Man spielt nicht mit dem Essen...

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11. Mai 2009
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...hat die Mammi immer gesagt. Aber das gilt heute nicht mehr. Es werden die überflüssigsten Weltrekorde aufgestellt.
Z.B. ein Toastbrot-Portrait (also darauf muß man erstmal kommen!) eines intelligenten Wissenschaftlers in einer staubigen Halle auslegen.
Was soll das? Das Brot ist schon über dem Verfallswert, aber anstatt das wie früher den Schweinen vorzuwerfen, verpulvert der Mensch heutzutage die Lebensmittel.
Schweine kriegen Kraftfutter, aber kein Brot aus dem Supermarkt, obwohl das durchaus als Futter zu verwerten wäre, EU-Verordnung sei Dank!!

Nicht besser die Weltrekorde, die die größte Pizza, den größten Burger, den längsten Baumkuchen herstellen. Ein Großteil des Endproduktes wird auch auf den dazugehörigen Feuerwehrfesten nicht verspeist. Also ab auf den Müll damit, oder was?

Da rege sich noch einer über die Abfälle auf, die nach jedem Feierabend beim Supermarkt um die Ecke in die Tonnen kommen.

Außerdem kotzt es mich schon lange an, daß es Restaurants gibt, in denen man die XXL-Steaks bekommt, und wenn man es schafft, ein 1-Kilo-Steak in einer Stunde den Verdauungstrakt runterzuwürgen, muß man nix zahlen. Ja, da schäm ich mich, ehrlich gesagt.
Von Genuß keine Spur, und von Achtung vor dem Lebensmittel erst recht nicht. Not Slow, but very fast, this food!
Kein Wunder, daß manch sterbensarme Mensch in anderen Kontinenten glaubt, Europa schwimme im Luxus.

Deutschland schafft im übrigen die Unterstützung der "Tafel" ab. Herzlichen Glückwunsch, brave Leistung!

Und wenn ich mir das so anschaue, was als "Unterhaltung" geboten wird, da werd ich richtig traurig.

Beste Grüße
Doro
 
  • Und wenn ich mir das so anschaue, was als "Unterhaltung" geboten wird, da werd ich richtig traurig.

    Beste Grüße
    Doro

    ja Doro, ich kann dich verstehen, hier gleich noch ein mißratenes "Kunstwerk" meiner Meinung nach....

    [video=youtube;MBAPbtC_O40]http://www.youtube.com/watch?v=MBAPbtC_O40[/video]
     
    Da kann ich dir nur zustimmen Doro.

    Was mich auch immer so ärgert, da wirft man gutes, frisches Essen
    in Großküchen lieber weg, als dass man zum Küchenpersonal sagen
    würde "ihr könnt davon mitnehmen was ihr wollt".

    Viele wären da nach der Schicht bestimmt froh wenn sie zuhause nicht
    mehr ewig lange am Herd stehen müssten sondern nur mal aufwärmen
    könnten.

    Ich werfe sehr, sehr selten Lebensmittel weg. Sogar einen Rest
    Nudeln stell ich immer noch in den Kühlschrank - ok ich muss
    zugeben dass er dann nicht immer verwertet wird, aber oft
    gibts dann mal "schwäbisches Allerlei" bei uns.
    :D
    Das hat sogar letzthin unserem Besuch geschmeckt als er überraschend
    gerade zum Essen aufgetaucht ist.



    LG Feli
     
  • Die Alte hängt sich ja auch den Muppet-Frosch um, die hat ja mal gar keine Skrupel.

    Aber ich dachte, das wäre Stoff gewesen, der nur so ausschaut, war das tatsächlich echtes Fleisch??

    Meine Fresse, die Leute haben zuviel Kohle. Genauso wie Charity-Veranstaltungen mit völligst überteuertem Fressi-Fressi vom Starkoch, soll'n sie da doch auch sparen und an die Frittenbude gehen oder dem nächsten Kindelein mit Glatze auf der Intensiv sagen: tut mir leid, ich habe leider das Money-Money gleich aufgefressen, ich Gierschlund, jetzt gibbet doch nicht so viel für die Forschung und für Medikamente.

    Beste Grüße
    Doro
     
  • Essbares werfe ich eigentlich gar nicht weg. Mir sind die Lebensmittel zu teuer um sie zu entsorgen.
    Ich gehe zwar auch immer mit Hunger einkaufen, aber die Preise beim Metzger und Bioladen halten mich auch ein wenig davon ab übertriebene Spontankäufe zu machen.
    Wenn ich mir solche Massenveranstaltungen anschaue, hat das für mich nichts mit essen zu tun, geschweige denn mit Genuss. Leider haben wir bei sehr vielen Bereichen immer noch die viel hilft viel Mentalität. Das Ganze kombiniert mit Geiz ist geil und schon lande ich beim Discounter und habe ein auf 800g aufgewässertes mit Antibiotika übermästetes 500g Putenbrustfilet. Das ganze noch mit Maggifix angerührt und schon sind meine Geschacksnerven tot.
    Ich verstehe nicht wie man sich sowas antun kann.
     
