnitt zu fragen ist eine gute Idee, danke @elis .

    Der Garten wird tatsächlich erst nächste Jahr richtig in Angriff genommen. Dann wird der Mutterboden (noch auf einem großen Haufen momentan) verteilt, die Terrasse angelegt etc. und dann bringe ich auch den Gründünger aus. Da komme ich bestimmt nochmal mit tausend Fragen auf euch zu ;)

    Dieses Jahr habe ich nur provisorische Beete angelegt (ca. 12qm verdichteten Boden per Hand umgegraben und gegrubert, Mutterboden drübergesiebt - puh, das war Arbeit!), weil ich ein grobes Gefühl dafür bekommen möchte, welche Beetgröße ich haben will und was hier wie wächst.

    Dass der Ackerschachtelhalm die Pest ist, habe ich schon vielerorts gelesen und dass man ihn wie du, @Knuffel , beschrieben hast, ihn so bekämpfen muss, auch. Aber trotzdem erschließt sich mir nicht, warum man die überirdischen Pflanzenteile (natürlich die samenlosen) dann nicht zum Mulchen verwenden kann - grade, weil er sich ja primär über die Wurzeln fortpflanzt :unsure:

    Danke auch für deine Tipps @Pyromella
     
  • Linserich

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    Aber trotzdem erschließt sich mir nicht, warum man die überirdischen Pflanzenteile (natürlich die samenlosen) dann nicht zum Mulchen verwenden kann - grade, weil er sich ja primär über die Wurzeln fortpflanzt :unsure:
    Weil sich diese Pflanzenteile neu bewurzeln und wieder zu Pflanzen werden können. So vermehrst du den Ackerschachtelhalm.
     

    Pyromella

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    Wenn du noch so in der Anfangsphase bist, und ohnehin erst nächstes Jahr den Garten richtig in Angriff nehmen willst, dann solltest du wirklich über elis Rat, Gründünger zu säen, nachdenken. Damit kannst du den Boden lockern, verhindern, dass noch mehr Beikräuter sprießen und hast wenig Arbeit damit.

    Wenn du - als Beispiel - Phacelia säst, dann freuen sich auch die Insekten und es sieht dazu noch hübsch aus.
     

    Kieselsteinchen

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    Wenn du noch so in der Anfangsphase bist, und ohnehin erst nächstes Jahr den Garten richtig in Angriff nehmen willst, dann solltest du wirklich über elis Rat, Gründünger zu säen, nachdenken. Damit kannst du den Boden lockern, verhindern, dass noch mehr Beikräuter sprießen und hast wenig Arbeit damit.

    Wenn du - als Beispiel - Phacelia säst, dann freuen sich auch die Insekten und es sieht dazu noch hübsch aus.
    Aber das habe ich doch ohnehin vor - schrieb ich ja in Beitrag 8 und auch schon in 1.
    Aber dieses Jahr macht das halt noch null Sinn, wenn noch Erde ausgebracht und verteilt wird, nächstes Jahr weitere Maschinen über das Grundstück drüberfahren etc.
     
  • Knuffel

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    Was denkst du denn, wieviel cm Mutterboden vom Hügel nachher auf dem Boden sind, wenn alles verteilt ist?
    Das werden nicht mehrere Meter sein. Von daher tut es dem Boden Untergrundes auch nicht schlecht, wenn er jetzt schon mal eine Gründungen bekommt. 😉
     

    Supernovae

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    Hey @Kieselsteinchen und willkommen hier im HG.net!

    Aber dieses Jahr macht das halt noch null Sinn, wenn noch Erde ausgebracht und verteilt wird, nächstes Jahr weitere Maschinen über das Grundstück drüberfahren etc.
    Entschuldige das ich dir ein bisschen in die Parade fahre, aber Gründüngung macht immer Sinn.

    Der Boden liegt nicht offen-gerade über den Winter, wo das meiste an Nährstoffen in tiefere Schichten gespült wird.

    Auch die Bei/-Unkräuter werden nicht so einfach Fuß fassen können, wenn der Boden bewachsen ist.

    Zudem hast du eine erste Auflockerung der jetzigen Verdichtung und du gibst Insekten einen Raum.

    Viele Grüße
     
    Zuletzt bearbeitet:

    Kieselsteinchen

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    @Supernovae @Knuffel
    Danke für eure Hinweise.
    Das Grundstück wird nächstes Jahr mit 20 bis 30 cm Erde "aufgefüllt" (auf Straßenniveau, der Garten ist momentan deutlich niedriger). Terrasse wird gemacht, Einfahrt, Carport. Und die endgültigen Beete werden angelegt. Dann geh ich die Gründüngung an und die Ackerschachtelhalmbekämpfung, wobei ich die schon dieses Jahr anfangen kann. Freu mich schon drauf.. nicht o_O

    Ich kann mal überlegen, ob ich ein paar Phacelia oder Gelbsenf schon wild ausstreu dieses Jahr (erstere kenn ich schon vom Balkon, die wachsen ja völlig von alleine und zuverlässig). Fürs systematische Angehen habe ich momentan aber leider einfach keinen Kopf; wir sind noch nicht einmal eingezogen und es gibt noch einiges zu tun :D
     

    Kieselsteinchen

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    Liebe Leute, hier ein kurzes Update:
    Ihr habt mich überzeugt, ich fang an Stellen, wo es passt, schon dieses Jahr mit Gründünger. Hab gestern eine Blühmischung Gründünger für 200 qm bestellt.
    Und heute 2 Stunden damit zugebracht, den Ackerschachtelhalm auszustechen. Bin gespannt, wie viel schon wieder davon da ist, wenn ich in einer Woche wieder auf der Baustelle bin.
     
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