    Feli, es passiert natürlich auch mir, daß ich Lebensmittel vergesse, ich bin nicht die perfekte Hausfrau. Da steht dann auch schon mal ne Sahne, die leider schon davon läuft.
    Oder daß der Rest von dem gestern noch so toll schmeckenden Essen heute doch nicht mehr zu schlucken ist (der Bartzi ist da ganz eigen). Aber das ist auch vollkommen in Ordnung, es hält sich echt noch in Grenzen.

    Ich schmeiße Dinge halt nicht Eimerweise weg oder koche für 20 Leute, obwohl wir nur zu zweit sind.

    Das wird in diesen XXL-REstaurants eben anders gehandelt, und der Rest landet nicht im Futtertrog, das ist ja auch nicht gesund für das arme Schwein, soviel Ketchup und Majo.

    Warum die übriggebliebenen Lebensmitteln aus den Kantinen nicht an die Mitarbeiter ausgegeben werden, sie im Nachhinein die Kündigung bekommen, als wenn die gemopste, trockene Fleischbulette aus Blattgold bestehen würde, versteh ich erst recht nicht, das ist mehr als nur Zwei-Klassen-Denken.

    Beste Grüße
    Doro
     
  • Ich denke mal, das zu viele Kantinenmitarbeiter wie es noch freizügiger gehandhabt wurde erst ihren Eigenanteil weggenommen haben oder gleich zuviel gekocht haben. Es reicht ja oft einer von 20 Mitarbeitern der so ein System zum scheitern bringt. 19 nehmen wirklich nur die Reste und einer kocht für sich mit und damit das unterbunden werden kann, darf es dann gar keiner mehr.

    Wenn ich solche XXXL Portionen vor mir sehe komme ich mir vor wie ein Mastschwein, da hab ich auch nicht wirklich Freude am Essen. Und wirklich hübsch ist so ein überladenes Teil auch nicht.
     
    Komme gerade vom Essen. Und wieder mal stand ich vor der fast unlösbaren Aufgabe, 3 Stück Fleisch, (eins mit Röstzwiebeln, eins mit Käse überbacken, eins mit Paprikamus) Pommes dazu, einen Salatteller mit allerlei Zeugs drauf. Mich erschlägt sowas, raubt mir fast den Appetit. Ich hab nur einen Grillteller bestellt, wenn man nach einer Kinderportion fragt, wirste blöd angeschaut. Ich hasse es, wenn Essen weggeschmissen wird. Ich habe lange Jahre in der Gastronomie verbracht, was da in die Tonne gehauen wird, ist gewaltig.

    Ich kaufe nur noch das, was wirklich verarbeitet werden kann, hab allerdings gestern auch noch ein Milchprodukt im Kühlschrank gefunden, das seine besten Zeiten im August hatte. Gab aber noch ein prima Salatsauce.

    LG
    Tinchen
     
    Im August? :d:d Na ja, dann haste ja jetzt den Sommer genascht..:grins:

    Ich habe auch in der Gastronomie geschakkert. Das war aber beim CJD, die sind da noch ziemlich human für einen christlichen Verein. Da wurde zwar auch geschaut, daß nicht zuviel gekocht wurde, aber es bleibt an manchen Tagen unheimlich viel vom Mittagstisch übrig.
    Und das darf (!!) mit nach Hause genommen werden.

    Wenn wir Hochzeiten und große Feiern hatten, dann waren teilweise die Warmhaltebehälter noch halbvoll, soviel kannste gar nicht zuhause einfrieren.
    Natürlich wurde das auch an die Betriebsleitung weitergegeben, aber genauestens einplanen läßt sich der Verzehr auf großen Feiern eben nicht.

    Tinchen, ich habe keine Skrupel zu fragen, ob man mir meinen Teller nicht meiner Größe anpaßt. Ich bin schließlich kein 2-Meter Bauarbeiter. Dann hat zumindest das eine Stück Fleisch die Chance, auf einem anderen Teller zu landen als im Abfall-Korb.

    Von einem normalen Wiener Schnitzel käme ich auch drei Tage hin, die sind doch meist so groß wie ein Wagenrad.

    Beste Grüße
    Doro
     
    Mein Joghurt hatte auch schon ein paar Wochen zuviel auf dem Buckel. Hat man ihm aber nicht angeschmeckt.
    Alles was sich noch nicht bewegt wird aufgegessen.
     
  • Hi Doro

    Gibt es bei Euch nur Schwachesser? Bei uns in der XXL Schnitzelranch hat das Schnitzel 2100 Gramm und das Cordon bleu 2300 Gramm. Die letzten Nichtzahler benötigten für das Schnitzel knapp über 28 Minuten ein anderer für das Cordon bleu 36 Minuten.
    OK Spass beiseite.
    Der Wert der meist noch essbaren, aber entsorgten Lebensmittel in Deutschland hat inzwischen die 20 Milliardengrenze erreicht.

    Viele Touristen regen sich auf weil russische Gäste sich die Teller vollhauen und dann nicht alles aufessen. Wenn man bedenkt, dass die Reste der tollen 5Sternebuffets so oder so im Müll landen, könnte man fast dazu sagen - dann ist es auch egal.
    Es ist mehr als erschreckend WIE mit Lebensmitteln umgegangen wird und inzwischen jeder 7te (1 Milliarde) Mensch nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung hat.
     
  • Hi Leo.
    nee, ich war letztens bei Freunden grillen, die wären auch Kandidaten für so ein Buffet. :grins:

    Aber nicht jeder schafft diese abendliche Erlebniswelt für große Cowboy-Jungen, nicht war, da kommt auch schon mal der ein oder andere Hänfling und versucht sich in Dingen, die einfach nicht zu ihm passen.

    Und der Vergleich zu den Russen paßt ja auch, der Rest wird ja eh weggeworfen.

    Dann muß man sich das ganze System halt nochmal durch den Kopf gehen lassen. Aber warum sag ich "man"? Doch eher die Russen und die Oberchinesen und Bonzen und die Veranstalter, warum mach ich mir die Gedanken, wenn es Menschen gibt, die ohne weiteres konsumieren und sich keinen Gedanken darum scheren.

    Leo, wer von den Menschen, die sich über die weggeworfenen Lebensmitteln mockieren, geht an die Kühltheke, die die vor kurzem abgelaufenen Sahne- und Joghurtbecher preisen?
    Sind es die meisten, einige oder gibt es da doch noch diese engstirnigen, die sich die Nase über die Käuferschar zerrümpfen? Die Menschheit muß endlich mal umdenken.

    Mir issens auch wurscht, nur verschimmelte Sachen werden weggeschmissen und nicht das Datum entscheidet.

    Beste Grüße
    Doro
     
    Vor Kurzem meinte ein schlaues Köpfchen, dass wir auf unserer Welt 12 Milliarden Menschen ernähren könnten. Auch wenn die Zahl der Hungernden täglich zunimmt, solange wir diese "Ressourcen" nicht voll ausgeschöpft haben, wird sich in unserer Wohlstandgesellschaft wohl nicht viel änderen - leider.

    Grüßle
     
    Zuletzt bearbeitet:
    Wie machen die diese Rechnung? Das geht nur mit Abholzung und mit Erweiterung der Monokulturen. Und Anbau in den letzen Ecken der bestehenden Naturschutzgebieten.

    Und ja, selbst dann wird die von Dir so verschmähte hübsche Frau Oberlippe auch ihren Teller randvoll schippen und dann doch wegen ihrer Figur nur wenige Bissen zu sich nehmen.

    Sollen sie doch Kuchen essen! Oder man züchtet bis zum Abwinken Monokulturen von Pangasius, ein bißchen Alge aus den unendlichen Weiten der Wüste (jaja, toller GEdanke, wenn es denn da mal Wasser gäbe...) oder schaufelweise frittierte Heuschrecken und Maden.

    Ernähren heißt nicht "genüßlich" leben. Lebenserhaltende Nahrung dem Körper zuführen bedeutet einen Organismus am Leben erhalten. Und das Existenzminimum werden sich die Hochrechner und spekulanten und Träger exklusiver Kostümchen sicherlich nicht zumuten, eher muten sie ihrem Konto noch ein Wägelchen zu.

    Beste Grüße
    Doro
     
    Ich denke die 12 Milliarden würde man problemlos sattbekommen mit den aktuellen Möglichkeiten. Schließlich wird ja eine riesige Menge weggeworfen. Ganz wird sich das nie vermeiden lassen zumindest so lange ein Teil frisch gegessen werden soll. Was Monoagrarkulturen angeht, halte ich die nicht wirklich für eine Zukunftslösung, weil dadurch ganze Landstriche im wahrsten Sinne verwüstet werden. Über einen längeren Zeitraum denke ich ist nachhaltige Landwirtschaft effizienter. Leider denkt man in der Finanzwirtschaft nur noch in Quartalen und in der Politik in Wahlperioden.
     
    Gehört nicht ganz zum Thema, aber das hier

    Deutschland schafft im übrigen die Unterstützung der "Tafel" ab

    hat mich gerade etwas entsetzt.
    Sollte das tatsächlich eintreten, dann wirklich "Du armes Deutschland".

    Ben,
    verständnislos
     
    Das relativiert die Sache glücklicherweise.
    Denn die Schlangen vor unseren Tafeln/Sozialstationen hier werden scheinbar immer länger.

    Einsparungen am untersten sozialen Ende?

    Großartig!

    Ben
     
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